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7. März 2018

Ohne Diskussion befiehlt es sich leicht

Die Schulen stehen seit den Pisa-Studien mit ihrer ­forcierten Zurichtung der Schüler auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes unter ­gewaltigem Reformdruck: Kompetenzorientierung, ­Vergleichstests, zentrale ­Prüfungen, selbst organisiertes Lernen, computerbasierte ­Lernprogramme, Qualitäts­management und so weiter ­versprechen, unsere Schulen besser zu machen. Bei vielen ­Bildungspolitikern und Bildungsexperten herrscht geradezu eine «Goldgräberstimmung». Neuerdings fordert der Dachverband Economiesuisse sogar, die bisherigen Jahrgangsklassen aufzulösen und durch digitale Leistungsklassen zu ersetzen. «Altersdurchmischtes Lernen» nennen das die Wirtschafts­vertreter schönfärberisch. Doch im Erleben vieler Lehrkräfte ­bewirkt dieser Reformdruck das Gegenteil: ­zusätzliche Arbeitsbelastung durch Bürokratie, Ablenkung vom Kerngeschäft Unterricht, Abbau von Wissen, Preisgabe der Lehrerrolle, Rück­zug aus dem Erziehungsauftrag, Verlust der Methodenfreiheit und ­Umsetzungsdruck durch Schulleitungen und Behörden.

Wie Schulen sanft gesteuert werden, St. Galler Tagblatt, 7.3. von Mario Andreotti