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3. Mai 2018

Thurgau baut Schulevaluation nicht ab

Die Thurgauer Schulaufsicht muss nicht noch mehr sparen. Der Grosse Rat hat am Mittwoch eine Leistungsmotion mit dem Titel "Qualitätssicherung Volksschule" mit dem Stichentscheid der Ratspräsidentin mit 58 gegen 57 Stimmen abgelehnt.
Thurgauer Schulaufsicht muss nicht zusätzlich sparen, sda, 2.5.
Schlechte Noten für Kontrolleure, St. Galler Tagblatt, 2.5.

23. Mai 2017

Schüleraustausch gefordert

Die grünen Kantonsräte haben in der ersten Lesung einstimmig gegen Frühfranzösisch entschieden. Ihr Sprecher, der Sekundarlehrer Joe Brägger, fordert ein nationales Programm für den Schüleraustausch mit dem Welschland.
Brägger unterrichtet Französisch an einer Sekundarschule, Bild: Donato Caspari
Französischlehrer gegen Frühfranzösisch, Thurgauer Zeitung, 23.5. von Thomas Wunderlin

23. April 2017

Die unbeugsamen Thurgauer

Der Weg nach Sirnach führt an grünen Hügeln vorbei durchs Murgtal im Hinterthurgau. Dort hinten im Dorf steht Urs Schrepfer in seinem Büro neben dem Sekundarschulhaus. Mit seiner Hornbrille und dem akkurat frisierten Haar wirkt er gar nicht wie ein Polterer.
Doch das, was er sagt, bringt Politiker in der ganzen Schweiz in Wallung: «Unsere Primarschüler sollen nur noch Englisch lernen.» Er sagt es mit einem Lächeln, aber mit verschränkten Armen vor der Brust. Für Schrepfer, Schulpräsident, Schulleiter, Sekundarschullehrer und SVP-Kantonsrat in Personalunion, ist diese Forderung nicht verhandelbar.
Berset will die Deutschschweiz zum Primarfranzösisch zwingen, Bild: Ian David Marsden
Frühfranzösisch: Die unbeugsamen Thurgauer, NZZaS, 23.4. von Anja Burri

27. März 2015

Die Sorgen kleiner Schulen

Daniel Vetterli macht auf Probleme der kleinen Thurgauer Schulen aufmerksam. Er selber ist Schulleiter und Schulpräsident in Personalunion.






Unklare Haltung der Regierung gegenüber kleinen Schulen, Bild: Reto Martin


Kleine Schulen, grosse Sorgen, St. Galler Tagblatt, 26.3. von Silvan Meile


12. Februar 2014

Lehrverträge erst ab 3. Sek.

Josef Brägger (GP, Amriswil) und Peter Gubser (SP, Arbon) kritisieren Firmen, die mit 2.-Sek-Schülern Lehrverträge abschliessen. Die Suche nach Wunschkandidaten für Lehrstellen sei schwierig. Ohne solide Berufswahl steige aber das Risiko von Lehrabbrüchen. Die beiden Lehrer weisen auf eine gemeinsame Empfehlung der Zürcher Bildungsdirektion und Wirtschaftsvertreter hin, erst 3.-Sek-Schüler zu rekrutieren. Mit einer Interpellation fordern Brägger, Gubser und 46 Mitunterzeichner den Regierungsrat dazu auf, sich für einen entschleunigten Berufswahlprozess einzusetzen.


Weniger Lehrabbrüche dank solidem Berufskunde-Unterricht, Bild: wirtschaft.ch


Quelle: St. Galler Tagblatt, 12.2.

5. Dezember 2013

Thurgauer kürzen Schulbudget

Der Grosse Rat des Kantons Thurgau reduziert das Budget des Amts für Volksschule um eine halbe Million Franken. Die vorberatende Kommission wollte bei der Schulevaluation sparen, doch da es sich um ein Globalbudget handelt, kann der Rat dem Amt nicht vorschreiben, wo es zu sparen hat.
Grosser Rat kürzt Schulbudget, St. Galler Tagblatt, 5.12. von Thomas Wunderlin

11. Juli 2013

Gymi-Aufnahmeprüfung politisch gesichert

Die Schüler reicher Eltern sind an den Gymnasien überproportional vertreten. Das ist auch im Thurgau nicht anders. Aus dieser Warte würde es Sinn machen, die Aufnahmeprüfung zu streichen und sich auf die Erfahrungswerte der Sekundarlehrer zu stützen. Dagegen spricht, dass die Sekundarlehrer damit einem enormen Druck der Eltern ausgesetzt würden. Was stört ist, dass die Sekundarschulen sehr unterschiedlich auf die Aufnahmeprüfungen vorbereiten. Hier seien Bestrebungen im Gange, dies zu ändern.


Soziale Unterschiede bestünden auch bei einem Wegfall der Prüfung, Bild: Kanton St. Gallen

Aufnahmetests auf dem Prüfstand, St. Galler Tagblatt, 11.7. von Marc Engelhard 

24. Januar 2013

Anfrage zu Schulevaluationen

Ab Sommer sollen in den Thurgauer Schulen standardisierte Selbstevaluationen des Schulbetriebs zum Einsatz kommen. Kantonsrat Josef Brägger (GP) wundert sich in einer Einfachen Anfrage, dass der budgetierte Aufwand für die Schulevaluationen trotzdem um 14,2 Prozent steigt. Er will vom Regierungsrat wissen, wie diese Steigerung zu erklären ist. Auch interessiert er sich zu Vergleichszahlen aus Nachbarkantonen, was die Häufigkeit von Schulevaluationen betrifft. Ausserdem fragt Brägger, ob jemals überprüft worden ist, ob solche Evaluationen eine Wirkung haben. Auf die Antwort darf man gespannt sein.
Quelle: St. Galler Tagblatt, 24.1.

9. Mai 2012

"Oberflächlich und unbefriedigend"

In einer Antwort auf eine Interpellation im Thurgauer Grossen Rat sagte die Bildungsdirektorin Monika Knill: "Primarschüler lieben Englisch". Gleich mehrere Grossräte bezeichneten diese Antwort als "oberflächlich und unbefriedigend". 
Im kommenden Jahr soll das Fremdsprachenkonzept im Thurgau evaluiert werden.
Thurgauer Kids lieben Englisch, St. Galler Tagblatt, 9.5.

29. Juni 2011

Interpellation zur Sprachenpolitik im Thurgau

Gestern berichtete ich von einem parlamentarischen Vorstoss zur Sprachenpolitik im Thurgau. Hier nun dessen exakter Wortlaut: 

Hannes Bär                                    Josef Brägger         
SP / Gewerkschaften                     Grüne Partei
8586 Riedt bei Erlen                      8580 Amriswil

Interpellation „Gesamtsprachenkonzept für den Thurgau“

Das Sprachenkonzept wurde im August 2003 publiziert. Am 21. Mai 2006 lehnte das Stimmvolk die Initiative „Nur eine Fremdsprache“ ab. Im Sommer 2009 wurde der Englischunterricht in allen 3. Klassen eingeführt. Zu Beginn des neuen Schuljahres 2011/12 werden neu alle 5. Klässlerinnen und 5. Klässler zusätzlich eine 2. Fremdsprache lernen.

Der Regierungsrat wird ersucht, die folgenden Fragen zu beantworten:

1.    Welches sind die Erfahrungen der letzten 2 Jahre mit dem Frühenglischen
- bei den Lehrpersonen?
- bei den Eltern?
- bei den Kindern?

2.    Wie bewähren sich die eingesetzten Lehrmittel?

3.    Wie wird garantiert, dass die Empfehlungen des Sprachkonzeptes aus dem Jahre 2003 betreffend Kindern mit Risikopotenzial in den Deutsch- und Fremdsprachunterricht einfliessen (Punkt 5.3. „Kinder mit Risikopotenzial“)?

4.    Wie wird garantiert, dass die Lehrpersonen die erweiterten Anforderungen gemäss Sprachkonzept (Punkt 13.6. „Anforderungen an Lehrpersonen“) erfüllen?

5.    Wie wird garantiert, dass auch schwächere Lernende bis zum Ende der obligatorischen Schulpflicht motiviert Fremdsprachen lernen bzw. welche Alternativen (z.B. zusätzlicher Deutschunterricht) werden bei Bedarf geprüft?

6.    Ist der Regierungsrat bereit, das Sprachenkonzept aus dem Jahre 2003 so zu überarbeiten, dass der systematische Sprachenerwerb in Deutsch und den beiden Fremdsprachen von der 3. Klasse bis zum Ende der Sekundarstufe II (inkl. Berufsschulen) garantiert wird bzw. auf Schwierigkeiten im Spracherwerb reagiert werden kann?

Begründung

Der Fremdsprachenunterricht in der Primarstufe zeichnet sich durch eine hohe Professionalität der Lehrpersonen aus. Es wurde viel Geld in die dafür nötige Ausbildung gesteckt; der Einsatz und das Engagement der Lehrpersonen sind sehr hoch. In Praxisgruppen tauschen sie die Erfahrungen aus und optimieren ihren Unterricht. Ausserdem bilden sich die Fremdsprachenlehrpersonen kontinuierlich weiter.

Problematisch sind jedoch in vielen Schulen die Klassen- bzw. Gruppengrössen sowie die extreme Heterogenität. Lehrpersonen müssen mit Kindern arbeiten, welche die unterschiedlichsten Voraussetzungen mitbringen (Englisch als Drittsprache, fehlende oder mangelhafte Deutschkenntnisse usw.). Die geforderte Binnendifferenzierung ist aus verschiedenen Gründen häufig kaum möglich. Damit sind Über- oder Unterforderung von Schülerinnen und Schülern programmiert.

Bei vielen Eltern macht sich Verunsicherung breit: die Schriftlichkeit erhält einen höheren Stellenwert, Hausaufgaben werden häufiger, regelmässige Lernkontrollen mit Noten wirken belastend. Während Eltern aus dem Mittelstand den zusätzlichen Aufwand bzw. die nötige Unterstützung garantieren können, sind viele Eltern mit unterdurchschnittlichem Bildungsstand überfordert. Die Schere zwischen den Kindern öffnet sich noch früher.

Es zeichnet sich ab, dass je länger desto mehr Kinder im Fremdsprachenunterricht überfordert sind und „abschalten“. Die Lehrpersonen haben es zunehmend mit „Sprachverweigern“ zu tun bzw. teilweise schon in der 4. Klasse so genannte Lernzielbefreiungen anordnen lassen. Die Weiterarbeit mit diesen Kindern stellt die Sekundarstufe I vor immer grössere Probleme.

Viele Schulabgängerinnen und -abgänger benötigen in der Berufsschule keine Fremdsprache mehr. Die Frage stellt sich also, ob sich bei diesen Jugendlichen der enorme Aufwand zum Sprachenerwerb gelohnt hat. Falls sie weiterhin Englisch oder Französisch als Freifach belegen möchten, müssen sie auf den Abend bzw. auf Randstunden ausweichen.

Dem Regierungsrat wird im Voraus für die Beantwortung der Fragen gedankt.

Riedt / Amriswil, 15. Juni 2011


28. Juni 2011

Thurgau: Interpellation zu Frühenglisch

Wir erinnern uns: Primarschüler sind wie Schwämme, die Fremdsprachen aufsaugen und spielerisch leicht lernen. So tönte die ideologisch gefärbte Propaganda der Frühförderer. In der Zwischenzeit wird immer deutlicher, dass die Sache mit dem frühen schulischen Sprachenlernen ein bisschen komplexer ist, als unsere Experten vermuteten. Zwei Lektionen pro Woche reichen eben nicht aus. 
Die beiden Thurgauer Kantonsräte Josef Brägger (GP) und Hannes Bär (SP) stellen fest, dass die Klassen- und Gruppengrössen sowie die Heterogenität der Klassen problematisch seien. Gerade im Frühenglisch müssten Lehrpersonen mit Kindern arbeiten, die die unterschiedlichsten Voraussetzungen mitbringen würden. Zudem gebe es in einzelnen Klassen regelrechte Sprachverweigerer. Die beiden Politiker stellen in ihrer Interpellation zum Frühenglisch zahlreiche Fragen zum Sprachenkonzept - insbesondere ob die Regierung bereit sei, das Konzept aus dem Jahr 2003 zu überarbeiten.

16. Juni 2011

Thurgau: Kritik an der Akademisierung des Lehrberufs

Die Dozenten der PHTG sollen vermehrt praktische Erfahrung haben. Laut dem Politiker Josef Brägger (Grüne) weisen 10% der Ausbildner keine Unterrichtserfahrung aus. Ausserdem kritisiert der Parlamentarier, dass die Weiterbildung an den Bedürfnissen der Lehrkräfte vorbei konzipiert sei.
Meldung von Martin Knoepfel auf St. Galler Tagblatt online