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23. April 2021

Nur wenige bleiben sitzen

Sitzenbleiben ist in der Schweiz ein relativ seltenes Phänomen: Nur 1,3 Prozent der Lernenden müssen zwischen 3. und 8. Primarklasse ein Jahr wiederholen. Höhere Quoten haben Kinder mit Migrationshintergrund, aus bildungsfernen Schichten und aus der Romandie.

In der Schweiz bleiben Schüler selten sitzen, Herisau24.ch, 22.4.

Übergänge und Verläufe in der obligatorischen Schule, Bundesamt für Statistik, 2021

9. November 2020

Schulischer Handlungsbedarf

Der ehemalige AZ-Chefredaktor Hans Fahrländer hat am 23.Oktober fünf Thesen zu unserem Bildungssystem formuliert. Ich stimme diesen grosso modo zu, möchte sie aber ergänzen. Als einer, der zeitlebens im Bildungssystem Schweiz, zuletzt im Aargau, tätig war, sehe ich folgenden Handlungsbedarf, der sich aus den Thesen ergibt:

Wo liegt der Handlungsbedarf im Bildungswesen? Aargauer Zeitung, 5.11. von Martin Straumann

6. Oktober 2020

Mehr Chancengerechtigkeit durch Deutschkurse mit dreijährigen Kindern

Fremdsprachige Kinder sollen beim Eintritt in den Kindergarten bereits mit der deutschen Sprache vertraut sein. Mit diesem Ziel haben sechs Leimentaler Gemeinden im August ein dreijähriges Pilotprojekt gestartet. Kleinkinder werden schon ein Jahr vor dem Kindergarten in Deutsch unterstützt dabei sollen die Kinder in die Sprache in alltäglichen Situationen erlernen. 

Ausländerkinder sollen bereits in der KITA Deutsch lernen, Basler Zeitung, 6.10. von Lisa Groelly

5. Oktober 2020

Bescheidene Erfolge für DaZ und Integration

Leistungsschwache Schülerinnen und Schüler profitieren nicht von leistungsstarken: Die Primarschulen in Basel-Stadt schaffen es nicht, den Leistungsrückstand der Kinder aus bildungsfernen Familien zu verringern. Das zeigen die veröffentlichten Ergebnisse der Schulchecks der 3.Klassen aus dem vergangenen Jahr. Sie zeigen auf, dass die Leistungsunterschiede bei den Drittklässlern in Basel-Stadt erheblich grösser sind als in den Kantonen Baselland, Aargau und Solothurn. Auch nahmen die Leistungsunterschiede in Basel-Stadt im Vergleich zu den Vorjahren zu. 

Bildungsgraben in Basler Primarschulen, Basler Zeitung, 5.10. von Thomas Dähler

28. Mai 2020

Frühförderung für fremdsprachige Kinder vor dem Kindergarten

Basel-Stadt gilt als Pionierin der Deutsch-Frühförderung. Dort bekommen alle Eltern einen Fragebogen nach Hause, mit dem sie die Deutschkenntnisse ihrer Kinder einschätzen müssen. Können sie zu wenig gut Deutsch, müssen sie in eine Sprachspielgruppe. Zwei halbe Tage pro Woche, gratis für die Eltern.

Obligatorische Frühförderung vor dem Kindergarten? SRF, 28.5. 

18. Februar 2020

Sprachunterricht für Migrantenkinder


Von A wie Albanisch, über J wie Japanisch, zu V wie Vietnamesisch. In der Schweiz wird HSK-Unterricht in über 40 Sprachen angeboten. Dieser Unterricht in heimatlicher Sprache und Kultur HSK findet neben der normalen Schule statt – am Mittwochnachmittag, am Abend, am Wochenende. Dabei sollen Kinder mit Migrationshintergrund ihre Muttersprache lernen.
Grafik: SRF
Schluss mit dem Einfluss der Heimatländer? SRF, 18.2.

16. Februar 2020

Einfluss des Wohnkantons auf die Bildungschancen


Es gibt Kinder, die in diesen Monaten nicht viel von ihrer Kindheit haben. Hobbys, Freundinnen, Faulenzen, das alles hat zweite Priorität. Stattdessen wird gelernt. In jeder freien Minute. Entweder mit der Hilfe eines privaten Lerninstituts oder eines Elternteils, das zeitlich und fachlich die Möglichkeit dazu hat. 


So ungerecht ist unser Bildungssystem, Sonntagszeitung, 16.2. von Rico Bandle

SVP fordert frühe Deutschkurse


Andreas Wirth sagt es deutsch und deutlich: «Ein Drittel aller Kinder in Frauenfeld können zu wenig gut Deutsch, wenn sie in den Kindergarten kommen.» Wirth ist Schulpräsident in Frauenfeld und sitzt für die SVP im Kantonsrat. Er hat am Positionspapier Bildung der SVP Thurgau (siehe Kasten) mitgearbeitet. Dieses stellte die Partei in Weinfelden vor. Es bildet den Köcher für bildungspolitische Vorstösse.
Deutsch als Passepartout, St. Galler Tagblatt, 14.2. von Sebastian Keller

27. Januar 2020

Sind Kinder in Multikulti-Klassen benachteiligt?


Um die Chancengerechtigkeit in Berner Schulen ist es schlecht bestellt. Das liegt an den Vorurteilen mancher Lehrer – und vor allem an den Eltern, wie ein Besuch im Berner Bethlehemquartier zeigt.
Die Lehrerin Mai Ling Parente liebt das Multikulturelle, Bild: Raphael Moser)
Sind Kinder in Multikulti-Klassen benachteiligt? Berner Oberländer, 27.1. von Mirjam Comtesse

14. Januar 2020

Nicht die besten schaffen es ans Gymi


Das Leben ist kein Ponyhof, schon gar nicht am frühen Samstagmorgen. «Du könntest ja eine To-do-Liste führen», sagt Lihnida zu Luc, der zustimmend nickt. «Ich nehme mir vor, motivierter für die Prüfungen zu lernen», bekennt Omar. Lola meint: «Ich versuche, in der Schulstunde vermehrt runterzufahren, damit ich aufmerksamer bin.» Luc erzählt, dass sich sein Smartphone nach einer halben Stunde Benutzung automatisch ausschaltet.
Ans Gymnasium kommen nicht unbedingt die Besten, sondern die Privilegierten - eine Kanti in Luzern will das ändern, NZZ, 13.1. von Urs Hafner

21. Dezember 2019

Geistliche warnen vor Marginalisierung des Glaubens


Es kommt nicht oft vor, dass der Vatikan eine Warnung an Schweizer Schulen schickt. Als allerdings 2013 der umstrittene Lehrplan 21 in die Vernehmlassung ging, meldete sich Kardinal Kurt Koch aus Rom zu Wort. Er beklagte, dass statt Jesus alle Weltreligionen ins Zentrum des Unterrichts rückten. «Wenn sich Europa von den eigenen christlichen Wurzeln abschneidet, verliert es seine Identität», sagte er. «Das ist gefährlich.» Heute, sechs Jahre später, droht dem Religionsunterricht erneut ein Bedeutungsverlust – ein grösserer als damals.
Kardinal Kurt Koch (rechts) im Gespräch mit Bischof Markus Büchel, Bild: CH Media
Zu wenig Zeit im Lehrplan 21: Der Religionsunterricht verschwindet aus der Schule, Südostschweiz, 21.12. von Yannick Nock

7. Dezember 2019

Umstrittene Bündner Asylschulen bleiben


Es kann vorkommen, dass Flüchtlingskinder vier Jahre lang die interne Schule in einem Bündner Asylzentrum besuchen. Das «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF hatte vor den Sommerferien Zahlen des Migrationsamts ausgewertet. Diese Zahlen zeigten: Über die Hälfte der Kinder und Jugendliche besuchten damals in Asylzentren die Heimschulen länger als zwei Jahre.
Der Grosse Rat will an den umstrittenen Asylschulen nichts ändern, SRF, 5.12. von Stefanie Hablützel

4. Dezember 2019

Die Abgehängten

Von den«Abgehängten»ist jetzt häufig die Rede in soziologischen Untersuchungen und sorgenvollen Leitartikeln. Von denen, die den Anschluss an die Gesellschaft verlorenhaben–Geringverdiener, die in entvölkerten Landstrichen leben und empfänglich sind für die billigen Parolen populistischer Rattenfänger. Die neuen Ergebnisse der Pisa-Studie–alarmierend nicht nur, aber auch für die Schweiz– dürften die Aufmerksamkeit auf eine andere Art des Abgehängtseins lenken. Sie hat ihre Ursache nicht in Niedriglöhnen oder einer nicht vorhandenen Verkehrsanbindung,sondern in mangelnder Lesekompetenz. 
Wer nicht liest, ist abgehängt, Basler Zeitung, 4.12. von Martin Ebel

1. Dezember 2019

Erfolg der Bildung wird nicht von der Digitalisierung entschieden


Letztes Jahr war ich in Palermo, um mir anlässlich der Biennale eine Arbeit des Künstlers Leone Contini im Orto Botanico anzusehen. Contini hatte ein Kürbisfeld angelegt, in dem er Pflanzensamen, welche chinesische, arabische, philippinische und sri-lankische Einwanderer nach Italien gebracht hatten, mit einheimischen Samen vermischte und in die Erde setzte.
Martin R. Dean: Das Angebot der Literatur zur Lebensbewältigung nutzen, Bild: SRF
Unique-Gemüse, bitte auch in der Schule! St. Galler Tagblatt, 30.11. von Martin R. Dean

21. November 2019

Soziale Herkunft beeinflusst Selektion


Kinder aus bildungsnahen Familien schaffen häufiger den Sprung in die Sekundarschüler oder das Untergymnasium. Kinder aus bildungsfernen Familien landen hingegen oft in der Realschule. Nicht immer erfolgt die Einteilung wegen der erbrachten Leistungen, sondern wegen Vorurteilen. So hat eine Pisa-Studie ergeben, dass Mädchen mit gleicher Leistung entsprechend ihrer sozialen Herkunft eher in Sek oder Real kommen. Zudem haben es Kinder mit Migrationshintergrund schwerer, in die Sekundarschule oder das Gymnasium eingeteilt zu werden.
"Es gelingt der Schule noch nicht, alle gleich zu behandeln": Chancengleichheit ist eine Utopie, St. Galler Tagblatt, 20.11. von Christoph Renn

13. November 2019

Expats in der Blase


Vergangene Woche sorgte ein Gastkommentar in dieser Zeitung für Aufregung in der Expat-Community. Publizist und Unternehmer Daniel Wiener rief einen fiktiven Expat auf: «Lern Deutsch!» Damit kritisierte der Kolumnist diese meist hochgebildeten Ausländer, die sich zu stark von der Schweizer Bevölkerung separieren und in einer elitären, wohlhabenden und intellektuellen Blase verkehren würden, in der viele die deutsche Sprache nicht beherrschten. Die Landessprache sei an der International School Basel vielleicht gar nicht so wichtig, so sein Verdacht. 
Die "schreckliche Sprache" für Expats, BZ Basel, 13.11. von Jocelyn Daloz

26. Oktober 2019

Schulisch und gesellschaftlich abgehängt


In der Schweiz schliesst etwa jeder zehnte junge Erwachsene bis 25 keine Ausbildung ab. Wie kommt es dazu? «Ausbildungslos», so die offizielle Bezeichnung, sind überdurchschnittlich viele Junge, die einen Schultyp mit Grundanforderungen absolviert haben – das tiefste Niveau. Wer macht hier seine Hausaufgaben nicht? 

Nach der Schule in die Leere, Beobachter, 24.10. von Daniel Benz und Birthe Homann

19. Oktober 2019

St. Galler Asylzentren mit neuen Schulkonzepten


In Asylzentren des Kantons St.Gallen werden Kinder im Volksschulalter seit Beginn des Schuljahres 2019/20 einheitlich beschult. Die Kinder lernen so in jedem Zentrum im Grundsatz den gleichen Inhalt basierend auf denselben Vorgaben. Der Erziehungsrat genehmigte die aufeinander abgestimmten Schulkonzepte des Bundesasylzentrums (BAZ), der kantonalen Zentren und jener der Trägerschaft Integrationsprojekte St.Gallen (TISG). Für die Kinder soll damit im fortschreitenden Integrationsprozess der Übertritt von einem Zentrum in ein anderes möglichst ohne Hürden erfolgen. Die Schulkonzepte der verschiedenen Zentren wurden darum vom Bildungsdepartement, dem Migrationsamt und der TISG koordiniert erstellt und sind in den Grundzügen gleich verfasst.

26. September 2019

Heisse Eisen werden nicht angepackt

Die Gefahr von «Staatskindern» bestehttatsächlich, und es ist auch mir unbegreiflich, wie das Bundesgericht zu seinemfragwürdigen Entscheid kam. Balsam für mich als Gegner der ersten Stunde war aber in diesem Artikel die schonungslose Abrechnung mit dem nutzlosen Frühfranzösisch. Dieser Unsinn wurde inzwischen weitherum erkannt, aber trotzdem getraut sich niemand, das heisse Eisen anzupacken und den Leerlauf zu stoppen. Die Probleme mit der Durchmischung der Klassen schliesslich werden meines Erachtens von der Verfasserin zu sehr bagatellisiert. Viele Abteilungen gerade in Städten oder Agglomerationen bestehen oft weitgehend aus fremdsprachigen oder problematischen Kindern, und wenn die Klassen nicht durchmischt sind, können es auch die Elternabende nicht sein. Dass dann die Mütter und Väter keinen Bock mehr haben auf Volksschule und für ihren Nachwuchs nach andern Mitteln und Wegen suchen, ist nachvollziehbar. 
Weltwoche, 26.9., Leserbrief von Hans-Peter Köhli

24. September 2019

Fremdsprachige Kinder im Kindergarten


«Guete Morge Frau Inaebnit.» Amira* begrüsst die Kindergärtnerin in breitem Berndeutsch und schüttelt ihr die Hand. Hört man nur diesen Satz, ist man überzeugt, dass die Fünfjährige perfekt Schweizerdeutsch spricht. Doch das täuscht. Amira verstand kaum ein Wort, als sie vor einem Jahr in den Kindergarten kam. Seither hat sie grosse Fortschritte gemacht, trotzdem wechselt sie manchmal noch mitten im Satz ins Arabische.
"Wiederhole bitte": Wenn im Kindergarten nur eines von vier Kindern fliessend Deutsch spricht, NZZ, 24.9. von Larissa Rhyn