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29. Oktober 2019

Sprachwissenschaft bei Lehrerausbildung kaltgestellt

Dass das Französischlehrbuch «Mille feuilles» durchfällt, wundert mich überhaupt nicht (NZZ18. 10. 19). Aber wir hauenhier wieder einmal den Sack und meinen den Esel! Die Ursache des Debakels liegt nämlich nur scheinbar in diesem Lehrbuch (das ich noch nie gesehen habe), in Tat und Wahrheit liegt sie in uns allen, Fremdsprachenlernen war noch nie so unpopulär wie heute. Nicht einmal gutes Englisch zu lernen, wird mehr für nötig erachtet. Es gibt ja «Google Translate». Die Anfänge der Misere gehen in die 68er Zeit zurück. Seither findet die Bildungspolitikmit zunehmender Billigung auch durch die rechte Hälfte der Gesellschaft, Grammatik müsse aus dem Sprachunterricht verschwinden. Zu schwer. Etwas später kam die Forderung dazu, auch Wörterlernen müsse für unnötig erklärt werden. Zu mühsam.
Rudolf Wachter ist emeritierter Professor für vergleichende Sprachwissenschaft an der Universität Basel. Bild: Academy of Europe
NZZ, 28.10. Leserbrief von Rudolf Wachter

26. September 2014

Frühfranzösisch-Veranstaltung geriet zum Tribunal

Sie konnten einem richtig­gehend Leid tun: Die beiden Fachhochschul-Professoren Christine Le Pape Racine und Giuseppe Manno wurden an der Delegierten- und Mitgliederversammlung des Lehrerinnen- und Lehrervereins Baselland am Mittwochabend in Muttenz richtiggehend vorgeführt. Die beiden gaben sich redlich Mühe, die rund 100 anwesenden Baselbieter Lehrkräfte vom Frühsprachen-Konzept für die Primarschulen in der Schweiz zu überzeugen. Doch wie es schien, hatten die beiden zuvor noch nie einen Fuss in ein Klassenzimmer gesetzt, derart akademisch tönten ihre wissenschaftlichen Rechtfertigungen des «einmaligen Pionierprojekts Passepartout», das zurzeit an den Primarschülern in der Schweiz ausprobiert werde. Sie ernteten bei den versammelten Praktikern vorwiegend Gelächter. Und bittere­ Vorwürfe.




Christine Le Pape Racine, Leiterin der Professur Französischdidaktik an der PH FHNW, konnte die Anwesenden nicht überzeugen, Bild: fhnw

Wie die Baselbieter Lehrer die Professoren vorführten, Basler Zeitung, 26.9. von Thomas Dähler

Kritisches zu Primarfremdsprachen

An der Delegierten- und Mitgliederversammlung des Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland stand neben den üblichen Vereinsaktivitäten vor allem ein Thema im Schlaglicht: die Frühfremdsprachen. Im Rahmen der Harmonisierung der Schulen dauert die Primarschule sechs Jahre, während denen zwei Fremdsprachen unterrichtet werden.



Der Sprachwissenschafter Rudolf Wachter (Uni Basel und Lausanne) kämpft gegen zwei Fremdsprachen an der Primarschule, Bild: Universität Basel

Lehrer sind verunsichert, Tageswoche, 25.9. von Brendan Bühler


27. April 2014

Reaktionen auf Wachter

Es ist keine Überraschung, dass der Text von Rudolf Wachter ("Schaffen wir die Frühfremdsprachen doch einfach wieder ab") zu Reaktionen geführt hat. Hier können Sie diese nachlesen.
Quelle: NZZaS, 27.4.
Die ausgezeichnete Analyse der verfuhrwerkten Sprachensituation an unserer Schule durch den Sprachwissenschafter Rudolf Wachter bringt es auf den Punkt: Frühfremdsprachenunterricht bringt viel zu wenig - es sei denn, man ordne ihm einseitig alles andere unter. Eine Fremdsprache ab der 5. Klasse und die zweite ab der Oberstufe, dafür intensiv, ist die Lösung, die viele Lehrkräfte «an der Front» aufgrund ihrer praktischen Erfahrung schon immer als die bessere und effizientere beurteilt haben.

Thomas Ziegler, Elgg (ZH)

23. April 2014

Nur pädagogische Vernunft hilft weiter

Hanspeter Amstutz reagiert auf den Artikel von Rudolf Wachter. Hier sein Text:
Die Bildungspolitik hat sich in der Sprachenfrage in eine Sackgasse manövriert, aus der sie ohne eine mutige Wende nicht mehr herauskommt. Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass das Lernen von zwei Fremdsprachen mit zu knapper Lektionenzahl zur Belastung für die Primarschule geworden ist. Wacker mitgeholfen beim Sprachen- Fehlkonzept haben namhafte Sprachendidaktiker, die mit kaum einlösbaren Versprechungen und wenig Sinn für die schulischen Rahmenbedingungen von völlig neuen Lernmethoden schwärmten. Leider sind nur die sehr sprachbegabten Schüler den Erwartungen gerecht geworden, während für allzu viele mindestens eine Sprache  zum Alptraum geworden ist.

Rudolf Wachter zeigt überzeugend auf, dass ab der Mittelstufe die erste Fremdsprache und keine weitere dazu gelernt werden soll. Auf der Oberstufe kann das Schwergewicht dann deutlich auf die zweite Fremdsprache gelegt werden, sodass an den bisherigen Zielsetzungen im Gesamtkonzept nicht viel geändert werden muss. Hoffen wir, dass sich  die Politik doch noch von der pädagogischen Vernunft beeinflussen lässt!
Quelle: Hanspeter Amstutz

20. April 2014

Schaffen wir die Frühfremdsprachen doch einfach wieder ab

Die Schweiz streitet darüber, wann und welche Fremdsprachen in der Schule gelernt werden sollen. Das Hauptproblem wird indessen selten genannt, denn es ist peinlich, schreibt Rudolf Wachter.


Rudolf Wachter ist Professor für historisch-vergleichende Sprachwissenschaft in Basel und Lausanne. 

Schaffen wir die Frühfremdsprachen doch einfach wieder ab, NZZaS, 20.4. von Rudolf Wacher