Seit und 40 Jahren beschäftige ich mich als
Journalist mit Schule und Bildung. Politisch hat
dieses Gebiet in dieser Zeit an Bedeutung gewonnen, häufig wird mit Schlagworten operiert.
Doch was sind die grossen Linien? Nachfolgend
fünf Thesen abseits der Tagespolitik.
These 1:Die Digitalisierung ist ebenso eine
Chance wie eine Gefahr.
Die Sache ist zweischneidig. Einerseits: Die
Digitalisierung, die durch Corona zusätzlichen
Schub erhalten hat, sorgt für Demokratisierung
der Bildung, für niederschwelligen Zugang zu
Wissen, für Vermehrung der Wissensquellen;
wir lernen nicht mehr bloss in der Schule oder
dem Erwachsenenbildungskurs, sondern auch
im Internet und in den sozialen Medien. Anderseits droht da auch eine Gefahr: Es ist die potenzielle Vertiefung des Bildungsgrabens. Das
Knacken der digitalen Welt ist nicht für alle
gleich einfach und selbsterklärend. Das gilt nicht
nur für uns Alte, auch schwächer begabte junge
Menschen stossen bisweilen auf unüberwindliche Hürden. Der Graben zwischen ihnen und
den normal Begabten könnte weiter wachsen,
die Schwächeren könnten noch mehr abgehängt
werden.
Fünf Thesen zum Bildungsland Schweiz, BZ Basel, 23.10. von Hans Fahrländer