Bundesrat Berset ist ein Getriebener: Er will die offenbar zerbrechende Eidgenossenschaft mit sprachlichen Zwangsmassnahmen (Erste Fremdsprache eine Landessprache) kitten. Da die Resultate dieser Politik verheerend ausfallen, rennt er nun in vollem Tempo in die einzige Richtung, die den Protagonisten des frühen Fremdsprachenunterrichts noch geblieben ist: Sprachaustausch. Dafür will er 10 Millionen Franken pro Jahr zusätzlich ausgeben. Doch auch dies ist eine Sackgasse. Wer rechnen kann weiss, dass es niemals genügend Plätze für die Deutschschweizer in der Romandie geben wird. Und das Interesse der Welschen für solche Aktivitäten hält sich seit jeher in engen Grenzen. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass Westschweizer Klassen vorzugsweise nach Deutschland gehen, um dort "richtiges" Deutsch zu hören. So viel zum nationalen Zusammenhalt.
Quelle: Movetia, BFS, Tages Anzeiger
Als Schulpraktiker frage ich mich auch, wieso man dazu 10 Millionen Franken pro Jahr zusätzlich ausgeben kann. Die Kinder wohnen im Normalfall bei ihren Gasteltern, die anfallenden Kosten sind hauptsächlich Reisekosten. Ausserdem gibt es ja bereits eine gut ausgebaute und ausserordentlich hoch alimentierte Organisation mit 34 Angestellten (www.movetia.ch) dafür. Im Jahr 2018 kassierte man Beiträge der öffentlichen Hand von über 32 Millionen Franken. Angesichts des eklatanten Missverhältnisses zwischen der Anzahl Nutzer und der dafür eingesetzten Mittel liegt der Verdacht nahe, dass es beim Sprachaustausch in erster Linie um den Aufbau eines weiteren administrativen Überbaus geht. (uk)
Schul-Französisch könnte Spass machen, wenn, Schweizer Illustrierte, 23.11. von Sandra C.






