21. Juli 2018

Datenschützer kritisieren WhatsApp an Schulen

Schulen und Datenschutz – das ist eine heikle Sache. Das sieht man auch im folgenden Fall: Eine Zürcher Schule wollte eine Videokamera in einem Zimmer installieren. Denn dort wurden immer wieder Gegenstände entwendet. Ein Lehrer einer anderen Gemeinde wiederum hat einen Schüler videoüberwacht, weil er in einem anderen Raum einen Leseauftrag ausführen sollte. 
Zürcher Datenschützer kritisiert den Einsatz von Whatsapp an Schulen, NZZ, 5.7. von Florian Schoop

Grosse Mehrheit besucht öffentliche Schulen

Die Bundesverfassung hält fest: In der Schweiz sind alle Kinder schulpflichtig. «Der Anspruch auf ausreichenden und unentgeltlichen Grundschulunterricht ist gewährleistet», steht dort geschrieben. Für das Schulwesen sind indes die Kantone zuständig. Rund 162 000 Kinder sind im Kanton Zürich zurzeit im obligatorischen Schulalter. Die grosse Mehrheit besucht eine öffentliche Bildungsinstitution, knapp 10 000 gehen an eine der 169 Privatschulen. Die Anzahl Privatschüler steigt zwar leicht an, parallel wächst aber auch die Gesamtschülerzahl im Kanton. Anteilmässig hat die Zahl der Privatschüler zwischen 2008 und 2016 deshalb nur um 0,5 Prozentpunkte zugenommen. Laut Marion Völger, Leiterin des Volksschulamts, ist die Privatschulquote von rund 6 Prozent im interkantonalen und internationalen Vergleich eher tief.
Weiterhin tiefer Anteil von Privatschülern, NZZ, 5.7. von Nils Pfändler

Steiner propagiert vermehrte Investitionen in höhere Berufsbildung

Silvia Steiner, braucht es für Sie als Präsidentin der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) eine Erhöhung der Maturitätsquote, um den Akademikernachwuchs zu sichern? 
Es braucht meines Erachtens keine generelle Erhöhung der gymnasialen Maturitätsquote. Aber es braucht längerfristig mehr Leute, die eine Berufsmaturität oder eine Fachmaturität gemacht haben.
Nachgefragt bei EDK-Präsidentin Silvia Steiner, Thurgauer Zeitung, 12.7. von Balz Bruder

Mehr oder weniger Maturanden?

Wie viele Jugendliche die Hochschulreife erlangen sollen, wird von Professoren, Politikern und Bildungsforschern unterschiedlich beurteilt.
Matura, Qualität oder Quantität? - Ostschweizer Kantone unter dem Durchschnitt, Thurgauer Zeitung, 12.7. von Balz Bruder

10. Juli 2018

Hohe Gymnasialquote sorgt für Probleme

Kein anderer Kanton schickt so viele Jugendliche ans Gymnasium wie Genf. Es gehört zum bildungspolitischen Konzept des Westschweizer Kantons, möglichst vielen den Weg an die Mittelschule zu öffnen: 2016 waren es mit 46 Prozent beinah die Hälfte aller Jugendlichen am Ende der obligatorischen Schulzeit. Auch die Kantone Waadt, Tessin und Basel-Stadt zeigen sich besonders grosszügig. Ganz anders die Kantone Uri, St. Gallen, Glarus oder Appenzell Ausserrhoden, in denen die Chance der Jugendlichen, ans Gymnasium zu kommen, ein Drittel so gross ist. Das föderalistisch geprägte Schweizer Bildungssystem produziert an dieser Schwelle ein hohes Mass an Chancenungleichheit.

Die verlorenen Jahre der Gymnasiasten, NZZ, 10.7. von Jürg Krummenacher

9. Juli 2018

Irrweg Digitalisierung

Der Literaturwissenschafter Manfred Schneider schreibt in seinem Gastkommentar «WirFingerwesen» (NZZ 23. 6 .18) Klartext. Dass wir ohne totale Digitalisierung in allen Gesellschaftsbereichen angeblich technologisch abgehängt würden, nennt er mit Recht «die Ideologie unserer Tage». Vielmehr bringe die Digitalisierung keinen Fortschritt, sondern nur Erleichterung. Wie inzwischen viele Eltern und Pädagogen wissen, hält auch der Autor fest: An erster Stelle müssen Kinder zwingend das Abc und das Einmaleins lernen. 
Digitalisierung der Schule - ein Irrweg, NZZ, 4.7. von Marianne Wüthrich

Fragwürdige Inklusion

Seit einiger Zeit ist viel von schulischer «Inklusion» oder «Integration» die Rede.5 Die Begriffe bedeuten, dass möglichst alle Kinder – ob normal begabt oder geistig behindert, ob unauffällig oder verhaltensauffällig – zusammen unterrichtet werden. Kleinklassen und Sonderschulen soll es kaum mehr geben. Begründet wird die Schulreform damit, dass die Schüler auf diese Weise mehr Sozialkompetenz lernen würden. Trifft das zu?
Inklusion - Fortschritt oder Rückschritt? Basel-Express, 21.6. von Judith Barben

Mächtiger Pygmalion-Effekt

Schuljahreswechsel sind Zeiten des Übergangs. Ein Neustart steht bevor. Doch viele Schüler tragen Hypotheken mit sich. Dabei müssten sie neu anfangen können.
Vom Wert des unbeschriebenen Blattes, journal21.ch, 9.7. von Carl Bossard

Für Fragen bis zu zwanzig Minuten anstehen

Fragen sind das Vorzimmer des Verstehens. Heute aber dürfen Schulkinder ihre Lehrerin oft kaum mehr fragen. So will es ein neues Paradigma. Ein Zwischenruf.
"Dann frage ich halt die Eltern", Journal21.ch, 2.7. von Carl Bossard

Stunde der Erbsenzähler

Der neue Berufsauftrag setzt falsche Akzente und sorgt für Unruhe Hört man sich in diesen Tagen in den Lehrerzimmern um, so ist viel Ärger über den neuen Berufsauftrag zu spüren. Dieser entspricht überhaupt nicht den Vorstellungen, wie sie die Zürcher Lehrerverbände vor zehn Jahren entwickelt hatten. Man erhoffte sich eine bessere Übersicht über die immer vielfältigere Berufsarbeit und letztlich eine gerechtere Entlöhnung der Lehrerarbeit. Doch mit der Vorgabe, dass die Umsetzung des Berufsauftrags kostenneutral erfolgen müsse, war klar, dass das Projekt von Anfang an arg in Schräglage war. 
Vom Kapitän zum Erbsenzähler, 8.7. von Hanspeter Amstutz

8. Juli 2018

Vorurteile gegenüber Migrantenkindern

Eigentlich müssten sie es ja wissen, die Lehrerinnen und Lehrer: Ihre Einstellung gegenüber den Schülern hat einen grossen Einfluss auf deren Leistung. Umso wichtiger ist es, dass sie ihren Schützlingen möglichst unvoreingenommen gegenübertreten. Weder Geschlecht noch familiäres Umfeld noch Herkunft sollten den professionellen Umgang mit den Schülern beeinflussen.
Lehrer haben Vorurteile gegen Migrantenkinder, NZZaS, 8.7. von René Donzé

5. Juli 2018

Hirayama neue Staatssekretärin

Ab kommendem Jahr wird es Martina Hirayama obliegen, diese Schweizer Bildungs- und Innovationslandschaft in die Zukunft zu führen. Der Bundesrat hat die Zürcherin am Mittwoch zur neuen Staatssekretärin für Bildung, Forschung und Innovation ernannt. Sie folgt auf Mauro Dell’Ambrogio, der im November das ordentliche Pensionsalter erreichen wird. Hirayama ist Präsidentin des Institutsrats des Eidgenössischen Instituts für Metrologie (Metras). Seit 2011 leitet sie die School of Engineering an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften. An der Universität Fribourg, der ETH Zürich und dem Imperial College London hatte sie Chemie studiert und danach ein Nachdiplomstudium in Betriebswissenschaften absolviert.
Martina Hirayama ist Nachfolgerin von Mauro Dell'Amgrogio
Quelle: NZZ, 5.7.


4. Juli 2018

Hohe Belastung

Eine deutsche Studie untersucht die zeitliche Belastung von Gymnasiallehrern. Dafür wurde während vier Wochen lang minutiös notiert, wofür die Lehrer Zeit aufwendeten und vor allem wie viel. Die Höhe der Wochenarbeitszeit überrascht selbst Lehrer selbst.
Arbeiten wie wirklich zu viel? Zeit, 4.7. von Ines Schipperges

Vorbild Fussball?

In der Debatte um die Probleme der Integration entglitt mir vor einigen Jahren in einem Interview ein – wie ich zugeben muss - ziemlich pauschalisierender Satz: „Die vielen Fussballtrainer in unserer Region, die sich gratis und franko viele Wochenende um unsere Migrantenjungs kümmern, leisten vermutlich mehr für die Integration als all die bezahlten Integrationshelferinnen in unseren Ämtern, Vereinen und Behörden.“ Dieses Statement war der Beginn einer wunderbaren Feindschaft zwischen mir und den Angestellten des Sozialapparats sowie deren politischen Zudienern in den Parlamenten.
Vorbild Fussball, Bieler Tagblatt, 2.7. von Alain Pichard

Abschaffung der Hausaufgaben soll Chancengerechtigkeit fördern

In Kriens werden die Hausaufgaben abgeschafft. Die Kinder freut dies. Die Lehrer sind kritisch. Während Mario Andreotti auf die vielen wichtigen Bereiche hinweist, die durch Hausaufgaben gefördert werden, bezeichnet Beat Zemp die Abschaffung der Hausaufgaben als ein spannendes Experiment. Doch letztlich geht es um die Frage, ob die Abschaffung wirklich die Chancengerechtigkeit erhöht, wie die Initianten betonen.
Beat Zemp vom LCH findet betreute Hausaufgabenstunden eine gute Lösung, Bild: Screenshot SRF
Schule ohne Hausaufgaben, SRF 10 vor 10, 2.7.

Walliser Primarschüler müssen länger in die Schule

Lehrpersonen wollen den Puls wegen der angekündigten Anhebung der Lektionen im Zyklus 1 spüren. Seitens Dienststelle für Unterrichtswesen heisst es, dass dem Bildungsdirektor derzeit ein ausgewogener Bericht vorliegt.
Bildungsdirektor Christophe Darbellay will, dass Kinder in der ersten Phase der obligatorischen Schule mehr zur Schule gehen. Also im Zyklus 1, dem 1. (1H) und 2. (2H) Kindergarten und der 1. (3H) und 2. (4H) Primarklasse. Im Kindergarten und in den ersten Primarschuljahren hätten die Kinder zusätzliche freie Halbtage und berufstätige Eltern dadurch Mühe, sich zu organisieren. Dies meinte Darbellay zu Beginn des Schuljahres im WB.
Lehrerschaft trifft Abklärungen betreffend Anhebung der Anzahl Lektionen
Kindergärtnerinnen wappnen sich, Walliser Bote, 26.6. 

Jegge nütze seine Freiheiten aus

Jürg Jegge war ein gefeierter Star, bis er als Pädophiler geoutet wurde. Wie der vermeintliche Vorzeigepädagoge Schüler jahrelang sexuell missbrauchen konnte, ohne dass es jemand bemerkte.
Verhängnisvolle Freiheiten, Thurgauer Zeitung, 30.6. von Florian Schoop

Jegge wurde gedeckt

Der Kaderbeamte, der den pädophilen Lehrer Jürg Jegge deckte, ist selber einem Lehrling zu nahe gekommen. Als der Skandal um Jürg Jegge vor einem Jahr aufflog, waren alle überrascht. Doch warnende Stimmen gab es schon vor fünfzig Jahren. Nur hörte niemand hin. Das zeigt die politische Aufarbeitung des Falls.
Jürg Jegge hatte einen gleichgesinnten Unterstützer im Volksschulamt, Aargauer Zeitung, 29.6. von Andreas Maurer

Krise im Lehrerberuf

«Schüler und Eltern gehen vermehrt auf Lehrer los», war Mitte Mai im Boulevardblatt «20 Minuten» zu lesen. Dabei seien selbst tätliche Angriffe keine Ausnahmen mehr. In Deutschland komme es fast an jeder zweiten Schule zu Gewalt gegen Lehrkräfte – ein Ergebnis, das sich ansatzweise auf die Schweiz übertragen lasse. So Franziska Peterhans vom Schweizerischen Lehrerverband. Schuld an diesen Übergriffen sei vor allem der fehlende Respekt gegenüber Lehrkräften, sagen Bildungsexperten.
Lehrer – ein schwieriger Beruf in der Krise, Thurgauer Zeitung, 2.7. von Mario Andreotti

1. Juli 2018

Zürich hat 830 Klassenopas und -omas

Der Fall Jürg Jegge hat auch in Embrach Nachwirkungen: Dort wo der einst gefeierte Reformpädagoge gewirkt und – wie man nun weiss – seine Schüler missbraucht hat. Zwar hat ein Untersuchungsbericht, den Bildungsdirektorin Silvia Steiner diese Woche präsentierte, festgestellt, dass die damaligen kantonalen und lokalen Behörden keine Schuld an den Übergriffen trifft. Dennoch will die Schule Massnahmen ergreifen, um Ähnliches möglichst zu vermeiden.
Opas im Klassenzimmer genauer prüfen, NZZaS, 1.7. von René Donzé

28. Juni 2018

Unzufriedenheit an der PH Bejune

Ein anonymes Schreiben kritisiert die Zustände an der PH BEJUNE (Berne-Jura-Neuchâtel). 
Une lettre anonyme à la HEP BEJUNE malgré un dialogue établi, Radio Fréquence Jura, 28.6.

Knaben benachteiligt

In der öffentlichen Volksschule des Kantons Baselland müssen Knaben fast doppelt so häufig als Mädchen sonderpädagogische Massnahmen in Anspruch nehmen. Der Anteil Knaben bei der Sonderschulung, in Klein-, Einführungs- und Integrationsklassen liegt im Schuljahr 2017/18 in den Primar- und Sekundarschulen bei 63 Prozent. Auch im Niveau A der Sekundarschulen sind die Männer 2017/18 mit 56 Prozent übervertreten. Dies geht aus dem neusten Newsletter des Statistischen Amtes des Kantons Baselland hervor.
Ist das Schulsystem männerfeindlich? Basler Zeitung, 27.6. von Thomas Dähler

Master ist kein Qualitätsmerkmal

Bildungsfragen sind en vogue und fordern den Staat auf, für bessere Ab- und Anschlüsse zu sorgen. Rückblickend auf meine Laufbahn vom Primarschüler bis zum Uni-Professor komme ich zum gegenteiligen Schluss: Weniger Bürokratisierung, weniger Politisierung, weniger Gleichmacherei; aber dafür mehr Freiheit für Lehrer und Schüler, mehr Eigenverantwortung für Studis und mehr Leistungsorientierung der Bildungsanbieter.
War früher alles besser? In der Primarschule waren wir in vier Klassen in einem Schulzimmer. Aber die meisten konnten besser lesen, schreiben und rechnen als die heutigen Viertklässler, die normalerweise von zwei Lehrpersonen, Sozialhelferinnen und Sonderpädagogen überbetreut und auf Moral getrimmt werden.
Bildungslücken und Reformkrücken, Basler Zeitung, 28.6. von Silvio Borner

Der Geist der Akadämlichkeit

Das moderne Akademiewesen hat ein überspezialisiertes, aber lebensunfertiges Diplomproletariat hervorgebracht. Von wem können junge Menschen heute noch etwas lernen?
Bei Diplomübergabefeiern sitzt der Tod der Neugier auf der Ehrentribüne, NZZ, 26.6. von Milosz Matuschek

Nationale Digitalisierungsstrategie für das Bildungswesen

Die Digitalisierung gehört zu den aktuellen Herausforderungen für das Bildungswesen Schweiz. Die Kantone arbeiten intensiv an diesen Fragen. Sie haben sich auf die Ziele einer nationalen Digitalisierungsstrategie für das Bildungswesen verständigt.