19. August 2019

Rösler fordert mehr vorschulische Ausbildung


Ein Drittel aller Primarschüler spricht laut einem Bericht der «SonntagsZeitung» kein Deutsch zu Hause. Wie gross ist das Problem?
Es ist nicht überall gleich gross. Im städtischen Umfeld tritt das Problem verschärfter auf als in ländlichen Gebieten. Die vorschulische Ausbildung in der Schule wurde bisher vernachlässigt. Das zeigt sich jetzt, da die Einwohnerzahl und der Ausländeranteil in der Schweiz weiter wachsen. Das spürt die Schule.
Es braucht ein schweizweites Obligatorium für eine Frühförderung, Basler Zeitung, 19.8. von Philipp Loser

Kritik an Oberstufen-Reform

2011 hat der Kanton Solothurn die Sek-Stufe komplett neu aufgestellt. Beim Lehrerverband ist man mit der Reform noch immer nicht zu 100 Prozent zufrieden. Und der Gewerbeverband trifft auf Eltern und Lehrbetriebe, die die Schüler falsch einschätzen.

Stamm fordert neue Methoden gegen Schwänzer


Kinder, Jugendliche und sogar junge Erwachsene lassen immer öfter mal Lektionen ausfallen oder schwänzen sogar ganze Tage. Das Problem wurde lange unterschätzt, findet Expertin und Erziehungswissenschaftlerin Margrit Stamm. Dass Schüler fürs Blaumachen gebüsst werden, hält sie für fragwürdig.
"Diese Schüler haben das Gefühl, dass sie keiner vermisst", Blick, 19.8. von Andrea Cattani

Schule versucht Probleme zu lösen, die sie selber hervorbringt

Jetzt hängt alle Hoffnung am Phänomen Schule. Sie erscheint als letztes Refugium für das Reproduzieren von Kultur, als letzte kulturelle Projektionsleinwand. Eine Art Rettungsboot für alle. Das verleiht ihr in den hitzigen Debatten über sie den Nimbus einer Institution, die eigentlich nicht zur Diskussion stehen darf. An ihr herumkritteln: klar. Sie Reformen unterziehen: bitteschön. Sie digitalisieren: wenn‘s sein muss. Aber sie selbst steht nicht zur Disposition.
Nicht das Kind ist krank, sondern die Schule, in der es steckt, Infosperber, 19.8. von Christoph Schmitt

Lehrermangel als grosse Herausforderung


Das Schuljahr hat begonnen, im Aargau traditionsgemäss mit einem Auftritt von Bildungsdirektor Alex Hürzeler. Seit Wochen habe ich mich auf die Schlagzeile gefreut, die jedes Jahr zuverlässig erscheint: Jede Klasse hat wieder einen Lehrer. Und ich wurde nicht enttäuscht. Da war sie wieder, im Dienstagsblatt: «Geschafft: Vor jeder Klasse steht rechtzeitig eine Lehrperson.» Es war dieses Jahr ganz besonders schwer. Aber es ist geschafft. Nächstes Jahr wird es noch schwerer werden. Aber es wird sicher wieder geschafft werden.
Hurra, jede Klasse hat eine Lehrerin!, Aargauer Zeitung, 19.8. von Hans Fahrländer

Schwänzen ist Symptom


Für die meisten Schüler geht in diesen Tagen der Ernst des Lebens wieder los. Nach über einem Monat Sommerferien beginnt an den Schulen und Ausbildungszentren des Landes der Unterricht wieder. Schulbank statt Strandtuch, Prüfungsstress statt Party – viele Schüler tun sich damit schwer. Und das nicht nur nach den Ferien. Die immer beliebtere Lösung dafür: Schwänzen.
Trotz Bussen fehlen immer mehr Schüler unentschuldigt im Unterricht, Blick, 19.8. von Andrea Cattani

18. August 2019

Gedanken zum Schuljahresbeginn


In der Schweiz starten wie jedes Jahr im Spätsommer rund 120’000 Lehrpersonen in ein neues Schuljahr – zusammen mit ihren Schülerinnen und Schülern. Anfangen, und zwar immer wieder, jeden Tag, das gehört zum menschlichen Leben und damit auch zur Schule. Leben ist anfangen. Mit Kindern und Jugendlichen sowieso. Am schönsten ist es wohl beim Start in ein neues Schuljahr. Jedem Anfang wohnt ja – wie Hermann Hesse in seinem Gedicht „Stufen“ schreibt – ein Zauber inne. Etwas Freudig-Beschwingtes liegt im Aufbrechen, etwas Erwartungsvolles, manchmal vermischt mit Unsicherheit und einer Prise Skepsis.

Deutschkurse für Kinder im Vorschulalter


Die Bevölkerung der Schweiz ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Statt 7,2 Millionen wie zur Jahrtausendwende wohnen nun 8,4 Millionen Menschen in der Schweiz. Getragen ist dieses Wachstum von der Zuwanderung. Einerseits ­kamen über die Personenfreizügigkeit viele ­Menschen aus Ländern der Europäischen Union in die Schweiz, andererseits im Zuge der ­deutschen Willkommenspolitik 2015 auch viele Flüchtlinge. In vielen Fällen gab es einen ­Familiennachzug.
Die Integration in die Schulen ist kein Wunschkonzert, Sonntagszeitung, 18.8. von Arthur Rutishauser

Eymann fordert vorschulische Deutschkurse


Schweizweit kommt inzwischen jeder dritte Volksschüler aus einem Elternhaus, in dem eine andere Sprache als in der Schule gesprochen wird. Vor zehn Jahren war es erst jeder vierte, im Jahr 2000 noch jeder fünfte, wie die «SonntagsZeitung»berichtet. Darunter sind viele ohne hinreichende Deutschkenntnisse. Die Situation beunruhigt den Ex-Präsidenten der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) Christoph Eymann zwar nicht - «dieser Trend zeichnet sich schon länger ab», sagt er in einem Interview mit der Zeitung.
Verstehen die Kinder Ihrer Schulklasse kein Deutsch? 20 Minuten, 18.8. 

Precht: Lehrer müssen ihre Schüler nicht mögen


Die Schule bereite unsere Kinder schlecht auf die Zukunft vor, sagt der Philosoph und Bestsellerautor. Er erklärt, wieso Lehrer ihre Schüler nicht mögen müssen und weshalb man auf Goethes «Werther» verzichten sollte.
Richard David Precht: "Algebra braucht kaum jemand im Leben. Das ist verschwendete Zeit", NZZaS, 18.8. von Michael Furger

Lernen nach dem Lustprinzip


Die Sommerferien sind vorbei, die Schule fängt wieder an. Die Kinder erhalten einen neuen Stundenplan. Doch darauf steht: nichts. Weder Mathematik noch Deutsch, nicht einmal Geografie. Die Felder sind alle leer, der Schulunterricht ein weisses Blatt.
Das ist kein Irrtum, das ist ein Blick in die Zukunft. Denn Schulrevolutionäre wollen die Schule umkrempeln. Dieses Mal geht es nicht um zusätzlichen Lernstoff oder einen überarbeiteten Lehrplan, es geht um nicht weniger als die Frage, wie unsere Kinder unterrichtet werden sollen.
Revolution in der Schule: Lernen nach dem Lustprinzip, NZZaS, 18.8. von Anja Burri

Aargauer Alternative zu WhatsApp

Kurz vor den Sommerferien wurden die Eltern von Gebenstorfer Primarschulkindern dazu aufgefordert, die «Klapp»-App zu installieren. Ab sofort laufe die ganze Kommunikation zwischen Schule und Eltern über das «Klapp»-Portal. Erster Gedanke: Nein, bitte nicht noch eine App mehr. «Das ist eine der häufigsten ersten Reaktionen, die uns begegnen», erklärt der Fislisbacher Elias Schibli (42) lachend.
Die App dieser Aargauer erobert Schweizer Schulen - und verdrängt Whatsapp, BZ Basel, 17.8. von Claudia Laube

Schule braucht auch die Väter


Am Montag ist im Kanton Schulanfang – für viele Schülerinnen und Schüler beginnt dabei ein neuer Abschnitt in ihrer «Schulkarriere». Ob es der Eintritt in den Kindergarten ist, der Wechsel in ein anderes Schulhaus oder in eine neue Klasse – als Eltern hoff man vor allem, dass sich die Kinder in der Klasse wohlfühlen, nette «Gspändli» finden und optimal gefördert werden.
Väter, engagiert euch auch in der Schule, Zürcher Oberländer, 14.8. von Beatrice Zogg

16. August 2019

Bald auch noch Romanisch an Deutschschweizer Schulen?


Die vierte Landessprache zeigt sich derzeit so lebendig wie kaum je zuvor. 19 Tage lang zelebriert die Lia Rumantscha, die Dachorganisation der romanischen Sprach- und Kulturvereine, ihr 100-jähriges Bestehen. Schauplatz ist das Dorfzentrum von Zuoz im Engadin. Aufgeführt wird ein Festspiel, das wegen der grossen Nachfrage Zusatzvorstellungen ansetzen musste. Ergänzend gibt es eine bunte Palette gutbesuchter Konzerte und Veranstaltungen zu Sprache, Kultur, Bildung, Literatur. Die Stimmung ist gelöst, die Lia Rumantscha macht keineswegs den Eindruck einer kranken 100-Jährigen. Dennoch steht die Frage im Raum: Wie lange gibt es das Rätoromanische noch?
Auch Bundesrat Cassis war am Jubiläum der Lia Rumantscha dabei, Bild: Lia Rumantscha

Rätoromanisch soll an Deutschschweizer Schulen gelehrt werden, NZZ, 16.8. von Jörg Krummenacher

Lehrerinnen und Lehrer: Mischt euch ein!


Seit den 1990er-Jahren wird in der Volksschule gepröbelt. In allen Kantonen wird seither um die Wette getüftelt. Baustelle um Baustelle wurde in und um die Schule eröffnet. Aus den kantonalen Bildungsdirektionen hagelt(e) es Rezepte. Diese landen im Übermass auf denTischen der Lehrpersonen. Die seither aufgeblasene Bürokratie in den Departementsbüros nimmt willfährig die Flut «neuer» Ideen aus den kantonalen pädagogischen Hochschulen zur Kenntnis und verordnet deren Umsetzung in den Schulstuben.
Lehrer müssen sich in den Diskurs einbringen, Basler Zeitung, 16.8. von Toni Kleinmann

Romanisch braucht verstärkte Zusammenarbeit


Im Bündnerland studiere und lehre, das isch wie flattere inere Volière», meinte die Kabarettistin Patti Basler. Bunte Vögel, und jeder sehe sein Tal als Nabel und rede so wie ihm wachse ... der Schnabel. Die Slam-Poetin – bekannt vor allem aus der SRF-Polit-Sendung «Arena» – hat gestern für die Auflockerung im sonst doch recht trockenen Programmblock «Scola e furmaziun» gesorgt. In acht Kurzvorträgen wurde das für die Rumantschia existenzielle Thema beleuchtet. Mit dem Resultat, dass die gleichen Problematiken und Herausforderungen immer wieder erwähnt wurden, dies aber aus verschiedenen Perspektiven.
Kräfte bündeln für die romanische Schule, Südostschweiz, 16.8. von Fadrina Hofmann

15. August 2019

Was Jugendliche mit dem Handy so treiben


Im Sommer 2017 hat sich Samuel* beim Sex mit seiner damaligen Freundin gefilmt. Warum er das gemacht hat, kann er heute nicht mehr sagen. Klar ist nur, dass er deswegen ein gutes Jahr später vor einer Jugendanwältin sitzt und peinliche Fragen beantworten muss.
Warum sich Teenager verbotene Pornos und Köpfungsvideos zuschicken. NZZ, 15.8. von Florian Schoop

Schule Basel: zu locker oder zu hart?


Nun hat er es vor versammelter Runde schliesslich doch noch getan. Am ersten Podiumsgespräch des neuen Medienprojekts «Bajour» brach FDP-Grossrat und Fraktionspräsident Stephan Mumenthaler sein Schweigen. Mehr als zwei Monate ist es nun her, seit die bz offenlegte, dass der profilierte Basler Bildungspolitiker seine eigenen Kinder in Lörrach unterrichten liess.
Für einige zu lasch, für viele zu streng: Hat das Basler Schulsystem Aufholbedarf? BZ Basel, 14.8. von Mélanie Honegger

Kantone rüsten sich für den Ernstfall

Amokläufe an Schulen im Ausland mit Dutzenden von Toten haben die Schulbehörden in der Schweiz über die Jahre sensibilisiert. Der Kanton St. Gallen hat in seinen Berufsschulen und Gymnasien gerade eben ein Notfall-System eingeführt. Via Handy-App können Lehrkräfte dort unter anderemauch im Bedrohungsfall Alarm schlagen.
In Basel-Stadt wurden Sicherheitskästchen mit Alarmknöpfen montiert. Der Kanton Zürich ist seit über zehn Jahren daran, eine interne Alarmierungs-Anlage aufzubauen. Auch in der bernischen Gemeinde Köniz, am Gymnasium Lerbermatt zum Beispiel, gibt es seit April ein spezielles Amok-Alarm-System.
Schweizer Schulen wappnen sich gegen Amokläufe, SRF, von Ruth Wittwer

Notfall-App für Schulen


Die Notfall-App der Bildungsdirektion ist für alle Bildungseinrichtungen (Schulen aller Bildungsstufen und -typen, Kinder- und Jugendheime, Kindertagesstätten) des Kantons Zürich gedacht. Sie enthält:
·         Check-Listen mit Handlungsanleitungen 
·         Direkt anwählbare Notrufnummern der Blaulichtorganisationen
Die App kann unter dem Namen «Notfall-App Bildungsdirektion Kanton Zürich» in den App-Stores von Apple und Google kostenlos heruntergeladen werden.

Bild: Volksschulamt Zürich

14. August 2019

"Noch nie so schwierig, genügend Lehrkräfte zu finden"


Einmal mehr gibt Christian Aeberli, Leiter Abteilung Volksschule, Entwarnung: Auch dieses Jahr ist es den Schulleitenden gelungen, dass, pünktlich zum Schulbeginn im neuen Schuljahr, vor jeder Klasse eine Lehrerin oder ein Lehrer steht.
Geschafft: Vor jeder Klasse steht rechtzeitig eine Lehrperson - doch die Situation bleibt prekär, Aargauer Zeitung, 13.8. von Jörg Meier

Hürzeler stellt "marktgerechte" Löhne in Aussicht

Für die rund 77'000 Aargauer Volksschülerinnen und -schüler hat am Montag das neue Schuljahr begonnen. 2040 Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen erfüllen ihre Schulpflicht an einer Tagessonderschule oder in einem Schulheim. Es ist Tradition, dass der Bildungsdirektor die Medien zur Eröffnung des Schuljahres jedes Mal an eine andere Schule einlädt. Nebst den allgemeinen Informationen über die Schule Aargau richtet sich dabei der Fokus auf die Schule, die das Gastrecht gewährt. Diesmal war die Stiftung Zeka in Aarau an der Reihe.
Bildungsdirektor Hürzeler: "Dieses Schuljahr ist für die Aargauer Volksschule ein Übergangsjahr", Aargauer Zeitung, 12.8. von Jörg Meier

13. August 2019

Mehr Französisch in Uri


Die Urner Schülerinnen und Schüler sollen ab 2021 besser französisch lernen. Der Erziehungsrat hat zu diesem Zweck beschlossen, eine zusätzliche Lektion, ein Obligatorium und ein neues Lehrmittel einzuführen. Die Kosten dafür lassen sich noch nicht genau beziffern.
Kanton Uri fördert Französischkenntnisse an der Schule stärker, sda, 13.8.

Standard English Test

Die Sprachenorganisation "EF" bietet einen kostenlosen Englisch-Einstufungstest für Schulklassen an. Dieser ist abgestimmt auf den europäischen Referenzrahmen für Sprachen (CEFR). Der Test dauert ca. 45 Minuten und besteht aus den zwei Bereichen Lesen und Hören. Er lässt sich gut in einer Lektion durchführen. Auf Wunsch erhalten die Schüler ein Zertifikat. 
Für Fragen zur Durchführung: https://www.efset.org/contact

Geschlechtergetrennte Klassen


Gestern war in vielen Kantonen der erste Schultag – für Tausende kleine Mädchen und Jungen wurde es ernst. Im Klassenzimmer dürften sich erstere deutlich wohler fühlen als letztere: Denn für viele Jungs ist der klassische Unterricht, mit Stillsitzen und Zuhören, nichts. Entsprechend sind Mädchen in der Schule tendenziell auch erfolgreicher unterwegs. Doch das muss nicht sein, sagen Bildungsexperten jetzt. Geschlechtergetrennte Klassen würden den Jungs helfen. Quasi Schule wie zu Grossmutters Zeiten.
Allan Guggenbühl: "Der heutige Lehrplan fokussiert auf Anforderungen, die vor allem den Mädchen zugutekommen", Screenshot SRF
Braucht es reine Buben-Klassen? SRF 10vor10, 12.8.