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13. März 2021

Nicht das Geschlecht, sondern die soziale Stellung entscheidet über den Schulerfolg

Die Geschichte wiederholt sich, aber ist sie auch wahr?

Seit Jahren berichten Medien über die Buben als «Bildungsverlierer». Buben könnten nicht mehr Buben sein, lautet der Vorwurf, bubenfeindlich und ungerecht sei die Schule. «Schlaue Mädchen, dumme Jungen», titelte der «Spiegel» schon 2004. «Buben sind die Dummen», stand 2009 im «Beobachter». Das Schweizer Fernsehen fragte 2019: «Braucht es reine Buben-Klassen?»

Auch «Das Magazin» ging dem nach, 2008 in einem Interview mit Remo Largo. Der Kinderarzt sagte: «Der gute Schüler von heute ist ein Mädchen. Das liegt aber nicht an seiner Kompetenz, sondern an seinem Verhalten.»

Werden Buben in der Schule benachteiligt? Tages Anzeiger Magazin, 13.3. von Christoph Gertsch

3. November 2020

Das Schulsystem kommt den Mädchen entgegen

Ein beliebtes Diskussionsthema zwischen meinem Mann und mir ist, ob Mädchen und Buben von Natur aus unterschiedlich sind oder ob sie durch Erziehung anders sind. Was sagen Sie dazu?

Beides ist der Fall. Es gibt naturgegebene wie auch anerzogene Unterschiede. Das ist unbestritten. Sie betreffen nicht nur den Körper, sondern auch das Denken und die Emotionen. Gewisse Unterschiede zeigen sich in allen Kulturen. Bei den genetischen Unterschieden stellt sich die Frage, was die Kultur mit ihnen macht: Man kann sie verstärken oder abschwächen.

Allan Guggenbühl: "Bei Buben wird eine Puppe auch mal zum Flugzeug", Zofinger Tagblatt, 2.11. von Lilly-Anne Brugger

15. September 2020

Die verschwiegene Pathologisierung der Knaben

Die Fakten stellen Schweizer Knaben kein gutes Zeugnis aus. Schulisch werden sie von den Mädchen abgehängt. Es gibt mehr Maturandinnen und Studentinnen. Mehr Buben als Mädchen repetieren Klassen. Mehr Knaben leiden an ADHS. «Es gibt eine grosse Pathologisierung der Knaben», sagt Allan Guggenbühl, Schweizer Psychologe und Experte für Jugendgewalt. «Wären das Mädchen, wäre es ein nationaler Skandal, bei den Buben wird das übersehen oder sogar hingenommen.» Dabei gäre das Thema im Untergrund. «Lehrer und Lehrerinnen kommen zu mir und reden darüber, aber kein Politiker würde es wagen, die Geschlechterdifferenz anzusprechen. Es ist schlicht nicht diskutierbar.» Ihm selbst sei schon untersagt worden, an Veranstaltungen darüber zu reden. 

"Wären es Mädchen, wäre es ein Skandal", NZZaS, 13.9., von Peter Hossli

13. August 2020

Wie wichtig ist Empathie?

Eine spannende Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen der Empathie. Diskussionsteilnehmer: Bruno Frey, Hugo Triner, Esther Kamm, Dietmar Hansch und Allan Guggenbühl.

Bild: Screenshot Diskussionsrunde

https://vimeo.com/438179975/82d68b6689

15. April 2020

Die Realität hat die Jugendlichen eingeholt


Viele Jugendliche bekunden grosse Mühe mit der verordneten Isolation. Ihre Emotionskontrolle ist noch unausgereift. 
Corona - ein Albtraum auch für Jugendliche, NZZ, 2.4. von Allan Guggenbühl 

28. November 2019

Digitalisierung sorgt für unnötige Elterninformationen


Die Kita Nano in Baar informiert die Eltern neu via App beinahe in Echtzeit, was ihre Schützlinge gerade machen. Der renommierte Kinderpsychologe Allan Guggenbühl äussert im Interview seine Bedenken zur Digitalisierung in Kindertagesstätten und Schulen.
Guggenbühl: Ständige Protokollierung verletzt die Privatsphäre des Kindes. Bild: Allan Guggenbühl
"Problematische Entwicklung": Kinderpsychologe Allan Guggenbühl über Digitalisierung im Vorschulalter, Luzerner Zeitung, 28.11. von Stefanie Geske

1. September 2019

Vater klagt gegen Gymnasium


Für Martin Hablützel steht fest: Dass sein Sohn Luiz (17) das Gymnasium nicht schafft, liegt nicht an der Leistung. Vielmehr sei das Schulsystem daran schuld. Es würde generell Buben benachteiligen und Mädchen fördern. Und so legt der Rechtsanwalt Rekurs dagegen ein, dass der Sohn am Zürcher Wirtschaftsgymnasium Hottingen repetieren müsste.
Mein Sohn wird diskriminiert, weil er ein Bub ist, Blick, 1.9. von Myrte Müller

18. August 2019

Schule braucht auch die Väter


Am Montag ist im Kanton Schulanfang – für viele Schülerinnen und Schüler beginnt dabei ein neuer Abschnitt in ihrer «Schulkarriere». Ob es der Eintritt in den Kindergarten ist, der Wechsel in ein anderes Schulhaus oder in eine neue Klasse – als Eltern hoff man vor allem, dass sich die Kinder in der Klasse wohlfühlen, nette «Gspändli» finden und optimal gefördert werden.
Väter, engagiert euch auch in der Schule, Zürcher Oberländer, 14.8. von Beatrice Zogg

15. August 2019

Kantone rüsten sich für den Ernstfall

Amokläufe an Schulen im Ausland mit Dutzenden von Toten haben die Schulbehörden in der Schweiz über die Jahre sensibilisiert. Der Kanton St. Gallen hat in seinen Berufsschulen und Gymnasien gerade eben ein Notfall-System eingeführt. Via Handy-App können Lehrkräfte dort unter anderemauch im Bedrohungsfall Alarm schlagen.
In Basel-Stadt wurden Sicherheitskästchen mit Alarmknöpfen montiert. Der Kanton Zürich ist seit über zehn Jahren daran, eine interne Alarmierungs-Anlage aufzubauen. Auch in der bernischen Gemeinde Köniz, am Gymnasium Lerbermatt zum Beispiel, gibt es seit April ein spezielles Amok-Alarm-System.
Schweizer Schulen wappnen sich gegen Amokläufe, SRF, von Ruth Wittwer

13. August 2019

Geschlechtergetrennte Klassen


Gestern war in vielen Kantonen der erste Schultag – für Tausende kleine Mädchen und Jungen wurde es ernst. Im Klassenzimmer dürften sich erstere deutlich wohler fühlen als letztere: Denn für viele Jungs ist der klassische Unterricht, mit Stillsitzen und Zuhören, nichts. Entsprechend sind Mädchen in der Schule tendenziell auch erfolgreicher unterwegs. Doch das muss nicht sein, sagen Bildungsexperten jetzt. Geschlechtergetrennte Klassen würden den Jungs helfen. Quasi Schule wie zu Grossmutters Zeiten.
Allan Guggenbühl: "Der heutige Lehrplan fokussiert auf Anforderungen, die vor allem den Mädchen zugutekommen", Screenshot SRF
Braucht es reine Buben-Klassen? SRF 10vor10, 12.8.

11. August 2019

Bubenfeindliche Schule


Tausende Kinder betreten am Montag eine neue Welt: In mehreren Kantonen findet der erste Schultag statt. Wie gut die Buben und Mädchen in der Schule abschneiden werden, liegt allerdings nicht nur an ihrem Engagement, Können oder ihrer Intelligenz. Nein, auch das Geschlecht spielt eine Rolle. Der Schulerfolg ist weiblich. 
Wie bubenfeindlich ist die Schule? Schweiz am Wochenende, 10.8. von Yannick Nock

9. August 2019

Problematische Verschärfung der Anforderungen an den Basler Schulen


Keine zweite Chance. Ab dem neuen Schuljahr, das nächste Woche beginnt, werden an der Basler Sekundarstufe die Schrauben angezogen. Künftig zählt jedes Semester. Ein ungenügendes Zeugnis bedeutet direkt den Wechsel in ein niedrigeres Leistungsniveau. Eine Möglichkeit, ein schlechteres Semester mit besseren Leistungen wieder auszugleichen, entfällt. Mit dieser Massnahme, von der ausserhalb der Lehrerzimmer kaum jemand wusste, soll die notorisch hohe Maturitätsquote des Kantons gesenkt werden, vermuten Bildungspolitiker und kritisieren die Neuerungen (bz von gestern). 
"Schüler sollen auch Krisen haben dürfen", BZ Basel, 9.8. von Jonas Hoskyn

30. Mai 2019

Cramer hat Recht: Nur keine Panik


Wenn es um Bildung geht, ist mit uns Schweizern nicht zu spassen. Die wichtigste Ressource unseres Wohlstands ist unantastbar, Millionenbeträge für die Universitäten und Hochschulen werden selbst von Bürgerlichen durchgewinkt («Bildung!»), selbst kleinste Einsparungen auf Volksschulebene zerschellen am Widerstand der Linken («Bildungsabbau!»). Umso mehr sind wir in der Region erschreckt worden über die Ergebnisse des ersten nationalen Bildungsvergleichs unter Sekundarschülern. Basels Schulen bekamen ein «katastrophales» Zeugnis, wie die NZZ schrieb, nur unwesentlich besser schnitt Baselland ab. Die Reaktion der beiden Hauptverantwortlichen hätte unterschiedlicher nicht sein können. Die Baselbieter Bildungsdirektorin Monica Gschwind (FDP) berief eine Medienkonferenz mit Schul- und Lehrervertretern ein und signalisierte Kampfbereitschaft. Ein «Bündel an Massnahmen» müsse nun erarbeitet werden, man orientiere sich an den Besten. Fatalistischer ging ihr Basler Amtskollege Conradin Cramer (LDP) mit der Botschaft um. Nicht mal eine Medienmitteilung verschickte er, um das schlechte städtische Abschneiden in Mathe, Deutsch und Französisch zu erklären. Auf Anfrage liess er lediglich verlauten, dass das Ergebnis unschön sei. Grund zur Panik bestehe nicht.
Unnötige Panik, Basellandschaftliche Zeitung, 27.5. von Leif Simonsen

15. Mai 2019

Pöbelschüler ausschliessen


Schüler schwatzen drein, pöbeln und mobben. Kurz: Sie verstossen auf breiter Front gegen Regeln. Jeder fünfte Schüler wird von seinen Lehrern in den Städten Winterthur und Zürich als verhaltensauffällig eingestuft. Das ist das alarmierende Ergebnis einer Umfrage, durchgeführt von Reto Luder, Professor an der Pädagogischen Hochschule Zürich. Von insgesamt 4300 Schülern sind 950 Schüler Unruhestifter. 
Lang studiert: Kampf gegen Radauschüler, Aargauer Zeitung, 11.5. von Heinz Lang

29. April 2019

Grenzen des selbstorganisierten Lernens


Beim sogenannten selbstorganisierten Lernen vermitteln nicht Lehrpersonen Bildungsinhalte, sondern die Schüler durchforsten das Internet und ihre Arbeitsblätter. So sollen Kompetenzen gefördert werden, sich selbsttätig Inhalte anzueignen und Lernziele zu definieren. Das hat auch Nachteile.
Schule - die Grenzen des selbsttätigen Unterrichts, NZZ, 26.4. von Allan Guggenbühl

30. März 2019

Geschäft Nachhilfe: 911 Nachhilfelehrer in Basel

Wer bei Google nach «Nachhilfeunterricht in Basel» sucht, der muss weit scrollen, bis der erste echte Eintrag erscheint. Die Einträge eins bis vier sind allesamt bezahlte Werbung von professionellen Anbietern, und das bedeutet: Dieser Markt ist erstens lukrativ und zweitens heftig umkämpft. Welche Firmen sich alle in diesem Umfeld tummeln, das weiss nicht einmal Dieter Baur, Leiter Volksschulen beim Erziehungsdepartement. Er sagt: «Wir haben keinerlei Angaben zu den Nachhilfe-Angeboten in Basel oder zu ihrer Entwicklung.» 
Nachhilfe für die Kleinsten, Schweiz am Wochenende, 30.3. von Samuel Hufschmid

Es braucht Frontal- und Einzelunterricht


Der Jugendpsychologe Allan Guggenbühl kritisiert, dass selbst in den Ferien Nachhilfe angeboten wird. Und macht das Schulsystem dafür verantwortlich.
"Die Ferien sollten Ferien bleiben", Schweiz am Wochenende, 30.3. von Leif Simonsen

9. März 2019

Vom Anpassungssyndrom zum Mainstream-Gehorsam?

Warum zögern viele Menschen, ihre Meinung zu sagen, wenn diese sich im Gegensatz zum Mainstream befindet? Warum schweigen wir im Freundes- und Kollegenkreis, wenn wir anderer Meinung sind? Neben vielen anderen Anregungen liefert Allan Guggenbühl in seinem Buch «Für mein Kind nur das Beste» auch interessante Denkanstösse zu dieser Frage, indem er den Begriff des Anpassungssyndroms aus der Stressforschung auf die heutige Erziehungswirklichkeit überträgt und damit Aspekte der Erziehung zur freien Meinungsäusserung erklärt.

Buchbesprechung "Für mein Kind nur das Beste" (Allan Guggenbühl), Zeit-Fragen,  29. 3., von Marita Koch

10. Februar 2019

Reformkritiker gründen Blog


Der Kampf gegen den Lehrplan 21 ist für sie längst verloren. In mehreren Kantonen wurde darüber abgestimmt, allenorts sind die Gegner unterlegen. Auch die Harmonisierung der Schulen wurde per Volksentscheid gutgeheissen. Und doch geben die Gegner der Schulreformen nicht auf: «Wir wollen die Kritik bündeln», sagt Alain Pichard. Der Lehrer aus Orpund bei Biel war ein früher Kritiker der Schulreformen.
Gegner der Schulreformen formieren sich, NZZaS, 10.2. von René Donzé

1. Februar 2019

"Selbsttätiges Lernen ist Betrug"


Die kritische Haltung gegenüber der reformierten Schule lässt nicht nach. Dies beweist ein voller Saal anlässlich eines Podiums mit anschliessender angeregter Diskussion zum Thema «Selbsttätiges Lernen, Lernateliers» in Zürich. Dabei wurde die Schule aus verschiedenen Perspektiven betrachtet: Eltern, Psychologie und Gesundheit.
Nicole Fuchs, Allan Guggenbühl und Hannes Geiges referierten in Zürich, Bild: uk
Selbsttätiges Lernen, Lernateliers, Starke Volksschule Zürich, Podiumsgespräch, 30.1. von Urs Kalberer