In den letzten Tagen werden in
verschiedensten Medien wieder verstärkt Forderungen nach angeblich längst
fälligen Reformen im Schulwesen erhoben. Die Themen sind vielfältig und bewegen
sich von der Forderung nach einer leistungsgerechten Bezahlung bis zu
vermehrten verpflichtenden Fortbildungen für LehrerInnen.
Ich gehöre nicht zu den Menschen, die
behaupten, im österreichischen Schulwesen sei alles eitel Wonne und man müsse
nicht an Verbesserungen arbeiten. Wie wahrscheinlich alle, die in der
Schulrealität verankert sind, bin ich aber der Meinung, dass das Reformtempo
nicht erhöht, sondern verringert werden müsste. Kaum eine der Reformen der
letzten Jahre hat das Evaluierungsstadium erreicht. Das liegt aber nicht daran,
dass man vielleicht in manchen Fällen rechtzeitig die Reißleine gezogen hätte.
Vielmehr hat man fast alle Reformen vor der ursprünglich versprochenen
Evaluierung flächendeckend umgesetzt und dann auf die Evaluierung verzichtet.
Ist der Grund dafür vielleicht, dass man sich nicht den negativen Folgen der
eigenen Reformen stellen will? Sind die Gründe für viele Reformen der letzten
Jahre eher im ideologischen oder wirtschaftlichen Bereich zu suchen als im
tatsächlichen Verbesserungswillen, oder geht es eventuell darum, nach außen hin
Innovationsbereitschaft zu zeigen?