Die Alchemisten der Zeit vor dem 19. Jahrhundert
behaupteten, sie könnten aus unedlen Metallen mit Hilfe des Steines der Weisen Silber
und Gold herstellen. Tatsächlich beschäftigten sie sich intensiv mit allen
möglichen Grundstoffen in der Natur und legten damit einen Vorrat an Wissen an,
das die streng wissenschaftliche Chemie später von reinen Spekulationen und
Betrug unterscheiden konnte. Die Alchemisten hielten ihre Erkenntnisse geheim,
nur ihre Schüler, die Adepten, weihten sie ein.
Der Vergleich mit der Fremdsprachendidaktik unserer Tage
scheint etwas weit hergeholt. Dennoch gibt es Parallelen. Seit etwa 50 Jahren
kämpft die Fremdsprachendidaktik darum, als Wissenschaft ernst genommen zu
werden. Sie tut dies, indem sie zu ergründen sucht, wie Menschen eine
Zweitsprache, bzw. nach erworbener Mutter- oder Erstsprache eine oder mehrere
weitere Sprachen lernen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen dann im
Unterricht genutzt werden können.
Passepartout-Alchemie: Lehrmittel im Spiegel der Spracherwerbsforschung, von Felix Schmutz, 23.10.

