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25. April 2021

Kinder haben immer weniger Selbstdisziplin

"Unser Gehirn reift bis ungefähr zum zwanzigsten Lebensjahr, sogar noch ein bisschen darüber hinaus. Und bei diesem Reifungsprozess nimmt der Frontalkortex eine besondere Rolle ein. Dieses Stirnhirn ist sehr wichtig für die Selbstdisziplin und die Selbstkontrolle. Der noch nicht voll ausgebildete Frontalkortex ist einer der Gründe, warum die Kinder in der Pubertät so sind, wie sie sind. Dass sie zum Beispiel Schwierigkeiten mit ihrer Aufmerksamkeit und der ­Kontrolle ihrer Emotionen haben. Kinder sind anfällig für Lust-Im­pulse. Sie sind deswegen auch anfällig für Süchte. Und jetzt kommen sie mit dem Internet in eine Welt, in der sie sofort alles haben können, was sie sich wünschen. Meine inzwischen erwachsenen Söhne haben mich als Teenager mal gefragt: «Was hast du eigentlich so gemacht, als du 16 ­Jahre alt warst?» Und als ich dann geantwortet habe: «Naja, zur Schule gehen, lesen, Sport und vielleicht alle vier Wochen mal ins Kino», fanden sie diese Vorstellung unsäglich langweilig. Kinder heute können sich gar nicht mehr vorstellen, in einer Welt zu leben, in der sie nicht alles sofort haben können".

"Eltern müssen ihre Kinder viel mehr führen", Fritz und Fränzi, 6.4. von Bianca Fritz

20. September 2020

Neue Autorität: Präsenz zeigen

Was tun, wenn ein Erstklässler je nach Laune mal auf dem Pult sitzt und dann wieder darunter? Wenn er andere Mitschüler schlägt oder den Unterricht seiner Lehrerin gleich ganz lahmlegt?

Was tun, wenn die Eltern ratlos sind, weil ihre Tochter sich weigert, die Hausaufgaben zu machen, und stattdessen eine Vase an die Wand schmeisst?

Wie soll ein Lehrer reagieren, wenn Schüler seine Aufforderung mit einem Lächeln ignorieren, den Abfall auf dem Mensatisch wegzuräumen?

Streng, beharrlich und liebevoll, NZZ, 19.9. von Martin Beglinger

3. August 2020

Glarus will Fehlverhalten neu mit Dialog begegnen

Die öffentlichen Schulen funktionieren gemäss dem gesetzlichen Auftrag und folgen dem Konzept des internen Schulprogrammes. Das Schulprogramm wird auf strategischer Ebene jeweils für vier bis fünf Jahre von der Schulkommission festgelegt. Auf dieser Basis werden Massnahmen auf operativer Ebene für die einzelnen Schuljahre durch die Schulleitung entwickelt. Der Bildungsauftrag nach den Vorgaben des Glarner Lehrplans steht nach wie vor im Zentrum. Es bleibt ein weiteres Jahr in der Einführungsphase des Lehrplans 21. Weiter sieht das kommende Schuljahr unter anderem Ziele in der Entwicklung der Schulkultur vor. Mit der Einführung der Prinzipien der «Neuen Autorität» stehen die Primarschulen ganz am Anfang einer Entwicklung. Parallel dazu folgen weitere Schritte in der Digitalisierung.

Neues Schuljahr 2020/2021 startet mit einigen Neuerungen, Glarus24.ch, 3.8.

30. April 2020

Schulstart an einer Berliner Schule


Gegen 11 Uhr geht die Tür auf. Frau Ottow steht im Klassenzimmer. Sie habe etwas Wichtiges mitzuteilen. Das komme direkt von Herrn Zimmerschied, dem Schulleiter. Ab sofort werde jeder, der sich in den Pausen nicht an die Abstandsregeln halte, «suspendiert» und dürfe vorerst nicht mehr in die Schule kommen. Man habe heute Morgen schon mehrere Schüler ermahnen müssen. «So geht das nicht.» Stille. In normalen Zeiten wäre die Aussicht, nicht in die Schule gehen zu müssen, für viele Schüler wohl ein Grund zur Freude. Nun sitzen sieben Zehntklässler enttäuscht an ihren Tischen und sagen nichts. Schulverbot klingt neuerdings wie eine Drohung.
Wie eine Berliner Schule nach dem Lockdown den Unterricht startet - und ihn am selben Tag wieder abbrechen muss, NZZ, 30.4. von Anja Stehle

15. Januar 2020

Zwei bildungspolitische Ansagen

Zwei Nationalräte äussern sich zum Thema Bildung. Ihre Positionen sind parteigebunden unterschiedlich. Der Basler Mustafa Atici (SP) will bereits Kleinkinder fördern. Der Aargauer Andreas Glarner (SVP) will wieder mehr Schweizer Werte an den Schulen.
Wir verbessern die Schweiz, Weltwoche, 8.1. von Roman Zeller

Atici: "Es geht um unseren wichtigsten       Glarner: "Die Schweiz war vor 130 Jahren eines
Rohstoff".  Bild: SP BS                                der ärmsten Länder Europas". Bild: SVP CH

11. August 2019

Bubenfeindliche Schule


Tausende Kinder betreten am Montag eine neue Welt: In mehreren Kantonen findet der erste Schultag statt. Wie gut die Buben und Mädchen in der Schule abschneiden werden, liegt allerdings nicht nur an ihrem Engagement, Können oder ihrer Intelligenz. Nein, auch das Geschlecht spielt eine Rolle. Der Schulerfolg ist weiblich. 
Wie bubenfeindlich ist die Schule? Schweiz am Wochenende, 10.8. von Yannick Nock

3. August 2019

Basel baut Schulsozialarbeit aus


Viele Basler Lehrer sind am Anschlag. «Störende Kinder sind das grösste Problem in unserem Beruf», sagt Jean-Michel Héritier, Präsident der Freiwilligen Schulsynode (FSS). Es sind nicht die Hochbegabten, es sind nicht die Behinderten oder die Lernschwächsten. Nein, es sind die Kinder, welche die Benimmregeln verletzen, die dreinschwatzen, die Schulmaterial durchs Zimmer werfen oder die ganze Zeit aufs WC rennen. 
Hilferuf aus dem Schulzimmer, BZ Basel, 2.8. von Leif Simonsen

15. Mai 2019

Pöbelschüler ausschliessen


Schüler schwatzen drein, pöbeln und mobben. Kurz: Sie verstossen auf breiter Front gegen Regeln. Jeder fünfte Schüler wird von seinen Lehrern in den Städten Winterthur und Zürich als verhaltensauffällig eingestuft. Das ist das alarmierende Ergebnis einer Umfrage, durchgeführt von Reto Luder, Professor an der Pädagogischen Hochschule Zürich. Von insgesamt 4300 Schülern sind 950 Schüler Unruhestifter. 
Lang studiert: Kampf gegen Radauschüler, Aargauer Zeitung, 11.5. von Heinz Lang

12. Februar 2019

Mutter klagt gegen Timeout


Ihr Sohn hat Mitschüler gewalttätig attackiert und sich einen Deut um die Intervention der Lehrer gekümmert. Trotzdem zog die Mutter gegen eine Disziplinarmassnahme bis vor Verwaltungsgericht.
Mutter blitzt mit Klage ab - Sohn zu Recht aus Schule ausgeschlossen, Solothurner Zeitung, 11.2. von Urs Moser

21. Januar 2019

Guggenbühl: "Kinder brauchen Aufmerksamkeit, Liebe, Bezugspersonen"


Jugendpsychologe Allan Guggenbühl kritisiert im Gespräch das heutige Schulsystem und den Förderwahn, sagt aber auch, was an Schulen gut läuft.
«Kinder werden überfördert» Rundgang 1, Januar 2019, Klett & Balmer von Yvonne Bugmann

13. November 2018

Aargau regelt Einrichtung von alternativen Lernorten


Viele Schulen machen es längst. Auch wenn es bisher dafür keine kantonale Regelung gab. Die aktuelle Situation in vielen Klassen führte dazu, dass Lehrpersonen und Schulleitungen ausserhalb des Schulzimmers Lernorte einrichteten, um mit besonderen Schülerinnen und Schülern und widersprüchlichen Anforderungen adäquat umgehen zu können. Denn der Auftrag der Volksschule ist anspruchsvoller denn je: Sie soll alle Kinder, egal woher sie stammen, individuell fördern, für unterschiedliche Schullaufbahnen selektionieren und gleichzeitig Gemeinschaft stiften. Dass das immer weniger nur im Klassenverband im Schulzimmer geschehen kann, leuchtet ein.
Die Lizenz zum Verlassen des Klassenzimmers, Aargauer Zeitung, 8.11. von Jörg Meier

23. Oktober 2018

OECD fordert mehr Disziplin


Eine Pisa-Auswertung zeigt Schritte auf, um die Lücke zwischen privilegierten und sozial benachteiligten Schülern zu schließen. Einige davon sind denkbar einfach: Schüler bräuchten mehr Motivation – und mehr Disziplin.

OECD fordert mehr Disziplin in Schulen, Welt, 23.10. von Inga Michler

6. September 2018

Alarmierende Details zu den Zuständen an Basels Schulen

Ein aktueller Bericht der grossrätlichen Petitionskommission zeichnet ein ungutes Bild der Situation an den Schulen in Basel-Stadt. Für diesen hat die Kommission nebst Vertretern des Erziehungsdepartements (ED) auch den Präsidenten der Freiwilligen Schulsynode (FSS), Jean-Michel Héritier, sowie dessen Stellvertreterin, Marianne Schwegler, befragt. Was die beiden Lehrpersonen berichten, ist alarmierend. Behinderte Kinder, etwa mit einer Trisomie 21, seien vergleichsweise wenig aufwendig zu betreuen. Am anstrengendsten seien Schüler mit Verhaltensauffälligkeiten. «Es ist ein gesellschaftlicher Trend, dass zunehmend Kinder eingeschult werden, die nicht schulbereit sind», sagt Héritier zur BaZ. Er meint damit, dass grundsätzliche Fähigkeiten des Zusammenlebens fehlen – etwa Teamfähigkeit oder die Bereitschaft, Anweisungen zu befolgen. «Kinder blockieren, machen nichts und stören den Unterricht massiv.»
Die "Normalen" gehen unter, Basler Zeitung, 6.9. von Nina Jeker

3. Mai 2018

Gewalt gegen Lehrer

«Wenn wir uns, wie in diesem Fall, an Sie wenden, bitten wir Sie, dieses Schreiben sehr ernst zu nehmen, da die Lage an der Schule derzeit sehr ernst ist»heisst es in einem Brief an die Eltern der Schüler einer Grundschule in Sachsen-Anhalt. Wie der Spiegelberichtet, stammt der Brief vom 2. Februar diesen Jahres. Der Brief ist unterschrieben von acht Lehrkräften der Schule, inklusive der Schulleiterin. Darin berichten die Pädagogen von «permanent auftretenden, gravierenden Verhaltensproblemen vieler Schüler», von «extremer körperlicher Gewalt» und von einer «Gefühlskälte» gegenüber anderen Mitschülern.
Körperliche Gewalt gegen Lehrer an jeder dritten deutschen Grundschule, NZZ, 2.5.

10. April 2018

"Alphatier-Gehabe" der migrantischen Unterschicht

Die Probleme der deutschen Schule ähneln denen in der Schweiz: Die Schule als Korrekturanstalt einer Wohlstandsgesellschaft, wo die verschiedensten Ansprüche aufeinandertreffen. Der Lehrplan sammelt diese gemäss ihrem politischen Einfluss. Dabei wird die desolate Situation in den Klassenzimmern ausgeblendet. Die Lehrpläne als Wunschkatalog kontrastieren mit der realen Schulsituation, wo überforderte Lehrer sich mit Alphatieren reiben.

 Maybritt Illner und ihre Gäste, Bild: ZDF
Machtlosigkeit der Lehrer gegen das "Alphatier-Gehabe". TV-Kritik "Maybritt Illner", Frankfurter Allgemeinde Zeitung, 6.4. von Frank Lübberding

13. März 2018

Belohnungen - moderne Form der Bestrafung

Belohnungen sind fast überall gängige Praxis. Gemäß dem Motto "tu dies und du bekommst jenes" versprechen wir dem Kind Gummibärchen, wenn es still ist; dem Schüler Smileys für absolvierte Aufgaben, der Mitarbeiterin einen Jahresbonus für erfolgreiche Projekte. Belohnungen haben bei mir allerdings immer ein Gefühl des Unbehagens hinterlassen. Ich wollte nicht "gekauft" werden, ich wollte mich nicht als bestechlich erleben und manchmal fand ich die Belohnung oder deren Verweigerung schlicht ungerechtfertigt. Vielleicht hat mir deshalb das Urteil des dänischen Familientherapeuten Jesper Juul unmittelbar eingeleuchtet, dass Belohnungen die postmoderne Variante von Strafen sind. Ich will es gerne genauer wissen: Was steckt hinter meinem Unbehagen, und was ist dran an der Kritik an Belohnungen?
Belohnen ist das neue Bestrafen, Zeit, 31.3. 2017 von Hella Dietz

21. Dezember 2017

Wann kommen bei uns die Zwangsjacken?

Schülerinnen und Schüler haben es oft ganz schön schwer. Manche von ihnen, so las man in den letzten Tagen vor allem in der deutschen Presse, haben in ihrem Schulalltag noch schwerer zu tragen. Es geht nicht um übergewichtige Schultheks, sondern um Sandwesten. Die bis zu fünf Kilo schweren Hilfsmittel sollen unruhigen Kindern in Hamburger Grundschulen helfen, zur Ruhe zu kommen.
Sandwesten für Zappelkinder, Tages Anzeiger Mamablog, 21.12. von Nadia Meier

24. November 2017

Umgang mit schwierigen Schülern

Im Kanton Luzern werden grundsätzlich alle Kinder in der Regelschule integriert. Jene, die negativ auffallen, können zwar in eine Sonderschule versetzt werden. Doch das kann Jahre dauern.
Robin und 150 andere Schüler machen Lehrern das Leben schwer, Luzerner Zeitung, 24.11. von Yasmin Kunz

28. Oktober 2017

Eltern schlimmer als Schüler

Unser neuer Lehrer war wirklich neu: Er kam damals frisch von der Uni, wirkte engagiert, motivierend, aber auch strikt: Wer bei ihm nicht Vollgas gab, fiel durch. Trotzdem war er bei den Schülern nicht nur respektiert. Er war auch beliebt.

Seither sind 26 Jahre vergangen. Der Lehrer unterrichtet nach wie vor an derselben Schule. Doch seine Einstellung ist nicht mehr dieselbe. Beim Klassentreffen sagte er: «Die Schule ist ein Brotjob. Ich gebe keine ungenügenden Noten mehr. Das bringt nur Ärger mit den Eltern, und die Schulleitung gibt mir keinen Rückhalt. Warum soll ich mir das antun?»
Wie ihm geht es Tausenden Pädagogen in der Schweiz: Sie stehen unter Druck – aber sie fühlen sich alleingelassen, unverstanden, überfordert. Laut Umfragen ist ein Drittel von ihnen ausgebrannt.
Schwer erziehbare Eltern, Blick, 27.10. Kommentar von Christian Dorer

22. Oktober 2017

PH-Spezialist fordert von Kindern verbindliche Verhaltensverträge

Wegen des Suizids einer 13-Jährigen aus Spreitenbach AG geraten die Schulen unter Druck. Wie konnte es sein, dass die Lehrer die Zeichen nicht frühzeitig erkannt hatten? Wie konnte es sein, dass die Schulleitung nicht eingegriffen hat? Bevor sich das Mädchen das Leben nahm, wurde es im Internet gemobbt, beleidigt und bedroht. Geholfen hat der 13-Jährigen kaum jemand.
Kinder sollen Kodex unterschreiben, Südostschweiz, 21.10. von Yannick Nock