Gegenwärtig wird wieder häufiger über den Sinn von Hausaufgaben gestritten. Bedauerlich ist, dass oft ohne Bezug auf die wissenschaftliche Forschung diskutiert wird. Eine neuseeländische Gruppe hat in einer umfassenden Studie eine kaum bestrittene Auswertung und Interpretation über die Wirksamkeit von Hausaufgaben vorgelegt. Ausgegangen sind die Forscher von 138 Kriterien guten Unterrichts und haben diese in eine Rangliste gebracht. Die Hausaufgaben liegen im Rang 88 der Kriterien, d. h. Hausaufgaben sind – wenn auch nicht besonders stark – lernwirksam. Dieser Rang stellt einen Mittelwert dar, der infolge der verschiedenen Untersuchungsansätze auf lernwirksamen, weniger lernwirksamen und unwirksamen Ergebnissen beruht, was zur schlechten Rangierung beiträgt. Trotzdem liegt ein Ergebnis vor, das die Lernwirksamkeit bestätigt. Bedeutsam für den Schulalltag ist, welche Faktoren dafür wichtig sind. Folgende seien hier erwähnt: Hausaufgaben müssen vielgestaltig und dürfen nicht nur Routineaufgaben sein; sie sollen schwergewichtig auf dem Unterricht aufbauen und vor allem Grundfertigkeiten und Grundfähigkeiten stärken; der jeweilige Sinn muss begründet werden; sie sollen nie benotet werden; sie müssen so lange kontrolliert werden, bis eine Selbstverantwortung der Schüler wahrgenommen wird; das Wochenende soll frei von Hausaufgaben sein; sie sollen zeitlich nicht überfordern (Faustregel: pro Schuljahr 10 Minuten).
18. Februar 2021
11. Februar 2021
"Streitgespräch" über Hausaufgaben
Lange galten Hausaufgaben als unverzichtbar. Jetzt schaffen immer mehr Schulen sie ab. Doch einig sind sich die Fachleute nicht: Markus Buholzer (56) hat erwachsene Kinder und ist Rektor an der Volksschule Kriens LU, die die Hausaufgaben 2018 abschaffte. Samuel Zingg (40) vom Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz hat zwei Kinder im Primarschulalter. Er unterrichtet Mathematik und Französisch an der Oberstufe in Mollis GL, wo Hausaufgaben noch verteilt werden.
Die Qual nach der Schule - Hausaufgaben sind je länger je umstrittener, St. Galler Tagblatt, 11.2. von Stefan Müller
31. Januar 2021
Abschaffung der Hausaufgaben bringt keine Chancengerechtigkeit
Es geht auch ohne „Ufzgi“! Unter diesem Titel berichtet die NZZ über die Zürcher Schulgemeinde Männedorf; sie startet ein Pilotprojekt und schafft für die Erst- bis Drittklässler die obligatorischen Hausaufgaben ab. [1] Ersetzt werden sie mit Schulaufgaben. Die Gemeinde ist nicht allein. Verschiedene kommunale Schulen haben die „Ufzgi“-Pflicht aufgehoben, so beispielsweise Köniz, Kriens oder Arbon. Sie werden wohl nicht die Einzigen bleiben und Nachahmer finden.
Selektive Sicht auf den Unterricht, Journal21.ch, 30.1. von Carl Bossard
26. Januar 2021
Aufgabenhilfen sind notwendig
Kinder lernen und arbeiten in verschiedenen Tempi. Man kann die Schnellen warten lassen, bis die Langsamen aufgeholt haben. Machen Letztgenannte dies ausschliesslich in normalen Schulstunden, müssen die Schnellen in dieser Zeit anderweitig, z. B. mit Zusatzaufgaben, beschäftigt werden, um nicht gebremst zu werden. Die Langsamen können aber da wieder nicht mithalten, was einmal mehr zeigt: Man kann es drehen und biegen wie auch immer, eine komplette Chancengleichheit wird niemals erreicht. Auf diese Weise lassen sich zwar Hausaufgaben vermeiden, doch die schwächeren Kinder werden benachteiligt. Statt sich in einer nächsten Lektion mit neuem Stoff befassen zu können, müssen sie dann zuerst die Restanzen erledigen, während die Besseren in ihrem Allgemeinwissen flott vorankommen. Das befriedigt nicht. Die Hausaufgaben haben deshalb durchaus ihren Sinn; dank ihnen kann die Klasse auch bei eher individuellem Unterricht wieder einigermassen gemeinsam weiterfahren. Selbstverständlich muss dabei jenen Kindern geholfen werden, welche zu Hause in für Schularbeiten ungeeigneten Verhältnissen leben. Wenn die Eltern ihrem Nachwuchs nicht wenn nötig beistehen können, sind unbedingt Aufgabenhilfen oder -stunden oder ähnliche Unterstützungsmöglichkeiten zu schaffen.
NZZ, 25.1. Leserbrief von Hans-Peter Köhli
Schüler bestimmen selbst, wann sie eine Prüfung schreiben
Lena Schenkel weist zunächst auf vielfältige Probleme hin, die mit der Vergabe von Hausaufgaben verbunden sind, und darauf, dass manche Schulgemeinden den Mut haben, davon abzusehen (NZZ 14. 1. 21). Danach meint sie, sie seien «ab einem bestimmten Alter» sinnvoll, damit die Schüler «auf den Ernst des Lebens» vorbereitet würden. Das ist absurd. Lernende sollen in der Schule, nicht zu Hause lernen, eigenständig zu arbeiten.
NZZ, 25.1. Leserbrief von Clarita Kunz
14. Januar 2021
Mythen zu Hausaufgaben
Für Generationen von Schülerinnen und Schülern gehörte die Frage zum Nachhausekommen wie das Amen in die Kirche: «Was häsch als Ufzgi?» Und wer erinnert sich nicht an die unschönen Diskussionen mit Mutter oder Vater, die mitunter folgen konnten.
Hausaufgaben sollen auch Schulaufgaben sein dürfen, NZZ, 14.1. von Lena Schenkel
Auslaufmodell Hausaufgaben
Nach Hause kommen und nichts mehr für die Schule tun müssen: Wovon manche ihre gesamte Bildungskarriere lang träumen, gehört für Erst- bis Drittklässler in Männedorf am Zürichsee seit kurzem zum Alltag. Sie haben seit Oktober keine obligatorischen Hausaufgaben mehr.
Warum in Zürich das Ende der Hausaufgaben naht, NZZ, 14.1. von Lena Schenkel
4. Januar 2021
Umfrage: Ein Drittel der Eltern finden Hausaufgaben unwichtig
Die Kantonale Eltern-Mitwirkungsorganisation (KEO) hat im November 2'500 Zürcher Eltern zu Sinn und Unsinn der Hausaufgaben ihrer Kinder befragt. Die Corona-Krise und der damit einhergehende Fernunterricht waren allerdings nicht Teil der Befragung. Der «Landbote» macht die Ergebnisse der Befragung nun publik. Diese zeigt: 19 Prozent der befragten Eltern erachten Hausaufgaben als «sehr wichtig», weitere 41 Prozent immerhin als «wichtig». Das ergibt kumuliert 60 Prozent.
Zürcher Elternumfrage zeigt: Nur 60 Prozent halten "Ufzgi" für sinnvoll, Top Online, 30.12.
29. Dezember 2020
Keine Hausaufgaben an der Unterstufe
Was für viele in der Kindheit ein Traum gewesen wäre, die Unterstufenschüler in Männedorf erleben es: Sie müssen seit Oktober keine Hausaufgaben mehr machen. Die Schule Männedorf setzt unter dem Titel «Lernprozesse begleiten» ein entsprechendes Pilotprojekt um. Beteiligt sind 336 Schülerinnen und Schüler der 1. bis 3. Klasse.
Die Unterstufenschüler müssen keine Hausaufgaben mehr machen, Tages Anzeiger, 21.12. von Philippa Schmidt
11. April 2020
Rückstand von bis zu einem Jahr
3. März 2020
Stadtparlamentarier will wissen, ob Schulleitung Hausaufgaben abschaffen darf
Hausaufgaben-Experiment in St. Gallen
Das Hausaufgabenexperiment an der Primarschule Feldli-Schoren beschäftigt. Einige St.Galler Schulen setzen derweil auf zusätzliche freiwillige Aufgaben oder stellen sich die Frage, wie Hausaufgaben zukünftig aussehen könnten.
Keine Hausaufgaben an der St. Galler Primarschule Feldli-Schoren: Leiterinnen anderer Schulen erwarten gespannt die Resultate, St. Galler Tagblatt, 3.3. von Dinah Hauser
26. Februar 2020
Hausaufgaben unterstützen Selbstorganisatio
24. Januar 2020
"Hausaufgaben abschaffen ist nicht der richtige Weg"
23. Januar 2020
«Nach sieben Schulstunden sollen die Kinder nicht zu Hause ans Pult sitzen»
Quelle: St. Galler Tagblatt, 23.1. Interview: Christina Weder
St. Galler Primarschule schafft Hausaufgaben ab
11. Dezember 2019
Hausaufgaben abschaffen!
Wem nützen Hausaufgaben eigentlich? Mamablog, Bernerzeitung, 10.11. von Jeanette Kuster
