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23. Oktober 2018

Passepartout-Alchemie: Lehrmittel im Spiegel der Spracherwerbsforschung



 1. Wissenschaft und Spekulation

Die Alchemisten der Zeit vor dem 19. Jahrhundert behaupteten, sie könnten aus unedlen Metallen mit Hilfe des Steines der Weisen Silber und Gold herstellen. Tatsächlich beschäftigten sie sich intensiv mit allen möglichen Grundstoffen in der Natur und legten damit einen Vorrat an Wissen an, das die streng wissenschaftliche Chemie später von reinen Spekulationen und Betrug unterscheiden konnte. Die Alchemisten hielten ihre Erkenntnisse geheim, nur ihre Schüler, die Adepten, weihten sie ein.

Der Vergleich mit der Fremdsprachendidaktik unserer Tage scheint etwas weit hergeholt. Dennoch gibt es Parallelen. Seit etwa 50 Jahren kämpft die Fremdsprachendidaktik darum, als Wissenschaft ernst genommen zu werden. Sie tut dies, indem sie zu ergründen sucht, wie Menschen eine Zweitsprache, bzw. nach erworbener Mutter- oder Erstsprache eine oder mehrere weitere Sprachen lernen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen dann im Unterricht genutzt werden können.
Passepartout-Alchemie: Lehrmittel im Spiegel der Spracherwerbsforschung, von Felix Schmutz, 23.10.

11. Dezember 2017

Mille feuilles missachtet Grundprinzipien des Lernens

Wie Thomas Dähler in seinem Beitrag «Frühfranzösisch-Flop wird korrigiert» festhält, sind die Ergebnisse nach sechs Jahren Fremdsprachenunterricht mit den Passepartout-Lehrmitteln «Mille feuilles», «Clin d’oeil» und «New World» enttäuschend. Nun sollen die Bände umgearbeitet werden, und anschliessend wird noch mehr Ergänzungsmaterial zur Verfügung stehen. Ob dies aber weiterhilft, ist fraglich. Warum?
«Mille feuilles» – Theorie gegen Vernunft, Basler Zeitung, 11.12. von Felix Schmutz

8. November 2016

Stephen Krashen will Erziehungsminister werden

Vor der Präsidentschaftswahl in den USA bringt sich jemand in Position für das Amt des US-Bildungsministers: Stephen Krashen, emeritierter Professor der University of Southern California. Krashen ist einer der bekanntesten Sprachwissenschafter der Gegenwart. Seine Forschungen hatten und haben Einfluss auf den Sprachunterricht. Bekannt wurde er unter anderem durch die Input Hypothesis, welche besagt, dass Sprachen lernen genügend Input in Form von Hören und Lesen benötigt. 
Krashen steht für folgenden Kurswechsel:

  • Kampf gegen die Armut
  • Unterstützung der Schulbibliotheken
  • Beschränkung des Computerunterrichts
  • Beschränkung des standardisierten Testens

Krashen kämpft gegen Armut und für die Leseförderung, Bild: Screenshot You Tube

26. März 2016

Das Ende des standardisierten Testens in Sicht

Laut dem amerikanischen Wissenschafter Stephen Krashen ist das Ende des standardisierten Testens in Sicht. Kompetenzbasierte Erziehung (CBE) hat das Potenzial, die herkömmlichen Tests zu ersetzen. CBE ist eine teure, neuartige Methode, die den traditionellen Unterricht durch Computermodule ersetzt, welche von den Schülern alleine bearbeitet werden. Die neuen CBE-Programme des Verlagsriesen Pearson erfassen die Lernfortschritte jedes Kindes und machen damit aufwändige Assessments überflüssig. Auch internationale Tests wie PISA seien laut Pearson nicht mehr notwendig, da die Programme alles lieferten, was man wissen möchte. 
Damit wird das grassierende Testfieber noch weiter angeheizt. Tägliche Updates in den Medien würden dann - vergleichbar mit den Sportnachrichten - auf uns einprasseln und die Leistungen verschiedener Länder miteinander vergleichen. 
Computerbasierter Unterricht wird von IT-Unternehmen gefördert, ohne solide Wissensbasis und ohne Zusammenarbeit mit Pädagogen.














Stephen D Krashen hat mehrere Bücher und Hunderte von Studien und Artikel zum Thema 'Lesen' verfasst. Er ist emeritierter Professor der University of Southern California. Bild: substancenews.net
Pearson: Competency-based education will replace standardized testing, Stephen Krashen, 25.3. 

16. Dezember 2013

Über das Testen und wer sich dahinter versteckt

Stephen Krashen ist einer der einflussreichsten Spracherwerbsforscher der Gegenwart. In einem kurzweiligen Interview äussert er sich im ersten Teil über die Input-Hypothese, die aussagt, dass Sprache nur über 'meaningful, comprehensible input' erworben werden könne. Dann (nach ca. 10 Minuten) geht er über zum Test-Wahn und zur Standardisierung in Amerika und sagt, wer dahinter steht.
Prof. Stephen Krashen talks about comprehensible input, explicit methods, excessive testing, standardisation, privatisation, poverty ... and more, www.tesolacademic.org

6. Januar 2012

Die Testlawine kommt!

Der Amerikaner Stephen Krashen gehört zu den einflussreichsten Erziehungswissenschaftlern. Er stemmt sich vehement gegen die drohende Testlawine, die auf die amerikanischen Schulen niedergehen wird. Warum ich dies hier erwähne? Die Schweiz ist ebenfalls fest im Griff der Testindustrie: Cockpit, Stellwerk, PISA, Basic Check, Multicheck. Dazu kommen eigene Tests im Bildungsraum Nordwestschweiz und die geplanten Evaluationen im Zusammenhang mit dem Lehrplan 21. 
Krashen findet, diese Testerei bringe nichts und nütze vor allem den Testern selbst. In seiner Analyse identifiziert er zwei entscheidende Faktoren für schwaches Abschneiden an standardisierten Tests: Armut und fehlende Bücher. Klingt dies nicht auch für Schweizer Schulen nachvollziehbar?

Stephen Krashen, Bild: fordham.edu
Vortrag von Stephen Krashen vor der Chicago Teachers Union am 8.12.11