26. Mai 2019

Liebe EDK, es wären da noch ein paar offene Fragen

Nach drei, respektive zwei, Jahren hat sich die EDK getraut, die unbestritten miserablen Resultate der "Überprüfung der Grundkompetenzen" (ÜGK) in Mathematik, Erst- und erster Fremdsprache zu publizieren. Der hier aufgelistete Fragenkatalog ist keinesfalls endgültig und wird wohl von verschiedenen Seiten noch ergänzt und verlängert.
Fragen über Fragen, Urs Kalberer, 26.5.

Die rhetorischen Nebelpetarden der EDK


Schüler schnitten im Schweizer «Pisa»-Test in Mathematik schlecht ab, weil die Aufgaben zu schwierig waren. Nur drei von fünf Schülern können gut rechnen. Das zumindest ist das Resultat des ersten landesweit durchgeführten Schülertests. Die Ergebnisse wurden am Freitag veröffentlicht. Der ernüchternde Befund im Fach Mathematik steht im Widerspruch zum Abschneiden der Schweizer Schüler beim Pisa-Test der OECD: Dort erzielten sie 2015 einen Spitzenplatz.
Beim Mathe-Test versagten die Prüfer, Sonntagszeitung, 26.5. von Nadja Pastega

Fokus auf Grundlagen


Nur gerade 60 Prozent der Jugendlichen können am Ende der obligatorischen Schulzeit ordentlich rechnen. Dies hat eine grossangelegte Untersuchung ergeben, die am Freitag präsentiert wurde. Das Resultat ist enttäuschend. Am schlechtesten haben jene Kantone abgeschnitten, die über alle neun Schuljahre am wenigsten Mathelektionen hatten.
Schule: Üben hilft, NZZaS, 26.5. von René Donzé

Warnung vor Schnellschüssen

Im neuen Blog "Condorcet Bildungsperspektiven" findet sich ein Artikel, der vor voreiligen Schlüssen aus dem Schulvergleichstest warnt.
Nationale Vergleichsteste: Vor Schnellinterpretationen sei gewarnt - lesen Sie die Packungsbeilage, 25.5. 

Zürich rätselt


Auch in Zürich haben über 3200 Primarschülerinnen und Sekundarschüler am Computerbildschirm Multiple-Choice-Antworten zu kurzen Texten angeklickt oder mathematische Ergebnisse eingetippt. Die gute Nachricht: Ihre durchschnittlichen Ergebnisse unterscheiden sich in keinem Fach signifikant vom Schweizer Durchschnitt. Sie liegen demnach bezüglich ihrer Grundkompetenzen in Mathematik und Sprachen im Mittelfeld. Die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner (cvp.) – die als Präsidentin der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) am Freitagmorgen noch zu den nationalen Ergebnissen in Bern referierte – sprach denn nachmittags in Zürich auch von einem guten Ergebnis.
Nationaler Schulvergleich: Zürich liegt im Mittelfeld und rätselt über gewisse Besonderheiten, NZZ, 24.5. von Lena Schenkel

Luzern in Mathe schwächer als Nachbarn


Die Schulsysteme der Kantone sollen sich mit dem Lehrplan 21 angleichen. Um den Stand der Harmonisierung zu zeigen, haben die kantonalen Erziehungsdirektoren die Kenntnisse der Schüler überprüft. Nun liegen erstmals Zahlen vor (mehr Informationen auf Seite 5). Überprüft wurden 2016 bei Schülern Ende der obligatorischen Schulzeit Kompetenzen im Fach Mathematik. Im Jahr 2017 wurden die Fächer Deutsch und Englisch Ende der 6. Klasse getestet. Teilgenommen haben je rund 1300 Luzerner Schüler.
Bei der Mathematik hapert's - besonders in Luzern, Luzerner Zeitung, 24.5. von Roseline Troxler

Zemp: Schwaches Ergebnis


Beat Zemp, Präsident des Schweizer Lehrerverbands, über die Resultate des ersten nationalen Schulvergleichs.
"Das Ergebnis ist schwach". Schweiz am Wochenende, 26.5. von Yannick Nock

Unterschiedliche Reaktionen aus den beiden Basel


Auf die im nationalen Vergleich schwachen Resultate bei den Vergleichstests haben die beiden Basel unterschiedlich reagiert. In Liestal stellte Bildungsdirektorin Monica Gschwind an einer breit angelegten Medienkonferenz Massnahmen in Aussicht. Aus Basel-Stadt gab es keine offizielle Reaktion; Erziehungsdirektor Conradin Cramer sagte der Nachrichtenagentur SDA, man habe die Resultate so erwartet und werde mit der Förderung des sprachbewussten Unterrichts fortfahren, auch mit Blick auf die Mathematik. 

Die Resultate der Erhebungen zu den Grundkompetenzen in Mathematik, Deutsch und der ersten Fremdsprache sind für die beiden Basel ernüchternd. Im Vergleich der Kantone liegt Basel-Stadt auf dem letzten, Baselland auf dem vorletzten Platz.
Baselland reagiert, Basel bleibt gelassen, Basler Zeitung, 25.4. von Thomas Dähler

Economiesuisse: Warnsignal


Die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) hat die Ergebnisse der ersten nationalen Erhebung zum Stand der Grundkompetenzen in der Volksschule präsentiert. Im Bereich der Mathematik fallen die Resultate in mehreren Kantonen unbefriedigend aus. Aus Sicht von economiesuisse darf dies keinesfalls zum Anlass genommen werden, das Anforderungsprofil nach unten zu korrigieren.
Zu grosse Unterschiede bei den Mathematik-Kompetenzen, Economiesuisse, 24.5.

Überprüfung der Grundkompetenzen


Die Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK/COFO/VeCoF)  ist die erste nationale Leistungsuntersuchung mit standardisierten Messinstrumenten in der obligatorischen Schule in der Schweiz. Im Auftrag der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) wurde überprüft, inwieweit die nationalen Bildungsziele erreicht wurden. Diese nationalen Bildungsziele wurden als Referenzkriterien für die Harmonisierung der Schulsysteme definiert, eine Aufgabe die die Kantone per Bundesverfassung zu erfüllen haben. Diese Überprüfung erfolgt jeweils in unterschiedlichen Domänen und unterschiedlichen Schuljahren.
Hier die Links zu den Berichten:

Basel fällt sowohl in Mathe wie auch in den Sprachen ab


Lange hat sich die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) geziert, die Ergebnisse der ersten schweizweiten Erhebung von Grundkompetenzen in der Volksschule offenzulegen. Am Freitag ist nun endlich publiziert worden, wie gut die Sechstklässler ihre Schulsprache beherrschen, wie weit sie beim Lernen der ersten Fremdsprache sind und wie viel an Mathematik bei Sekundarschülern zum Ende der Schulzeit hängengeblieben ist. Getestet wurde, wie viele Schülerinnen und Schüler die Grundkompetenzen erreichen, die 2011 im Rahmen der Harmonisierung der nationalen Bildungsziele definiert wurden. Die jetzt publizierten Erhebungen fanden bereits vor drei (Mathematik) und zwei Jahren (Sprachen) statt.
Katastrophales Zeugnis für die Basler Schulen, NZZ, 24.5. von Jörg Krummenacher

Aargau Mittelmass


Bei der nationalen Überprüfung der schulischen Grundkompetenzen mit Tests in Mathematik und Sprachen liegen Aargauer Schülerinnen und Schüler im Vergleich mit anderen Kantonen in der Mitte.
Grundkompetenzen: Aargauer Schülerinnen und Schüler sind Mittelmass, Aargauer Zeitung, Jörg Meier, 24.5.

Innerrhoden brilliant


Die Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen wurde im Rahmen der obligatorischen Schulzeit zum ersten Mal schweizweit durchgeführt. Die publizierten Ergebnisse attestieren den Schülerinnen und Schülern von Appenzell I.Rh., dass sie im Vergleich zu den anderen 25 Kantone bestens unterwegs sind.
Innerrhoder Volksschule schneidet brillant ab, Appenzell 24, 24.5.

Lern-Häppchen in der Fastenzeit


Die Zeit des Ramadans ist für viele Lehrerinnen und Lehrer an Schweizer Schulen mit Migrantenkindern eine teils grosse Herausforderung. Flexibilität der Lehrpersonen sei in diesen Perioden besonders stark gefragt, meint ein Gesprächspartner gegenüber Radio SRF. Doch es gebe «immer Lösungen, aber man muss gut kommunizieren.»
Ramadan an Schweizer Schulen, SRF, 24.5. von Rafael von Matt
Leitfaden Ramadan, Universität Luzern

Grundkompetenzen: Basel nicht erstaunt, Baselland schon


Für den Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer ist das schlechte Abschneiden der Schülerinnen und Schüler aus Basel-Stadt unschön, aber nicht überraschend. «Als einziger Stadtkanton schweizweit schneiden wir oft schlecht ab bei solchen Studien», sagt Cramer gegenüber Radio SRF. «Der Vergleich mit anderen Kantonen ist schwierig weil wir eine ganz andere Struktur haben.»
Bei Mathe und Französisch hapert es in der Schule, SRF Regional, 24.5.

25. Mai 2019

Larcher: Lehrpersonen sollen Schule mitgestalten


Die Lehrpersonenbildung steht in der Kritik. Auch bei den Studierenden. Die Ausbildung sei zu theoretisch und zu akademisch, heisst es. Doch welche Lehrpersonen braucht die Schule der Zukunft und wie sollen sie ausgebildet werden?
Sabina Larcher, Direktorin der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (PH FHNW), reagiert im Interview auf die Kritik und erklärt, wie die Pädagogische Hochschule den gesellschaftlichen Wandel zu antizipieren versucht und was das für die Ausbildung bedeuten könnte.
Sabina Larcher ist seit 2015 Direktorin der Pädagogischen Hochschule der FHNW, Bild: AZ
Direktorin Sabina Larcher zur Kritik an der Lehrer-Ausbildung: "Ich mag den Begriff Lern-Coach nicht". Solothurner Zeitung, 24.5 von Jörg Meier

Ist die integrative Schule am Ende?


Für viele Lehrerinnen und Lehrer aber auch Eltern ist die integrative Schule am Ende. Vor allem verhaltensauffällige Problemschüler bringen die Lehrpersonen an die Grenzen ihrer Kräfte. Ist das integrative Modell gescheitert? Soll man die Kleinklassen wieder einführen? 

22. Mai 2019

Es braucht Zuversicht


Wer mit Kindern unterwegs ist, wer Jugendliche auf ihrem Lern- und Lebensweg begleitet, der muss ein Geschwisterpaar an seiner Hand führen: die Zuversicht auf der einen und den Optimismus auf der anderen Seite. Nicht den blinden Optimismus und nicht die naive, illusionäre Zuversicht mit dem schnell zitierten positiven Denken. Auch nicht der kitschige Blick durch die rosa-rote Brille. Nein, es ist das Aufklärungsvertrauen, die Zuversicht als menschliche Grundhaltung – für junge Menschen eine Art mentaler Lebensversicherung und damit grundlegender Treibstoff des Lebens. Seelische Ressourcen leben von dieser Antriebsenergie der Zuversicht.
Vom pädagogischen Wert der Zuversicht, Journal 21, 22.5. von Carl Bossard

Verkümmerung der musisch-ästhetischen Bildung

Wer die andauernden Forderungen nach Bildungsreformen verfolgt, erkennt schnell wiederkehrende Muster. Die zentrale Forderung ist die ökonomiekonforme Verkürzung des Unterrichts auf Wirtschafts- und Technikfächer und damit auf vermeintlich berufsbezogene Kompetenzen. Von einer umfassenden Bildung, bei der die rationale und die ästhetische Seite im jungen Menschen geschult wird, ist dabei kaum noch die Rede.
Andreotti: Wirtschafts- und Technikfächer sind auf dem Vormarsch. Bild: BZ Nordwestschweiz
Was Bildung wirklich ist, Basellandschaftliche Zeitung, 22.5. von Mario Andreotti

Förderprogramm für Schüler mit Migrationshintergrund


Wer heute im Kanton Aargau eine Matura oder Berufsmatura absolviert, ist mit grosser Wahrscheinlichkeit Schweizer und kommt aus eher gut situierten Verhältnissen. Ein Programm soll mehr Chancengerechtigkeit bringen.
Kanti Baden und drei Oberstufen fördern gezielt begabte Schüler mit Migrationshintergrund, Badener Tagblatt, 17.5. von Martin Rupf

20. Mai 2019

Integration bewährt sich nicht


Jetzt kommt das Schlamassel ans grelle Tageslicht. Gemäss der Arbeitszeiterhebung des Lehrerverbands finden 90% der Befragten, dass besonders herausfordernde Schüler die Lehrpersonen an die Grenze ihrer Kräfte bringen. Auch das Regelschulsystem sei gefährdet und die zunehmende Heterogenität in den Klassen kaum mehr zu bewältigen. Trotzdem geben CH-Lehrerpräsident Zemp und der Basler Synodalpräsident Hritier immer noch nicht zu, dass diese voreilig und aus rein ideologischen Gründen eingeführte integrative Schule hochkant gescheitert ist. Das System bewährt sich auch nicht „grundsätzlich“,wie diese beiden Herren stur behaupten, sondern eben gerade gar nicht. Ihre Floskeln haben wir nun schon zur Genüge gehört. Man kommt nicht mehr darum herum: es braucht dringend wieder Kleinklassen, und zwar nicht nur in Einzelfällen „nach sorgfältiger Abklärung“, wie Zemp sich ausdrückt, sondern generell. „Abklärungen“ haben nämlich die betroffenen Kinder meist schon mehr als genug auf dem Buckel, da braucht es nicht stets noch x neue.
Sonntagszeitung, 19.5. Leserbrief von Bruno Pfister

Bildung ist mehr als Ausbildung


Worin unterscheiden sich Ausbildung und Bildung? Und inwiefern ist Bildung nicht nur ein Vermitteln von Wissen, sondern auch von Werten? Solche Fragen sind am Donnerstagabend am NZZ-Redaktionssitz bei einem Podium zum Thema «Bildung–Menschen mit Kopf und Herz» erörtert worden. 
Bildung mit Werten statt nur mit Wissen, NZZ, 17.5. von Lena Schenkel (NZZ-Podium zur Macht und Ohnmacht der Pädagogik)

Erzählungen für spannenden Geschichtsunterricht


Haben Sie lebendige Erinnerungen an Ihren Geschichtsunterricht in der Volksschule?Wenn ja, dann dürften packende Erzählungen und anregende Klassengespräche wohleine wichtige Rolle gespielt haben. Wenn nein, dann besuchten Sie vermutlich bei einem Langweiler den Geschichtsunterricht.
Was ist los mit unserem Geschichtsunterricht? 15.5. von Hanspeter Amstutz

Mehr Informatik gefordert


Mehr Informatik in der Sek gefordert Der Baselbieter Landrat fordert mehr Informatik-Unterricht auf der Sekundarstufe 1: Er hat eine Motion von Grünen-Fraktionschef Klaus Kirchmayr mit 59 zu 17 Stimmen an die Regierung überwiesen. Es fehle heute an einer fixen Stundendotation im Fach Informatik und Medien, viele Sekundarschulen müssten improvisieren. Baselland bilde punkto Informatikausbildung das Schlusslicht unter den Kantonen. Mit Überweisung der Motion muss Baselland nun mindestens zum Durchschnitt der Kantone aufholen.
Quelle: Basellandschaftliche Zeitung, 17.5.

Unkluger Harmos-Entscheid wird korrigiert


Der Entscheid im Landrat des Kantons Baselland war deutlich: Eltern sollen ihr Kind ein Jahr später einschulen dürfen, wenn sie dies wollen. Mit 54 zu 21 Stimmen hat das Parlament diese Woche den Regierungsrat beauftragt, das Bildungsgesetz so zu revidieren, dass Eltern ihr Kind ohne eine ärztliche oder schulpsychologische Abklärung oder weitere Begründungen ein Jahr später in das erste Kindergartenjahreintreten lassen können. Damit korrigiert der Kanton eine Fehlentwicklung, die auf den Beitritt zum Harmos-Konkordat zurückgeht.
"Je früher" ist nicht "desto besser", Basler Zeitung, 18.5. von Thomas Dähler