7. Juli 2020

Evaluation der Schulevaluation

Die Luzerner Regierung hat die externe Schulevaluation untersuchen lassen, die der Kanton seit 2005 kennt. Die Praxis der Schulüberprüfung erhält gute Noten, Experten sehen Verbesserungspotenzial in zwei Bereichen.

Gutes Zeugnis für Schulüberprüfung im Kanton Luzern, sda, 7.7.

6. Juli 2020

Rassismus an Schweizer Schulen

Im Zuge der Rassismusdebatte meldet sich jetzt ein Mitglied der Geschäftsleitung vom Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer zu Wort. Dorothee Miyoshi sagt: Rassismus ist auch in der Schule eine Realität.

"Die Schule verletzt das Gesetz der Gleichheit", Blick, 6.7. von Dana Liechti

5. Juli 2020

Bloss 17 Prozent der Basler beginnen nach der Volksschule eine Lehre

Der Basler Lehrstellenbericht lässt die kantonalen Bildungspolitiker Jahr für Jahr ratloser zurück. Heuer gingen sie bei der Grossratsdebatte mit dem hiesigen Bildungssystem härter ins Gericht als je zuvor. Joël Thüring (SVP) kam zum Schluss, dass das städtische Schulsystem «miserabel» sei, was sich in den Zahlen derjenigen niederschlage, die direkt nach der Schule eine Lehre anfangen. Erziehungsdirektor Conradin Cramer (LDP) war bei der letzten Sitzung vor den Sommerferien abwesend und kam so drum herum, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Im Lehrstellenbericht musste er jedoch einräumen, dass die neu konzipierte berufliche Orientierung, welche 2018 eingeführt worden war, nicht den erhofften Erfolg nach sich gezogen habe. «Die Quote der Direktübertritte von der Volksschule in die Berufsschule ist mit 17 Prozent immer noch deutlich zu tief», heisst es.

Sind Jugendliche aus Basel zu faul? Lehrbetriebe stellen jedenfalls lieber Lernende aus dem Baselbiet ein, BZ Basel, 4.7. von Leif Simonsen

Heilpädagoge fordert Home-Office für Schüler

Wegen der Corona-Krise wurden unter anderem die Schulen geschlossen. Der Schulstoff wurde währendem mit Fernunterricht vermittelt. Neben den fehlenden Interaktionen zwischen Lehrern und Schülern habe dieser auch positive Seiten.

Bildungsexperte fordert Home-Office für Schüler, toponline.ch, 4.7.

3. Juli 2020

Die Schulen zukunftsfähig halten

Die beiden Gastkommentatoren Julian Nida-Rümelin und Klaus Zierer (NZZ 8. 6. 20) haben zu Recht versucht, die während der Corona-Krise hochgelobte digitale Bildung wieder richtig zu positionieren. In der Krise war man zwar froh, mit dem «Distanz-Learning» den Schulunterricht behelfsmässig aufrechterhalten zu können. Dabei konnte aber nicht übersehen werden, dass viele Schüler und auch Eltern damit überfordert waren und den Präsenzunterricht in den Klassen nicht annähernd ersetzen können. Es besteht daher kein Grund, den Schulunterricht komplett umzustellen.

NZZ, 2.7. Leserbrief von Anne Winter und Hanspter Baumann

Geschichtswettbewerb

Der Schweizer Geschichtswettbewerb "Historia" animiert Jugendliche, die geschichtlichen Spuren ihrer näheren Umgebung zu erforschen. Als Hauptpreis lockt eine Woche in einem "History Camp".

Nähere Informationen zum Wettbewerb auf www.ch-historia.ch 

EDK verschiebt Überprüfung der Grundkompetenzen

Gemäss Plenarbeschluss vom Oktober 2019 sollte die nächste Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK) im Jahr 2020 erfolgen. Geplant war die ÜGK im 11. Schuljahr in den Fachbereichen Schulsprache sowie erste und zweite Fremdsprache. Im Jahr 2022 sollte eine zweite ÜGK am Ende des 4. Schuljahrs in der Schulsprache und in Mathematik durchgeführt werden. Aufgrund der Ausbreitung der Corona-Pandemie waren Präsenzveranstaltungen in den Schulen von Mitte März bis Mitte Mai bekannterweise verboten. Durch dieses Verbot konnte die ÜGK im 11. Schuljahr nicht wie geplant durchgeführt werden. Aus diesem Grund hat die Plenarversammlung beschlossen, die Überprüfungen auf die Jahre 2023 respektive 2024 zu verschieben. Mit diesem neuen Zeitplan ist neben einer angemessenen Vorbereitungszeit gleichzeitig sichergestellt, dass es keine Überschneidung mit der Durchführung der PISA-Erhebung im Jahr 2022 gibt. Die Verschiebung wird auch zu einer Anpassung bei der Kostenplanung führen.

Quelle: EDK, 3.7.

1. Juli 2020

Nicht alle Solothurner Primarlehrer können Französisch

Wie über das Thema Französisch wurde gestern auch einmal mehr über die Ausbildung von Lehrpersonen an der pädagogischen Hochschule (pH) der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) diskutiert. Unter anderem auch wegen des Französisch. Denn: Wer den Bachelor an der PH Solothurn macht, muss Fächer (ab-)wählen: Angehende Lehrpersonen entscheiden zwischen Englisch und Französisch und müssen von den drei Fächern Sport, Musik und Gestalten ebenfalls eines abwählen. Was, so klang es gestern aus einzelnen Voten hervor, auch dazu führe, dass die PH einen weniger guten Ruf habe – in Bern beispielsweise werden Lehrpersonen in allen Fächern ausgebildet, sie entscheiden sich dafür, ob sie den ersten Zyklus (Kindergarten bis und mit zweite Klasse) oder den zweiten (dritte bis und mit sechste Klasse) unterrichten wollen. Laut Statistik besucht zudem ein Drittel der Solothurner Studierenden eine PH in einem anderen Kanton. Das geht aus der Statistik in der Antwort der Regierung hervor, welche diese auf eine Interpellation von CVP-Kantonsrat Georg Nussbaumer (Hauenstein-Ifenthal) geliefert hat. Dieser stellte Fragen dazu, ob die Aus- und Weiterbildung an der PH Solothurn «zielführend» sei. Mit der Beantwortung war man im Rat dann nicht zufrieden. Kuno Gasser (CVP, Nunningen) meinte etwa, es klinge so, als hätte die Regierung die Fragen einfach der FHNW zur Beantwortung weitergegeben. Kritisiert wurde allgemein der Verweis auf Weiterbildungsmöglichkeiten – wer an der PH etwa kein Französisch hat, kann später eine Weiterbildung machen. Lehrerin Nicole Hirt (glp, Grenchen) stellte dazu die Frage, in welchem Universum eine frisch ausgebildete Lehrperson nach 3 Jahren Studium noch ein Zusatzmodul anhänge. Wie so oft, wenn es um die PH geht, stand dann auch die Frage nach einem Master-Studium im Raum, welches die Ausbildung verlängern und mehr Zeit schaffen würde für Fächer. Einmal mehr hab es auch hier aber keine Einigkeit im Rat. 

Auch nicht alle Lehrpersonen können Franz, Solothurner Zeitung, 1.7. von Noëlle Karpf

Solothurn will Französisch stärken

In zwei Dingen waren sich die Kantonsrätinnen und Kantonsräte gestern einig: Französisch ist wichtig. Und: Solothurner Schülerinnen und Schüler sind zu schlecht darin. Das ging aus fast allen Voten – wobei das in fast allen auch anhand französischer Einflechtungen betont wurde – hervor. Diskutiert wurden gleich zwei Aufträge zum Thema Französisch beziehungsweise Mehrsprachigkeit im Kanton. Einerseits forderte FDP-Kantonsrat Martin Rufer (Lüsslingen), dass die Französisch-Kompetenzen in der Volksschule gefördert werden. Dadurch, dass alle Schülerinnen und Schüler einmal eine Woche lang im Austausch verbringen. Sprachaustausche zu stärken war auch das Ziel des Auftrags von Mathias Stricker (SP, Bettlach). Der Präsident des kantonalen Verbandes der Lehrerinnen und Lehrer sprach sich dafür aus, dass Solothurn seine Verantwortung als Brückenkanton wahrnehme und Massnahmen prüfe, um den Austausch von Schülerinnen und Schülern, aber auch Klassen und Lehrpersonen zu fördern.

Zusätzlicher Effort fürs Französisch stösst im Kantonsrat auf Gegenwind, Solothurner Zeitung, 1.7. von Noëlle Karpf

Schule soll Rassismus bekämpfen

Omar kann mit Mani Matters Lied «Dr Sidi Abdel Assar vo el Hama» wenig anfangen. Er wird von der Klasse gehänselt und, weil er sich wehrt, von der Lehrerin vor die Türe gestellt. An einer anderen Schule wird ein Schüler im Handgemenge als «Neger» beschimpft – ohne Folgen. Fortan wird er so angesprochen und gemobbt, wiederum ohne Folgen. So sieht der Schulalltag in der Schweiz aus.

Kein Platz für Rassismus an Schulen, SRF, 30.6. von Christine Wanner

Die drei grossen G

Der Begriff der Kompetenz hat kräftig Karriere gemacht. Er erobert die Curricula und steht überall im Zentrum: beim Bologna-Prozess, bei den Bachelor- und Masterstudiengängen und vor allem beim Lehrplan 21. Sämtliche Bildungsinhalte, welche die Schule vermitteln soll, sind hier kompetenztheoretisch gefasst. Wo früher „Die Schülerinnen und Schüler wissen, dass x der Fall ist“ stand, heisst es heute: Sie „können x benennen“. Ein konkretes Beispiel: „Die Schülerinnen und Schüler können sich singend in der Gruppe wahrnehmen und ihre Stimme im chorischen Singen differenziert einsetzen.“ Alles und jedes orientiert sich heute an der Sprache des Kompetenzdenkens. Aber ist das möglich und ist es nötig? Wirkt nicht vieles sehr gekünstelt? Und geht dabei nicht allzu sehr vergessen, dass sich ein Können ohne ein Wissen im traditionellen Sinne kaum entfalten kann?

26. Juni 2020

Englischlehrer setzen sich mit vereinfachtem Lehrplan durch

Es ist ein Ritterschlag für die Fachgruppe der Englischlehrer, die den unübersichtlichen Lehrplan 21 mit einem sogenannten Teil A ergänzt haben. Der Bildungsrat hat die Version der Fachgruppe nahezu eins zu eins übernommen und aufgeschaltet – gegen die Widerstände aus dem Amt für Volksschule (AVS). Erarbeitet wurde dieser Teil A mit Stoffinhalten, Themen und Treffpunkten von Arbeitsgruppen, die sich aus Lehrpersonen zusammensetzen, die Französisch und Englisch unterrichten. «Es ist dem Bildungsrat wichtig, festzuhalten, dass die nun vorliegenden Lehrplanergänzungen für die Fächer Französisch und Englisch gemäss den Vernehmlassungsergebnissen umfangmässig und inhaltlich angeglichen wurden», verkündete er am Donnerstag.

Im Lehrplanstreit siegen die Englischlehrer, Basler Zeitung, 26.6. von Daniel Wahl

25. Juni 2020

Màdchen wegen fehlender Impfung ausgeschlossen

Der Schulausschluss einer nicht gegen Masern geimpften Schülerin im Kanton St. Gallen ist rechtens. Eine Beschwerde gegen das Urteil der Vorinstanz wurde vom Bundesgericht in Lausanne abgewiesen.

Masern: Weil es nicht geimpft war, durfte Mädchen aus Schule ausgeschlossen werden, sda, 25.6.

22. Juni 2020

Gschwind und Starke Schule auf Konfrontationskurs

Die Starke Schule beider Basel hadert mit dem Kurs von Regierungsrätin Monica Gschwind, die unbeirrt an den rund 3500, teilweise diffusen Kompetenzbeschreibungen in den Lehrplänen für die Sekundar- und Primarschulen festhält. Die Kompetenzbeschreibungen bildeten die Grundlage für die schlechten und überteuerten Lehrmittel «Mille feuilles» und «New World», deren didaktischer und pädagogischer Wert in Studien deklassiert worden ist. Die Lehrmittel haben bei Schülern zu verheerenden Resultaten geführt. 

Fehde zwischen Gschwind und Starker Schule, Basler Zeitung, 22.6. von Daniel Wahl

21. Juni 2020

Lehrer ignorieren Kompetenzbeschreibungen

Der Lehrplan Volksschule Baselland besteht seit August 2018 aus zwei Teilen: Teil A trägt den Titel «Stoffinhalte und Themen», Teil B besteht aus 3’536 Kompetenzbeschreibungen, wobei auch Teil A trotz des irreführenden Titels zahlreiche Kompetenzbeschreibungen enthält. In der Zwischenzeit kristallisiert sich jedoch immer stärker heraus, dass der Lehrplanteil B mit seinen 3'536 Kompetenzbeschreibungen von den Lehrpersonen gar nicht beachtet wird.

Bildungsdirektion anerkennt offensichtlich die Irrelevanz der 3'536 Kompetenzbeschreibungen im Lehrplanteil B, Starke Schule beider Basel, 21.6.

18. Juni 2020

Die Lehren aus dem Fernunterricht

Die Schulschliessungen der letzten Monate haben das Bildungssystem stark gefordert. Eine grossangelegte Umfrage unter mehr als 8000 Schülern aus drei Ländern zeigt, welche Lehren aus dem unfreiwilligen Fernunterricht zu ziehen sind.

Schweizer Schüler sind deutlich besser durch die Corona-Krise gekommen als deutsche Kinder, NZZ, 18.6. von Erich Aschwanden

17. Juni 2020

Educa unterzeichnet neuen Vertrag mit Microsoft: deutlich steigende Lizenzkosten

Educa.ch, das Schweizer Medieninstitut für Bildung und Kultur Genossenschaft, hat einen neuen Rahmenvertrag mit Microsoft für die Nutzung von Computerprogrammen an Schulen in der Schweiz und in Liechtenstein unterzeichnet. Er ist bis Ende Juli 2023 gültig und dürfte laut Schätzungen etwa Kosten im «tiefen zweistelligen Millionenbetrag» zur Folge haben.

Educa.ch: Neuer Rahmenvertrag mit Microsoft, Computerworld, 17.6.

15. Juni 2020

Bündner Lehrer gegen Gymi-Aufnahmeprüfung

Die Geschäftsleitung des Verbands Lehrpersonen Graubünden (Legr) unterstützt jeweils die Haltung der Bündner Regierung zu zwei aktuellen parlamentarischen Aufträgen. Es handelt sich laut Mitteilung des Verbands einerseits um den Auftrag Cavegn betreffend Änderung des Übertrittverfahrens in die Bündner Mittelschulen und andererseits um den Auftrag Widmer zur Flexibilisierung der Lektionenzahl pro Halbtag auf der Primarstufe.

Legr ist sich mit Regierung einig, Südostschweiz, 15.6.

14. Juni 2020

Landrat verabschiedet neue Organisation der Sonderpädagogik

Die Sonderpädagogik an den Baselbieter Schulen erhält eine neue Organisation. Der Landrat hat in seiner gestrigen zweiten Lesung entsprechende Änderungen des Bildungsgesetzes mit 82 zu 1 Stimmen bei 3 Enthaltungen gutgeheissen. Mit den Änderungen des Bildungsgesetzes will die Regierung unter anderem die Kosten der speziellen Förderung und der Sonderschulung stabilisieren, administrative Abläufe vereinfachen und den Regelunterricht stärken. So wird die spezielle Förderung an den Schulen gezielter und flexibler eingesetzt werden. Schulen entscheiden künftig selber, ob die finanziellen Mittel primär für integrative oder separative spezielle Förderung eingesetzt werden. An den Kleinklassen wird festgehalten. 
Bildungsgesetz verabschiedet, BZ Basel, 13.6. 

Abgang von Dieter Baur

Der Basel Volksschulleiter Dieter Baur wird im Sommer pensioniert - ein Gespräch über Lehrer, (schwierige) Schüler und Marathonläufe.
Läuft und rennt gerne: Dieter Baur. Bild: Roland Schmid

"Für mich war Corona ein Glücksfall", BZ Basel, 12.6. von L. Simonsen und S. Schreier

Schulleitung setzen Primarlehrer unter Druck

Im vergangenen November stimmten 85% der Stimmberechtigten JA zur geleiteten Lehrmittelfreiheit an den Volksschulen. Ab dem Schuljahr 2020/21 sollen, so sieht es mindestens das Bildungsgesetz vor, die Lehrpersonen in den 5. und 6. Primarklassen die heftig kritisierten Lehrmittel «Mille feuilles» und «New World» durch neue, bewährte Lehrmittel ersetzen können. Brisante Dokumente, welche der Starken Schule beider Basel (SSbB) zugespielt wurden, belegen nun ein Untergraben dieses Volksentscheides durch Primarschulleitungen: Sie setzen ihre Lehrpersonen offensichtlich unter Druck, damit diese weiterhin die Passepartout-Lehrmittel verwenden.

Schulleitungen setzen Primarlehrpersonen unter Druck, Starke Schule beider Basel, 13.6. von Jürg Wiedemann

Die Rehabilitation der Pädagogen

In den Schulen setze sich manches „über die Erkenntnisse der Hirnforschung und Lernpsychologie hinweg“, beklagt der Zürcher Neurowissenschaftler Lutz Jäncke. Der bekannte Neuropsychologe erforscht das menschliche Lernverhalten. Seit 2002 lehrt er an der Universität Zürich. In einem Interview mit der SonntagsZeitung spricht Jäncke Klartext [i]: Vieles in der Schule sei von Bildungstheoretikern entworfen und manches Konzept nicht den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen angepasst, so sein Fazit.

11. Juni 2020

Lankau: Präsenzunterricht sollte im Mittelpunkt stehen

Die zum Teil heftig geführte Debatte um den richtigen Einsatz und auch das richtige Ausmass des Einsatzes von digitalen Lehrmitteln ist noch nicht verebbt. Gerade auch, weil es darum geht, Lehren aus der Corona-Pandemie zu ziehen. Ein Gespräch mit Professor Ralf Lankau, einem Kritiker der Schul-Digitalisierung von der Hochschule Offenburg. 

8. Juni 2020

Band zwischen Lehrer und Schüler bleibt zentral für den Lernerfolg

Die Debatte um digitale Bildung krankt an einem Übermass an ideologischer Voreingenommenheit. Auf der einen Seite diejenigen, die mit dem Einzug von Laptops, Tablets und Co. den Untergang abendländischer Bildungstraditionen befürchten, und auf der anderen Seite diejenigen, die in Zeiten digitaler Transformation alles über Bord werfen, was in Jahrhunderten an pädagogischem Wissen gewachsen ist. Die Apokalyptiker werden bezichtigt, Abwehrreflexe zu kultivieren, während die Euphoriker als Propagandisten einer Ökonomisierung von Bildung karikiert werden.

Digitale Bildung: Vernunft und Empirie als Antwort auf eine entgleiste Debatte, NZZ, 8.6. von Julian Nida-Rümelin und Klaus Zierer

6. Juni 2020

Hoher Anteil von digitalem Unterricht ist unverantwortlich

Unsere Staatskasse wird zurzeit mit der Rettung ganzer Wirtschaftszweige arg strapaziert. Das wird auch die Bildung zu spüren bekommen, wenn die nächsten Investitionen anstehen. Werden wir finanzielle Mittel primär für teure Digitalisierungsprojekte einsetzen, oder wären nicht gezielte Anstrengungen zur Verbesserung des Präsenzunterrichts lohnenswerter?

Schule braucht keine Digitalisierung um jeden Preis, Tages Anzeiger, 6.6. von Hanspeter Amstutz