Der Genfer Professor François Grin simplifiziert. Er spricht, als ob es bei der aktuellen Fremdsprachendebatte bezüglich des Französischen um "alles oder nichts" gehe. Aber niemand will das Französisch streichen. Niemand will, dass die Kinder am Ende der Schulzeit schlechter (ist das noch möglich?) Französisch sprechen. Die dauernden Manipulationen auch aus Kreisen der Hochschulen sind symptomatisch für die Panik, die angesichts der geforderten Mitsprache des Volkes beim Sprachunterricht herrscht.
Für Grin ist offenbar Französisch zur Vermittlung der französischen Kultur und für den Zusammenhalt der Nation nur ab Primarschule vorstellbar. Kulturvermittlung und nationale Kohäsion sollen also ab der Sekundarstufe I nicht mehr möglich sein?
Schliesslich noch die Wahrnehmung der englischen Sprache. Wiederholt wird diese als Wirtschafts- und Geldsprache reduziert, ja diffamiert. Sind es Überbleibsel der einstigen Vormachtstellung der "Grande Nation", die Französischsprachige noch heute dazu verleiten, das Englische dermassen einseitig als Ausdruck von Macht und Business wahrzunehmen? Wieso sollen ausgerechnet Primarschüler die Vorzüge der französischen Küche, Kunst und Literatur kennenlernen, noch bevor sie eine Ahnung der kulturellen Leistungen ihrer eigenen Umgebung haben? (uk)
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| Grin: Auch Kassiererinnen und Maurer brauchen Französisch, Bild: www.tdg.ch
"Mit Englisch beeindruckt man niemanden", Basler Zeitung, 7.7. von Tina Huber
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