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3. Mai 2021

Die Herkunft entscheidet

Es muss nicht jeder und jede ans Gymnasium, manche wären in einer Lehre besser aufgehoben, die Berufsbildung braucht leistungsstarke Jugendliche: Diese Argumente sind richtig. Doch sie gelten vor allem für junge Menschen mit praxisorientierten Begabungen, die sich weniger für akademische Inhalte begeistern können oder die Matura nur mit Ach und Krach hinkriegen.

Schickt endlich die Richtigen ans Gymnasium, NZZ, 3.5. von Margrit Stamm

23. April 2021

Nur wenige bleiben sitzen

Sitzenbleiben ist in der Schweiz ein relativ seltenes Phänomen: Nur 1,3 Prozent der Lernenden müssen zwischen 3. und 8. Primarklasse ein Jahr wiederholen. Höhere Quoten haben Kinder mit Migrationshintergrund, aus bildungsfernen Schichten und aus der Romandie.

In der Schweiz bleiben Schüler selten sitzen, Herisau24.ch, 22.4.

Übergänge und Verläufe in der obligatorischen Schule, Bundesamt für Statistik, 2021

17. April 2021

Umstrittene Gratis-Mittagessen in der Stadt Zürich

Was seit sechs Jahren an diversen Schulen in der Stadt Zürich getestet wird, soll bald die Norm werden: Stadtrat und Schulpflege wollen ab dem Schuljahr 2023/24 alle Schulen in freiwillige Tagesschulen überführen. Das hat der Stadtrat an seiner Sitzung am Mittwoch beschlossen, wie er mitteilt. Nächstes Jahr soll das Volk definitiv über die Einführung befinden. 

Alle Kinder sollen in der Schule essen, Tages Anzeiger, 15.4. von Ev Manz und Corsin Zander

28. März 2021

Sozialer Ausgleich mit neuer Schülerzuteilung auf Schulhäuser

Wo ein Kind zur Schule geht, beeinflusst sein späteres Leben. Statistiken belegen, dass Kinder aus Schulen mit hohem Anteil an fremdsprachigen und bildungsfernen Eltern deutlich weniger Schulerfolg haben. Seit Jahren schon befasst sich Oliver Dlabac vom Zentrum für Demokratie Aarau mit diesen Effekten. Nun legt er eine neue und umfassende Studie vor. «Unsere Analysen ­bestätigen, dass in der Schweiz dasselbe Kind je nach Zusammensetzung der besuchten Schule unterschiedliche Chancen auf Schulerfolg und in der weiteren persönlichen und beruflichen Entwicklung hat», ist sein Fazit.

Schulen besser durchmischen, NZZaS, 28.3. von René Donzé

13. März 2021

Nicht das Geschlecht, sondern die soziale Stellung entscheidet über den Schulerfolg

Die Geschichte wiederholt sich, aber ist sie auch wahr?

Seit Jahren berichten Medien über die Buben als «Bildungsverlierer». Buben könnten nicht mehr Buben sein, lautet der Vorwurf, bubenfeindlich und ungerecht sei die Schule. «Schlaue Mädchen, dumme Jungen», titelte der «Spiegel» schon 2004. «Buben sind die Dummen», stand 2009 im «Beobachter». Das Schweizer Fernsehen fragte 2019: «Braucht es reine Buben-Klassen?»

Auch «Das Magazin» ging dem nach, 2008 in einem Interview mit Remo Largo. Der Kinderarzt sagte: «Der gute Schüler von heute ist ein Mädchen. Das liegt aber nicht an seiner Kompetenz, sondern an seinem Verhalten.»

Werden Buben in der Schule benachteiligt? Tages Anzeiger Magazin, 13.3. von Christoph Gertsch

7. März 2021

Die Krippe als verklärter Ort der Chancengerechtigkeit

Der Gewerkschaftsbund jubelt – Corona hin oder her. Ein Ziel, das er seit langem anvisiert, erscheint trotz Krise und Rekordverschuldung greifbarer denn je: mehr Bundesgelder für die familienexterne Kinderbetreuung! Die Bildungskommission (WBK) des Nationalrats will das ursprünglich als befristet deklarierte, aber immer wieder verlängerte Impulsprogramm zur Krippenförderung in eine Dauerinstitution überführen und hat eine entsprechende Initiative eingereicht.

Erziehung: Bitte nicht als Service public! NZZ, 2.3. von Claudia Wirz

Mit Tagesschulen fit für die Zukunft

Florence Brenzikofer ist Mutter von drei Kindern und unter richtet an der Sekundarschule Burg in Liestal. Sie kennt die Bedürfnisse von Kindern und Eltern. Ihr Anliegen: Sie will die Volksschule fit machen für die Zukunft. Ihr Vorschlag: die flächendeckende Förderung von Tagesschulen in der Schweiz. Die grüne Nationalrätin aus Baselland ist überzeugt, dass mit Tagesschulen Familie und Beruf besser vereinbart werden, der Fachkräftemangel gelindert und die Kinder und Jugendlichen bei ihren Aufgaben kom petent betreut und gefördert werden könnten. Gleichzeitig komme dies auch den Frauen zugute, weshalb ihr Vorschlag ein Teil eines ganzen Pakets an Vorstössen der Grünen zum Tag der Frau ist.

Schweiz soll flächendeckend Tagesschulen einführen, Tages Anzeiger, 6.3. von Gregor Poletti

6. März 2021

Abschaffung der Gymi-Aufnahmeprüfung wird in Zürich zum Dauerbrenner

Am Montag und Dienstag lösen wieder Tausende von Schülerinnen und Schülern in Zürich Prüfungsaufgaben in Deutsch, Mathematik sowie mitunter in Französisch oder Englisch. Die eine Hälfte will nach der sechsten Primarklasse ans Langgymnasium, die andere nach der zweiten oder dritten Sekundarklasse ans Kurzgymnasium, die Fach- oder die Handelsmittelschule.Wenn es nach dem Willen eines linken Politikers geht, soll zumindest Letzteres bald der Vergangenheit angehören. Peter Haberstich, Mitglied der kantonalen SP-Bildungskommission, fordert eine Abschaffung der Aufnahmeprüfung für Zürcher Maturitätsschulen für Sekundarschüler. Eine Forderung, die so oder ähnlich immer wieder einmal aufgebracht wird.

Warum es den "gerechten" Übertritt ins Gymnasium nicht geben kann, NZZ, 6.3. von Lena Schenkel und Nils Pfändler

27. Februar 2021

Dringend spätere Selektion

Die «Bildungsrevolution» ist unvollendet. Auf die «Ausschöpfung der Begabtenreserven» der bildungsfernen Schichten wartet man vergeblich. Das Versprechen der Chancengleichheit gehört endlich eingelöst.

Das Bildungssystem orientiert sich an einer Dreiklassengesellschaft, NZZ, 25.2. von Markus Zürcher

Autochthon und neurotypisch

Lieber Ludwig

Du fragst, was ich inmeiner Schulzeit gelernt habe. Zuerst einmal, was ich nicht gelernt habe: Latein. Darum musste ich nachschlagen, was das heisst, non scholae, sed vitae. Servicebeitrag für alle, die auch kein Latein können und zu faul waren zum Nachschauen: Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir. Schon etwas gelernt. Wir machen gleich weiter und lernen zwei tolle neue Wörter. Die kann man super gebrauchen, um Kinder zu beschreiben. 

Wer bestimmt schon, was normal ist, Südostschweiz, 27.2. von Samantha Zaugg

19. Februar 2021

Drohende Bildungskatastrophe

Seit mehreren Monaten hält die Corona-Pandemie die Welt in Atem. Die ergriffenen Massnahmen wirken nicht immer wie erhofft und ziehen Kollateralschäden nach sich, die nicht unbeachtet bleiben dürfen. Denn bei aller Dringlichkeit, die Gesundheit der Menschen zu schützen: Gesundheit umfasst neben der körperlichen Unversehrtheit auch eine psychische und soziale Komponente, und alle drei hängen voneinander ab. Gleiches gilt im übertragenen Sinn für Systeme wie die Familie, die Wirtschaft oder die Schulen. Blickt man auf die zuletzt Genannten, so mehren sich die Hinweise, dass eine Bildungskatastrophe droht.

Der schulische Corona-Stotterbetrieb erzeugt viel Leerlauf und soziale Ungerechtigkeit. Die Hinweise auf eine Bildungskatastrophe mehren sich, NZZ, 19.2. von Klaus Zierer

18. Februar 2021

VPOD fordert Aufholen der Bildungsrückstände

In der Corona-Pandemie stehen die Schulen unter starkem Druck. Beim Lehrpersonal vermehren sich die Burn-outs. Auch die Zahl der im Unterricht abgehängten Schülerinnen und Schüler ist laut einer neuen Studie alarmierend hoch. 

Lehrer ausgebrannt - Schüler abgehängt, sda, 18.2.

17. Februar 2021

Bündner Regierung prüft Abschaffung der Gymi-Aufnahmeprüfung

Die Bündner Regierung überprüft das Aufnahmeverfahren an den Mittelschulen. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob mit dem gegenwärtigen System der chancengleiche Zugang zu einer Mittelschule gewährleistet ist oder ob das Aufnahmeverfahren angepasst werden muss.

Gleiche Chancen für alle Schüler, Südostschweiz, 16.2. von Benjamin Repolusk

11. Februar 2021

"Streitgespräch" über Hausaufgaben

Lange galten Hausaufgaben als unverzichtbar. Jetzt schaffen immer mehr Schulen sie ab. Doch einig sind sich die Fachleute nicht: Markus Buholzer (56) hat erwachsene Kinder und ist Rektor an der Volksschule Kriens LU, die die Hausaufgaben 2018 abschaffte. Samuel Zingg (40) vom Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz hat zwei Kinder im Primarschulalter. Er unterrichtet Mathematik und Französisch an der Oberstufe in Mollis GL, wo Hausaufgaben noch verteilt werden.

Die Qual nach der Schule - Hausaufgaben sind je länger je umstrittener, St. Galler Tagblatt, 11.2. von Stefan Müller

31. Januar 2021

Abschaffung der Hausaufgaben bringt keine Chancengerechtigkeit

Es geht auch ohne „Ufzgi“! Unter diesem Titel berichtet die NZZ über die Zürcher Schulgemeinde Männedorf; sie startet ein Pilotprojekt und schafft für die Erst- bis Drittklässler die obligatorischen Hausaufgaben ab. [1] Ersetzt werden sie mit Schulaufgaben. Die Gemeinde ist nicht allein. Verschiedene kommunale Schulen haben die „Ufzgi“-Pflicht aufgehoben, so beispielsweise Köniz, Kriens oder Arbon. Sie werden wohl nicht die Einzigen bleiben und Nachahmer finden.

Selektive Sicht auf den Unterricht, Journal21.ch, 30.1. von Carl Bossard

11. Januar 2021

Nur ja keinen Fernunterricht

Eigentlich sei sie eine «grenzenlose Optimistin», sagt Silvia Steiner (CVP). Aktuell beschreibt die Zürcher Bildungsdirektorin und Präsidentin der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) ihre Gemütslage als «verhalten optimistisch». Aufgrund knapper Impfstoffe und angesichts mutierter Virenstämme und noch unklarer Auswirkungen der vergleichsweise hohen Bewegungsfreiheiten während der Festtage sei abzuwarten, ob die Zahlen nicht wieder in die Höhe schnellten. Sie sei selbst gespannt.

Doch was bedeutet das nun für die Zürcher Schulen?

"Fernunterricht ist der letzte Ausweg", Tages Anzeiger, 9.1. von Anielle Peterhans

18. November 2020

Studie zu Schulschliessungen

Wie gut haben Schülerinnen und Schüler im Lockdown gelernt? - Eine Frage, die Bildungsfach leute, Lehrpersonen und Eltern nach wie vor umtreibt. Bisherige Studien dazu basierten lediglich auf Umfragen. Jetzt belegen Forscher der britischen Universität Oxford erstmals anhand tatsächlicher Leistungen von Primarschülern vor und nach dem Lockdown: Der Lernfortschritt blieb rund 20 Prozent unter dem erwarteten Wert.

Primarschüler leiden unter Schulschliessungen, Tages Anzeiger, 18.11. von Simone Luchetta

9. November 2020

Schulischer Handlungsbedarf

Der ehemalige AZ-Chefredaktor Hans Fahrländer hat am 23.Oktober fünf Thesen zu unserem Bildungssystem formuliert. Ich stimme diesen grosso modo zu, möchte sie aber ergänzen. Als einer, der zeitlebens im Bildungssystem Schweiz, zuletzt im Aargau, tätig war, sehe ich folgenden Handlungsbedarf, der sich aus den Thesen ergibt:

Wo liegt der Handlungsbedarf im Bildungswesen? Aargauer Zeitung, 5.11. von Martin Straumann

25. Oktober 2020

Fünf Thesen zur Bildung in der Schweiz

Seit und 40 Jahren beschäftige ich mich als Journalist mit Schule und Bildung. Politisch hat dieses Gebiet in dieser Zeit an Bedeutung gewonnen, häufig wird mit Schlagworten operiert. Doch was sind die grossen Linien? Nachfolgend fünf Thesen abseits der Tagespolitik. 

These 1:Die Digitalisierung ist ebenso eine Chance wie eine Gefahr. 

Die Sache ist zweischneidig. Einerseits: Die Digitalisierung, die durch Corona zusätzlichen Schub erhalten hat, sorgt für Demokratisierung der Bildung, für niederschwelligen Zugang zu Wissen, für Vermehrung der Wissensquellen; wir lernen nicht mehr bloss in der Schule oder dem Erwachsenenbildungskurs, sondern auch im Internet und in den sozialen Medien. Anderseits droht da auch eine Gefahr: Es ist die potenzielle Vertiefung des Bildungsgrabens. Das Knacken der digitalen Welt ist nicht für alle gleich einfach und selbsterklärend. Das gilt nicht nur für uns Alte, auch schwächer begabte junge Menschen stossen bisweilen auf unüberwindliche Hürden. Der Graben zwischen ihnen und den normal Begabten könnte weiter wachsen, die Schwächeren könnten noch mehr abgehängt werden. 

Fünf Thesen zum Bildungsland Schweiz, BZ Basel, 23.10. von Hans Fahrländer

18. Oktober 2020

Lehrplan 21 verschlimmert Lage

Der Kolumne von Tobias Straumann über die Chancenungleichheit an den Schulen ist absolut beizupflichten. Eine zentrale, ja entscheidende Rolle spielt das Elternhaus. Schon viele Gremien und Studiengruppen sollen sich den Kopf darüber zerbrochen haben, wie den Kindern aus den unteren sozialen Schichten geholfen werden könnte.

NZZaS, 18.10., Leserbrief von Hans-Peter Köhli