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26. Mai 2019

Überprüfung der Grundkompetenzen


Die Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK/COFO/VeCoF)  ist die erste nationale Leistungsuntersuchung mit standardisierten Messinstrumenten in der obligatorischen Schule in der Schweiz. Im Auftrag der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) wurde überprüft, inwieweit die nationalen Bildungsziele erreicht wurden. Diese nationalen Bildungsziele wurden als Referenzkriterien für die Harmonisierung der Schulsysteme definiert, eine Aufgabe die die Kantone per Bundesverfassung zu erfüllen haben. Diese Überprüfung erfolgt jeweils in unterschiedlichen Domänen und unterschiedlichen Schuljahren.
Hier die Links zu den Berichten:

21. Januar 2015

Romanische Eltern verlieren vor Bundesgericht

Einmal mit Rumantsch Grischun eingeschulte Kinder müssen in Graubünden während der ganzen Schulzeit in der romanischen Einheitssprache unterrichtet werden. Die Unterrichtssprache darf für diese Schüler nicht ins regionale Idiom wechseln. Das befand das Bundesgericht bereits zum zweiten Mal. 



Erbitterter Kampf um die Schulsprache in der Rumantschia, Bild: Keystone

Sprachenstreit: Romanische Eltern verlieren vor Bundesgericht, SRF Regional, 21.1.

12. Oktober 2013

Romanen rufen Strassburg an

Eine Elterngruppe will den Entscheid des Bundesgerichts zum fehlenden Anspruch auf Schulunterricht in einem der romanischen Idiome nicht akzeptieren. Sie hat eine Beschwerde an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte angekündigt. Die II. Öffentlichrechtliche Abteilung des Bundesgerichts war im vergangenen Juli zum Schluss gekommen, dass die in der Bundesverfassung verankerte Sprachenfreiheit keinen Anspruch auf Schulunterricht in einem der fünf Idiome verleiht. Als Landessprache sei nur das Rätoromanische als solches anerkannt, nicht aber seine einzelnen Idiome. Auch die Verfassung des Kantons Graubünden gehe nicht weiter. Dem grundrechtlichen Anspruch von Minderheiten sei Genüge getan, wenn der Unterricht in romanischer Sprache angeboten werde. Hintergrund des Lausanner Verdikts waren die 2007 gestarteten Pilotversuche mit Rumantsch Grischun als Schulsprache. Mehrere Gemeinden aus dem Münstertal und der Surselva hatten sich beteiligt. In der Folge formierte sich aber Widerstand gegen das künstlich geschaffene Rumantsch Grischun als Schulsprache.
Quelle: sda

5. Mai 2013

Auch in Zürich denkt Linke über Schweizerdeutsch-Quote nach


Lange war es fast ausschliesslich die SVP, die vor Schulklassen warnte, in denen kaum bis gar keine Kinder mit deutscher Erstsprache mehr sitzen. Nun setzen linke Bildungspolitiker das Thema auf die Agenda: In den Städten wird der Ruf nach Mindestquoten für Schweizerdeutsch an Schulen laut, wie die Zeitung „Schweiz am Sonntag“ berichtet. In Basel sorgte diese Woche ein Vorstoss der SP-Grossrätin Sibylle Benz Hübner für Aufsehen, der verlangt, dass in den Basler Schulklassen jedes dritte Kind schweizerdeutscher Muttersprache sein soll. Auf grosses Interesse stösst die Idee anderswo. Der Zürcher SP-Kantonsrat Markus Späth, Mitglied der Bildungskommission, will die Quote auch im Kanton Zürich prüfen lassen. «In manchen Quartieren von Zürich und Winterthur droht eine sprachliche Gettobildung», sagt Späth gegenüber der Zeitung „Schweiz am Sonntag“. Erreicht werden sollen die Mindestquoten durch eine flexiblere Verteilung der Schüler auf die Quartiere. Dabei nehmen die Befürworter auch längere Schulwege in Schulhäuser ausserhalb des Wohnquartiers in Kauf. «In den Städten könnte man vom hervorragenden öffentlichen Verkehr profitieren, um eine bessere Durchmischung zu erzielen», sagt Späth. Und die Baslerin Benz Hübner weist darauf hin, dass die Schulhausdichte heute hoch sei. «Der Schulweg sollte aber wenn immer möglich zu Fuss begehbar sein. Deshalb braucht es verkehrsberuhigte Strassen.»
Quelle: Schweiz am Sonntag, 5.5.

14. April 2013

Rumantsch Grischun am Ende?

Nachdem die Gemeindeversammlung von Laax eine Rückkehr zum Idiom Sursilvan als Schulsprache beschlossen hat, ist Rumantsch Grischun in einer wichtigen Gemeinde abgelehnt worden. Wie damit das sogenannte Koexistenzmodell (Idiome und Rumantsch Grischun als gleichwertige Partnersprachen) in der Praxis umgesetzt werden soll, ist unklar. 
Rumantsch Grischun praktisch am Ende, SRF Regional, 14.4.

11. April 2013

Pädagogendeutsch

Jeder, der einmal einen Elternbrief verfasst hat, kennt die Tücken der gendermässig korrekten Wortwahl. Ich schreibe seit einiger Zeit wieder "Lehrer" und "Schüler" und verstehe darunter Exemplare beiderlei Geschlechts. Doch die Sprache an den Schulen hat sich längst zu einem Experten-Jargon entwickelt, der auch für Insider nicht immer verständlich ist.
Peter Keller bietet eine Übersicht über gängige pädagogische Begriffe an und erklärt, was sich dahinter verbirgt. 

Neu heissen freche Kinder:
«Herausfordernde Schüler» – Schüler, die im Unterricht eine besondere Zumutung darstellen. Weil sie ungezogen sind, rücksichtslos, die Mitschüler drangsalieren und einen vernünftigen Unterricht verunmöglichen. Wer hier die wahren Ursachen verwedelt, hilft weder dem «herausfordernden Schüler» noch der betroffenen Lehrperson.
«Intervenieren» – Oder wie Akademiker­pädagogen es beschreiben: «Kompetenzen, die für die Durchführung und Entwicklung von einschreitenden Massnahmen in Bezug auf Personen oder Systeme erforderlich sind.» Etwas weniger bombastisch aus­gedrückt: «Intervenieren» heisst für Ruhe und Disziplin sorgen, einschreiten, Konflikte ­lösen.
«Ergebnissicherung»– Der schlichte Vorgang, dass ein Lehrer an der Wandtafel (oder in einem anderen Medium) die wichtigsten ­Inhalte seiner Lektion festhält und die Klasse es ihm gleichtut.
«Input» – Die (viel zu) seltenen Minuten, in denen der Lehrer seiner Klasse tatsächlich ­etwas beibringt. Hiess früher einmal unterrichten, wurde dann als «Frontalunterricht» schlechtgeredet. Weil Frontalunterricht nach wie vor eine äusserst effektive Form der ­Wissensvermittlung darstellt, wird er immer noch in Schulzimmern praktiziert – allerdings heimlich.
«Fachberater» – Hiess früher einmal Fach­inspektor und besuchte regelmässig Klassen und Lehrpersonen, um von aussen die Qualität des Unterrichts einzusehen. Da der Begriff «Inspektor» offenbar zu militärisch rüberkam, wurde er zum Berater weichgespült.
«Fördern» – Unter «fördern» könnte der gewöhnliche Bürger tatsächlich etwas verstehen, aber wehe, die Hochschulpädagogen beginnen, Selbstverständlichkeiten zu definieren. In korrektem Akademikerdeutsch heisst fördern: «Kompetenzen, die für die Diagnose und die gezielte Förderung von Personen in integrativen oder separativen Arrangements erforderlich sind.» Aha.
«Heterogenität» bzw. «heterogene Lerngruppe» – Die banale Tatsache, dass in einer Klasse Mädchen und Jungen, Schweizer und Ausländer, intelligente und weniger intelligente Schüler sitzen. Bis zu einem gewissen Grad ist diese Vielfalt normal und auch erwünscht. Aber mittlerweile ist die Sache gekippt: Heterogenität wird von oben verordnet und bis über die Schmerzgrenzen hinaus künstlich hergestellt. Zum Beispiel durch:
«Inklusion» bzw. «integrative Pädagogik» – Unter dem vorherrschenden Gleichheits­gebot werden alle Kinder, auch solche mit Behinderungen, in ein Schulzimmer gepfercht. Zusätzlich werden «altersdurchmischte» Klassen geschaffen, also mehrere Jahrgänge zusammengelegt. Was früher in abgelegenen Gemeinden eine Notlösung war, wird mittlerweile vielerorts in Versuchsklassen bewusst herbeigeführt. Mit «sonderpädagogischen Massnahmen» wird dann versucht, die Folgen der absichtlich hergestellten «Heterogenität» wieder abzumildern. Sozialpädagogen, Lernhilfen, Therapeuten usf. nehmen Kinder mit «besonderem Bildungsbedarf» aus der Klasse oder arbeiten mit ihnen in angrenzenden offenen Nebenräumen, was wieder für ­zusätzliche Unruhe sorgt.
«Selbstorganisiertes Lernen», auch bekannt als «selbstgesteuertes Lernen» –Kinder ­arbeiten selbständig, eigenverantwortlich und in ihrem eigenen Lerntempo. Dafür stehen «Lernateliers» und «Lernangebote» zur Verfügung. Die Lehrperson wirkt im Hintergrund als ­gütiger «Coach», der sich nur bei Bedarf einbringt. Schöne neue Zuckerwatten-Welt. Dahinter steckt eine perfide Umkehrung des Prinzips Verantwortung: Kinder sind eben Kinder, weil sie ein gewisses Mass an Fürsorge und Führung brauchen. Ein strukturierter Unterricht mit klaren Regeln und Anweisungen (und auch Kontrollen) hilft den meisten Schülern.
«Risikogruppen» – Wieder ein schönes ­Beispiel aus dem Fundus der Flucht- und Vermeidungssprache. In der «Risikogruppe» befinden sich in der Regel Kinder mit Migrationshintergrund (politisch unkorrekt, aber Tatsache) und aus zerrütteten Familien­verhältnissen.
«Klassenmanagement» – Man mag zwar die Manager draussen in der Welt der Wirtschaft nicht besonders, aber Klassenmanagement tönt halt irgendwie doch cooler als Klassenführung. Was der Begriff «Klassenmanagement» immerhin offenlegt: Letztlich läuft erfolgreicher Unterricht darauf hinaus, dass die Lehrperson der Chef im Unternehmen Klasse ist und sagt, wo’s langgeht. Damit wäre aber auch klar, wer die Verantwortung für das ­Unternehmen trägt: nämlich der Chef, also der Lehrer.
«Situationsadäquat» und «adressatenspezifisch» – Wörter wie Pfaue. Es geht schlicht darum, dass sich Menschen angemessen verhalten. Man kaut schliesslich während einer Beerdigung auch nicht Kaugummi.
«Individualisierter Unterricht» – Der Lehrer soll auf die unterschiedlichen Lerntempi und Niveaus seiner Schüler eingehen, im besten Fall ein spezielles Unterrichtsmenü für ­jeden seiner zwanzig Kunden zubereiten. Das sind unmögliche Forderungen. Mit einem nahrhaften Tagesteller für alle hat ein Lehrer schon viel erreicht.
Quelle: Weltwoche 15/2013 von Peter Keller

1. Dezember 2012

Sprache als Abgrenzung

Der Sprachgebrauch der Jugend ist oft Gesprächsstoff unter Lehrkräften. Eine Diskussionsrunde nahm sich dem Thema ebenfalls an.






Quelle: NZZ, 1.12. Zum Lesen bitte auf den Text klicken.

26. November 2012

Münstertal wieder mit Vallader

Im Val Müstair darf das Idiom Vallader unterrichtet werden. Die Münstertaler Bevölkerung hat am 11. März 2012 entschieden, das Idiom Vallader als Unterrichtssprache wieder einzuführenGegen diesen Volksentscheid hat die Gruppe "Visiun rumantsch grischun en scola" Beschwerde bei der Regierung eingelegt. Diese Beschwerde ist abgelehnt worden. Nun hat auch das Verwaltungsgericht die Beschwerde abgewiesen. Offen ist, ob die Beschwerde bis vor Bundesgericht weitergezogen werden soll.
Quelle: Regionaljournal DRS, 24.11.

18. November 2012

LCH kippt in der Fremdsprachenfrage

Nachdem der Dachverband der Schweizer Lehrkräfte (LCH) jahrelang die Position der EDK gestützt und kritische Stimmen unterdrückt hat, zwingt ihn nun der Druck der Basis zu einer Kursänderung. Angesichts des Chaos, das die harmonisierte Bildungslandschaft Schweiz im Bereich des Fremdsprachenunterrichts ausgelöst hat und angesichts der alarmierenden Rückmeldungen aus der Primarstufe fordert der LCH neu ein Überdenken des Fremdsprachenkonzepts. LCH-Präsident Zemp:"Auch einheimische Kinder sind oft mit zwei Fremdsprachen überfordert. Wir sollten das Angebot einer zweiten Fremdsprache für alle zwar aufrechterhalten, aber nicht für alle zur Pflicht machen".  Das würde bedeuten, dass eine Fremdsprache nur noch freiwillig, für besonders Begabte, unterrichtet würde. Es liesse aber auch Raum offen für zusätzlichen Förderunterricht in Deutsch. Nochmals Zemp: "Wir wollen keine Misserfolgsstory produzieren, nur weil die Politik sagt: Alle Schweizer Kinder müssen um jeden Preis zwei Fremdsprachen ab Primarstufe lernen". 






Zemp will einheitliche Regelung für den Fremdsprachenunterricht in der Deutschschweiz. 
Quelle: NZZaS, 18.11. von René Donzé. Zum Lesen auf Artikel klicken.
Zweite Fremdsprache soll nicht Pflicht sein

1. Oktober 2012

Erosion des Lateins

Nach Informationen des Altphilologenverbands und neueren Informationen aus den Universitäten ist die Erosion des Lateinobligatoriums schon weit vorangeschritten. Nun wackelt auch in Zürich das Obligatorium. Es liegen Anträge des Philosophischen und des Englischen Seminars sowie der Mittelalter-Archäologen vor, in diesen Bereichen auf das Latein-Erfordernis zu verzichten.
Zeigt sich noch resistent gegen die Abstufung des Lateins: Universität Zürich, Bild: Simon Tanner/NZZ
Latein wird zur Spezialität, NZZ, 1.10. von Christoph Wehrli

13. September 2012

Frühsprachenlernen, ein kostspieliger Fehlentscheid

"Wenn Millionen von Menschen eine Dummheit behaupten, wird sie deswegen nicht zur Wahrheit" (nach Somerset Maugham)
Es gilt als allgemein bekannt, dass man Sprachen je jünger desto besser lernt. Leider bedarf diese Erkenntnis einer wichtigen Einschränkung: Wenn man die Sprache in der Schule lernt, lernt man sie umso schneller, je älter man ist. 
Die ersten Kinder lernen nun flächendeckend neben Hochdeutsch noch zwei Fremdsprachen an der Primarschule. Ein Grossteil der Lehrerschaft war schon vor Einführung dieses Experiments sehr skeptisch. Mit den sich ansammelnden Erfahrungen aus dem praktischen Sprachenlernen wird auch der Widerstand der Eltern zunehmen. Die Bildungspolitiker ihrerseits haben das Thema abgehakt, sie wollen nicht mehr darüber diskutieren. Es wurde ja schon so viel Geld hineingesteckt in Lehrerausbildung, Lehrmittel, zusätzliche Lektionen, Lehrpläne und Evaluationen. Doch unabhängig von der Menge Geld, die in das Projekt gesteckt worden ist, es ist weg. Und es ist ein Fehler, noch auf Jahre hinaus weiter Geld aus dem Fenster zu werfen, nur weil man sich aus taktischen Gründen weigert, die Dinge beim Namen zu nennen. Dass sich in dieser Situation Politiker noch getrauen, auf die fehlenden Kleider des Fremdsprachen-Kaisers hinzuweisen, ist mutig und ein Kampf gegen übermächtige Gegner. Gerade deshalb verdient der folgende Beitrag einer Berner Politikerin unsere Aufmerksamkeit.

Als Lehrpersonen und Kantonspolitiker haben wir uns intensiv mit dem Thema „Frühsprachenlernen“ für Zweit-, resp. Drittklässler und mit den finanziellen Auswirkungen dieses Reformprojektes auseinandergesetzt. Interessant sind vor allem die Studien zum frühkindlichen Lernen, welche immer wieder zum selben Schluss kommen: Es ist möglich, Fertigkeiten in verschiedensten Bereichen früh zu erlernen, aber bei späterem Beginn wird dieser „Vorsprung“ wieder eingeholt.
Mit dem neuen Lehrmittel sollen die Drittklässler über das Ohr an Computer-, CD-, und Videoarbeitsplätzen die französische oder englische Sprache erwerben, wie dies sonst in einer fremdsprachigen Umgebung geschieht. Doch Fachleute sagen ganz klar, dass dies mit drei Lektionen pro Woche unmöglich zu bewerkstelligen sei. Auch muss man bedenken, dass vielen, vor allem fremdsprachigen Schülerinnen und Schülern, die Standardsprache grosse Probleme bereitet.
Obschon die Lehrpersonen nach Abschluss der Pädagogischen Hochschule im Kanton Baselland oder im Kanton Bern acht Jahre lang Französischunterricht genossen haben, wird für den Frühfranzösischunterricht an einer dritten Klasse eine anspruchsvolle Weiterbildung verlangt. Das bedeutet, dass sie eine Sprachkompetenz eines Niveau C1 erreichen müssen, was eine  zweijährige, intensive (2 Wochenlektionen und zusätzliche Hausarbeiten) Weiterbildung mit sich bringt. Daneben muss noch eine methodisch-didaktische Weiterbildung im Umfang von 12 Tagen, verteilt auf ein Jahr, absolviert werden. Es kann doch nicht sein, dass Lehrpersonen nur für ein Fach eine dermassen intensive Weiterbildung zur Fachlehrkraft absolvieren müssen, dafür musische Fächer wie Singen/ Musik, Werken/ Gestalten oder Bewegung/ Sport abgewählt werden können. Unseres Erachtens sollten an Unterstufenschulklassen idealerweise Allrounder- Lehrkräfte unterrichten und nicht Fachspezialisten.
Für diese Weiterbildung „Frühfranzösisch“ wird im Kanton Bern jährlich mit 4 Millionen CHF und für die neue Dotation an Lektionen mit  jährlich wiederkehrenden Kosten von ca. 14 Millionen CHF gerechnet. Auch sind die Kosten für die neuen Lehrmittel einiges höher als diejenigen für die bisherigen, und sie müssen für jedes Kind wieder neu angeschafft werden.
Es muss berücksichtigt werden, dass mit dem Frühsprachenunterricht das Wochenpensum in der 3. Klasse erhöht wird, obschon auch dafür auch Lektionen in Werken/Gestalten oder Naturkunde gestrichen werden.
Aus all diesen Gründen verlangen wir SVP- Kantonspolitiker einen Abbruch dieses kostspieligen, unnützen Frühsprachenunterrichtes oder mindestens eine Langzeitstudie, welche den Nutzen dieses Sprachenunterrichtes auf der Unterstufe, die umstrittene Lehrmethode und die Lehrmittel auch mit Berücksichtigung der Kosten evaluieren.
Sabina Geissbühler-Strupler, SVP-Grossrätin, Herrenschwanden

29. August 2012

Französisch als Staatsaufgabe

Die Angst vor einem Verlust der schweizerischen Grundwerte wird von der Waadtländer SP-Nationalrätin Josiane Aubert in gefährlicher Art und Weise geschürt. "Für die Schweiz wird bald die letzte Stunde schlagen, wenn wir uns nicht unverzüglich dafür einsetzen, dass dem Unterricht unserer Landessprachen die kulturelle Bedeutung wiedergegeben wird, mit der wir gross geworden sind." Was ist geschehen? Einige Kantone denken laut darüber nach, schwache Schüler vom Französischunterricht zu dispensieren. Als ob der nationale Zusammenhalt vom Beherrschen der anderen Landessprachen abhängen würde! Die französische Sprachkompetenz der Deutschschweizer war wohl noch nie so hoch wie heute. Trotzdem wittert Aubert eine Ostschweizer Verschwörung. Was sie gar nicht schätzt sind pägagogische Argumente, die ins Feld geführt werden. "Sich hinter pädagogischen Argumenten zu verstecken, um den Französischunterricht in die letzten obligatorischen Schuljahre zu verbannen, ist hingegen gefährlich."
Wovor Frau Aubert selbst Angst haben dürfte ist eine sachliche Untersuchung über die Wirksamkeit des Fremdsprachunterrichts, von einer Prüfung der Deutschkenntnisse der jungen Romands einmal abgesehen. Aus dieser Perspektive betrachtet ist ihr Einstehen für die französische Sprache nichts als ein Ablenkungsmanöver.

Eine Schweiz ohne Herz und Seele: Josiane Aubert, Bild: ps-vd.ch
Kampf um Französisch in der Schule, Politblog, Der Bund, 27.8. von Josiane Aubert

2. Juli 2012

Kein Französisch an Urner Primarschule

Im Kanton Uri beginnt der Französischunterricht erst an der Oberstufe. Der Erziehungsrat sowie der Regierungsrat hielten fest, dass auf die Einführung von Französisch auf der Primarstufe verzichtet werden soll. Begabte Schüler erhalten weiterhin die Möglichkeit, Italienisch in der 5. und 6. Primarklasse zu wählen. Uri ist nicht allein: Auch Appenzell Innerrhoden beginnt erst an der Oberstufe mit Französisch. Verschiedene Kantone prüfen derzeit Abwahlmöglichkeiten für die Landessprache

Französisch ab der Oberstufe, Italienisch in der Primar, Bild: Radio DRS
In Uri bleibt Italienisch Wahlpflichtfach, Neue Luzerner Zeitung, 2.7.
Uri hält an Primar-Italienisch fest, Regionaljournal DRS, 3.7.

2. Juni 2012

"Der sibirische Tiger ist weniger bedroht als das Komma"

Ein humorvoller Blick auf die Entwicklung der Rechtschreibung und Kommasetzung im Zeitalter von SMS und Facebook. 
Alle Kolumnen von Harald Martenstein aus dem ZEITmagazin zum Nachlesen
"Ich sitze nicht auf dem hohen Ross", Harald Martenstein, Bild: Nicole Sturz
"Der sibirische Tiger ist weniger bedroht als das Komma", Die Zeit, von Harald Martenstein

Wallis will Patois fördern

Das Wallis möchte das Patois vor dem Aussterben bewahren. Dazu wurde ein neues Lehrmittel ausgearbeitet, das den Walliser Lehrern für ihren Unterricht zur Verfügung steht. Das Lehrmittel 'Eole et patois' soll den Lehrern der Unter- und Mittelstufe helfen, ihren Schülern auf freiwilliger Basis das Walliser Patois näher zu bringen. 

Walliser Patois in Nendaz, Bild: arpitan.ch
Quelle: Regionaljournal DRS, 1.6.

31. Mai 2012

Mundart im Kindergarten

Im Kanton Aargau reichten die Schweizer Demokraten eine Volksinitiative zur Mundart ein. Die Initiative "Ja für Mundart im Kindergarten" will den entsprechenden Grundsatz im kantonalen Schulgesetz festschreiben. Im Mai 2011 wurden Volksinitiativen zur Mundart im Kindergarten in Zürich und Basel angenommen.
Aargauer Volksinitiative für Mundart im Kindergarten, Regionaljournal DRS, 31.5.

24. Mai 2012

Englisch bedroht Landessprachen nicht


Der British Council, eine Organisation zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Grossbritannien und anderen Ländern, hat den Umgang mit der Mehrsprachigkeit in 24 europäischen Ländern und Regionen unter die Lupe genommen. Es handelt sich nicht um ein Rating, sondern um eine Auslegeordnung. Am Mittwoch präsentierte er die ersten, auf Erhebungen in den Kantonen Zürich, Genf und Tessin basierenden Ergebnisse für die Schweiz. Die Analyse des Sprachgebrauchs in Schulen, öffentlichen Diensten sowie in Unternehmen kommt zum Schluss, dass keine generelle Verdrängung der jeweils nichtregionalen Landessprachen durch das Englische diagnostiziert werden kann - solches sei nur sektoriell und regional auszumachen.
Insofern entlarvt sie die Einschätzung als Gespenst, wonach Englisch eine Gefahr für den Austausch in Landessprachen über die inneren Sprachgrenzen hinweg sei. Insbesondere in der Wirtschaft zeigt sich ein pragmatischer Umgang, der Konsequenz spezifischer Tätigkeitsfelder ist. Die Schweiz gehört zu jener kleineren Gruppe von Staaten, in denen Fremdsprachen nicht ab dem ersten Schuljahr unterrichtet werden. Was die Vielfalt des Unterrichts von Immigrantenkindern in der Sprache ihrer Eltern angeht, ist die Schweiz Spitze; dieser wird vor allem von den Herkunftsstaaten finanziert. Während die Studie nachvollziehbar konstatiert, dass das Kabelfernsehen zu einer flächendeckenden Bedienung mit Programmen in Minderheiten- und Migrantensprachen führe, staunt man ob der Feststellung, nicht nur Fernseh-, sondern auch die meisten Kinofilme würden hierzulande synchronisiert - die praktische Erfahrung lehrt einem da anderes.
Quelle: NZZ, 24.5.
Die meisten Kinofilme sind synchronisiert, Bild: serienjunkies.org

8. Mai 2012

Nutzloser Frühstart

In Sachen früher Fremdsprachen-Unterricht lohnt sich ein Blick über die Grenzen, z.B. nach Deutschland. Die Deutschen haben früher damit begonnen und man kann ihnen in dieser Frage keinen fehlenden Enthusiasmus vorwerfen (Fremdsprachen schon ab 1. Klasse). Andererseits ist die Lage in der Schweiz komplexer: Wir haben nicht bloss eine Fremdsprache, sondern gleich zwei, dazu kommt noch der Unterschied zwischen Mundart und Hochdeutsch und die verhältnismässig hohe Anzahl von Fremdsprachigen in der Schweiz. Wenn das Sprachen-Experiment also in Deutschland scheitert, dann sieht es für die Schweiz noch viel ungünstiger aus.
In Deutschland wächst die Erkenntnis, dass ein früher Start mit den Fremdsprachen keine so tolle Sache ist. Die Probleme reichen von der mangelhaften Ausbildung der Lehrkräfte über das wachsende Risiko für späteren funktionalen Analphabetismus bis zu den Schwierigkeiten für Migrantenkinder.
Englischunterricht in einer Grundschule in NRW
Englischunterricht in Deutschland, Bild: Achime Scheidemann/dpa
Nutzloser Frühstart, Die Zeit, von Wolfgang Krischke, 17.4.

3. Mai 2012

Abbau bei HSK

Viele Länder streichen die Unterstützungen für den Unterricht in heimatlicher Sprache und Kultur (HSK) und gefährden damit die sprachliche Entwicklung für Migrantenkinder in ihrer jeweiligen Erstsprache. Diese freiwilligen Kurse finden meist nachmittags oder abends statt. In der Schweiz gibt es Kurse in über 20 verschiedenen Sprachen. Oft ist der Sprachunterricht die einzige ausserfamiliäre Verbindung zum Heimatland der Kinder.
In Österreich ist HSK in den Unterricht mit verbindlichen Lehrplänen integriert. Anders als in der Schweiz werden die Lehrkräfte von den Schulbehörden ausgewählt, angestellt und bezahlt. Studien belegen, dass die Förderung der Erstsprache die Entwicklung einer Zweitsprache nicht beeinträchtigt.

Abbau bei HSK gefährdet die Sprachkompetenzen von Migranten, Bild: Ursula Häne
Eine unersetzliche Verbindung zur fremden Heimat, Wochenzeitung, 3.5. von Jan Jirat