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3. April 2021

Happy Birthday, Starke Schule!

In den Augen vieler «fortschrittlich» gesinnter Zeitgenossen sind die Vertreter der «Starken Schule beider Basel» (SSbB) nichts anderes als konservative Verhinderer, die sich die Schule zu Zeiten Gotthelfs zurückwünschen. Im folgenden versuche ich die Wirkung dieses Vereins aus einer deutschschweizerischen Perspektive in einen etwas breiteren Zusammenhang zu stellen. Wie lässt sich der Erfolg der SSbB erklären?

Konservative Verhinderer? Gedanken zum Erfolg der Starken Schule beider Basel, 31. 3. von Urs Kalberer

4. März 2021

Schulrat oder Schulkommission?

Die Gemeinde Malans im Kanton Graubünden beabsichtigt, den bestehenden Schulrat in eine Schulkommission umzuwandeln. Konkret bedeutet dies, dass die Mitglieder nicht mehr vom Stimmvolk, sondern neu vom Gemeindevorstand gewählt würden. Dieser befürwortet die Schaffung einer Schulkommission, da dies «zeitgemäss» sei.

Schulrat oder Schulkommission, Urs Kalberer, 4.3.

8. Februar 2021

Totgesagte leben länger: Wie der Mythos der Lernstile überlebt

Eigentlich klingt es einleuchtend: Die meisten von uns besitzen eine bestimmte Vorliebe, um neuen Stoff zu lernen.  Daraus hat sich die Theorie entwickelt, dass Lernstoff möglichst in der vom Lerner bevorzugten Art dargeboten werden sollte. Auf die Schule bezogen heisst dies, dass die Schüler besser lernen, wenn wir ihre individuellen Lernstile kennen und den Unterricht darauf einstellen. Soweit die Theorie – sie hat nur einen Haken: Sie stimmt nicht.


Photo by cogdogblog on Foter.com / CC BY

Totgesagte leben länger: Wie der Mythos der Lernstile überlebt. 8.2. von Urs Kalberer

26. Januar 2021

Sehr geehrter Herr Rutishauser

Sehr geehrter Herr Rutishauser

Vielen Dank für Ihre kreativen Ideen, wie dieSchulen mit der Bedrohung umgehen könnten. Leider haben Sie sich aber beim Adressaten geirrt. Zeigen Sie mir den Lehrer, der sich getraute, Ihre Anregungen in die Tat umzusetzen! Ihre Vorschläge bedürfen zunächst einmal der Einwilligung der Schulleitung, dann der örtlichen Schuldirektion, dann muss womöglich noch das Erziehungsdepartement sein Einverständnis dazu geben. Die Lehrer haben hier gar nichts mehr zu sagen. Die Pandemie schafft es zwar, weltweit Millionen zu töten, die Hierarchien bleiben aber gewahrt. Die Lehrer mutierten in den letzten Jahren von selbstbewussten Sachverständigen zu Hörigen. Geduldig warten sie auf die Weisungen von oben, nicht verstehend, dass diese, wenn erfolgreich, von der Basis aus gewachsen sein müssen.

Freundliche Grüsse

Urs Kalberer

23. Dezember 2020

Die Genderideologie übernimmt

Der Lehrplan 21 öffnet Ideologien, wie z.B. der Auseinandersetzung, ob unser Geschlecht biologisch oder sozial bestimmt sei, Tür und Tor. Mit dem entsprechenden Lehrplanbezug (Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) > Lebenskunde - Ethik, Religionen, Gemeinschaft > Ich und die Gemeinschaft - Leben und Zusammenleben gestalten > Die Schülerinnen und Schüler können Geschlecht und Rollen reflektieren.) lassen sich zweifelhafte Inhalte in die Schule lotsen und dort bei pubertierenden Jugendlichen entsprechend Verunsicherung stiften. Was soll das? 

25. November 2020

Warum von Hand schreiben die Kinder gescheiter macht

Neue Erkenntnisse aus der Hirnforschung zeigen, dass Kinder, welche von Hand schreiben, mehr lernen und das Gelernte besser speichern können. Gleichzeitig setzen wir in der Schule mehr und mehr auf digitalen Unterricht, welcher das Schreiben von Hand verdrängt.

Audrey van der Meer: «Handschrift braucht mehr Zeit und ist anstrengender, aber es ist wichtig, dass die Kinder da durchgehen.» Photo: NTNU / Microsoft

Warum von Hand schreiben die Kinder gescheiter macht, Urs Kalberer, 25.11.

17. September 2020

Projektunterricht als Dogma des pädagogischen Mainstreams

Tiefe emotionale Erlebnisse, besonders auch im musisch-kreativen Bereich, sind wertvolle Bausteine für die Entwicklung des Selbstwertgefühls und der Persönlichkeit jedes Schülers. Es gibt gute Gründe für Gruppenarbeit und Schulprojekte. Diese aber zu einem pädagogischen Konzept zu überhöhen, halte ich für einen gefährlichen Irrtum.

An vielen Schulen herrscht das Primat des selbständigen Arbeitens (damit verbunden sind Projekte, erforschendes Lernen, selbstorganisiertes Lernen, schülerzentrierter Unterricht usw.). Der Lehrer übergibt die Verantwortung fürs Lernen an seine Schüler und steht nur noch beratend zur Seite.

Nun gibt es immer mehr Schulen, deren Schüler miserable Kenntnisse vorweisen können. Gerade solche Schulen rühmen sich gegenüber Eltern und in den Medien, besonders gezielt in die individuellen Stärken ihrer Schüler zu investieren. Das Individuelle soll gegenüber dem Allgemeinen gefördert werden: So tönt der aktuelle pädagogische Mainstream. Dabei fällt auf, dass nicht nur schwache Schulen, sondern auch schwache Schüler Projektunterricht bevorzugen. Das Problem ist, dass sie dabei aber weniger lernen als bei geführtem Klassenunterricht. Eine Reduktion der direkten Instruktion zugunsten einer individuellen Förderung schadet also besonders den schwachen Schülern, wie Hattie betont. Und Liessmann hat diese «Rhetorik der Individualität» als das Konzept des jungen Menschen als Humankapital entlarvt.

Projektunterricht als Glaubenssatz des pädagogischen Mainstreams, www.Condorcet.ch, 6.9. von Urs Kalberer

13. September 2020

Bewegte Schule: Glaube und Hoffnung

Die Promotoren der "Bewegten Schule" glauben ganz fest an die positive Wirkung von Herumhüpfen auf das Lernen. Der Beitrag von Puls vom Fernsehen SRF sammelt Beispiele, sagt aber auch klar, dass es keine nachweisbaren Belege für das Lernen gibt. Die Kinder wiederholen brav, was ihnen die Lehrerin dazu eingeimpft hat. Nachdenklich machen aber die Statements von Lehrkräften zu diesem Thema. Wie kann man ungestraft solchen Unsinn von sich geben? (uk)


Die dramatisch absinkende Lernfreude von der 1.- 5. Primar soll durch Bewegung in der Schule kompensiert werden. Bild: Screenshot SRF

Schule ohne Langeweile, SRF Puls, 7.9.

2. September 2020

27. August 2020

Kritik des VPOD an Schulleitungen

Vor kurzem traten die Schulleiter mit einer internen Umfrage an die Öffentlichkeit. Die Schulleiter klopften sich gegenseitig auf die Schultern, wie gut sie die Corona-Krise gemeistert hätten. Man sprach in diesem Zusammenhang euphorisch von einer "Frischzellenkur für die Schulen". Auch sei die "gegenseitige Wertschätzung" in dieser Zeit gestiegen. Von Seiten der Gewerkschaft tönt es nun etwas anders: fehlende Unterstützung und Wertschätzung. Schulleiter-Präsident Minder hat eine einfache Lösung: Die Pensen für Schulleiter müssten erhöht werden. (uk)

Bildung und Pandemie: VPOD-Kritik an Schulleitungen, SRF, 27.8. (Tonbeitrag)

Umfrage VPOD

Gewerkschaft hält viele Schulleitungen für überfordert, SRF, 27.8. von Noemi Ackermann

20. August 2020

Gruppenarbeit und Projekte: Schwere Last auf jungen Schultern

Gruppenarbeit gehört zum Standardinstrumentarium jedes Lehrers, sie hat in der Ausbildung ihren festen Platz. Viele Schultheoretiker neigen dazu, die direkte lehrergesteuerte Instruktion (Frontalunterricht) zu verpönen, deshalb gehören kollaborative Arbeitsformen wie Gruppenarbeit und Projekte seit Jahrzehnten zum Standard in der Lehrerbildung. Das wird oft damit legitimiert, dass dabei nicht nur der fachliche, sondern auch der zwischenmenschliche Aspekt abgedeckt wird. Gruppenarbeit hat demzufolge verschiedene Vorteile, sie

  • verbessert und vertieft das Lernen
  • entwickelt die sozialen Fähigkeiten
  • entwickelt komplexe Lernstrategien
  • ermöglicht selbständiges Lernen
  • steigert die Teamfähigkeit

 Gruppenarbeit und Projekte: Schwere Last auf jungen Schultern, Urs Kalberer, 18.8.

11. August 2020

Namen lernen zum Schulstart

Bei Schulbeginn an einer neuen Schulstufe treffen Schüler aus unterschiedlichen Schulhäusern und Klassen aufeinander. Es geht zuerst darum, den Namen auf der Schülerliste die richtigen Köpfe zuzuordnen und schliesslich sollen sich auch die Kinder untereinander möglichst schnell mit ihren Namen ansprechen können. Aus Erfahrung verzichte ich auf Namensschilder, die die Schüler auf ihr Pult stellen, da man sich daran gewöhnt, einfach Namen abzulesen, statt sie sich auch zu merken. Die folgenden vier spielerischen Aktivitäten sollen dazu beitragen, sich die Namen und weitere Merkmale der Schüler schnell zu merken. (uk)

Photo by muffinn on Foter.com / CC BY

Namen lernen zum Schulstart, 11.8. von Urs Kalberer

31. Juli 2020

Beyond Age Effects in Instructional L2 Learning

Gemäss Raphael Berthele von der Uni Fribourg handelt es sich bei der Untersuchung von Simone Pfenninger und David Singleton um eine «ausgeglichene und einfühlsame Studie», die sich mit einem Thema befasst, das uns alle interessiert. Pfenninger und Singleton präsentieren dabei neue Daten und analysieren diese sorgsam. Die Autoren untersuchen die Auswirkungen sowohl interner als auch externer Faktoren unter Anwendung modernster statistischer Modelle.

Verlag: Multilingual Matters, 2017
Buchbesprechung Simone Pfenninger und David Singleton, 31.7. von Urs Kalberer

11. Juli 2020

Zur Gewinnmaximierung Ferien verlegen

Daniel Fust vom Wirtschaftsforum Graubünden sagt in der Südostschweiz vom 4. Juli: «Deshalb wäre es klug, die Ferien je nach Kanton zu staffeln, sodass etwa die Wertschöpfung im Winter breiter verteilt werden kann. Das hat auch mit Risikomanagement zu tun. Wir wissen noch nicht, wie die Sicherheitskonzepte im Winter aussehen werden. Vielleicht dürfen etwa die Bergbahnen nur reduziert beansprucht werden. Die Idee der gestaffelten Ferien wurde auch schon mehrmals diskutiert und mir ist klar, dass die Umsetzung nicht ganz einfach ist. Ich frage mich aber: Wenn nicht jetzt, wann dann?» Diese Aussage hat mich zu einer Reaktion veranlasst.

Gestaffelte Sportferien, Südostschweiz 4./11. Juli, Leserbrief von Urs Kalberer

1. Juni 2020

Kurswechsel beim Leseunterricht dringend nötig: Strategietraining reicht nicht

Seit 2012 geht es mit den Lesefähigkeiten signifikant bergab. Mittlerweile liegt die Schweiz sogar unterhalb des OECD-Durchschnitts von 75 Ländern. Das zeigen die Resultate des Leseverstehens, die von PISA 2018 in Abschlussklassen ermittelt wurden (1). Die dabei gemessenen Fähigkeiten stimmen grösstenteils mit den im Lehrplan 21 gestellten Kompetenzanforderungen überein und dienen daher als wichtige Rückmeldung zum Leseunterricht an Schweizer Schulen. Die Leistungen lassen sehr zu wünschen übrig. Konkret erreichen 24 Prozent der Schulabgänger bloss die unterste von sechs Kompetenzstufen – sie verstehen die wörtliche Bedeutung von Sätzen oder die Hauptaussage von Texten nicht. Wenn wir dazu noch die Schüler im zweittiefsten Niveau addieren, dann liegen wir knapp bei der Hälfte der Schüler.

Kurswechsel beim Leseunterricht dringend nötig: Strategietraining reicht nicht, Urs Kalberer, 26.5. 

30. April 2020

Tipps zu Videokonferenzen während Fernunterricht

Zoom oder Skype (oder ein anderes Videokonferenz-Portal) werden gegenwärtig häufig gebraucht, um mit den Klassen direkt in Kontakt zu treten. Dabei gibt es drei hilfreiche Funktionen: Stummschalten, Bildschirm teilen und Chat. 
Tipps zu Stummschalten, Bildschirm teilen und Chat bei Videokonferenzen, 30.4. von Urs Kalberer

14. April 2020

Kniefall vor der Digitalisierung

In dieser Zeit lesen wir fast täglich ähnlich enthusiastische Beifallsstürme zur technischen Ausrüstung unserer Schulkinder. Hier ein Beispiel aus Graubünden (uk):
Ich hatte bisher wenig mit den Hausaufgaben oder dem Schulalltag meiner Kinder zu tun. Vieles lief «automatisch», war selbsterklärend. Erst jetzt merke ich, wie vielfältig und spannend der Schulalltag ist. Er ist aber auch herausfordernd, kräftezehrend und mühsam. Manchmal gar frustrierend. Wie auch der Führungsalltag in der Somedia nicht immer nur aus Erfolgsmeldungen besteht. Sondern auch frustrierend und mühsam sein kann. Die Kinder verlieren sich in der Konzentration und ich muss all meine Führungskünste bemühen, um nicht auszuflippen oder herumzuschreien. Immer gelingt es mir nicht, mich im Griff zu haben. Leider.
Meine Bewunderung für den Lehreralltag ist in diesen Tagen und Wochen gewachsen. Ich habe «nur» zwei Kinder zu unterrichten. Was Lehrerinnen und Lehrer tagtäglich leisten und besonders in diesen besonderen Zeiten, zollt grossem und besonderem Respekt.
Zugleich wünsche ich mir, dass die Digitalisierung in unseren Schulen – insbesondere in Nordbünden vorwärtsgetrieben wird. Smartphone und Tablets sollen stete Begleiter der Kinder werden. Ähnlich wie im Engadin, wo dank der Initiative Mia Engiadina gleichzeitig eine Bildungsoffensive stattgefunden hat und alle Schulen digital auf dem neuesten Stand sind.
Der gefühlt 10. Nervenzusammenbruch, Südostschweiz, 8.4. von Susanne Lebrument
Susanne Lebrument ist Delegierte des Verwaltungsrates von Somedia.


14. März 2020

«Deutsche Sprache als Grundlage allen Lernens»


Den ersten Anlass in diesem Jahr widmete der Verein «Starke Volksschule Zürich» dem wichtigsten Bildungsthema – dem Erlernen der deutschen Sprache. Das essentielle Werkzeug dabei sei das Lesen. Denn nur so können Texte verstanden, im grösseren Zusammenhang eingeordnet und richtig interpretiert werden. Dass die Schweizer Schulen hier ein eklatantes Defizit aufweisen, belegen die Testergebnisse der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) und der PISA-Studie von Neuem.
«Deutsche Sprache als Grundlage allen Lernens», Starke Volksschule Zürich, 12.3., von Timotheus Bruderer

19. Februar 2020

Abschaffung der Aufnahmeprüfung löst keine Probleme

GrossratRemo Cavegn (CVP) möchte die Aufnahmeprüfung ans Gymnasium abschaffen und damit die «Chancengleichheit» der Schüler erhöhen. Diese werde durch den Besuch von Kursen, die auf die Aufnahmeprüfung vorbereiten, eingeschränkt.  Graubünden hat die höchste Gymnasialquote der Ostschweiz. Eine Abschaffung der Prüfung führt dazu, dass die Zahl der Gymnasiasten noch ansteigen wird, denn Lehrpersonen erteilen Schülern eher gute Noten, um nicht in Konflikt mit ehrgeizigen Eltern zu geraten. Das ist das Gegenteil von Chancengerechtigkeit. Lehrerurteile und Erfahrungsnoten sind immer auch subjektiv, Prüfungen sind demgegenüber gerechter. Weiter ist anzufügen, dass höhere Gymnasialquoten auch mit sinkenden Ansprüchen einhergehen. Wollen wir das wirklich? Bereits jetzt gehen Wissenschaftler davon aus, dass mindestens 30 Prozent der Schüler nicht die nötige Intelligenz für ein Gymnasium mitbringen. Wieso also den Weg für noch mehr frustrierte Studenten ebnen? Sinnvoller erscheint es mir, darüber nachzudenken, wie die Geschlechterquote zwischen Mädchen und Buben ausgeglichen werden könnte. Hier fehlt offenbar der politische Wille, die seit Jahren benachteiligten Buben zu fördern. Ausserdem könnte man, statt die Aufnahmeprüfung abzuschaffen, diese so gestalten, dass sie auf dem Stoff basiert, der in der Schule auch durchgenommen wird.
Urs Kalberer, 19.2.