Roland Reichenbach ist Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Zürich. Er findet, wer grundsätzlich Mühe mit dem Auswendiglernen habe, solle lieber nicht als Lehrperson tätig sein. Auch zu anderen Themen äussert sich Reichenbach erfrischend undiplomatisch. Ein Text zum Aufhängen im Lehrerzimmer.
7. März 2021
Von Südkorea lernen
23. Dezember 2020
Frühere Lehrstellensuche: ein weiterer Flop
Neu sollen Firmen ihre Lehrstellen anderthalb Jahre vor Lehrbeginn publizieren dürfen. Die Lehrkräfte schütteln den Kopf, die Bildungsbürokratie schweigt vielsagend. Alain Pichard analysiert – wieder einmal eine unüberlegte Adhoc-Massnahme und zeigt auf, wo der eigentliche Fehler begangen wurde.
17. September 2020
Projektunterricht als Dogma des pädagogischen Mainstreams
Tiefe emotionale Erlebnisse, besonders auch im musisch-kreativen Bereich, sind wertvolle Bausteine für die Entwicklung des Selbstwertgefühls und der Persönlichkeit jedes Schülers. Es gibt gute Gründe für Gruppenarbeit und Schulprojekte. Diese aber zu einem pädagogischen Konzept zu überhöhen, halte ich für einen gefährlichen Irrtum.
An vielen Schulen herrscht das Primat des selbständigen Arbeitens (damit
verbunden sind Projekte, erforschendes Lernen, selbstorganisiertes Lernen,
schülerzentrierter Unterricht usw.). Der Lehrer übergibt die Verantwortung fürs
Lernen an seine Schüler und steht nur noch beratend zur Seite.
Nun gibt es immer mehr Schulen, deren Schüler miserable Kenntnisse
vorweisen können. Gerade solche Schulen rühmen sich gegenüber Eltern und in den
Medien, besonders gezielt in die individuellen Stärken ihrer Schüler zu
investieren. Das Individuelle soll gegenüber dem Allgemeinen gefördert werden:
So tönt der aktuelle pädagogische Mainstream. Dabei fällt auf, dass nicht nur
schwache Schulen, sondern auch schwache Schüler Projektunterricht bevorzugen.
Das Problem ist, dass sie dabei aber weniger lernen als bei geführtem
Klassenunterricht. Eine Reduktion der direkten Instruktion zugunsten einer
individuellen Förderung schadet also besonders den schwachen Schülern, wie
Hattie betont. Und Liessmann hat diese «Rhetorik der Individualität» als das
Konzept des jungen Menschen als Humankapital entlarvt.
21. August 2020
Digitale Schule: Segen oder Frust
Der Lockdown hat es gezeigt: Die Digitalisierung der Schulen schreitet voran. Doch auch der Widerstand wächst: Der Klassenraum würde zum Büro und die Schule sei das neue Mekka der Überwachungspädagogik, so die Gegnerinnen und Gegner. Zündstoff pur.
Alain Pichard: Lernen ist ein sozialer Prozess. Bild: Screenshot SRF
17. August 2020
Kulturkampf an Schulen
Ab Mitte März war es mit der Schule, wie wir sie kennen, vorbei: Schülerinnen und Schüler waren während Wochen weitgehend auf sich allein gestellt.
Sie mussten sich von einem Tag auf den andern mit
neuen Formen des Lernens vertraut machen. Mit neuen Tools Aufträge bearbeiten.
Genauso ging es vielen Lehrerinnen und Lehrern. Bis
anhin klappte Unterricht gut ohne viel Technik, nun war man plötzlich auf sie
angewiesen. Eine Auseinandersetzung mit digitalen Lernformen war unumgänglich.
Was haben die Schulen und
die Schülerinnen aus der Corona-Zeit gelernt? Was nehmen sie mit ins neue
Schuljahr?
"Die Schulen haben sich fünf Jahre Entwicklung gespart", SRF, 16.8. von Richard Herold
Erfahrungen mit dem Fernunterricht: Mehr Freiheit, mehr Freizeit, mehr Frust, SRF Kultur, 16.8.