18. Februar 2019

Digitales Lesen bevorteilt Bildungsnahe


Wie steht es um die Kulturtechnik des Lesens mit zunehmenden digitalen Angeboten? Und wie sollen Kinder heute eigentlich das Lesen erlernen? Eine internationale Forschergruppe hat nun in der sogenannten Stavanger-Erklärung Empfehlungen dazu abgegeben. Der Universitätsprofessor Gerhard Lauer ist Mitglied dieser Gruppe und erklärt im Interview den Unterschied zwischen digitalem und analogem Lesen.
Bildschirm versus Buch - "Digitales Lesen müssen wir zuerst lernen", SRF, 18.2. von Sarah Herwig

Hundegestützte Pädagogik


Ayokas Deanston Takeshi of Doune Castle – alias Takeshi – hat seine Arbeit für die Schule Bergdietikon aufgenommen. Der Hund stattet seit Ende Januar den Schulklassen zusammen mit seiner Besitzerin, der schulischen Heilpädagogin Angie Theiler, Besuche ab, wie die Schule Bergdietikon in einer Mitteilung schreibt.
Takeshi begeistert die Schüler. Bild: zvg
Die Schule hat jetzt einen vierbeinigen Pädagogen, Aargauer Zeitung, 18.2.

Bern: Homeschooling immer beliebter


Im laufenden Schuljahr bleiben im Kanton Bern 576 schulpflichtige Kinder daheim. Den Unterrichtsstoff erhalten sie von den Eltern vermittelt. Das ist Rekord. Zwar sind 576 Schulkinder im Vergleich zur Gesamtzahl von fast 110000 Schulkindern und Kindergärtlern wenig. Und doch ist die Zunahme beim Homeschooling frappant: Innert zehn Jahren hat sich die Zahl mehr als verdreifacht.
Immer mehr Berner Eltern unterrichten Kinder daheim, Bund, 18.2. von Mireille Guggenbühler und Christoph Aebischer

17. Februar 2019

Zürich bei Sprachaufenthalten schwach


Eine Sprache lernt man am besten dort, wo sie gesprochen wird. Das ist die gängige Meinung, und auch unter Experten gelten die positiven Wirkungen von Sprachaufenthalten als unbestritten. Bund und Kantone haben sich denn auch auf die Fahne geschrieben, die Mobilität über die Sprachgrenzen hinweg zu fördern und vor einem Jahr eine gemeinsame Strategie verabschiedet. So weit die Theorie. In der Praxis zeigt sich im Kanton Zürich ein etwas anderes Bild: Ob ein Austauschprojekt zustande kommt, hänge nach wie vor primär vom Engagement – dem «feu sacré» – einzelner Lehrpersonen ab, sagt etwa Daniele Fumagalli, Prorektor und Französischlehrer an der Kantonsschule Zürich Nord.
Sprachaustausch: Der Kanton Zürich lässt Lehrer bei Sprachaufenthalten im Stich, NZZ, 17.2. von Linda Koponen

Eltern werden strenger


Ökonom Fabrizio Zilibotti glaubt, die Gesellschaft sei viel kompetitiver geworden. Das erkläre, warum die Eltern in der Erziehung heute strenger sind.
"Der Druck auf die Eltern hat zugenommen", sagt der Professor für Entwicklungsökonomie, NZZaS, 16.2. von Patrick Imhasly

Abwertung des Fachs Geschichte


Wenn wir von geschichtlichen Ereignissen, etwa vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges, hören oder lesen, mag sich uns die Frage aufdrängen, ob es in einer Zeit, die uns mit ihren eigenen Problemen schon voll in Anspruch nimmt, überhaupt noch angebracht sei, sich mit der Vergangenheit zu befassen. Die vielgehörte Antwort, es sei eben interessant zu wissen, was sich in früheren Zeiten zugetragen habe, kann uns nicht befriedigen; denn Interessantes finden wir in der Tagespresse und der Tagespolitik mehr als genug.
Geschichte ist wichtiger denn je. Aargauer Zeitung, 11.2. von Mario Andreotti

16. Februar 2019

Ausgliederung des Lehrmittelverlags sorgt für Ärger


Der Lehrmittelverlag kann erst in einem Jahr in eine Aktiengesellschaft überführt werden. Er behält vorerst die Rechtsform einer unselbstständigen Anstalt des Kantons. Der Kantonsrat hatte die Ausgliederung bereits am 11. April 2016 beschlossen. Umgesetzt werden sollte sie per 1. Januar 2019. «Bei der Vorbereitung der Überführung Ende 2018 zeigte sich, dass noch verschiedene finanzrechtliche Fragen offen waren», begründet der Regierungsrat in einer Mitteilung die einjährige Verzögerung.
Die Regierung verrechnet sich massiv, Zürichsee-Zeitung, 15.2.

Bildungskommission für Einführungsklassen

Die Bildungs- und Kulturkommission (BKK) des Basler Grossen Rates beantragt dem Grossen Rat einstimmig, mit einer Änderung des Schulgesetzes die rechtliche Grundlage für Einführungsklassen zu schaffen. Auch den damit verbundenen jährlichen Folgekosten von gut zwei Millionen Franken stimmt die BKK zu. Weiter unterstützt sie grossmehrheitlich den regierungsrätlichen Antrag, für den IT-Ausbau an der Sek II 2,85 Millionen Franken zu bewilligen. 
Nächste Hürde für Einführungsklasse, Schweiz am Wochenende, 16.2.

15. Februar 2019

Leistungslohn für Lehrer kommt - oder auch nicht


Vor zwei Wochen musste der Landrat die Beratung nach der Eintretensdebatte abbrechen. Gestern hat er nun das Personaldekret mit der Einführung eines Leistungslohns – Regierungsrat Anton Lauber (CVP) spricht zwar lieber von «Lohn für sehr gute Leistungen» – mit 51 gegen 31 Stimmen, bei einer Enthaltung, verabschiedet. Erstmals soll der Lohn für 2022 aufgrund der neuen Richtlinien ausbezahlt werden. Für die Lehrpersonen dürfte es allerdings später werden. Dort werden die Grundlagen für die lohnrelevanten Mitarbeitergespräche erst erarbeitet, wobei die Bemessung der Leistung einer Lehrperson nicht ganz einfach sein dürfte.
aus: Basler Zeitung, 15.2.

14. Februar 2019

Augen sind auf GFK gerichtet

Wie angekündigt, wurde gestern im Grossen Rat die dringliche Interpellation zu den Vorgängen an der PH Thurgau zurückgezogen. Jetzt liegt der Ball bei der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission (GFK).
«Unser Rückzug geschieht im Vertrauen darauf, dass die GFK den im Raum stehenden Fragen gründlich nachgeht, dass sie mit allen Betroffenen spricht, dass sie zeitnah und transparent kommuniziert», begründete Erstunterzeichner Peter Dransfeld (GP, Ermatingen) gestern im Parlament den Schritt.
Freistellung, Thurgauer Zeitung, 14.2. von Christian Kamm

Schulleitungen bestimmen selbst über Sonderpädagogik-Lektionen


Seit Jahren wird im Baselbiet um neue Regeln für die Sonderpädagogik an der Volksschule gestritten. Eine erste, vom damaligen Bildungsdirektor Urs Wüthrich erarbeitete Vorlage wurde im Juni 2014 vom Landrat zurückgewiesen. Es war eine der bittersten Niederlagen für den SP-Regierungsrat, die ihn über einen vorzeitigen Rücktritt nachdenken liess. Wüthrichs Nachfolgerin Monica Gschwind (FDP) hat das schwierige Thema unter neuen Vorzeichen wieder aufgerollt. Nach jahrelanger Arbeit und umfassendem Vernehmlassungsprozess überweist die Regierung dem Parlament nun eine neue Vorlage. Die bz beantwortet zum komplexen Geschäft die sieben wichtigsten Fragen.
Förder-Kontingente für Schulen, Basellandschaftliche Zeitung, 14.2. von Hans-Martin Jermann

FDP Baselland will Roboter


FDP-Vizepräsidentin Naomi Reichlin sprach sich für die Digitalisierung der Schulen aus, indem man einerseits die entsprechende Weiterbildung der Lehrpersonen und anderseits den Einsatz von Robotern im Unterricht fördere. Dies, «weil zwei Drittel der Kinder, die heute mit der Primarschule beginnen, später einen Job ausüben werden, den es heute noch gar nicht gibt». Ein klares Bekenntnis legte Reichlin zur bikantonalen Trägerschaft der Uni Basel ab.
aus: Baselbieter FDP setzt auf Innovation und starke Wirtschaft, Basler Zeitung, 14.2.

Abwägen zwischen IF und Sonderschulung in Baselland weiterhin möglich


Die Baselbieter Regierung hat den Streit um die Sonderpädagogik entschärft: Die Vorlage von Regierungsrätin Monica Gschwind wurde nach dem Vernehmlassungsverfahren überarbeitet und eröffnet nun in der neuen Form den Schulen grossen Gestaltungsspielraum. Anders als etwa in Basel-Stadt soll es den Schulen im Baselbiet weiterhin überlassen werden, zwischen der integrativen Förderung und der Sonderschulung abzuwägen. Bei der Vorlage handelt es sich um eine Nachbesserung. 2014 war Gschwinds Vorgänger Urs Wüthrich damit gescheitert.
Sonderpädagogik-Streit entschärft, Basler Zeitung, 14.2. von Thomas Dähler

Gute Aussichten für neues Baselbieter Sonderpädagogik-Konzept


Die Sonderpädagogik ist ein heisses Eisen, die Massnahmen sind je nach Betroffenheit höchst umstritten. «Die Förderung der Kinder und Jugendlichen muss stets im Zentrum stehen», sagte gestern der Baselbieter Leiter des Amts für Volksschulen bei der Präsentation der vorgesehenen neuen gesetzlichen Grundlagen für die Sonderpädagogik. Die Maxime ist einleuchtend, aber nicht ganz einfach umzusetzen, denn zur Diskussion stehen dabei immer auch die Kosten, die Ansprüche der Lehrerinnen und Lehrer, die Wünsche der Eltern und der Bedarf an Fachpersonen.
Die Kids stehen im Fokus, Basler Zeitung, 14.2. von Thomas Dähler

Stern: "30 Prozent gehören nicht ins Gymnasium"

In diesen Wochen fällt für viele Kinder der Entscheid, ob sie ins Gymnasium kommen oder nicht. Kürzlich hat der Schweizer Wissenschaftsrat mit einer Studie aufgeschreckt, dass das Schweizer Schulsystem unsozial sei und Chancengerechtigkeit eine Utopie bleibe. Was ist davon zu halten? Darüber sprechen wir mit Elsbeth Stern. Die 61-jährige renommierte Psychologin hat seit 2006 den Lehrstuhl für empirische Lehr- und Lernforschung an der ETH Zürich inne und leitet das Institut für Verhaltensforschung.
"Wir brauchen die Schlauen", Weltwoche, 14.2. von Katharina Fontana

13. Februar 2019

Neuer Anlauf für Sonderpädagogik in Baselland


Die Baselbieter Regierung will die Sonderpädagogik an den Schulen neu organisieren. Sie hat am Mittwoch eine entsprechende Vorlage dem Landrat überwiesen. Eine erste Vorlage hatte das Parlament 2014 zurückgewiesen.
Baselbieter Regierung überweist Sonderpädagogik-Vorlage, Basellandschaftliche Zeitung, 13.2.

Von der offenen Vision zum praxisfernen Dogma


Möglichst alle Kinder sollen gemeinsam in Regelklassen unterrichtet werden. Mit dieser sozialen Leitidee sollen Ausgrenzungen vermieden und die Chancengerechtigkeit erhöht werden. Doch die Umsetzung des Konzepts ist keine Erfolgsgeschichte. Die schulische Integration von stark verhaltensauffälligen Kindern und Schülern mit besonderen Bedürfnissen ist zu einer offenen Dauerbaustelle geworden. Die Kosten laufen aus dem Ruder, die Klassenlehrpersonen beklagen sich über die hohe Mehrbelastung und die wenigen Heilpädagoginnen eilen von Zimmer zu Zimmer, um pädagogische Feuerwehrarbeit zu leisten.
Von der offenen Vision zum praxisfernen Dogma, Zürcher Oberländer, 13.2. von Hanspeter Amstutz

Von Lucien Favre lernen


Wo immer Lucien Favre wirkt, hat er Erfolg. Kern ist seine intensive Arbeit mit jedem einzelnen Spieler – durch persönliches Vorzeigen und systematisches Üben, durch Animieren und Inspirieren, durch Vermitteln von fussballerischem Wissen und Können. Der Trainer als Fussball-Lehrer: eine pädagogische Aufgabe!


Auch Wissen zählt - der Lehrer muss mehr sein als ein Coach, Aargauer Zeitung, 13.2. von Carl Bossard

Neuer Vorstand der GBW


Am 26.01.2019 hat die gut besuchte Mitgliederversammlung der Gesellschaft für Bildung und Wissen e.V. in Köln Prof. Dr. Andreas Gruschka und Prof. Dr. Hans-Peter Klein für ihren unermüdlichen Einsatz gedankt und einen neuen Vorstand gewählt.

Der neue Vorstand der GBW (v.l.n.r.): Prof. Dr. Jochen Krautz, Prof. Dr. Karl-Heinz Dammer, Monika Reusmann, Dr. Matthias Burchardt; nicht im Bild: Prof. Dr. Carl Bossard, Prof. Dr. Konrad-Paul Liessmann, Bild: gbw

Rückzug der PH-Interpellation


Die vier Kantonsräte, die mit einer dringlichen Interpellation verschiedene Fragen zur Pädagogischen Hochschule Thurgau (PH) einreichten, ziehen ihren Vorstoss an der heutigen Grossratssitzung wieder zurück. Das bestätigt einer der Interpellanten, Peter Dransfeld (GP, Ermatingen), auf Nachfrage. Von verschiedenen Seiten des Parlaments seien sie um den Rückzug ersucht worden. Dies hauptsächlich vor dem Hintergrund, dass sich im Anschluss an die Sitzung des Grossen Rates die gesamte Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission (GFK) zu einer ausserordentlichen Sitzung trifft. Zu dieser sind auch die Mitglieder des PH-Hochschulrates vorgeladen. Sie haben die umstrittene Freistellung des Prorektors beschlossen. «Wir haben den Eindruck bekommen, dass die GFK dieses Thema nun mit grosser Ernsthaftigkeit angeht, sodass auch gegenüber Personal und Bevölkerung ein Zeichen des Vertrauens entsteht», sagt Dransfeld. Er hoffe, dass dabei auch der GFK-Präsident «einen geeigneten Umgang mit der Befangenheit findet». 
Rückzug der dringlichen PH-Interpellation, Thurgauer Zeitung, 13.2.

12. Februar 2019

Mutter klagt gegen Timeout


Ihr Sohn hat Mitschüler gewalttätig attackiert und sich einen Deut um die Intervention der Lehrer gekümmert. Trotzdem zog die Mutter gegen eine Disziplinarmassnahme bis vor Verwaltungsgericht.
Mutter blitzt mit Klage ab - Sohn zu Recht aus Schule ausgeschlossen, Solothurner Zeitung, 11.2. von Urs Moser

Eltern sollen für Deutschunterricht bezahlen

«Wir Thurgauer sind eben widerspenstig», sagt Urs Schrepfer und lacht. Der Satz fällt zum Schluss eines langen Gesprächs, doch eigentlich findet der Schulleiter und SVP-Kantonsparlamentarier die Diskussion gar nicht lustig. Im Gegenteil: Wie viele seiner Grossratskollegen fühlt er sich missverstanden. Schrepfer gehörte 2015 zu den treibenden Kräften hinter einer Änderung des Thurgauer Volksschulgesetzes. Damals beschloss dasParlament, dass Eltern den Deutschunterricht mitfinanzieren müssen, wenn ihre in der Schweiz geborenen Kinder beim Kindergarteneintritt die Landessprache noch nicht sprechen.
Thurgau provoziert einen Streit, Basler Zeitung, 12.2. von Raphaela Birrer

11. Februar 2019

Zwingend eine Wanderung, eine Schulreise und einen Sporttag


Der Kanton Uri regelt die finanzielle Beteiligung der Eltern an der Volksschule neu. Die Änderungen sind nötig, da das Bundesgericht 2017 festgehalten hat, dass die Volksschule grundsätzlich unentgeltlich ist und den Eltern minimale Kosten verrechnet werden dürfen.

10. Februar 2019

Der LCH und die künstliche Intelligenz

Die rasante Entwicklung digitaler Technologien hat nicht nur Auswirkungen auf die Schule und die Arbeitswelt, sondern auch auf die Stellenbewerbung. Zunehmend verlangen Firmen heute digitale Bewerbungsunterlagen. Vor allem Grossfirmen setzen vermehrt Algorithmen ein, welche die Unterlagen auswerten und eine Vorselektion treffen. Nur wer es durch diesen automatischen Filter schafft, wird möglicherweise für ein Bewerbungsgespräch eingeladen. Andere Firmen gehen sogar noch weiter und setzen intelligente Chatbots ein, die gleich selbst ein Bewerbungsgespräch führen können, während andere die Mimik von Bewerbenden in Videogesprächen analysieren.
Bewerbungsgespräch mit künstlischer Intelligenz, Bildung Schweiz, 5.2. von Beat A. Schwendimann


Das Ganze im Blick behalten


Eine kompetenzorientierte PISA-Pädagogik ruft nach Reformen. Die Schule wird darum in vielen Teilen umgebaut. Nur, kann aus den vielen Teilen jenes Ganze entstehen, das den Bildungsnotwendigkeiten gerecht wird.
Orientierung kommt aus dem Ganzen, Journal21.ch, 10.2. von Carl Bossard