Der
Übertritt von der Primar- auf die Sekundarstufe ist eine Zäsur. Erstmals werden
die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Leistung selektioniert. Wer in
Zürich nicht ans Langgymnasium oder an eine Privatschule wechselt, tritt in die
öffentliche Sekundarschule über, eingestuft in ein Anforderungsprofil und
allenfalls in zusätzliche Leistungsniveaus. Für die meisten Jugendlichen finden
hier die wichtigsten Weichenstellungen ihrer Bildungslaufbahn statt. Drei
Viertel werden danach direkt eine berufliche Ausbildung beginnen. Die Übrigen
wechseln ins Kurzgymnasium oder absolvieren ein Brückenangebot.
Sekundarlehrerinnen
haben die anspruchsvolle Aufgabe, pubertierende 12- bis 15-Jährige, die aus
allen Schichten und Milieus kommen und oft genug gerade andere Dinge im Kopf
haben, auf den Ernst des Lebens vorzubereiten. Sie sollen Leistungsschwache
motivieren, Leistungsstarke fördern und seit einigen Jahren Jugendliche mit
speziellen Bedürfnissen in die Regelklassen integrieren. Sie müssen sowohl
künftigen Lehrlingen – von der Automechanikerin bis zum KV-Absolventen – als
auch Gymnasiastinnen eine solide Grundbildung ermöglichen. Dabei sind sie mit
den sehr unterschiedlichen Erwartungen von Schülern, Eltern, höheren Schulen
und Lehrbetrieben konfrontiert.
Das Schulmodell allein macht die Sek nicht fair, NZZ, 22.2. von Lena Schenkel