26. März 2019

Dringender Handlungsbedarf bei PH-Kommunikation


Die Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission hat einen ersten Zwischenbericht zu den Unruhen an der Pädagogischen Hochschule nach der Freistellung des Vize-Rektors verfasst. Sie sieht dringenden Handlungsbedarf bei der Kommunikation.
"Handlungsbedarf bei der Kommunikation ist dringend" - deshalb verfasst die Kommission einen Zwischenbericht, St. Galler Tagblatt, 25.3. von Larissa Flammer

Mangelndes Französisch


Die Uni-Professoren sorgen sich wegen der mangelnden Französisch-Kenntnisse der Schüler. «Das beunruhigt uns sehr, denn es bedeutet, dass die in der Sek II gesetzten Lernziele nicht erreicht werden können, wenn gleichzeitig ein zweijähriger Lernrückstand aufgeholt werden muss», steht in einem Brief, gezeichnet von den Professoren Lorenza Mandada, Hugues Machal und Dominique Brancher. Sie haben ihn im Februar an das Erziehungsdepartement gesandt.
Universitäts-Professoren sind tief besorgt, Basler Zeitung, 26.3. von Franziska Laur

25. März 2019

Der beste Lehrer der Welt


Der mit einer Million Dollar dotierte Global Teacher Award ist am Sonntagabend im Rahmen einer feierlichen Zeremonie an den Mathematik- und Physiklehrer Peter Tabichi verliehen worden. Initiiert und gestiftet hat den Preis der aus Indien stammende und in Dubai tätige Unternehmer Sunny Varkey.

Dieser Lehrer spendet seinen Lohn - und gewinnt eine Million, Basler Zeitung, 25.3.

24. März 2019

Geisteswissenschaften unter Druck


In den USA sinkt das Interesse an Studienfächern wie Geschichte, Philosophie und Literatur dramatisch. Institute schliessen, Professoren werden entlassen. Auch in der Schweiz ist die Lage besorgniserregend. Die Folgen sind fatal.
Geschichte fällt heute aus, NzzaS, 17.3. von Felix E. Müller 

Liebe Frau Wannenmacher

Mein Name ist Alain Pichard, Lehrer in Orpund (BE) und auch schon Gast in diversen Sendungen von srf. Ich habe mir dieAusgabe "Kulturplatz" des Schweizer Fernsehens vom 13.3.2019 (Schule im Aufbruch in das digitale Zeitalter) zweimal angesehen und möchte Sie mit allem Respekt auf einige «Unterlassungen» und faktenwidrige Informationen hinweisen.
Brief an Eva Wannenmacher, Fernsehen SRF, 16.3., von Alain Pichard

Mehr Staatskunde statt Informatik

Viele Jugendliche gehen derzeit auf die Strasse und protestieren gegen die Klimapolitik. Sie zeigen damit Emotionen für politische Fragen. Ein Fingerzeig für die Schulen und Lehrer, die politische Bildung ernster zu nehmen.

Demonstrieren alleine genügt nicht: Lernt den Schülern Politik, nicht nur Informatik! St. Galler Tagblatt, 23.3. von Stefan Schmid

"Anzeigen gegen Lehrer häufen sich"


Ein Zürcher Sekschüler macht im Unterricht anzügliche Gesten gegenüber der Lehrerin, ahmt Selbstbefriedigung nach. Die Lehrerin toleriert das nicht – und hat später eine Anzeige der Eltern am Hals. Das berichtete «20  Minuten» diese Woche.
Schlechte Note - Anwalt am Hals, Blick, 23.3. von Dana Liechti

Lehrer gegen Leistungslohn


Die Baselbieter Bildungsdirektorin Monica Gschwind (FDP) hätte sich bestimmt eine gemütlichere Endphase des Wahlkampfs gewünscht. Doch mit Blick auf die Rückmeldung der Lehrerinnen und Lehrer zu ihrem umstrittensten Projekt müsste ihr bange werden. 317 Lehrer von der Primar- bis zur Gymnasialstufe haben an einer Befragung zum Thema Leistungslöhne teilgenommen. Künftig soll, so der Plan Gschwinds, das Mitarbeitergespräch (MAG) der Lehrer lohnrelevant werden. Roger von Wartburg, Präsident des Lehrervereins Baselland (LVB), sagt, dass 80 Prozent der befragten Lehrerinnen und Lehrer das lohnrelevante Mitarbeitergespräch schlecht bis schädlich finden würden. Er habe seit Bekanntwerden von Gschwinds Plänen «keinerlei positive Meldungen von Mitgliedern dazu bekommen, aber hunderte von negativen bis empörten Wortmeldungen.» 
Vier von fünf Lehrern finden Leistungslöhne schädlich, Schweiz am Wochenende, 16.3. von Leif Simonsen

22. März 2019

Pro und contra Homeschooling


Es gibt mehr Gründe gegen Homeschooling als dafür. Daheim unterrichtete Kinder haben weniger Privatsphäre, keinen Schulweg, keine Pausenplatz-Flirts. Sie werden einseitiger geprägt, viele erfahren erst spät, dass es auch andere interessante Erwachsenenmeinungen gibt als die der Eltern. Und: Sie lernen weniger selbstverständlich Kinder aus anderen Vermögens-, Kultur- und Glaubenskreisen kennen als ihre Altersgenossen in der Volksschule, auch wenn der Wohnort ebenfalls segregierend wirken kann. In den USA wollen viele Homeschool-Eltern, dass ihre Kinder unter eigenen Leuten bleiben: unter Patrioten, Vegetariern, Christen, Scheibenweltlern. Solche Tribalisierung setzt der Gesellschaft zu.
Soll Homeschooling erlaubt bleiben? Basler Zeitung, 22.3. von David Hesse und Beat Metzler

Neuorientierung in der Hauswirtschaft


Es war das Schulfach, in dem Gemüse geschnitten und Fleisch gebraten wurde: Hauswirtschaft gehörte lange zu den praktischen Fächern der Sekundarschulzeit. Theorie gab es am Rande. Beispielsweise thematisierten Lehrpersonen Ernährungspyramide oder Nahrungsmittelketten.
Jetzt steht das Fach vor einer grossen Veränderung: Viele Kantonen führen auf der Sekundarstufe den Lehrplan 21 ein. Dieser will den Jugendlichen nicht mehr nur praktische Fähigkeiten für die Haushaltsführung vermitteln, sondern sie umfassender auf den Alltag eines Erwachsenen vorbereiten.

Bericht digitale Lehrmittel

Bericht über die Möglichkeiten und Chancen digitaler Lehrmittel. Der Bericht wurde vom Aufsichtsrat der Interkantonalen Lehrmittelzentrale (ilz) in Auftrag gegeben.
Lehrmittel in einer digitalen Welt, ilz, 2019, von Döbeli, Hartmann und Hielscher
Der Bericht kann hier heruntergeladen werden. 

21. März 2019

PC ab 5. Klasse


Der Kanton Basel-Stadt will die Digitalisierung der Volksschulen und des Zentrums für Brückenangebote für 25 Millionen Franken vorantreiben. Ab der 5. Klasse sollen alle Schülerinnen und Schüler einen persönlichen Computer erhalten. Neben den Aufbau-und Einführungskosten von 25 Millionen wird mit jährlichen Betriebskosten von drei Millionen Franken gerechnet, teilt die Regierung mit. Später sollen pro Jahr rund 3,8 Millionen Franken hinzukommen.
Ab 5. Klasse einen PC für alle, Basellandschaftliche Zeitung, 20.3.

Basel bald wieder mit Einführungsklassen


Es ist der Abschluss eines langen Ringens, in dem sich besonders SP-Grossrätin Kerstin Wenk starkgemacht hat. Die Lehrer sollen wieder wie früher die Möglichkeit bekommen, Kinder mit Entwicklungsverzögerung für zwei Jahre in die erste Primarklasse zu schicken. Damit haben sie mehr Zeit, um sich an den Schulbetrieb zu gewöhnen.
Die Lehrer hatten dies vehement gefordert. Schliesslich haben sie mit Reformen, verhaltensauffälligen Kindern und zunehmender Administration genug zu tun. Wenn ein Kind bei der Einschulung noch Windeln trägt, die Schuhe nicht selber binden kann oder kaum Interesse am Schulstoff zeigt, wird es für Lehrer zusätzlich schwierig. Wenk und Thomas Grossenbacher (GB) trugen denn auch das berechtigte Anliegen in den Grossen Rat.
Kinder können die erste Primarklasse in zwei Schuljahren machen, Basler Zeitung, 21.3. von Franziska Laur

Initiative für Politik als Schulfach


Seit dreizehn Jahren setzen sich die Basler Jungfreisinnigen für ein Schulfach Politik ein. Doch als ihre Initiative zum Thema im Grossen Rat diskutiert wird, ist niemand von ihnen anwesend. Der Präsident der Partei, Titus Hell, sitzt in einer Vorlesung an der juristischen Fakultät. Er verfolgt das Geschäft auf seinem Smartphone – so gut es geht. Mit FDP-Präsident und Grossrat Luca Urgese ist das Initiativ-Komitee immerhin mit einem Mitglied vertreten. Zur Freude von Titus Hell: Luca Urgese habe ein sehr gutes Votum abgegeben, sagt er im Telefongespräch mit der Basler Zeitung.
Volk soll über Politikfach entscheiden, Basler Zeitung, 21.3. von Alesandra Paone

19. März 2019

Wo bleibt die Auswertung der nationalen Bildungstests?


Vieles geschieht in den Schulen, sehr vieles. Der Betrieb ist intensiv. Doch wirkt es auch, das viele? Und warum werden nationale Vergleichsresultate nicht publiziert?
„Frau mit Klasse“ – mit diesem doppelbödigen Titel überschrieb der Tages-Anzeiger vor Kurzem die Alltagssituation einer Lehrerin. (1) Der Bericht führt in das pädagogische Parterre. Leserinnen und Leser erleben eine Pädagogin, die ihren Beruf liebt und für die Kinder vital präsent sein möchte.
Flucht aus dem Wesentlichen, Journal21.ch, 19.3. von Carl Bossard

18. März 2019

Starke Zunahme des Homeschoolings


Vier Kinder stehen aufgereiht auf der Treppe vor einem kleinen Lebensmittelladen in Emmenbrücke (LU). Sie strecken artig auf, sie rechnen fleissig mit, sie helfen einander. 10 Franken haben sie zu viert zur Verfügung, damit dürfen sie ein Dessert kaufen. Schoggi? Guetsli? Kuchen? Die Kinder müssen Preise vergleichen und sich einigen. Die Frau, die ihnen diese Aufgabe stellt, ist ihre Mutter. Es ist der einzige Moment im Verlauf des ganzen Vormittags, in dem sie wie eine Lehrerin wirkt.
Weg von der Volksschule, Basler Zeitung, 18.3. von Raphaela Birrer und Markus Häfliger

17. März 2019

Staatliche Frühförderung geht in falsche Richtung

Der Artikel von Jörg Krummenacher bezüglich Frühförderung (NZZ 7. 3. 19) hat mich so geärgert, dass ich eine Antwort geben muss, denn der Kommentar geht völlig in die falsche Richtung. Durch solche Frühförderung erreichen wir höchstens Chancengleichheit im Sinne von kranken, bindungsgestörten erwachsenen Menschen. Es stimmt, dass die ersten Lebensjahre für die Entwicklung des Menschen sehr wichtig sind. In dieser Zeit entwickelt das Kleinkind, wenn auf seine Bedürfnisse adäquat reagiert wird, Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit und Urvertrauen. Dies kann aber nur durch eine sichere Bindung mit wenigen Bezugspersonen entstehen. Schon der Kindergarteneintritt mit vier Jahren ist für viele Kleinkinder zu früh und die Trennung von den Bezugspersonen traumatisierend. Der Staat soll Bedingungen schaffen, unter denen Eltern sich um ihre Babys und Kleinkinder wirklich kümmern können, und gegebenenfalls die Eltern darin unterstützen, empathisch auf ihr Kind einzugehen (wie zum Beispiel durch Safe-Kurse, wie sie in Deutschland angeboten werden). Staatliche Eingriffe zur Frühförderung behindern eine engagierte, verantwortungsbewusste Elternschaft und eine gesunde Entwicklung unserer Kinder. 
NZZ, 13.3. Leserbrief von Christian Weber

Stärkung der Eltern in ihrer Erziehungskompetenz


Frühförderung ist ein Schlagwort, ein Trend, der hinterfragt werden muss. Eltern stellen sich die Fragen: Was ist zu tun dafür, dass sich unser Kind psychisch und physisch so entwickelt, dass es das Leben meistern kann, im Beruf erfolgreich ist? Genügen unser Wissen und Können, um unserem Kind einen guten Start ins Leben zu garantieren? Im Artikel «Die Politik vergisst die Kleinkinder» (NZZ 27. 2. 19) wird suggeriert, dass mit Förderkursbesuchen und familienexterner Kinderbetreuung die Ziele der Eltern am besten erreicht werden könnten. 
NZZ, 13.3. Leserbrief von Sabina Geissbühler-Strupler

Zielgerichtete Förderung hilft


Dem fundierten und wichtigen Artikel von Lena Schenkel über die Schwächen des stark gegliederten Sekundarstufensystems ist zuzustimmen. Im Zentrum der Argumentation steht: Statt ewig zu klagen, müssen wir jetzt anpacken, und zwar nicht bei den schwer zu lösenden strukturellen Problemen, sondern bei den Inhalten auf der Ebene der individuellen Förderung von Kindern mit Lern- und Verhaltensschwierigkeiten. 
NZZ, 8.3. Leserbrief von Andrea Lanfranchi

Eltern stigmatisieren C-Klassen


Als Sek-C-Lehrer mit langjähriger Erfahrung staune ich immer wieder, wie hartnäckig sich Irrtümer zum Bildungswesen in den Medien halten. Lena Schenkel orientiert sich in ihrem Artikel an Studien, wonach schwächere Schüler und Schülerinnen in heterogenen Lerngruppen profitieren, «da sie sich naturgemäss nach oben orientieren». Das findet jedoch nur statt, wenn der Abstand zu den leistungsstarken Lernenden relativ klein und überwindbar ist, wie etwa der Psychologe Lev Vygotsky mit seinem Konzept der ZPD (zone of proximal development) aufzeigte. Dieser ist aber in den meisten heterogenen Klassen viel zu gross.
NZZ, 8.3. Leserbrief von Toni Meili

15. März 2019

Streit um Schulweg


Ein Ehepaar aus Eptingen akzeptierte die Einschulung ihrer Tochter in Sissach nicht und behielt sie zu Hause. Das hat nun Folgen.
Keine Schule statt falsche Schule: Eltern bestraft, Basellandschaftliche Zeitung, 14.3. von Patrick Rudin

14. März 2019

Skandalöse Augenwischerei

Die Sendung "Kulturplatz" von Fernsehen SRF leistet sich eine in ihrer Einseitigkeit wohl einmalige Propagandasendung zur Digitalisierung an unseren Schulen. Angesichts der ungebremsten Aufrüstung an digitalen Geräten vom Bergdorf bis in die Grossstadt soll offenbar Stimmung gemacht werden für noch mehr Geld und Investitionen. Kritische Fragen werden nicht gestellt - mit einer Ausnahme. Die Moderatorin Eva Wannenmacher fragt: "Kann man auch belegen, dass man mit digitalen Lehrmitteln besser lernen kann?" Rahel Tschopp von der PH Zürich antwortet: "Ich weiss nicht, ob diese Frage die zentrale ist, sondern die Frage, die für mich zentraler ist, lautet: Alles, was in Zukunft automatisiert werden kann, wird auch automatisiert werden. Damit stellt sich die Frage, was unsere Kinder heute können müssen ..." - Der Frage wurde ausgewichen, der Journalistin fällt es nicht ein, an diesem Punkt nachzuhaken. Beiträge aus Niederhasli (!), aus einem Weiterbildungskurs für Lehrer an der PHZH, aus den USA, Finnland und Singapore erwecken aneinandergereiht das Bild einer skandalösen Augenwischerei. (uk)
Rahel Tschopp ist Leiterin des Zentrums "Medienbildung und Informatik" der PHZH, Bild: Screenshot SRF
Die Schule - Aufbruch ins digitale Zeitalter, SRF Kulturplatz, 13.3.


Zum Teil "lausige" Gymivorbereitung


Das Timing ist perfekt – oder perfekt fies, je nach Perspektive. Ausgerechnet gestern Abend hat der Zürcher Gemeinderat beschlossen, für mehr Chancengleichheit bei der Gymiprüfung zu sorgen. Wie ein Hohn muss das auf jene Jugendlichen wirken, die nur Stunden zuvor noch Blut geschwitzt haben. Denn gestern war auch der letzte Tag der Aufnahmeprüfungen.
Eine staatliche Gymivorbereitung für alle Stadtkinder, Tages Anzeiger, 14.3. von Marius Huber

Kinder mit vier Jahren einschulen


Als ich damals in den Kindergarten eingezogen wurde, war ich sechs Jahre alt. Ein Jahr hätte es dauern sollen. Doch die bleichsten und ängstlichsten Kinder durften ein weiteres Jahr bleiben. Ich kam also erst mit acht Jahren in die Schule.
Heute müssen Kinder ab vier Jahren in den Kindergarten, und das verursacht vielen Eltern Ausschlag: «Amedeus ist doch noch so ein Zarter!»
Wieso das Kind später einschulen? Tages Anzeiger, Mamablog, 14.3. von Markus Tschannen

13. März 2019

Noch kein Nachfolger für PHTG-Vizerektor


Die Stelle des geschassten Vizerektors an der Pädagogischen Hochschule bleibt vakant. Zwar fand bereits ein Bewerbungsverfahren statt. Beide Kandidaten in der engsten Auswahl wollten den Job dann aber nicht mehr.
Rückzieher auf der Ziellinie, Thurgauer Zeitung, 9.3. von Silvan Meile