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19. Dezember 2020

Lasst doch mal die Hände weg von der Schule

Liebe Bildungspolitiker, Reformitispädagogen und Kompetenzenverteiler, lasst doch mal die Hände weg von der Schule. Lehrer lassen sich ausbilden. Sie besuchen dabei Vorlesungen über ihr geliebtes Fach, sie erarbeiten sich pädagogisches, methodisches und didaktisches Wissen, um danach als angestellte Lehrer mittels Reglementen und Befehlen gleich wieder entmündigt wie entmutigt zu werden. Sie steigen mit grossen Ideen in ihren Beruf ein, um kurz darauf desillusioniert entweder von ihren Ideologien oder gleich vom Beruf wieder Abschied zu nehmen. Lehrer wissen ja, wie man mit welchen Mitteln unterrichtet, so soll man sie doch einfach machen lassen. Drückt ihnen einen Schlüssel in die Hand, mit der einzigen Aufforderung, in drei Jahren Resultate zu liefern. Dies würde motivationstechnisch Wunder bewirken und zugleich noch viele Schreibtischtäter einsparen. 

Basler Zeitung, 18.12. Leserbrief von Mathis Reichel

22. Februar 2020

Bildungsqualität wird auf 10 Prozent eingedampft


Manche Eltern mögen sich die Augen reiben: Hatte man auf eine flächendeckende Lösung gehofft, reichen den Baselbieter Regierungsräten Anton Lauber und Monica Gschwind nun zehn Prozent aller Lehrpersonen, um von «Qualitätssteigerung» zu schwärmen. Für genau so viele gibt es «beschleunigten Lohnanstieg», dank systemsprengender Bürokratiewerden nun die Helden und Heldinnen des Unterrichts ermittelt: Wir wissen dann nicht nur, wer diese sind, sondern auch, wer die wenigen glücklichen Schüler sind, die in den Genuss der ermittelten Qualität kommen und wer die A***-Karte gezogen hat. 90 von 100 Lehrerinnen und Lehrer werden mit ihren Anstrengungen frustriert aussen vor bleiben, und damit die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler. Das gibt ein «wunderbares» Arbeitsklima. In einem solch hanebüchenen System steigt die Leistung nur, wenn diejenigen, die abgestraft werden, sich nicht frustrieren lassen, trotz des Systems Extraefforts leisten – und sich die Eltern von den anderen 10 Prozent nicht blenden lassen. Im letzten Jahrhundert ist das System zusammengebrochen, das auf Belohnung von Helden gesetzt und die Realität ausgeblendet hat. Doch die Betonköpfe, die solche Systeme aushecken, sind geblieben.
Basler Zeitung, 20.2. Leserbrief von Christoph Gassmann

12. Dezember 2019

Sehenden Auges in eine dramatische Situation geraten

Lassen wir bei der Debatte um die jüngsten Pisa-Ergebnisse das Länder-Ranglisten-Brimborium ruhig beiseite; solch Vergleichen von Ungleichem bringt nicht viel. Dies allerdings steht fest: Die Leseleistung der Volksschulabgänger in der Schweiz hat sich nochmals verschlechtert. In vielen Elternhäusern wird kaum mehr gelesen und vorgelesen. In der Freizeit der jungen Menschen verdrängt digitales Kurzfutter zunehmend Bücher und Zeitungen. Man kann also nicht alles der Schule in die Schuhe schieben.Trotzdem steht diese nun wieder im Kreuzfeuer, vor allem aus reformkritischen Kreisen, welche den früheren Lesedrill vermissen. Zu beachten ist allerdings: Noch schlechter als bisher schnitten vor allem die schwächsten Jugendlichen ab.Es sind häufig solche mit Migrationshintergrund, die, als sie in die Schweiz kamen, kein Wort Deutsch sprachen. Um hier Abhilfe zu schaffen, braucht es intensive Förderung durch geschultes Personal.
Der Bidlungserfolg ist in Gefahr, Aargauer Zeitung, 12.12. von Hans Fahrländer

4. Dezember 2019

Boni als Anreiz


Im europäischen Vergleich gehören Schweizer Lehrer auf allen Stufen zu den Spitzenverdienern. Rund 100'600 Franken verdienen sie nach dem zehnten Anstellungsjahr im Schnitt, wie eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zeigt. Doch Forderungen nach einem umgekrempelten Schulsystem bringen die Toplöhne ins Wanken.
Boni für Lehrer sollen Schüler-Noten verbessern, 20 Minuten, 4.12. von B. Zanni

6. November 2019

Was ist ein guter Lehrer?


Vor kurzem war ich an einem Bildungs-Podium der NZZ zu Gast, an dem auch die ehemalige SP-Nationalrätin Chantale Galladé (heute GLP) teilnahm. Kurz, aber wirklich nur ganz kurz wurde die Qualität der Lehrkräfte angesprochen. Frau Galladé, Präsidentin der Kreisschulpflege Winterthur Stadt-Töss, liess sich hier sehr schnell zu einem Bekenntnis hinreissen: «Die Lehrkräfte in meinen Schulkreise sind gut!» Ein ähnliches Votum höre ich  jedes Jahr, dann nämlich, wenn unser Schulkommissionspräsident sich zu Beginn des Schuljahres an die Eltern unserer neuen Schülerinnen und Schüler wendet: «Ihre Kinder werden eine gute Schule besuchen!» Einmal, als wir die Aula verliessen, fragte ich ihn: «Woher weisst du das eigentlich, dass wir eine gute Schule sind?» Er schmunzelte und antwortete: «Aus dem Gespräch mit den Leuten.»

30. Oktober 2019

PH kauft Studenten


Der Ausbildungsgang der Primarlehrer an der Pädagogischen Hochschule (PH) in Muttenz ist bei den Studierenden unbeliebt. Jetzt reagiert die Politik. Ende November werden Baselbieter Bildungspolitiker, Schulleiter, PHMitarbeitende und Studenten mit der Bildungsdirektorin Monica Gschwind (FDP) über die Zukunft der Ausbildung diskutieren. Im Zentrum der Diskussion im Regierungsgebäude in Liestal sollen unter anderem der Praxiseinbezug, die Digitalisierung, die Elternarbeit und der Berufseinstieg stehen. Die Politiker verlangen Verbesserungen im Hinblick auf die nächste Leistungsperiode der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), der die PH angegliedert ist. 
 Die Studenten der PHNW sind unzufrieden, Bild: Juri Junkov
Studenten an der kurzen Leine, BZ Basel, 30.10. von Leif Simonsen

2. Oktober 2019

Studenten unzufrieden mit Ausbildung an der FHNW


An der Pädagogischen Hochschule Nordwestschweiz (PH FHNW) werden die Lehrpersonen der Zukunft ausgebildet — unter anderem auf dem neuen Campus in Muttenz. Doch die angehenden Pädagogen sind mit der Institution, an der sie studieren, offenbar nicht zufrieden.
Dies geht aus einer Studierendenbefragung hervor, die die FHNW letztes Jahr durchgeführt hat. Die Ergebnisse der Befragung liegen Prime News vor. 
Mehr noch: Die Werte sind im Vergleich zur letzten Befragung 2016 sogar gesunken und verharren auf tiefem Niveau. Auf einer Skala von 1 bis 6 bewerten die PH-Studierenden ihre Hochschule gesamthaft mit der Note 3,2. Mit anderen Worten: Die PH ist im Test durchgefallen. Note ungenügend.
Geld reinbuttern wie beim neuen Campus Muttenz genügt offenbar nicht, um Qualität zu liefern, Bild: FHNW

7. September 2019

Oberstufe Rheineck kommt nicht zur Ruhe


Die Schulleitung der Rheinecker Oberstufe Kugelwis ist im vergangenen Monat mit Vorwürfen konfrontiert worden. Acht Kündigungen von Lehrpersonen und zwei Beschwerden seitens der Eltern ans kantonale Amt für Volkshochschule waren die Folgen. Nun nimmt der Stadtrat zur Situation an der Oberstufe Stellung.
Kündigungen und Beschwerden: Die Rheinecker Oberstufe kommt nicht zur Ruhe, St. Galler Tagblatt, 6.9. von Jolanda Riedener

1. September 2019

Geplantes lohnwirksames Beurteilungssystem ist unseriös


Das Mitarbeitergespräch ist längst Alltag in den Schulen. Auch die Bewertung von Lehrpersonen ist möglich und wird auch gemacht. Diese Bewertung aber lohnrelevant zu gestalten, ist unter den gegebenen Voraussetzungen schlicht unseriös. An Primar-, Sekundar- und Musikschulen ist es keine Seltenheit, dass eine einzelne Schulleitung für 30 bis 60 Lehrpersonen verantwortlich ist. Für diese Art der Beurteilung gilt allgemein in der Praxis eine Führungsspanne von circa 10 Mitarbeitenden bei einem 100%-Pensum der Führungskraft. Um mit jeder Lehrperson ein derart gestaltetes Mitarbeitergespräch durchzuführen, dass die lohnrelevanten Aspekte nachvollziehbar und gerecht dargelegt werden können, wäre also eine massive Ressourcenerhöhung der Schulleitungen notwendig.Diese ist aber nicht vorgesehen. 
Basler Zeitung online, 31.8. von David Schönhaus

Willkürliches Baselbieter Beurteilungssystem


Wenn das seitens der Finanzdirektion angestrebte Qualifikationssystem für Lehrkräfte tatsächlich ein «praxisorientiertes Instrumentarium» wäre, würden es nicht sämtliche Schulleitungen aller Schulstufen einstimmig ablehnen.Und wenn gemäss Regierung von vornherein 90 bis 95 Prozent der Lehrpersonen ohne Begründung und ohne Definition guter Lehrtätigkeit als gut bewertet werden sollen, basiert die Beurteilung nicht auf Objektivität, sondern auf Willkür, weshalb die Schulleitungen zu Recht eine drastische Verschlechterung des Schulklimas voraussehen. Ein solch eklatanter Mangel an Sachlichkeit verweist augenblicklich auf die tatsächlichen Beweggründe des Unterfangens: a) das über weiteren Lohnabbau fortgesetzte neoliberale Spardiktat, weswegen auch die notwendigen Ressourcen verweigert werden, und b) Argwohn gegenüber der Lehrerschaft. Doch mangelnde Arbeitsqualität gibt es überall: in Metzgereien, bei Bundesanwälten, bei Abgastests, in Aufsichtsbehörden, ja sogar in Regierungen. Man begegnet diesem Problem bestimmt nicht mit Willkür und der Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. 
Basler Zeitung, 31.8. Leserbrief von Felix Hoffmann

26. August 2019

Baselbieter Schulleiter opponieren gegen geplantes lohnwirksames Beurteilungssystem


Regierungsrat und Landrat des Kantons Basel-Landschaft haben im Frühjahr 2019 entschieden, dass alle Lehrpersonen durch die Schulleitungen lohnwirksam zu qualifizieren sind. Diese Umstellung auf das neue Lohnsystem soll per 2021 erfolgen – gegen den Widerstand sämtlicher betroffener Schulleitungen aller Schulstufen.
Die Schulleitungen des Kantons BL wehren sich gegen die Lohnrevision, Medienmitteilung Verband Schulleiterinnen und Schulleiter Basel-Landschaft, 26.8.

22. Juni 2019

Aargau führt verschlankte Schulevaluation ein


Im Aargau wird die kantonale Schulaufsicht künftig alle fünf Jahre jede Volksschule unter die Lupe nehmen. Mit einem standardisierten Verfahren soll gemäss Regierungsrat geprüft werden, ob die jeweilige Schule die Qualitätsansprüche erfüllt und die Vorgaben einhält.
Neue Qualitätskontrolle an der Aargauer Volksschule, 21.6. sda

12. Mai 2019

Beisshemmungen bei Gymnasien-Vergleich


Der Bund will keinen Qualitätsvergleich von Gymnasien in der Öffentlichkeit. Diese Daten seien bei den Kantonen besser aufgehoben, argumentiert er. Allerdings: Zwei Drittel der Kantone schauen sich die Zahlen nicht mal an.
Vielen Kantonen sind die Abschluss-Quoten der Gymnasien egal, Schweiz am Wochenende, 12.5. von Roger Braun

19. März 2019

Wo bleibt die Auswertung der nationalen Bildungstests?


Vieles geschieht in den Schulen, sehr vieles. Der Betrieb ist intensiv. Doch wirkt es auch, das viele? Und warum werden nationale Vergleichsresultate nicht publiziert?
„Frau mit Klasse“ – mit diesem doppelbödigen Titel überschrieb der Tages-Anzeiger vor Kurzem die Alltagssituation einer Lehrerin. (1) Der Bericht führt in das pädagogische Parterre. Leserinnen und Leser erleben eine Pädagogin, die ihren Beruf liebt und für die Kinder vital präsent sein möchte.
Flucht aus dem Wesentlichen, Journal21.ch, 19.3. von Carl Bossard

26. Februar 2019

Mankos in der Personalführung

Trotz hoher Zufriedenheit der Schüler: Die neuste Evaluation stellt Luzerner Schulleitern kein gutes Zeugnis aus. Jede dritte Schule schneidet beim Qualitätsmanagement schlecht ab. Besonders kleinere haben Mühe, die Erwartungen zu erfüllen.
Schulleiter müssen nachsitzen, Luzerner Zeitung, 26.2. von Evelyne Fischer

3. Februar 2019

Aus der Lernfabrik


Große Klassen und eine neue Kultur des Lernens industrialisieren den Lehrerberuf. Fließbandarbeit am Schreibtisch bestimmt den Berufsalltag vieler Kolleginnen und Kollegen.
Arbeiter einer Bildungsindustrie, Frankfurter Rundschau, 13.1. von Nils B. Schulz

29. Januar 2019

Blinder Glaube an Strukturen


Unterrichtsqualität wollen alle. Darum wurden in den letzten Jahren die Schulstrukturen gründlich umgebaut. Reform folgte auf Reform. Eine ganze Kaskade. Doch was diese Reformwelle bewirkt und an schulischem Qualitätszuwachs gebracht hat, lässt sich wissenschaftlich nicht genau belegen. Im Gegenteil. Man kennt viele Effekte nicht oder nur zum Teil. Das sei „vernichtend, aber es ist so“, sagt der Leiter der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung, Stefan C. Wolter. 
Schulqualität resultiert aus dem Unsichtbaren, Journal21.ch, 29.1. von Carl Bossard

26. Januar 2019

Wenn Unfähige Unfähige fördern


Heiko Maas, der deutsche Aussenminister, sollte an der Pariser Sorbonne einmal ein Grusswort halten. Wie bei solchen Anlässen üblich, ist es eine schöne Geste, wenn der Gast aus dem Ausland ein paar Worte in der Landessprache verliert. Heiko Maas glaubte, das toppen zu müssen, und las zwanzig Minuten einen vermutlich in Lautschrift geschriebenen Text in einer Sprache ab, welche die Zuhörer sich mit Phantasie als «irgendwie französisch klingend» erarbeiten durften. «Hat er denn gar keine Berater?», flüsterte neben mir ein Professor. Kurz: Die ganze Angelegenheit war jedem im Saal peinlich ausser vermutlich Heiko Maas, der glaubte, nun mit Weltläufigkeit geglänzt zu haben. Immerhin: Der Anzug sass gut.
Wer hat Angst vor der Meritokratie? Über Kompetenz-Vortäuschungskompetenz, NZZ, 22.1. von Milosz Matuschek

28. Oktober 2018

Hasardeure in der Lehrerweiterbildung


Wie Lehrer unterrichten, das weiß man im Groben. Aber wie sie sich fortbilden, wie sie ihre Kenntnisse auffrischen – fachlich, pädagogisch, organisatorisch –, das entzieht sich dem öffentlichen Blick weitgehend. Schaut man dennoch hin, stößt man auf allerlei Nutzloses wie Skurriles. Grundschullehrerin Jana etwa-nimmt an einem mehrtägigen Lehrgang teil, Thema «Kommunikation in Konfliktsituationen». Kürzlich hatte sie doch einen schwierigen Mobbingfall in der 4. Klasse, und im Kollegium brodelt es ja ohnehin dauernd. Weich beginnt der Fortbildungstag mit fernöstlichen Sphärenklängen, dann wird die Zeit mit Kennenlernspielchen vertrödelt; später debattiert man das Thema zwar in Kleingruppen an, werden im Plenum typische Konfliktthemen gesammelt, Vermutungen über Lösungsstrategien angestellt, einige Fälle im Rollenspiel in Szene gesetzt und diskutiert. Aber alles bleibt im Vagen, es gibt keinerlei Input von Experten – am Schluss allerdings lange Evaluationsbögen. 
Zwischen Spreu und Weizen trennen FAZ 18.10. von Michael Felten

16. September 2018

Unterqualifizierte Lehrer

Die geburtenstarken Jahrgänge beginnen derzeit die obligatorische Schule. Das Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichte am Montag das Szenario für das Bildungssystem 2018 bis 2027. Demnach wird auf allen Stufen ein Anstieg von 12 bis 15 Prozent erwartet. Den kräftigsten Anstieg der Schülerzahlen wird es auf Sekundarstufe I geben: Die Statistiker prognostizieren bis 2027 einen Anstieg von 15 Prozent auf 274'600 Schüler. Im Kanton Zürich wird auf Sekundarstufe ein Schüleranstieg von 25 Prozent erwartet.
Führt der Lehrermangel zu schlechten Lehrern? 20 Minuten, 14.9.