«Lehrerinnen und Lehrer brauchen bessere
Arbeitsbedingungen» lautet der Titel einer Medienmitteilung des
Erziehungsdepartements Basel-Stadt. Eine Kurzbotschaft von fast historischer
Selbstverständlichkeit.
Im
darauf folgenden Text wird dann ausgeführt, dass die Vielzahl der Lasten
reduziert werden müsse, damit den Lehrkräften wieder mehr Kraft für das
eigentliche Kerngeschäft zur Verfügung stehe und die Schule ihren
Bildungsauftrag optimal erfüllen könne. «Belastend», erfahren wir weiter,
«erweisen sich unter anderem die Heterogenität der Klassen, administrative
Pflichten, Aufgaben ausserhalb des Unterrichts, das berufliche Image sowie
Veränderungen im Schulsystem.» Ins Deutsche übersetzt: schwierige Schüler,
überhastete Reformen, überflüssige Sitzungen, lästige Bürokratie, überbordende
Papierflut.
Diese
einleuchtenden Erklärungen liefert jeder halbwegs erfahrene Pädagoge mit ein
paar Jahren Praxiserfahrung gratis und franko. In diesem Fall jedoch wurde das
Institut für Arbeitsforschung und Organisationsberatung in Zürich unter
professoraler Leitung bemüht, um eine 40-seitige Untersuchung über
Arbeitsbedingungen, Belastungen und Ressourcen der Lehrkräfte des Kantons
Basel-Stadt zu erstellen. Die emsigen Forscher kommen denn auch zum wenig
überraschenden Schluss, dass in «allen vergleichbaren Gemeinwesen ähnliche
Verhältnisse herrschten», wie jetzt in dieser Studie wissenschaftlich
festgestellt worden sei.
Worte sind Zwerge, Basler Zeitung, 1.6. von Roland Stark