18. Januar 2019

Der Schulmeister


Da steht er in einem bunten Schulzimmer, die Hemdsärmel leicht hochgekrempelt, die Augen zu Schlitzen verdünnt, graue Krawatte, ein Gilet, eine Hose, ebenfalls in graukörnigem Tweed: Der Schriftsteller Lukas Bärfuss ist neuer Kolumnist des Sonntagsblicks, und er nimmt sich mit seinem ersten Text den Lehrplan 21 vor, der seit letztem Sommer verbindlich ist. Bärfuss als Schulmeister der Nation.
Schulmeister, Weltwoche, 16.1. von Peter Keller

Mehr Basler Schüler


In den Volksschulen des Kantons Basel-Stadt, also in der obligatorischen Schulzeit, ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler in den vergangenen fünf Schuljahren um 2378 angestiegen. Besuchten 2013/14 noch 13 957 Schülerinnen und Schüler die Bildungseinrichtungen vom Kindergarten bis zur Weiterbildungsschule, absolvieren im laufenden Schuljahr 16 335 Mädchen und Knaben die Schulen vom Kindergarten bis zur Sekundarschule.
Schülerzahl angestiegen, Basler Zeitung, 18.1. von Urs Rist

17. Januar 2019

16. Januar 2019

Basler Grosser Rat für Tagesschulen


In Basel-Stadt sollen Tagesschulen etappenweise eingeführt werden. Der Grosse Rat hat am Mittwoch eine SP-Motion mit diesem Anliegen hauchdünn zur Stellungnahme an die Regierung überwiesen.
Knappes Ja: Basler Parlament ist für die Einführung von Tagesschulen, Basellandschaftliche Zeitung, 16.1.

Was tun mit hyperaktiven Kindern?


Politisch gibt es Handlungsdruck. Und viele Motionen: «ADHS ist keine Krankheit! Die wirklichen Ursachen müssen angepackt werden.» Das forderte Nationalrätin Verena Herzog, SVP. Letzten September wurde ihre Motion vom Ständerat abgelehnt. Vorstösse zu Ritalin und Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gibt es jedes Jahr im Parlament, aus allen Parteien. 2017 wurde eine Motion von Yvette Estermann, SVP, abgeschrieben, die gefordert hatte, der Bundesrat solle Massnahmen ergreifen um den Ritalin-Konsum einzuschränken. Yvonne Feri (SP), Oskar Freysinger (SVP), Erich Siebenthal (SVP), Jacqueline Fehr (SP), Ruth Humbel (CVP). Die besorgten Nationalräte sind zahlreich. 
Ritalin fürs Klassenzimmer, Basellandschaftliche Zeitung, 16.1. von Sabine Kuster

15. Januar 2019

Uneinigkeit über Zeugnisse


Wie die Thurgauer Volksschulzeugnisse künftig aussehen werden, ist noch nicht klar. Eine Umfrage zeigt nun, dass sich nicht einmal die Lehrer und Schulleiter einig sind, was sie wollen.
Neue Erkenntnisse zu Zeugnissen, Thurgauer Zeitung, 12.1. von Larissa Flammer

Hochschulrat nimmt Rektorin aus der Schusslinie


Die Freistellung des Vizerektors an der PH Thurgau sei der alleinige Entscheid des Hochschulrats gewesen, sagt dessen Präsident Hans Munz. Der Schwarze Peter gehöre nicht der Rektorin.
Der Präsident nimmt die Rektorin aus der Schusslinie, Thurgauer Zeitung, 12.1.

14. Januar 2019

Amsler wehrt sich gegen Vorwürfe von Bärfuss


Lukas Bärfuss (47), Schweizer Schriftsteller und wichtigster Intellektueller seiner Generation, geht hart ins Gericht mit dem Lehrplan 21. Die jüngste Schulreform halte nirgends verbindlich fest, was ein Lehrer mit seinen Schülern zu lesen habe. Es müssten nicht einmal mehr Bücher sein, ärgert er sich im SonntagsBlick. Dabei brauche die Gesellschaft für ihren Zusammenhalt einen minimalen Fundus an Erfahrungen und Erlebnissen.
Was zählt sind die Lehrer, nicht die Bücher, Blick, 14.1. von Andrea Willimann

Heilpädagogin gewinnt Lohnklage


Die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) von Regierungsrätin Monica Gschwind ist bei der Erledigung der Harmos-bedingten Hausaufgaben auf halbem Weg stehen geblieben. Das hat das Kantonsgericht gestern festgestellt und der BKSD eine faktische Rüge erteilt. So wurden zwar im Zuge von Harmos wegen der Integration des Kindergartens in die Primarschule Ausbildung und Entlöhnung der Lehrkräfte der beiden (ehemaligen) Stufen einander gleichgestellt. Bei den heilpädagogisch ausgebildeten Lehrkräften wird dagegen immer noch zwischen Primarschule und «Vorschule» unterschieden. 
Die Hausaufgaben nur ungenügend gemacht, Basler Zeitung, 11.1. von Thomas Gubler

13. Januar 2019

Komplexität des Menschen kann nicht durch IQ-Tests abgebildet werden


Wenn Nassim Nicholas Taleb vom Leder zieht, kracht es – wie eben gerade: Auf Twitter feuerte er in einem Paper auf Medium.com Salve um Salve auf die psychometrische Intelligenzforschung ab. Ein pseudowissenschaftlicher Schwindel sei der Intelligenzquotient, IQ-Messungen seien lediglich für einige willkürlich isolierte mentale Fähigkeiten, und erst noch nur im künstlichen Testumfeld, aussagefähig.
Ist der Intelligenztest ein pseudowissenschaftlicher Schwindel? NZZ, 12.1. von Nassim Taleb

Beurteilung hemmt Freude am Lernen


Erfreulich ist, dass der Schweizerische Wissenschaftsrat eine Tatsache wissenschaftlichbestätigt (NZZ 29. 12. 18), die für jede aufmerksame Mutter von Schulkindernoffensichtlich ist: «die soziale Selektivität» des Schweizer Bildungssystems. Hinsichtlich der Ursachenanalyse wirkt es jedoch befremdend, dass wichtige Themen nicht angeschnitten werden: der sehr hohe Leistungsanspruch, gepaart mit einer regelrechten Bewertungsmanie, die daraus resultierende Defizitorientierung und die «Verweiblichung» des Schulwesens mit negativen Folgen für viele Knaben. Der hohe Anspruch in allen Fächern der Primarschule erstaunt. Dieser zeigt sich nicht nur im Stoffumfang und in der bisweilen fragwürdigen Stufengerechtigkeit der vermittelten Lerninhalte, sondern auch in einem unfassbar granularen Bewertungssystem. 
NZZ, 11.1. Leserbrief von Sandra Hedinger

St. Galler IT Bildungsoffensive als Allheilmittel


Man bekomme den Eindruck, die IT-Bildungsoffensive sei «ein Allheilmittel» im Kanton St. Gallen, sagte Bildungsdirektor Stefan Kölliker gestern vor den Medien. Der Kanton erhofft sich davon nichts Geringeres als mehr Ressourcen, mehr Produktivität und mehr Wohlstand. Am 10. Februar entscheidet das St. Galler Stimmvolk, ob es den Kredit über 75 Millionen Franken spricht. Das Geld würde über einen Zeitraum von acht Jahren investiert werden. Die Finanzierung einzelner Projekte werde nur bewilligt, wenn diese überzeugten, so Kölliker. Mehrfach betonte er: Der Betrag von 75 Millionen Franken werde nicht überschritten.

Informatik als Allheilmittel - Grosse Hoffnungen im Kanton St. Gallen, St. Galler Tagblatt, 8.1. von Katharina Brenner

Bärfuss' Auswahl


Es gibt so viele Bücher, die man gemeinsam lesen und über die man sich austauschen könnte, die einem zeigen, woher wir kommen und warum die Welt so geworden ist, wie sie ist. Man müsste nur den Mut haben, eine Haltung zu zeigen und eine Auswahl zu treffen. Und wie immer sie aussehen mag, viele werden nicht einverstanden sein – und das wäre gerade der Sinn an der Sache.  Denn dadurch entstünde eben jenes Gespräch, das unsere Gesellschaft so nötig hat. Man könnte mit Gedichten beginnen. Sie sind die Form der Stunde.
Lesen Sie Gedichte! Blick, 13.1. von Lukas Bärfuss

Schuss in den Fuss

Der Schweizer Autor Lukas Bärfuss outet sich als ein Gegner des Lehrplans 21. Doch dieselben Gegner des neuen Lehrplans tituliert er gleichzeitig als "Reaktionäre, Sektierer, frustrierte Schulmeister und Verschwörungstheoretiker". Ist das nun eine Provokation oder stimmt etwas nicht mit Bärfuss? Sein Befund, wonach das Fehlen eines literarischen Kanons die Gesellschaft auseinanderdriften lässt, gehört ja zu den wohlbekannten Argumenten der Gegnerschaft. Wo sich hier Bärfuss abheben soll von der breitgefächerten Kritik am Lehrplan 21, bleibt mir nach der Lektüre seines Aufsatzes verborgen. Seine Einwände sind ja alles andere als neu. Doch eine Frage bleibt noch im Raum: Wo war Bärfuss, als man in vielen Kantonen über den Lehrplan 21 diskutierte und abstimmte? (uk)
Bärfuss macht sich ein Bild vor Ort und besucht eine Schulklasse, Bild: Philippe Rossier
"Viel Zeitgeist, wenig Inhalt", Blick, 13.1. von Lukas Bärfuss

12. Januar 2019

PH Thurgau entlässt Prorektor


Weil er sich mit der Rektorin überworfen hat, wurde Matthias Begemann an der Pädagogischen Hochschule in Kreuzlingen per sofort freigestellt. Seinen Lohn bezieht er noch mehr als zwei Jahre. Einen Maulkorb akzeptiert er aber trotzdem nicht.

Differenzen mit der Rektorin führten zum Rauswurf des Prorektors, Bild: PHTG
«Ich war der unbequeme Prorektor», Thurgauer Zeitung, 11.1. von Silvan Meile

10. Januar 2019

Mehr schulische Gleichmacherei


Das Schweizer Bildungssystem sei sozial ungerecht, kritisiert der Schweizerische Wissenschaftsrat. Die Lösung sieht er in mehr schulischer Gleichmacherei.
Nivellierung nach unten, Weltwoche, 9.1. von Katharina Fontana

9. Januar 2019

Thurgau will, dass Zusatzunterricht von Eltern bezahlt wird


Manche Migrantenkinder können kaum ein Wort Deutsch, wenn sie in die Schule kommen – obwohl sie in der Schweiz geboren wurden. Ein unhaltbarer Zustand, findet eine Mehrheit im Thurgauer Grossen Rat. Die Politiker von SVP, CVP und GLP sowie einzelne Freisinnige wollen jene Eltern finanziell bestrafen, die nicht dafür sorgen, dass ihr Nachwuchs trotz entsprechenden Angeboten die Landessprache lernt. Die Integrationsunwilligen sollen den später nötig gewordenen Zusatzunterricht aus ihrer eigenen Tasche bezahlen. Doch da gibt es ein wesentliches Problem: Die Bundesverfassung schreibt vor, dass der Grundschulunterricht «unentgeltlich» sein müsse. Deshalb hat die Thurgauer Legislative am Mittwoch mit 77 zu 30 Stimmen eine Standesinitiative verabschiedet, die vom nationalen Parlament eine Verfassungsänderung verlangt.
Integrationsunwillige Ausländer sollen Sprachkurse ihrer Kinder bezahlen müssen, NZZ, 9.1. von Simon Hehli

A l'école des philosophes


In Yverdon gibt es eine Quartierstrasse mit dem schönen Namen Rue des Philosophes – für den Volksmund naheliegend, der hier domizilierten Sonderschule den ebenso schönen Namen «Ecole des Philosophes» zu verleihen. Ein Euphemismus. Oder etwa doch nicht? Fernand Melgars Filmporträt des Schulalltags stellt sich der Frage mit jener feinen Aufmerksamkeit und Einfühlung, die seine besten Filme stets auszeichnet. (Und die überzeugender sind als sein gewissenspolitisch öffentlicher Eifer im Nachhall zu «Vol spécial» oder der Lausanner Dealer-Szene . . .)

A l'école des philosophes: Die Hoffnung stirbt mit Recht zuletzt, NZZ, 9.1. von Martin Walder

8. Januar 2019

Neue Medien im Fremdsprachenunterricht – Eine Annäherung

Megatrends wie Globalisierung und Individualisierung beschleunigen die Transformation beinahe in allen Lebensbereichen. Die Suche nach Neuerfindung oder stetiger Anpassung ist eine Konstante geworden. Entwicklungen, welche die Ökonomisierung des Lernens erreichen möchten und damit den Einsatz von neuen Medien in Klassenräumen beschleunigen, schlagen sich immer stärker in der Bildung nieder (Rösler & Würffel, 2018, S. 1). Doch was sind eigentlich «Neue Medien»? Wie können die Fremdsprachenlehrenden die neuen Medien in diesem Spannungsfeld nutzenbringend einsetzen? Welche Lernziele eigenen sich für die neuen Medien?
Neue Medien im Fremdsprachenunterricht – Eine Annäherung, Battal Kalan, 8.1.

Tablets haben in Kindergarten und Primarschule nichts zu suchen


Die Geschichte der abendländischen Bildung beweist es: Kinder lernen heute nicht anders als vor 100 oder auch 200 Jahren. Sie haben im Grunde keine anderen Bedürfnisse, wenn man ihnen in Elternhaus und Schule genügend Entfaltungsmöglichkeiten für ihr Lernen und für das Spiel mit anderen bietet. Was hingegen schnell und nachhaltig gelingt, ist die Möglichkeit, Kinder auf Bildschirmmedien und auf passiven Konsum zu lenken. Dabei sind fast immer kommerzielle Interessen im Spiel. Anders gesagt, heisst das: Nicht der Mensch mit seinen Anlagen und Bedürfnissen hat sich gewandelt, sondern vielmehr der Markt, der mit der Vielfalt seiner Angebote, schon bei Kleinkindern, durch die Werbung Bedürfnisse erst weckt. Und die Eltern? Sie unterstützen das Ganze, wenn sie ihre Kinder, vielfach aus Unwissenheit, Nachgiebigkeit oder Bequemlichkeit, vor Bildschirmen und Displays «parken».
Was Kinder wirklich brauchen, Basellandschaftliche Zeitung, 8.1. von Mario Andreotti

7. Januar 2019

Bald keine befristeten Anstellungen mehr in Basel


Mit Lehrern haben nicht viele Leute Mitleid. Doch Basler Lehrpersonen wurden vom Erziehungsdepartement jahrelang stiefmütterlich behandelt. 648 an den Volksschulen angestellte Lehrpersonen haben nur befristete Anstellungsverträge, das heisst, sie können jederzeit entlassen werden – und viele befinden sich seit Jahren in dieser misslichen Situation. Für das Erziehungsdepartement war das bequem. So liessen sich die Lehrer gerade während der Zeit der vielen Reformen vorzüglich als Manövriermasse nutzen. Ausserdem blieben sie schön ruhig, da das Damoklesschwert der Kündigung drohend über ihnen schwebte. So begehrten viele der Basler Lehrpersonen zwar nicht auf, waren jedoch auch nicht sonderlich motiviert.
Basler Lehrer sollen wieder aufmucken dürfen, Basler Zeitung, 7.1. von Franziska Laur

6. Januar 2019

Flexibel werden in einer dynamischen Welt


Schule muss sich wandeln! So lauten die Postulate und Visionen derNZZaS-Experten. Doch wie wird man flexibel in einer Welt im Wandel? Indem man sich ganz unflexibel elementares Können aneignet. Davon sagen sie kein Wort.
Flexibel werden in einer dynamischen Welt, Carl Bossard, 6.12.

Lerndruck ist nötig

Auch Mathe und Sprachen lassen sich nur lernen, wenn jemand dabei ist, der erklärt und motiviert. Ein gewisser Lerndruck ist auch erforderlich. Wer lernt allein Formeln und Ähnliches, wenn er keine Lust hat? Untersuchungen haben ergeben, dass gerade schwächere Schüler vom Frontalunterricht profitieren. Der sollte auch Grundlage eines grossen Teils des Unterrichts sein. Das kann man dann um Versuche in Bio oder Physik oder eigenständige Arbeit oder Arbeit in Kleingruppen ergänzen. Schülern sollte unbedingt wieder Wissen vermittelt werden.
NZZaS, 6.1. Leserbrief von Karin Weidenheimer

Sprachaustausch: "Grosses Entwicklungspotenzial"


Jeder Schüler in der Schweiz soll es erleben, mindestens einmal in seiner Ausbildung: einen Aufenthalt in einer anderen Sprachregion. Diese «Vision» haben Bund und Kantone vor einem Jahr formuliert. Der Bundesrat hat die Zielvorgabe kurz vor Weihnachten bekräftigt. Ein Sprachaustausch fördere nicht nur die Sprachkompetenz, schrieb die Landesregierung in einem Bericht. Er diene auch dem Austausch zwischen den Sprachregionen, lies: dem Zusammenhalt des Landes.
Grosse Unterschiede beim Austausch, Basler Zeitung, 5.1. von Markus Häfliger und Raphaela Birrer