Alle hatten sie, kaum
jemand mochte sie: die Hausaufgaben. Bis heute sind sie eines der emotionalsten
Themen in der Volksschule. Der bekannte Kinderarzt und Buchautor Remo Largo
befand schon vor Jahren, sie hätten keinen Nutzen, schikanierten Lehrer und
Kinder – und sollten daher abgeschafft werden. Im letzten Herbst brachte der
Deutschschweizer Schulleiterverband diese bildungspolitisch brisante Forderung
erneut auf. Als Begründung wurde angeführt: Hausaufgaben führten oft zu Streit
innerhalb der Familien. Zudem könnten sich Schüler, deren Eltern arbeiteten
oder aus bildungsfernen Schichten stammten, zu Hause an niemanden wenden und
seien so in ihrer Entwicklung gefährdet. Die Diskussion über Sinn und Unsinn
von Hausaufgaben kochte in den Medien schnell auf, kühlte aber auch rasch
wieder ab. Die zentralen Fragen sind geblieben: Welche Wirkung haben «Ufzgi»
wirklich, und wie könnte das Hausaufgabenmodell der Zukunft aussehen?
Ohne "Ufzgi" nach Hause, NZZ, 25.4. von Marc Tribelhorn
