Der Schule unserer mittelgrossen
Gemeinde hat man «Organisationsentwicklung» verpasst. So berichtet es der
Gemeinderat. Nicht er hat gewirkt, nicht die Schule selbst, sondern eine
externe Firma wurde beauftragt. Sie stellte «Optimierungspotenzial» fest, sie
machte aus dem Gemeinderat ein «exekutives Führungsorgan». Der Bürger
allerdings stutzt. Ist eine Lehrerschaft selbst nicht mehr fähig, sich in den
paar kleinen Schulhäusern der Gemeinde selbst zu organisieren? Unsere Lehrer
damals, selbst in grossen städtischen Schulen, gingen in den Pausen auf und ab,
besprachen Anstehendes, und die Schule war weitgehend «geleitet». Überblickt
heute aber auch der zuständige Gemeinderat die Strukturen nicht? Kann die mit
Akademikerinnen und Akademikern gut bestückte Erziehungsdirektion des Kantons
dies nicht bieten,sodass schon von aussen eingewirkt werden muss? Und können
die an Pädagogischen Hochschulen ausgebildeten Lehrpersonen diese
«Organisationsentwicklung» nicht selbst machen?
Beat Kappeler kritisiert die Entwicklung der Schweizer Schulen, Bild: Wikepedia
Organisationsentwicklung von innen statt von aussen, Doppelpunkt, 9.1. von Beat Kappeler
Post von der
Post – jeder Haushalt findet zwei Ein-Franken-Marken im Briefkasten, geschenkt
von der Post. Ganz spontan kommt dieses «Dankeschön» nicht, sondern man kann es
auch als leichte Erpressung des Preisüberwachers sehen. Denn er war mit den
Brieftarifen nicht ganz einverstanden, und als Ablasszettel und Angstgeste der
Post kommen nun eben diese Briefmarken.
Was die geschenkten Briefmarken der Post über die Effizienz der Regierung aussagen, NZZaS, 4.6. von Beat Kappeler
Nach der Kritik aus konservativen Kreisen
kommt jetzt die Kampfansage der Linken: Für sie ist der Lehrplan 21 praxisfern,
viel zu teuer und politisch nicht legitimiert.
Jetzt wird der Lehrplan 21 auch von links unter Beschuss genommen, Bild: Armin Müller
Diese Rechnung geht nicht auf, Sonntagszeitung, 29.11. von Nadia Pastega
Pointiert nimmt Beat Kappeler den Faden um die Diskussion des Lehrplans 21 auf. Sein Fazit: "Die Schweizer Volksschule ist heute noch nicht so dumm wie dieser Lehrplan auf 557 Seiten." Kappeler skizziert einen möglichen Themenbereich Wirtschaft, äussert sich zum "Schmusefach" Natur-Mensch-Gesellschaft und notiert, worauf es ankommt: umfassend gebildete Lehrkräfte.
"Platte Modethemen, die einer kurzlebigen Aktualität hinterherrennen", Bild: NZZ Ein gutgemeinter Lehrplan hilft Schülern nicht, die Wirtschaftswelt zu meistern, NZZaS, 26.1. von Beat Kappeler
Zu den Gegnern des Lehrplans 21 gesellen sich nun auch noch zwei einflussreiche Ökonomen: Der Publizist Beat Kappeler und der St. Galler Wirtschaftsprofessor Franz Jaeger. Beide haben sich mit dem Bereich "Wirtschaft, Arbeit, Haushalt" auseinander gesetzt. Dieser sei ideologisch gefärbt - die wirtschaftlichen und geschichtlichen Fakten würden weitgehend ausgeblendet.
Kappeler: "Überladen".
Jaeger: "Wirtschaft besteht nicht nur aus Konsum".
Beat Kappeler schreibt wöchentlich eine Wirtschaftskolumne in der NZZaS. Ich bringe hier einen Auszug aus seiner Wirtschaftskolumne "Mein Standpunkt" aus der NZZaS vom 20.11. Wir leisten uns zu viele schöne Dinge, genau wie bis zuletzt die Griechen ... Viertens die Erziehungsbürokratie. Von Volksschule bis Fachhochschule und Universität laufen unendliche Reformrunden für Pensen, Bewertungen, Evaluationen, Mediationen, für Förderung und Einebnung gleichzeitig. Dies bringt abgehobene Schulleitungen, die Sitzungsorgien auferlegen und Rapporte von den wenigen, die noch lehren, schreiben lassen. In Zürich sollen jetzt diese Leiter zu Managern ohne Lehrdiplom und ohne Lehrpflicht werden. Wo ist der Regierungsrat, der die Lehrer wieder ernst nimmt und ihnen selbst die Begabtenförderung, die Mediation, die uferlose Therapierung übertragt, der die Prozentchen-Teilzeit verbietet und so den Lehrerberuf wieder zu einer geachteten Berufung macht? Wenn all die Mediatoren, Evaluatoren, Sonderförderer und Lehrplanflicker wieder unterrichten würden, wäre der Lehrermangel zu Ende. Beat Kappeler, Kommentator bei der NZZaS und Le Temps, Dr. h.c. der Universität Basel, Bild: NZZ