23. September 2018

Fleiss schlägt Begabung


Hans Ulrich Gumbrecht steht auf, wenn andere noch tief schlafen, er schreibt stets an mehreren Publikationen gleichzeitig, und er sucht auch nach seiner Emeritierung in Stanford nach dem intensiven Leben. René Scheu hat mit dem deutsch-amerikanischen Intellektuellen über späte Träume und frühe Traumata gesprochen.
Unerschrocken: der Romanist und Philosoph Hans Ulricht Gumbrecht, Bild: Christoph Ruckstuhl
"Ich arbeite so viel, dass es mir gelingt, wirklich Begabte aus dem Feld zu schlagen, NZZ, 22.9. von René Scheu

20. September 2018

Auch in Zukunft Basler Skilager


Nach dem Bundesgerichtsentscheid im Dezember 2017 stand das Ende der Skilager im Raum. Damals hatte das Bundesgericht entschieden, dass ein obligatorisches Schullager im Kanton Thurgau die Eltern nicht übermässig belasten darf. Das Gericht hat die Kostenbeteiligung von Eltern damit stark eingeschränkt.
Basler Kinder fahren weiterhin ins Skilager, Basler Zeitung, 17.9.

Filiale der OECD


An den kontroversen Leistungschecks lassen sich drei schulspezifische Problematiken ablesen. 1. Innerhalb des Schonraums der öffentlichen Schule findet kein Wettbewerb statt. Folglich überleben in der Praxis nicht umsetzbare Totgeburten wie der Lehrplan 21 als Grundlage der kantonalen Checks.
Alle vier Bildungsdirektoren verteidigen einheitliche Checks; Basler Zeitung 18.9. Leserbrief von Felix Hoffmann

Neuer Anlauf für freie Schulwahl


Schon vor 22 Jahren hat Pia Amacher gekämpft: Strippen gezogen, diskutiert und referiert. Sich dafür eingesetzt, dass Kinder in der ganzen Schweiz nicht unter einem für sie unpassenden Schulsystem leiden müssen, den Schulbesuch verweigern oder psychische Blessuren davontragen, weil sie alles überfordert.
Erneuter Anlauf für freie Schulwahl für alle, Basler Zeitung, 20.9. von Franziska Laur

Kampf um Schreibmethoden


Um die Methode „Lesen durch Schreiben“, auch bekannt als „Schreiben nach Gehör“, tobt seit Jahren ein Kulturkampf. Unlängst hatte Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) den Grundschullehrkräften in ihrem Bundesland den Einsatz verboten. Am Wochenende ist eine Studie veröffentlicht worden, die ihr Recht zu geben scheint. Danach führt der klassische „Fibel-Unterricht“ bei Grundschülern zu deutlich besseren Rechtschreibleistungen als Methoden wie „Lesen durch Schreiben“ oder „Rechtschreibwerkstatt“ (News4teachers berichtete). Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, fordert angesichts der Untersuchung ein bundesweites Verbot der Methode – bekommt aber dafür heftigen Widerspruch vom VBE.
"Studie zu "Lesen durch Schreiben" befeuert Debatte zum Verbot der Methode, News4Teachers, 18.9.

Leistungsdruck macht Schüler krank


Heutige Schüler haben es nicht leicht. Die Schule fordert in hohem Masse und die Freizeit ist reglementierter als früher. Selbst beim Fussball oder in der Musikschule sind Leistung und Disziplin gefragt. Wo bleibt da der Spass, die Entspannung? Der Schulpsychologe Basil Eckert wünscht sich mehr Gelassenheit für Kinder und im Umgang mit ihnen. 
"Schüler brauchen ein Wohlfühlklima", Basellandschaftliche Zeitung, 19.1. von Susanne Holz

Streit um richtige Methode für Schreiben und Lesen


Nachdem eine Untersuchung gezeigt hat, dass „Schreiben nach Gehör“ beziehungsweise „Lesen durch Schreiben“ schlechte Ergebnisse bringt, verteidigen Experten die Methode. Dabei ist sie ein Auslaufmodell. Immer weniger Länder wenden sie im Unterricht an.
Wie gut ein Kind schreiben lernt, hängt hierzulande vom Wohnort ab, Zeit, 20.9.

16. September 2018

Nachhilfestunden nach vier Wochen


Quelle: Facebook
https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=10215327323629768&id=1035902610 

Unterqualifizierte Lehrer

Die geburtenstarken Jahrgänge beginnen derzeit die obligatorische Schule. Das Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichte am Montag das Szenario für das Bildungssystem 2018 bis 2027. Demnach wird auf allen Stufen ein Anstieg von 12 bis 15 Prozent erwartet. Den kräftigsten Anstieg der Schülerzahlen wird es auf Sekundarstufe I geben: Die Statistiker prognostizieren bis 2027 einen Anstieg von 15 Prozent auf 274'600 Schüler. Im Kanton Zürich wird auf Sekundarstufe ein Schüleranstieg von 25 Prozent erwartet.
Führt der Lehrermangel zu schlechten Lehrern? 20 Minuten, 14.9.

E-Learning an der Schule

Roland Itten diskutiert mit Stéphanie Kioutsoukis, Kurt Neujahr und Alain Pichard.
Telebielingue.ch, 7.9.

Schulreformen Wil: Es besteht Leidensdruck

Auf Einladung der Initiativgruppe Starke Volksschule St. Gallen referierte im Hof zu Wil der langjährige Wiler Kleinklassenlehrer, Sonderpädagoge und Erziehungswissenschaftler René Walcher zum Thema „Die Wiler Schulreformen auf dem Prüfstand.“ Die fachkritische Bestandesaufnahme des Referenten stellte die positive Wirkung der „neuen“ Unterrichtsformen in Frage. Die lebhafte Diskussion bestätigte seine Befunde: Es besteht Leidensdruck. 
Schulreformen in der Stadt Wil: Es besteht Leidensdruck, Hallowil, 13.9. von Peter Küpfer 

Vom Einfachen zum Komplexen

Wie lernen Kinder die Rechtschreibung am besten? Psychologen haben drei Methoden unter die Lupe genommen, die derzeit an Schulen angewendet werden. So richtig gut funktioniert ihrer Meinung nach nur die klassische Methode.
Rechtschreibung lernen die Kinder am besten mit einer Methode, Welt, 16.9. von Yuriko Wahl-Immel

13. September 2018

Cramer verteidigt Notendeckel

Der Zeitdruck sei sehr gross gewesen. Die eingeführten Massnahmen zur Stabilisierung der Gymnasialquote bereits auf das Schuljahr 2018/19 hätten deswegen nicht mit allen relevanten Gremien vertieft besprochen werden können, verteidigte Erziehungsdirektor Conradin Cramer gestern im Grossen Rat sein Vorgehen. Gleichzeitig sprach er aber auch von einem «Ausnahmefall». Mit der Schulharmonisierung ist die Gymnasialquote im Kanton BaselStadt sprunghaft angestiegen. In diesem Jahr auf rund 45 Prozent. Damit werde das Ziel der Harmonisierung, der Stärkung der Berufsbildung und der Stabilisierung der Gymnasialquote, verfehlt. Cramer führt die hohe Quote unter anderem darauf zurück, dass im höchsten Niveau der Sekundarstufe, im P-Zug, teilweise zu hohe Noten vergeben werden. Die Anforderungen wurden deshalb verschärft. 
Cramer verteidigt Notendeckel, Basellandschaftliche Zeitung, 13.9.

12. September 2018

Reformen für die Katz?

Dank seinem Biologielehrer hätten Hunderte von Schülern später die propädeutischen Examina als Mediziner mühelos bestanden, erzählte Karl Schmid 1970 vor versammelter Zürcher Schulsynode. Er habe es eben verstanden, die Elemente des biologischen Verstehens an wenigen, ausgewählten Organen und Funktionen unvergleichlich genau und sorgfältig zu entwickeln. Sehr viel Pragmatisches, das man in jedem Buch nachschlagen könne, habe er hingegen bewusst vernachlässigt. Schmid, damals Präsident des Schweizerischen Wissenschaftsrates, wählte das Beispiel, um «das Wesentliche der Schule» zu illustrieren.
Illustration: Peter Gut

Schulreformen: Für die Katz oder für die Kids, NZZ, 12.9. von Walter Bernet

11. September 2018

Kein neues System für den Solothurner Kindergarten

Der Eintritt in den Kindergarten ist ein grosser Schritt – für Kinder und Eltern. Die ganz Kleinen sollen deshalb möglichst sanft in die erste Stufe der Volksschule starten können. Davon sprachen am Dienstag alle Redner im Kantonsrat. Ob ein optimaler Einstieg mit dem jetzigen System allerdings möglich ist oder nicht, darüber wurde diskutiert. So fand etwa CVP-Kantonsrat Michael Ochsenbein (Luterbach), dass es eine neue Regelung braucht.
Weicher Einstieg bereits garantiert: Kantonsrat will keinen "provisorischen Chindsgi", Oltner Tagblatt, 5.9. von Noëlle Karpf

Die öffentliche Schule ist bedroht

Die Schaffung der öffent­lichen Volksschule in der Schweiz ist eine Leistung des 19. Jahrhunderts. Während die Schule bisher eine Angelegenheit der Kirchen war, wird sie nun zur Sache des Staates, zur Staatsschule. Obwohl die Schulhoheit mit wenigen Ausnahmen bei den Kantonen verbleibt, bilden sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts vor allem auf der Volksschulstufe einige Gemeinsamkeiten heraus. Die wichtigste unter ihnen ist der seit der Totalrevision der Bundesverfassung 1874 für alle Kinder freie Grundschulunterricht. Der Staat bestimmt nun die Schulzeit und die Lehrpläne; er gründet neue Schultypen, baut Schulhäuser und ruft Lehrerbildungsanstalten ins Leben.
Privatisierung - als Reform getarnt, St. Galler Tagblatt, 4.9. von Mario Andreotti

10. September 2018

Eine halbe Million mehr Schüler

Fast eine halbe Million mehr Schüler erwartet das Bundesamt für Statistik (BFS) in für die Stufen bis zur sechsten Klasse der Primarschule. Dies ist ein Plus von 14 Prozent. Dies zeigt das neue Szenario des BFS auf. Das Bundesamt erwartet für die Jahre 2018 bis 2027 einen Anstieg in allen Schulstufen. Die Sekundarstufe rechnet mit dem kräftigsten Anstieg von einem Plus von 15 Prozent.
Die Babyboomer 2.0, SRF, 10.9.

9. September 2018

Wettrennen um Zahl der Tablets

Erinnert sich noch jemand an die Zeiten, als die pädagogische Internationale fast in corpore nach Finnland pilgerte, ins Schulwunderland mit den besten Pisa-Resultaten? Vorbei. Interessiert keinen mehr. Estland ist jetzt das neue Finnland, weil Estland den andern Ländern offenbar weit voraus ist mit der Digitalisierung seiner Schulen. Man hat zwar keine Ahnung, was die hektischen Reformen der letzten zwanzig Jahre tatsächlich bewirkt haben, wie der oberste Schweizer Bildungsforscher Stefan Wolter kürzlich in diesen Spalten reichlich ernüchtert erklärt hat. Doch der nächste grosse Reformhype in der Schule ist gleichwohl bereits in vollem Gang.
Digitalisierung der Schulen: Vor falschen Hoffnungen sei gewarnt, NZZ, 8.9. von Martin Beglinger

Unterschiedliche Ausrüstung für das neue Schulfach Medien und Informatik

Freitagmorgen an der Schule Auzelg in Zürich Oerlikon. «Hossa, auf in die fünfte Klasse!», steht an der Wandtafel. «Schlagt bitte Seite 109 auf», sagt die Lehrerin Hanna Bichsel. Die Kinder blättern in ihren grünen Schulbüchern und legen diese neben ihre Tablets. Auf jedem Pult steht einer der flachen kleinen Computer, an einen aufklappbaren Ständer gelehnt und mit Tastatur versehen. Die Schülerinnen und Schüler beugen sich über ein Rasterbild mit schwarzen und weissen Kacheln. «Erkennt ihr es?», fragt die Lehrerin. «Genau, es ist der Kopf des Roboters von ‹Connected›», sagt sie und bittet, neben die Zeilen ein W für die weissen und ein S für die schwarzen Kacheln zu notieren. Was die Kinder noch nicht wissen: Sie sind gerade dabei, das Programmieren zu erlernen.
Jedem Schulkind sein Tablet? NZZ, 8.9. von Lena Schenkel

Die integrative Schule scheitert

Als die integrative Schule von der schweizerischen Bildungselite auf praxisfremde und ideologisch gefärbte Art eingeführt wurde, gab es von den wie stets etwas blauäugigen und so leicht manipulierbaren Lehrpersonen aller Stufen eilfertige Zustimmung. Kritische Mahner in den Kollegien wurden allerorts rasch mundtot gemacht oder man nahm sie nicht mehr ernst.
Basler Zeitung, 8.9. Leserbrief von Andreas Müller

Bündner Initiativen zu Fremdsprachen und Lehrplan 21

Die Bündner sind die Letzten: Am 23. September entscheiden sie über die Streichung einer zweiten Fremdsprache in der Primarschule. In den anderen Kantonen, in denen in den letzten Jahren derartige Initiativen vors Volk gelangten, wurden diese verworfen, zuletzt am 10. Juni in Baselland: Die Stimmbürger lehnten eine Initiative deutlich ab, die den Unterricht in der zweiten Fremdsprache von der Primar- in die Sekundarschule verschieben wollte. Zuvor hatte schon in Zug das Kantonsparlament gegen einen entsprechenden Vorstoss von SVP- und FDP-Kantonsräten gestimmt, und vor Jahresfrist blieb das Anliegen auch vor dem Luzerner Stimmvolk chancenlos.
Ein letztes Aufbäumen im Sprachenstreit, NZZ, 9.9. von Jörg Krummenacher

Eltern gegen Ausbau der Schulzeit

Geht es nach dem Walliser Bildungsdirektor, sollen Erst- und Zweitkindergärtner ab dem kommenden Schuljahr jeweils einen Halbtag mehr zur Schule. An einer Podiumsdiskussion am Dienstag wurde deutlich, dass es bei dieser Reform um mehr geht als um vier Lektionen. Und dass Christophe Darbellay dabei von der eigenen Vergangenheit eingeholt wird.
Kampf um das Wohl des Kindes, Walliser Bote, 7.9. von David Biner

Pakt von Eltern und Lehrer gegen unsinnige Reformen gefordert

Was die rund 60  Lehrer, Schulleiter und betroffenen Eltern am Dienstagabend in Meilen zu hören bekamen, lässt aufhorchen. In ihrem Referat zur aktuellen Schulreform und über den Lehrplan 21 deckte Dr. Judith Barben die Machenschaften hinter dem neuen «Leitfaden» an den öffentlichen Schulen gnadenlos auf.
Der Lehrplan 21 unterstützt den massiven Bildungsabbau, von Thomas Baer, 7.9.

Reform über Reform - und die Wirkung?

Das heutige Bildungswesen ist im steten Wandel. Da wird Reform über Reform eingeleitet, da wird modernisiert, innoviert, professionalisiert – immer mit dem Slogan: Schule und Unterricht müssen sich entwickeln und darum einen Transformationsprozess einleiten; sie müssen sich verändern, um besser zu werden. Wissenschaftlich abgeklärt wurden die behaupteten Defizite aber kaum. Und die Ergebnisse dieser Reformkaskade? Man kennt die Effekte nicht. Wirkungslos? Gar kontraproduktiv? Aussenstehende sind sprachlos; doch die Insider, die Praktiker, wissen schon lange um die Problematik vieler Reformen.
Reform über Reform - und die Wirkung? Journal21.ch, 7.9. von Carl Bossard