Es ist durchaus legitim, wenn sich
Interessenvertreter der Pädagogischen Hochschulen zum Thema Frühfranzösisch zuWort melden. Doch niemand spricht davon, den Fremdsprachenunterricht abzubauen - Französisch (respektive Italienisch) und Englisch gehören zum Fächerkanon eines Deutschschweizer Schülers. Trotzdem verlangen die Äusserungen der Professoren nach einer Reaktion und Richtigstellung.
Bezüglich des Fremdsprachenlernens herrscht blinder Enthusiasmus, Bild: NZZ
Bitte noch genauer hinsehen beim Fremdsprachenunterricht, Urs Kalberer
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28. Juni 2014
26. Juni 2014
Blinder Enthusiasmus für den frühen Beginn
Georges Lüdi, emeritierter Linguist der Universität Basel, war massgeblich verantwortlich für die EDK-Sprachenstrategie von 2004, welche den Unterricht von zwei Fremdsprachen an der Primarschule festlegte. In einem Interview mit Le Temps blickt er kritisch auf den momentanen Zustand des Französischunterrichts in der Deutschschweiz. Dieser sei "nicht optimal". Entgegen der landläufigen Auffassung lernten junge Schüler nicht besser Fremdsprachen als ältere. Allerdings brauchten die jungen Primarschüler massiv mehr Kontakt zur Fremdsprache. "Ich glaube, es herrschte ein blinder Enthusiasmus für einen frühen Beginn mit den Fremdsprachen".
Georges Lüdi, ein Anhänger des frühen Fremdsprachenunterrichts, kritisiert den herrschenden Unterricht. Bild: Eddy Mottaz
"Il faut améliorer l'enseignement précoce des langues", Le Temps, 23.6. von Sandrine Hochstrasser
Georges Lüdi, ein Anhänger des frühen Fremdsprachenunterrichts, kritisiert den herrschenden Unterricht. Bild: Eddy Mottaz
"Il faut améliorer l'enseignement précoce des langues", Le Temps, 23.6. von Sandrine Hochstrasser
30. März 2014
Schweiz bricht auseinander
Nun wissen wir es also: Die Schweiz ist in Gefahr auseinanderzubrechen. Dies befürchtet Georges Lüdi, emeritierter Basler Professor und Berater bei der Vorverlegung des Fremdsprachenunterrichts. Für den Romanisten Lüdi ist klar, welche Sprachen die Jugendlichen wirklich benötigen - sicher nicht das Englische: "Die meisten Lehrabgänger arbeiten in einem KMU. Und die haben nun mal mehr mit Deutschland und Frankreich zu tun als mit Japan oder Russland". Weitere markante Aussagen des Experten für Mehrsprachigkeit:
- Früher lernte nur eine Elite Französisch. Heute soll es jeder Schüler beherrschen.
- Viele Lehrer haben nicht ein allzu hohes Sprachniveau im Französischen.
- Die Romands haben noch nie gerne Deutsch gelernt, das ist nichts Neues. Das finde ich aber weniger beunruhigend als die Deutschschweizer Tendenz der letzten 20 Jahre, das Französische zu vernachlässigen.
- Kein Französisch zu lernen, ist die Arroganz der Mehrheit.
- Der durchschnittliche Schweizer spricht miserabel Englisch.
Georges Lüdi: Abenteuerliche Aussagen eines Professors, Bild: 20 Minuten
"Gefahr, dass die Schweiz auseinanderbricht", 20 Minuten, 29.3.
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