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11. Juli 2020

Offene Fragen zur Projektarbeit

Im neunten Schuljahr arbeiten die Schüler an einer Projektarbeit. Wie diese geplant und von der Bildungsdirektion begleitet wird zeigt uns Felix Hoffmann am Beispiel des Kantons Baselland. 

Was nützen uns die schönsten Träume, wenn man danach aufwacht? Fred Ammon

König Midas von Phrygien wünschte sich, dass alles, was er berühre, zu Gold werde. Dionysos, der Gott der Freude und des Wahnsinns, erfüllte Midas' Wunsch. Und tatsächlich: Alles, was der König nun anfasste, wurde zu reinem Gold: Zweige, Steine, Tücher, alles verwandelte sich sogleich. Doch sein anfängliches Glück entpuppte sich als Fluch. Als er nämlich hungrig nach dem Brot griff, wurde auch dieses zu Gold. Kaum nahm er einen Schluck Wein, hatte er flüssiges Gold im Mund. Midas drohte in der Folge zu verhungern und zu verdursten. Doch Dionysos war gnädig und erlöste König Midas von seinem Fluch.[2]

Müsste man der Baselbieter Bildungspolitik einen Komplex attestieren, wäre dies wohl der Midas-Komplex. Stets von neuem hegt auch sie den Wunsch nach Gold, welches sich im Nachhinein als folgenschweres Unheil herausstellt. Das gelbe Edelmetall trägt dabei die unterschiedlichsten Namen: Passepartout, eine Ideologie, die den Fremdsprachenunterricht nachhaltig beschädigt; Kompetenzorientierung, welche die schlechtesten Schulbücher aller Zeiten hervorbringt; selbstgesteuertes Lernen, das die Bedürfnisse der SchülerInnen nach menschlicher Anleitung und Betreuung missachtet usw. Der letzte Schrei der Schulreformpolitik wurde gar nie erst als Gold angepriesen, da man wusste, dass die Mittel fehlten, um das Konzept auch nur anfänglich glänzen zu lassen.  

Wunsch und Wirklichkeit, Starke Schule beider Basel, 6.7. von Felix Hoffmann

4. Januar 2020

Französisch-Lehrmittel in BL: Der Auftrag muss neu vergeben werden

Es ist ganz schön unverfroren, wenn die Arbeitsgruppe, die sich um alternative Primarschullehrmittel für Französisch kümmern sollte, auf stur schaltet und einen Volksentscheid von 84,8% einfach ignoriert. Die Abstimmung in BL zeigte klar, dass die Stimmbevölkerung von den Lehrmitteln Mille feuilles und Clin d’oeil die Nase voll hat.
Französisch-Lehrmittel in BL: Der Auftrag muss neu vergeben werden, Felix Schmutz, 3.1.

3. Januar 2020

Volksauftrag missverstanden


Die Arbeitsgruppe (AG) Französisch Primar scheint ihren Auftrag falsch verstanden zu haben, obwohl die Aufgabe eigentlich klar war: Evaluierung und anschliessende Empfehlung von Französischlehrbüchern als Alternativen zu Mille Feuilles. Die Thematisierung der Romandie war keine Bedingung für solche Ersatzlehrmittel - letztere kann die Lehrkraft mit eigenen Materialien im Unterricht einbauen. Schon gar nicht ging es darum, alternative Lehrwerke müssten die Passepartout-Ideologie berücksichtigen. Im Gegenteil: Deren Untauglichkeit bedingt ja überhaupt erst Alternativlehrmittel. Folglich die Suche nach solchen. Kann dies tatsächlich falsch verstanden werden?
Passepartout-BefürworterInnen gegen Volksentscheid? Starke Schule beider Basel, von Felix Hoffmann

13. November 2019

Wie eine Horde Schafe


Passepartout ist ein Lehrstück in Sachen Gruppendynamik, wie sie sich auch in der Politik abspielt. Haben sich genügend Schafe in Bewegung gesetzt, rennt ihnen der Rest der Herde blindlings hinterher, selbst wenn die hysterische Meute Richtung Abgrund hetzt. Da helfen dann keine noch so lauten Warnrufe mehr, von denen es zu Passepartout reichlich gab. Ist die Horde erst einmal laut blökend in Gang gekommen, gibt es kein Halten mehr. So hastete die Bildungspolitik, ohne zu überlegen, den Mehrsprachigkeits-Ideologen hinterher. Die Volksschule Baselland ist zwar noch nicht abgestürzt, doch viele solcher drogenrausch-ähnlicher Trips wie Passepartout kann sie sich nicht mehr leisten. 
BZ Basel, 13.11. Leserbrief von Felix Hoffmann

18. Oktober 2019

Offener Brief zum Passepartout-Debakel

Die Französischlehrmittel «Mille feuilles» und «Clin d’oeil» des Fremdsprachenprojekts «Passepartout» wurden mit dem Versprechen eingeführt, ein besseres Verständnis und eine erfolgreichere Anwendung der französischen Sprache zu vermitteln. Allerdings wurden sie nicht empirisch erprobt, sondern auf Anhieb flächendeckend eingeführt. Gegenwärtig dienen 120’000 SchülerInnen ungefragt als ProbandInnen.
Mit der von den sechs Passepartout-Kantonen beim Institut für Mehrsprachigkeit (IfM) der Universität Fribourg in Auftrag gegebenen Studie wird nun abermals bestätigt, was Lehrkräfte seit der Einführung der besagten Lehrmittel immer wieder beanstanden: Mit «Mille feuilles» und «Clin d’oeil» werden die Lernziele nicht annähernd erreicht! Es handelt sich dabei bereits um die vierte wissenschaftliche Untersuchung, welche dem Passepartout- Konzept ein schlechtes Zeugnis ausstellt.

22. September 2019

Gefahren der schulischen Digitalisierung


Als ich in einer meiner Klassen die Zeit erhob, die seitens der Lernenden ausserhalb der Schule täglich vor dem Bildschirm verbracht wird, stellte eine Schülerin den Rekord auf mit über acht Stunden. Der Durchschnitt betrug immerhin ca. drei bis vier Stunden. Zu den Beschäftigungen zählen Computerspiele, Fernsehen sowie Nachrichten und Bilder «checken» auf dem Handy, Tablet oder am PC. Dieser Befund entspricht in etwa den Ergebnissen der auf Sucht Schweiz einsehbaren internationalen Schülerbefragung Health Behaviour in School-aged Children. Demnach «... verbringen die 11- bis 15-Jährigen in der Schweiz heute im Schnitt unter der Woche 4,4 und am Wochenende 7,4 Stunden pro Tag vor dem Fernseher, Computer, Tablet oder Smartphone.»2 Es handelt sich dabei ausschliesslich um ausserhalb der Schule vor dem Bildschirm verbrachte Zeit.

1. September 2019

Willkürliches Baselbieter Beurteilungssystem


Wenn das seitens der Finanzdirektion angestrebte Qualifikationssystem für Lehrkräfte tatsächlich ein «praxisorientiertes Instrumentarium» wäre, würden es nicht sämtliche Schulleitungen aller Schulstufen einstimmig ablehnen.Und wenn gemäss Regierung von vornherein 90 bis 95 Prozent der Lehrpersonen ohne Begründung und ohne Definition guter Lehrtätigkeit als gut bewertet werden sollen, basiert die Beurteilung nicht auf Objektivität, sondern auf Willkür, weshalb die Schulleitungen zu Recht eine drastische Verschlechterung des Schulklimas voraussehen. Ein solch eklatanter Mangel an Sachlichkeit verweist augenblicklich auf die tatsächlichen Beweggründe des Unterfangens: a) das über weiteren Lohnabbau fortgesetzte neoliberale Spardiktat, weswegen auch die notwendigen Ressourcen verweigert werden, und b) Argwohn gegenüber der Lehrerschaft. Doch mangelnde Arbeitsqualität gibt es überall: in Metzgereien, bei Bundesanwälten, bei Abgastests, in Aufsichtsbehörden, ja sogar in Regierungen. Man begegnet diesem Problem bestimmt nicht mit Willkür und der Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. 
Basler Zeitung, 31.8. Leserbrief von Felix Hoffmann

15. Juni 2019

Pseudowissenschaftlichkeit gepaart mit Eigenmächtigkeit


Ein Aufschrei geht durch die Bildungspolitik der Schweiz. Am 24. Mai wurden die Ergebnisse der nationalen Leistungstests publiziert. Die Eidgenössische Erziehungsdirektoren Konferenz (EDK), die ohne demokratische Legitimation das bisher erfolgreiche Bildungssystem unseres Landes zur sogenannten "Kompetenzorientierung" zwingt, zögerte die Veröffentlichung seit 2016/17 lange hinaus. Die schlechten Ergebnisse der landesweiten Leistungserhebung stellen der EDK und ihrer "Kompetenzorientierung" ein schlechtes Zeugnis aus. Letztere scheint offenbar keine allzu grossen Kompetenzen hervorzubringen.

16. Oktober 2018

Die SP steht sich selbst im Weg


Gut drei Jahre sind verstrichen seit der Abwahl des SP-Regierungsrats Urs Wüthrich. Seither leckt die Partei vor allem ihre Wunden. Doch nun scheint sie in der Bildungspolitik neue Akzente zu setzen. Der erste Blick darauf ist verheissungsvoll, der zweite ernüchternd.
Basellandschaftliche Zeitung, 16.10. Gastkommentar zum Streit über das Fremdsprachen-Lehrmittel Passepartout von Felix Hoffmann

1. Oktober 2018

Kurskorrektur bei Passepartout gefordert


Die vollmundigen Versprechungen der Passepartout-Ideologen haben sich längst als leere Phrasen herausgestellt. Und doch versuchen eigennützige Akteure das gescheiterte Fremdsprachenkonzept zu retten. Dabei ist ihnen der Lernerfolg der Schülerschaft augenscheinlich gleichgültig.
Passepartout - Der grosse Gesichtsverlust, Basler Zeitung, 1.10. von Felix Hoffmann

27. September 2018

13 Irrtümer zur Sprachendidaktik

Passepartout basiert auf der sogenannten Mehrsprachigkeitsdidaktik. Diese ist undurchdacht, ideologisch, im internationalen Vergleich absonderlich und folglich in der Praxis nicht umsetzbar.
Ja zum Ausstieg aus Passepartout, lvb inform 2018/19-01, von Felix Hoffmann

20. September 2018

Filiale der OECD


An den kontroversen Leistungschecks lassen sich drei schulspezifische Problematiken ablesen. 1. Innerhalb des Schonraums der öffentlichen Schule findet kein Wettbewerb statt. Folglich überleben in der Praxis nicht umsetzbare Totgeburten wie der Lehrplan 21 als Grundlage der kantonalen Checks.
Alle vier Bildungsdirektoren verteidigen einheitliche Checks; Basler Zeitung 18.9. Leserbrief von Felix Hoffmann

8. Mai 2018

Bildungsrat versus Stimmvolk

Der Umbau der Schullandschaft soll im Kanton Baselland offenbar gegen den Willen des Landrats und den des Stimmvolks durchgesetzt werden. Zwei Beispiele dafür:
Nachdem sich das Baselbieter Stimmvolk gegen die vom Bildungsrat beschlossenen Sammelfächer ausspricht, will dieser wöchentliche Einstundenfächer einführen. Da solche in der Praxis nicht umsetzbar sind, käme es über Fächerzusammenlegungen zwangsläufig doch zu Sammelfächern. Dafür notwendige Weiterbildungen für die Lehrpersonen wären allerdings nicht zu finanzieren, was einem Bildungsabbau gleichkäme. Es muss folglich eine Motion eingereicht und eine Initiative lanciert werden, um den Bildungsrat zum Einlenken zu bewegen.
Riesen-Aufwand für 3500 Kompetenzen, Basler Zeitung, 8.5. von Felix Hoffmann

12. Dezember 2017

Mafiöse Strukturen hinter Passepartout?

Regierungsräte können sich gegenüber den Passepartout-Autoren der FHNW nicht durchsetzen?! Wem gegenüber sind diese Ideologen verantwortlich? Die Fakten liegen auf dem Tisch: Die miserablen Feedbacks der Lehrkräfte, der enorme Frust der Elternschaft, die desillusionierenden Resultate der Pfenninger-Studie, und mittlerweile ist auch die Überlegenheit der Schülerschaft belegt, die mit den alten Lehrbüchern Französisch lernte, gegenüber den Passepartout-Geschädigten.
Basler Zeitung, 12.11. Leserbrief von Felix Hoffmann

5. Oktober 2017

Schluss mit Passepartout!

Schulische Lehrmethoden sind so vergänglich und wiederkehrend wie die Jahreszeiten. In den Achtzigern herrschte das Sprachlabor, im Wesentlichen gesteuerter Einzelunterricht an überdimensionierten Tonbandgeräten. In den Neunzigern kam der Werkstattunterricht, eine Art Postenlauf im Schulzimmer, bei dem die Lernenden selbstständig Aufträge bearbeiteten. Wenig später hatte unser Nachwuchs die individuelle Selbstständigkeit wieder verloren, denn nun konnte er im Rahmen kooperativer Lernformen nur noch miteinander lernen.
Heute ist die Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler nicht nur zurückgekehrt, sie hat sich sogar potenziert. Selbstorganisiertes Lernen nennt sich dieses flüchtige Mysterium.
Bei diesem Konzept entdecken und erarbeiten sich die Lernenden beispielsweise im Fremdsprachenunterricht Vokabular und Grammatik selbstständig anhand von auch für Lehrpersonen anspruchsvollen, dem jeweiligen Sprachniveau nicht angepassten Texten. Passepartout, so das schön klingende Beispiel für selbstorganisiertes Lernen, bietet folglich weder nennenswerte Erklärungen zur Grammatik oder entsprechende Übungen, noch wird systematisch Wortschatz aufgebaut. Im Sinne der Lernautonomie gilt bei Passepartout: Beobachten, selbstständig analysieren, selber herausfinden und die gewonnenen Erkenntnisse in der Klasse diskutieren und festhalten.
Selbstorganisiertes Lernen mit einem offenkundig untauglichen Konzept, Basler Zeitung, 5.10. von Felix Hoffmann

15. August 2017

Linke lässt Schüler im Regen stehen

Schule war schon immer Abbild der jeweiligen Gesellschaft. Humboldt verlieh ihr eine humanistische Prägung, im Totalitarismus des letzten Jahrhunderts war sie autoritär, die 68er machten sie antiautoritär, mit dem Eintritt der Frau in den Arbeitsmarkt wurde sie femininer und durch den aktuellen Neoliberalismus wandelt sie sich zum Marktplatz für privatwirtschaftliche Geschäftsmodelle.
Schulreformen als Mittel zum Zweck, Basellandschaftliche Zeitung, 14.8. Gastkommentar von Felix Hoffmann