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16. Dezember 2020

Thurgauer wollen weg von Durchschnittsnoten

Die Lehrerschaft muss sich neu orientieren: Im Rahmen des Lehrplans Volksschule Thurgau wird die Notengebung der Schülerinnen und Schüler neu definiert: Es ist nicht mehr nur der Durchschnitt der Prüfungen, der in einem Fach die Zeugnisnote gibt, sondern es kommen viele weitere Kriterien dazu. Als Einführung in das Thema der neuen Beurteilungsform führten die Schulen Frauenfeld die diesjährige Klaustagung durch.

Chlaustagung zur neuen Notengebung, Untersee-Nachrichten, 14.12. von Thomas Birri

28. Oktober 2019

Beurteilung der MINT-Fächer wird schwieriger


In den Augen der Weininger Oberstufenlehrpersonen Ursina Lüthi-Buchli und Lukas Rechsteiner ist es höchste Zeit, dass die Studienbereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik eine höhere Priorität erhalten.
So kommt die neue Gewichtung der MINT-Fächer bei Lehrpersonen an, Limmattaler Zeitung, 27.10. von Lydia Lippunger

2. September 2019

Gemeinde schafft Noten ab


Ab diesem Schuljahr erhalten Kinder und Jugendliche in Waldkirch und Bernhardzell nicht mehr eine «6», wenn sie bei einer Prüfung besonders gut abgeschnitten haben. Stattdessen bekommen sie ein «Lernziel sehr gut erreicht». Der Schulrat hat entschieden, das Benotungssystem für alle Fächer und Stufen anzupassen. Statt mit einer Zahl werden Schüler mit Worten beurteilt. Konkret wird angegeben, in welcher Qualität die Lernziele erreicht wurden: sehr gut, gut, genügend, nicht genügend, schwach oder sehr schwach. Schulratspräsidentin Susanne Roth sagt: «Die Aussagekraft der neuen Beurteilung ist grösser und der Lernweg der Schülerinnen und Schüler kann besser aufgezeigt werden.»
"Lernziel sehr gut erreicht" - In den Schulen von Waldkirch gibt es keine Noten mehr, St. Galler Tagblatt, 2.9. von Michel Burtscher

11. Juli 2019

Faire Bewertung von soft skills?


Soft Skills sind unheimlich schwierig zu bewerten: Sie hängen unter anderem ab vom Alter, der Situation, der Klasse, dem Unterrichtsfach und der Lehrperson. Trotzdem werden an vielen Schulen die Lehrpersonen dazu angehalten, alljährlich unzählige Kreuzchen zu setzen, sogar fachspezifisch. Bei einem Vollpensum auf der Sekundarstufe (9 Kurse, 4 Klassen, vergleichsweise wenige 10 Kriterien, Bewertung in jedem Fach) ergibt das mehr als 8100 Entscheidungen! Wenn jeder Schüler nur «einfach» beurteilt wird (also fachunabhängig), verbleiben noch immer mehr als 900 Entscheidungen.

24. Januar 2019

Beurteilen mit dem Lehrplan 21


Wenn Sie eine herkömmliche Schule durchlaufen haben, denken Sie jetzt vermutlich an Noten. Haben Sie eine Rudolf Steiner Schule besucht, dann erinnern Sie sich allenfalls an umfassende, sehr wohlwollend geschriebene Lernberichte. Sie waren in einer Montessori Schule? Dann haben Sie vermutlich mit Kompetenzrastern gearbeitet. In jedem Fall sind Sie ein Kind Ihrer Erfahrungen und wenn Sie den folgenden Text nun lesen, wird es Ihnen nicht leicht fallen, sich von dem, was Sie erlebt haben, zu lösen.

Wo im Schulfeld vom Lehrplan 21 die Rede ist, werden wir Mitarbeitende der Abteilung Schulentwicklung immer auch mit zahlreichen Fragen zur Beurteilung konfrontiert. Schulleitende sammeln auftauchende Fragen von Lehrpersonen und stellen sie der Abteilung Schulentwicklung zu. Uns erstaunen diese Fragen nicht, wir haben sie selber auch. Die Fragenkataloge freuen uns. Sie sind ein Zeichen der aktiven Auseinandersetzung mit der bestehenden Handhabung der Beurteilungspraxis und bieten Gelegenheit, bestehende Routinen zu hinterfragen und nötigenfalls anzupassen. Das Thema Beurteilen ist immer virulent bei Lehrpersonen. Der neue Lehrplan bietet jedoch eine weitere Chance, sich vertiefter mit Aspekten des Beurteilens auseinanderzusetzen.
Beurteilen - Woran denken Sie dabei? Schulinfo Zug, 22.1. von Martina Krieg

25. März 2018

Primarschüler müssen viel Verantwortung für das Lernen übernehmen, droht die Überforderung?

Die Primarschule ist der Ort, wo auf dem Pausenplatz Gummitwist und Fangis gespielt wird, wo man sich mit dem Blühverhalten von Löwenzahn beschäftigt, lesen, schreiben und rechnen lernt. Ein bisschen Französisch oder Englisch – je nach Kanton – und dann kommen die Dinosaurier dran.
Die Erwachsenen stehlen sich aus der Verantwortung, Bild: Georgios Kefalas
Fördern bis zur Überforderung, SRF, 25.3. von Anna Jungen

22. März 2018

Cramer hilft beim Rüeblischälen

Die Erwartungen der rund 2750 Lehrpersonen an den Erziehungsdirektor sind gross. Conradin Cramer erfüllte sie gestern immerhin teilweise – er machte einen Schritt auf die Pädagogen zu. In seiner Ansprache an der Kantonalen Schulkonferenz in der St. Jakobshalle verkündete er drei Massnahmen, die er einführen will. Diese sollen es den Pädagogen ermöglichen, sich wieder mehr ihrer Kernaufgabe, dem Unterrichten, zu widmen, anstatt sich mit Bürokratie herumschlagen zu müssen.
Bildungsdirektor Cramer wird von zwei Lehrervertretern befragt, Bild: Nicole Pont
Cramer will einfachere Lernberichte, Basler Zeitung, 22.3. von Franziska Laur

11. März 2018

Spätere Selektion wünschenswert

Jetzt heisst es: lernen, abliefern, zittern. Am Montag finden im Kanton Zürich die Aufnahmeprüfungen fürs Gymnasium statt. Hunderte Buben und Mädchen versuchen, den Sprung an die Mittelschule zu schaffen – und damit den Sprung in eine goldene Zukunft. So denken zumindest viele Mütter und Väter. Gerade gut situierte Eltern sehen ihren Nachwuchs gerne am Gymnasium. Dafür ist ihnen selbst Bildungsdoping in Form von teuren Vorbereitungskursen recht.
Ein neues Auswahlsystem könnte das Problem der ungerechten Zuteilung ans Gymnasium verbessern, Bild: Gaetan Bally
Fördern Lehrer die falschen Kinder? Schweiz am Wochenende, 10.3. von Yannick Nock

14. Februar 2018

Fehlende Lehrmittel und inkonsequente Bewertung


Unabhängig davon, wie sich die Zürcher Stimmbürger am 4. März hinsichtlich Mitsprache in Lehrplanfragen entscheiden: Der neue Bildungskompass wird nach den Sommerferien eingeführt.
Zürich macht sich für den Lehrplan 21 fit, NZZ, 14.2. von Lena Schenkel

1. Februar 2018

Reform-Turbo Basel-Stadt spürt Widerstand

Zwar hörte man oft hinter vorgehaltener Hand von Eltern und Lehrpersonen, es gebe eine unabsehbare Flut von Tests und neuerdings auch von Checks, die einen Konkurrenzdruck schaffen, der sich nicht nur negativ auf Schülerinnen und Schüler auswirkt, sondern je länger desto mehr auch auf Lehrpersonen und nicht zuletzt auf Eltern. Doch öffentlicher oder politischer Protest war kaum zu hören. Jetzt scheint sich das zu ändern.
Leistungsdruck in Schule und Kindergarten, Infosperber, 1.2. von Linda Stibler

22. Januar 2018

Urs Moser zu Farben statt Noten

Farben statt Noten: Ist das sinnvoll?
Die Farben machen die Rückmeldung freundlicher. Zusätzliche Wortrückmeldungen präzisieren die Beurteilung. Das eigentliche Problem wird damit kaum gelöst: Die Bewertung zeigt den Leistungsvergleich innerhalb einer Klasse, sagt aber wenig über den Lernerfolg des einzelnen Kindes aus.
"Das eigentliche Problem wird kaum gelöst", Migrosmagazin, 18.1. von Claudia Weiss

Kosmetik mit Noten

Manchmal wissen die Schulkinder der 3. und 4. Klasse im Schulhaus Rotmonten-Gerhalde in St. Gallen in der Prüfung die ­Namen der Dinosaurier nicht mehr. Oder sie machen Fehler, wenn sie Rechnungen lösen müssen. Dann erhalten sie im Gegensatz zu anderen Schülern ihre Probe dennoch nicht mit einer Note drei zurück. Sondern mit einem Kreuz im braunen Feld und der Wortmeldung: «Das klappt noch nicht. Da brauche ich noch Unterstützung.» Das grüne Feld bedeutet «Das gelingt mir teilweise», das orangefarbene «Das kann ich schon gut» und das gelbe «Das beherrsche ich».
Farben statt Ziffern kommen bei den Kindern gut an. Bild: Stephan Bösch
Eine Schule mit Farben statt Noten, Migrosmagazin, 18.1. von Claudia Weiss

19. Januar 2018

Hoher Beurteilungsaufwand für Schwyzer Fremdsprachenlehrer

Der Lehrplan 21 definiert sechs Bereiche, in denen die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen erwerben. Der Erziehungsrat legt fest, dass die folgenden fünf Bereiche zu je 20% gewichtet werden. Die Bereiche sind „Sprechen“, „Schreiben“, „Lesen“, „Hören“ und „Sprache im Fokus“. Der Bereich „Kulturen im Fokus“ wird in die Bereiche integriert.
Grafik: AVS Kanton Schwyz
Quelle: AVS Kanton Schwyz, 19.1.

18. Januar 2018

Es fehlen Mittel und Know-how, um mit Testergebnissen Sinnvolles anzufangen

Welchen Einfluss habe ich auf den Lernfortschritt meiner Schülerinnen und Schüler? Ist meine Beurteilung vergleichbar mit der Beurteilung meiner Kolleginnen und Kollegen andernorts? Lehrpersonen aller Stufen haben ein professionelles Interesse an solchen Fragen. Sind Vergleichsmessungen geeignet, Antworten darauf zu finden? Oder gerade nicht? Urs Moser* nimmt zu 10 Thesen Stellung.
Kompetenzen - Messen als Risiko oder Chance? Schulinfo Zug, 9.1. von Lukas Fürrer

4. Dezember 2017

Kompetenzorientiert unterrichten und beurteilen

Das Volksschulamt des Kantons Zürich verantwortet zwei Publikationen zum Thema Kompetenzorientierung als Unterstützung bei der Einführung des Zürcher Lehrplans 21.
Kompetenzorientiert unterrichten, Volksschulamt Zürich, Juli 2017, von Harry Koch, Dieter Rüttimann, Marlen Fiechter, Marlies Keller, Kay Hefti und Judith Hollenweger
Kompetenzorientiert beurteilen, Volksschulamt Zürich, ohne Datum, von Harry Koch et al.

20. November 2017

"Das Konzept der integrativen Schule hat breiten Rückhalt"

Im Interview sieht der Basler Bildungsdirektor Conradin Cramer keinen unmittelbaren Handlungsbedarf an der Basler Volksschule.
"Wir hören diese Kritik nicht zum ersten Mal", Basler Zeitung, 20.11. von Nina Jecker und Franziska Laur

18. November 2017

Lernberichte und Checks als Konsequenz des Lehrplans 21

In seinem Beitrag «Wider den Leistungswahn»nimmt Bernhard Bonjour Stellung zu Katja Christs Artikel über Lernberichte undLeistungschecks. Viel Kritik an der Leistungsmessung ist bisher zur Sprache gekommen, nicht aber der Grund, warum schon in der ersten Schulzeit plötzlich ein solcher Vermessungseifer ausgebrochen ist. Dies soll hier nachgeholt werden.
Wieso diese umstrittenen Lernberichte? Basler Zeitung, 17.11. von Felix Schmutz

16. November 2017

Arbeitsgruppe überdenkt Basler Lernberichte

Der Grünliberale David Wüest-Rudin will politisch gegen den Leistungsdruck an Basler Primarschulen vorgehen.

Grossrat will Kinder vom Leistungsdruck befreien, Tageswoche, 16.11. von Jeremias Schulthess

Solothurn schwankt bei Noten für Erstklässler

Zensuren gleich von Anfang an? Der Kanton hat die Noten für Schulstarter zuerst abgeschafft und dann wieder eingeführt. Nun könnte es erneut zu einer Wende kommen.
Zuerst abgeschafft, dann wieder eingeführt: Wie sinnvoll sind Schulnoten für Erstklässler? Solothurner Zeitung, 16.11. von Sven Altermatt

Zunehmende Psychiatrisierung der Kinder

Kinder sind verspielt, aktiv, haben Freundinnen und Freunde, lachen gern – und ja, sie dürfen auch kreischen und schreien. Doch das ist eine Wunschvorstellung. Die Realität ist eine andere – und auch die ist erst mal gar nicht negativ. Der deutsche Kinderpsychiater Michael Schulte-Markwort hat sie treffend beschrieben: «Kinder sind nicht nur glücklich, sie sind nachdenklich, fröhlich, verzweifelt – sind alles, was Erwachsene auch sind.» Dies zu akzeptieren, wäre schon einmal die halbe Miete im Umgang mit Kindern. Sie können auch mal traurig, niedergeschlagen, depressiv sein. Aber dann brauchen sie eine helfende Hand, eine liebende Mutter, einen fürsorglichen Vater oder gute Freunde.
Lasst Kinder Kinder sein, Tages Anzeiger, 15.11. von Matthias Meili