Roland Reichenbach ist Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Zürich. Er findet, wer grundsätzlich Mühe mit dem Auswendiglernen habe, solle lieber nicht als Lehrperson tätig sein. Auch zu anderen Themen äussert sich Reichenbach erfrischend undiplomatisch. Ein Text zum Aufhängen im Lehrerzimmer.
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7. März 2021
Von Südkorea lernen
Roland Reichenbach entlarvt "pädagogische Phraseologie und Sloganistik", Bild: savoir-suisse.ch
"Warum sollte man die Namen der Hauptstädte nicht auswendig lernen?", NZZ, 6.3. von Alain Pichard
20. September 2020
Neue Autorität: Präsenz zeigen
Was tun, wenn ein Erstklässler je nach Laune mal auf dem Pult sitzt und dann wieder darunter? Wenn er andere Mitschüler schlägt oder den Unterricht seiner Lehrerin gleich ganz lahmlegt?
Was
tun, wenn die Eltern ratlos sind, weil ihre Tochter sich weigert, die
Hausaufgaben zu machen, und stattdessen eine Vase an die Wand schmeisst?
Streng, beharrlich und liebevoll, NZZ, 19.9. von Martin Beglinger
14. November 2019
Winterhoff und Kaube: Buchbesprechung
Das Bildungswesen gehe den Bach hinunter – das ist immer wieder zu hören. Zwei ganz unterschiedliche Autoren untersuchen die Trends der letzten Jahre und üben scharfe Kritik an den permanenten Reformen.
Verblöden unsere Schulen? NZZ, 14.11. von Martin Beglinger
1. September 2018
Der König ist nackt
Die Antworten der Bildungsforscher über die Wirkung der
Schulreformen der letzten zwanzig Jahre in der Schweiz sind ernüchternd.
"Das ist vernichtend", NZZ, 31.8. von Martin Beglinger
Vom pädagogischen Establishment, neoliberalen Bildungsreformen und Big Business
Es ist ein eher unscheinbarer Mann, der kurz vor den Sommerferien in der
Aula der Universität Zürich ans Mikrofon tritt. Richard Münch, 73, emeritierter
Professor für Soziologie an der Universität Bamberg, ist kein grosser Redner,
doch was er am Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung
zu sagen hat, das hat es in sich. Es geht um den bildungsindustriellen Komplex,
wie Münch ihn nennt, angelehnt an den berüchtigten militärisch-industriellen
Komplex, vor dessen zersetzendem Einfluss auf die Demokratie der damalige
US-Präsident Eisenhower in seiner berühmten Abschiedsrede im Jahr 1961 gewarnt
hatte. Und als Warnung will auch Münch verstanden wissen, was er in Zürich wie
in seinem neuen Buch mit dem gleichnamigen Titel präsentiert.
Der bildungsindustrielle Komplex, NZZ, 31.8. von Martin Beglinger
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Wolter Stefan
30. Juli 2017
Tod eines Lehrers
In Urnäsch wünscht eine Schülerin im Jahr 2000 ihrem Lehrer in einem anonymen Anruf den Tod. Sechs Wochen später bringt er sich im Schulzimmer um.
Tod eines Lehrers, Das Magazin, 11.11. 2000 von Martin Beglinger
Tod eines Lehrers, Das Magazin, 11.11. 2000 von Martin Beglinger
3. Mai 2016
In die Lehrpersonen investieren
Schule machen und finanzieren könne man nur im Dialog mit den Stimmbürgern, sagen die Teilnehmer am Landsgemeindegespräch in Braunwald. Und alle fordern, in die Lehrpersonen und in die Beziehungen zu investieren. Denn von ihnen hängt ab, wie gut die Schule ist.
Remo Largo, Christian Amsler, Hansueli Rhyner und Martin Beglinger diskutieren über Schule, Bild: Fridolin Rast
Es muss um die Beziehung gehen, Südostschweiz, 2.5. von Fridolin Rast
28. August 2014
"Das Hamsterrad dreht sich schneller und schneller"
Trotz vollmundiger Versprechen, die Reformen müssten jetzt endlich gestoppt werden, dreht sich das Reform-Hamsterrad für Schüler, Lehrer und Eltern immer schneller. Diese Tatsache fällt in Baselland besonders ins Gewicht. Dort wird neben der Anpassung ans System 6/3, der Einführung der Primarfremdsprachen, zeitgleich auf noch der Lehrplan 21 eingeführt. Roger von Wartburg, Präsident des Baselbieter Lehrervereins, beklagt das Auseinanderdriften von Praxis und Theorie, den Glauben an die eine wahre Lehre und den grassierenden Administrationswahn.
Selbständig denkende Lehrkräfte sollen zu gehorsamen Beamten geformt werden, Bild: Fuerther Freiheit
Noch immer in der Falle, Basler Zeitung, 28.8. von Roger von Wartburg
Selbständig denkende Lehrkräfte sollen zu gehorsamen Beamten geformt werden, Bild: Fuerther Freiheit
Noch immer in der Falle, Basler Zeitung, 28.8. von Roger von Wartburg
18. September 2011
Reformen und Bürokratie erdrücken die Schule
Ein Leser hat mir den Link zu einem der meistbeachtetsten Texte der letzten Zeit über den Reformwahn an Schweizer Schulen zugestellt. Herzlichen Dank! Obwohl der Text aus dem Jahr 2010 stammt, hat er nichts von seiner Aktualität verloren. Ich zitiere hier eine Textstelle:
"Paradebeispiel für eine von vielen Zauberwörtern begleitete Reform ist die Einführung von Frühenglisch als zweite Fremdsprache. Das schillerndste heisst in diesem Fall Hirnforschung. Wenn «die Hirnforschung» (angeblich) sagt, je früher man eine Fremdsprache lerne, umso besser, dann können ja wohl nur Ignoranten und Hinterwäldler etwas dagegen haben. Man dürfe die Kinder nicht mit «Lernverboten» belegen, hiess eines der Argumente, mit denen man die letzten Kritiker mundtot machte. Wie genau und mit welchen Mitteln das alles funktionieren solle, das fragten nur noch die Praktiker. Hauptsache es wurde möglichst rasch eingeführt, um zu signalisieren, dass auch die Volksschule eine «moderne» Schule ist. Dass viele Lehrkräfte sehr skeptisch waren, buchte die Bildungspolitik und -verwaltung als übliches Gejammer eines notorisch veränderungsunwilligen Berufsstandes ab. Unterdessen ist die frühe Einführung zweier Fremdsprachen durchgedrückt worden, sie kostet Millionen. Die Resultate sind zwiespältig bis ernüchternd, weil man gemerkt hat, dass der Lernerfolg sehr auf die Umstände ankommt, und die passen häufig nicht zusammen. Doch längst steckt zu viel Geld und Prestige in dem Grossprojekt, als dass die Verantwortlichen selbstkritisch über die Bücher gingen."
Martin Beglinger in: Wie die Schule von Reformwahn und Bildungsbürokratie erdrückt wird. Das Magazin 19/2010
"Paradebeispiel für eine von vielen Zauberwörtern begleitete Reform ist die Einführung von Frühenglisch als zweite Fremdsprache. Das schillerndste heisst in diesem Fall Hirnforschung. Wenn «die Hirnforschung» (angeblich) sagt, je früher man eine Fremdsprache lerne, umso besser, dann können ja wohl nur Ignoranten und Hinterwäldler etwas dagegen haben. Man dürfe die Kinder nicht mit «Lernverboten» belegen, hiess eines der Argumente, mit denen man die letzten Kritiker mundtot machte. Wie genau und mit welchen Mitteln das alles funktionieren solle, das fragten nur noch die Praktiker. Hauptsache es wurde möglichst rasch eingeführt, um zu signalisieren, dass auch die Volksschule eine «moderne» Schule ist. Dass viele Lehrkräfte sehr skeptisch waren, buchte die Bildungspolitik und -verwaltung als übliches Gejammer eines notorisch veränderungsunwilligen Berufsstandes ab. Unterdessen ist die frühe Einführung zweier Fremdsprachen durchgedrückt worden, sie kostet Millionen. Die Resultate sind zwiespältig bis ernüchternd, weil man gemerkt hat, dass der Lernerfolg sehr auf die Umstände ankommt, und die passen häufig nicht zusammen. Doch längst steckt zu viel Geld und Prestige in dem Grossprojekt, als dass die Verantwortlichen selbstkritisch über die Bücher gingen."
Martin Beglinger in: Wie die Schule von Reformwahn und Bildungsbürokratie erdrückt wird. Das Magazin 19/2010
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