Posts mit dem Label Behinderung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Behinderung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

27. Februar 2021

Autochthon und neurotypisch

Lieber Ludwig

Du fragst, was ich inmeiner Schulzeit gelernt habe. Zuerst einmal, was ich nicht gelernt habe: Latein. Darum musste ich nachschlagen, was das heisst, non scholae, sed vitae. Servicebeitrag für alle, die auch kein Latein können und zu faul waren zum Nachschauen: Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir. Schon etwas gelernt. Wir machen gleich weiter und lernen zwei tolle neue Wörter. Die kann man super gebrauchen, um Kinder zu beschreiben. 

Wer bestimmt schon, was normal ist, Südostschweiz, 27.2. von Samantha Zaugg

21. Dezember 2019

Gelingende Integration


Die 1973 gegründete Schule für hörgeschädigte Kinder in Meggen LU dürfte die erste integrierte Schule in der Schweiz sein. Sie wurde von der „Stiftung Schule für hörgeschädigte Kinder Meggen“ und Susann Schmid-Giovannini* gegründet und von ihr geleitet.
Wie Integration gelingen kann, 21.12. von Peter Aebersold

9. August 2019

Nicht alle Kinder freuen sich auf den Schulstart


In Schulklassen gibt es immer mehr Kinder, die sich von anderen in irgendeiner Weise abheben und deshalb auf Unverständnis stossen. Wie die Schülerin Clara*.«Wir freuen uns gar nicht auf den Schulbeginn», sagt ihre Mutter. Das 14-jährige Mädchen hat eine milde Form der Autismus-Spektrums-Störung (ASS), auch Asperger-Syndrom genannt. Keine Krankheit im eigentlichen Sinne, sondern eine andere Art, das Leben zu sehen. 
"Jetzt geht dieser Wahnsinn wieder los", Basler Zeitung, 9.8. von Franziska Laur

8. August 2017

Baselland begrüsst Eröffnung von Privatschule für Behinderte

Mit der Integrativen Schule sollten behinderte Kinder im Regelunterricht mitgenommen werden. Dieses Konzept stösst immer noch auf Kritik – weil die Kinder je nach Grad der Behinderung das ganze System überfordern. Deshalb eröffnet in Aesch jetzt mit dem GSR Zentrum für Gehör, Sprache und Kommunikation eine neue, grössere Privatschule. Das Zentrum im baselstädtischen Riehen wird aufgelöst.

18. Oktober 2015

Wie weiter mit der Integration von Sonderschülern?

Schulen müssen so viele schwierige Kinder integrieren wie noch nie. Erste Kantone ergreifen Massnahmen.













Starker Anstieg der Sonderschülerzahl in den Kantonen, Bild: Sonntagszeitung
Sonderschüler treiben Lehrer ans Limit, Sonntagszeitung, 18.10. von Nadja Pastega

6. Juli 2015

Nachteilsausgleich: Ein Begriff ist noch nicht in der Öffentlichkeit angekommen.

Eine oder zwei Fremdsprachen in der Schule? Ein Lehrplan für alle Deutschschweizer Kantone oder 21 verschiedene Vorgaben? Mehr Integration oder mehr Separation in der Klasse? Die Diskussionen über diese und andere Fragen haben eines gemeinsam: Gestritten wird selten aus der Perspektive dessen, was im Schulzimmer am Ende richtig oder falsch ist. Zu oft dominieren politische und ideologische Argumente oder diffuse Werthaltungen die Debatten. Es gibt aber Themen, die direkt zu den ganz konkreten Problemstellungen führen, denen Lehrkräfte im Schulalltag aller Stufen ausgesetzt sind und die nicht mit dem Zweihänder zu lösen sind. Dazu gehört der Umgang mit Behinderungen und anderen individuellen Defiziten von Schülern und Studenten. Mit den integrativen und inklusiven Schulungsformen sind Antworten noch dringender geworden. Ein Begriff dazu ist in Bildungskreisen in letzter Zeit in aller Munde, aber noch kaum in der Öffentlichkeit angekommen: der Nachteilsausgleich.
Der Einzelfall und die Gerechtigkeit, NZZ, 27.6. Kommentar von Walter Bernet

Nachteilsausgleich für Behinderte ist noch keine gefestigte Praxis

Trotz einer Legasthenie die Gymiprüfung bestehen? Das muss möglich sein. Betroffene haben einen Rechtsanspruch auf den Ausgleich ihrer Störung - unter gewissen Voraussetzungen. Aber jeder einzelne Fall ist eine Herausforderung.






Gewisse Behinderungen können eine Prüfung in einem ruhigen Raum nötig machen, Bild: Annick Ramp

Gleichstellung kann noch verbessert werden, NZZ, 27.6. von Walter Bernet

29. Mai 2015

Bundesgericht schützt behinderten Schüler

Einem Sekundarschüler mit einer Schreibschwäche muss bewilligt werden, dass er für die Prüfung ans Gymnasium einen Computer als Schreibhilfe benutzen kann. Dies hat das Bundesgericht entschieden. Ein heute 17jähriger Schüler wollte vor gut einem Jahr die Aufnahmeprüfung für das Gymnasium an der Kantonsschule Burggraben St. Gallen ablegen. Im Hinblick darauf fragten seine Lehrer bei der Kantonsschule nach, ob der Sekundarschüler die Prüfung, mindestens aber den Aufsatz im Fach Deutsch, mit einem Computer absolvieren dürfe. Zur Begründung führten die Lehrer an, in Stresssituationen sei die Schrift des Schülers dermassen unleserlich, dass niemand sie entziffern könne.
Behinderter Schüler darf Computer nutzen, St. Galler Tagblatt, 28.5.

26. Januar 2015

Dürfen schwächere Schüler in Zukunft mit offenem Buch an die Prüfung?

Schwächere Schüler sollen im Aargau bei einer Prüfung Hilfsmittel gebrauchen dürfen, also zum Beispiel ein Schulbuch. Doch so einfach werden Schüler nicht als lernschwach abgestempelt.


Zweiklassengesellschaft? Der sogenannte Nachteilsausgleich sorgt für Diskussionen, Bild: Helga Lade Fotoagentur

Dürfen schwächere Schüler künftig mit offenem Buch an die Prüfung? Aargauer Zeitung, 26.1. von Hans Fahrländer

18. Januar 2013

Mehr Integration

In einer neuen Regelung für Sonderpädagogik bezweckt der Kanton St. Gallen mehr Kinder in den Regelklassen zu integrieren. Dies betrifft Kinder mit einer Sinnes- oder Körperbehinderung sowie vermehrt auch Kinder mit verzögerter Sprachentwicklung. 





Neuordnung ist kostenneutral, Bild: Keystone

St. Gallen regelt Sonderpädagogik neu, St. Galler Tagblatt, 18.1. 

5. November 2012

Nachfrage nach Privatschulen steigt

In Basel-Stadt besuchen momentan 12,5 Prozent der Schulkinder eine Privatschule. Diese Zahl lässt aufhorchen. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Die Eltern fürchten sich beispielsweise vor der Integration von lernschwachen Kindern. Viele wünschen sich eine intensivere Förderung ihrer Kinder. Aber auch soziale Gründe werden genannt, an den grossen öffentlichen Schulen sind Mobbing oder Gewalt häufiger.
Hoffnung auf Förderung an einer Privatschule, Bild: Basler Zeitung
Eisernes Sparen für einen Privatschulplatz, Basler Zeitung, 5.11. von Nina Jecker

5. Oktober 2012

Integration mit Tiefgang

Viel wurde und wird zum Thema Integration geschrieben. Hier mal etwas mit mehr Tiefgang als der Durchschnitt. Unter dem Titel "Neuer Wein in alten Schläuchen" findet Nik Ostertag, dass Integration nur klappen kann, wenn die alten, auf Separation ausgerichteten Strukturen, angepasst werden können. "Wir können nicht weiter so tun, als könnten grundlegende Systemwechsel innerhalb der bestehenden Strukturen bewältigt werden". 
Neuer Wein in alten Schläuchen, von Nik Ostertag, Blogbeitrag auf ventil-jugend.ch

22. Mai 2012

Bundesgericht sorgt für Aufsehen

Wir haben es ja schon längst gewusst, nun wird es vom Bundesgericht bestätigt. Die Integration von Behinderten in die Volksschule ist eine Sparmassnahme. Am aktuellen Fall eines Schwyzer Schülers zeigt sich dies exemplarisch. Die Eltern des Kindes wollten eine Sonderschulung erreichen, doch das höchste Gericht unseres Landes wies das Gesuch ab. Eine Sonderschule biete zwar Vorteile, doch der Staat verfüge nur über begrenzte finanzielle Mittel und müsse diese möglichst rechtsgleich verteilen. Sowohl behinderte als auch nichtbehinderte Kinder hätten deshalb nur Anspruch auf ausreichenden und nicht auf idealen oder optimalen Unterricht. Zwar sei es grundsätzlich gerechtfertigt, für behinderte Kinder einen grösseren Schulungsaufwand zu betreiben. Dies bedeute aber nicht, dass ihnen ein individuell optimiertes Schulprogramm zur Verfügung gestellt werden müsste. 

Integration als Sparmassname, Bild: NZZ
Behinderte Kinder in Volksschule integrieren, NZZ, 22.5.
Das Urteil im Wortlaut

5. Mai 2012

Integration auf dem Prüfstand

In Baselland wehren sich Eltern gegen die Rückführung ihrer Kinder in Sonderschulen. Sie kämpfen - bislang vergeblich - um die weitere Integration  ihrer Kinder in der Volksschule. Die Eltern kritisieren nun, dass sie zu wenig in den Entscheidungsprozess einbezogen worden sind.
Ausgegrenzt: Die Familien Vontobel und Gürtler kämpfen mit den Eltern der Mitschüler dafür, dass ihre behinderten Kinder Sara Vontobel (ganz rechts, mit Mutter Elisabeth) und Nino Gürtler (Vierter von rechts, mit Mutter Eveline Plattner Gürtler) in der Regelklasse bleiben können. Links Ninos Geschwister Conradin und Gina mit Vater Christian Gürtler.
Betroffene Eltern kämpfen um den Verbleib ihrer Kinder in der Regelklasse, Bild: Dominik Plüss
Feuerprobe für die Integrationsschule, Basler Zeitung, 5.5. von Franziska Laur

2. Mai 2012

Zu viel Ritalin

Eine Studie der Universität Basel stellt fest, dass längst nicht jedes Kind, bei dem ADHS diagnostiziert wird, auch tatsächlich daran leidet. Schätzungen zufolge sollen 10 bis 15 Prozent aller Kinder an ADHS leiden und weltweit 80 Millionen Kinder mit Ritalin behandelt werden.
Studienleiterin Bruchmüller sagt: "Wir erwarteten natürlich Fehldiagnosen. Aber dass es so viele sein würden, überraschte uns". Falschdiagnosen sind in der Studie nicht die Ausnahme, sondern sind mit 16,7% relativ häufig. Bei den Buben lag die Fehlerquote bei 22 %. 
Krankgeredet oder einfach nur lebhaft: Gemäss einer neuen Studie wird bei vielen Kindern fälschlicherweise ADHS diagnos-tiziert, was fatale Folgen haben kann.
Zu oft werden Kinder krankgeredet, Bild: Keystone
Die Generation Ritalin gibt es gar nicht, Basler Zeitung, 2.5. von Susanne Stettler

13. April 2012

St. Galler Sonderpädagogik-Konzept in Planung

Die Schulentwicklung und die gesellschaftlichen Veränderungen erfordern einen Anpassung des Sonderschulangebots. Dieses soll jenen Kindern und Jugendlichen zur Verfügung stehen, die nachweislich die Regelschule nicht besuchen können. Ziel ist zudem die Schaffung eines Netzwerks von spezialisierten Sonderschulen im Kanton St. Gallen, das in enger Kooperation den behinderungsbedingten Bedarf abdecken kann. 
Der Entwurf für das Sonderpädagogik-Konzept liegt in Kürze vor, Kanton St. Gallen

12. März 2012

Integration auf dem Prüfstand

Die Verfasser einer Studie zur Integration kommen zum Schluss, dass zur erfolgreichen Integration der Faktor Leistung zugunsten von moralischen und sozialen Kompetenzen zurückgestuft werden sollte. Das ist, auf den Punkt gebracht, das Dilemma rund um die Integration.
Ausserdem wird darauf hingewiesen, dass es auf die Art der Behinderung ankomme. Während die Integration von sozial benachteiligten Kindern deren Chancen auf dem Weg zur Berufsbildung verbessere, sei die integrative Schulung von Kindern mit Schädigungen des Gehirns oder schweren Mehrfachbehinderungen nicht förderlich. Mit zunehmendem Alter würden geistig behinderte Kinder aus dem Klassenverband ausgeschlossen.
Behindertes Kind beim Sportunterricht. (Bild: Imago)
Behindertes Kind beim Sportunterricht, Bild: imago
"Wie hast du's mit der Behinderung", NZZ vom 12.3. von Claudia Wirz

15. Dezember 2011

Urs Wüthrich nimmt Stellung zum "Therapiewahn"

Der Artikel "Schulen im Therapiewahn" hat zu vielen Reaktionen geführt. Der Baselbieter Bildungsdirektor Urs Wüthrich nimmt Stellung zu den Fragen von Franziska Laur.
«Kinder sind heute nicht auffälliger.» Bildungsdirektor Urs Wu?thrich sieht die Schule auf dem richtigen Weg.
Urs Wüthrich sieht die Schulen auf dem richtigen Weg, Bild: Roland Schmid
"Eltern fechten häufig Entscheide an", Basler Zeitung, 15.12. von Franziska Laur

13. Dezember 2011

Schulen im Therapiewahn

Jedes zweite Kind fasst in seiner Schulkarriere eine oder mehrere Therapien. Dieser Trend hin zur Pathologisierung einer ganzen Generation geschieht nicht zuletzt aus einer Überforderung der Lehrpersonen heraus. Diese stehen zwischen Ansprüchen aus der Politik und dem Elternhaus. Während die Politik den Lehrkräften immer mehr Aufgaben ausserhalb ihres Lehrauftrags zumutet, fordern die Eltern Mitspracherecht in den Schulen oder können ihrem anspruchsvollen Nachwuchs nicht mehr Einhalt gebieten. Und da in vielen Basler Schulen der Anteil an verhaltensauffälligen Kindern gross ist, gibt es Klassen, in  denen fast ein Viertel der Kinder wegen ADS (Aufmerksamkeitsdefizitstörung) mit dem Medikament Ritalin behandelt wird.
Nun schlagen Ärzte und Fachleute Alarm. Sie fordern ein einfacheres Schulsystem, eine seriösere Abklärung, bevor Therapien verordnet werden, und eine grössere Toleranz bei Abweichungen von der Norm. Es dürfe nicht sein, dass ein Kind nicht mehr das kleinste Lispeln oder das geringste Tagträumchen haben dürfe, ohne dass sofort eine Diagnose gestellt und nach dem Therapeuten gerufen werde.
Tatsächlich sind die Schulen überfrachtet. Frühfranzösisch, die Neueinführung von Qualitätsstandards, Kinder zu dick, zu dünn, zu neurotisch, zu fernsehbesessen - die Schule beugt sich dem Druck, führt Purzelbaumstunden ein und übt das richtige Freizeitverhalten. Doch unter all dem Genügenwollen brechen ihre Protagonisten zusammen. Auch viele Lehrer können nur noch mit psychologischer Beratung und Tabletten funktionieren.
Getestet und behandelt. Mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler geht in eine Therapie. Fachleute warnen vor der Überbetonung von Schwächen.
Ärzte wehren sich gegen unnötige Diagnosen, Bild: Fotolia
Aus: Basler Zeitung, 13.12. von Franziska Laur
Eine Generation wird krank geredet, Basler Zeitung, 13.12. von Franziska Laur

6. November 2011

"Erlöst die Schüler von unnötigen Diagnosen"

In der Schweiz werden immer mehr Kinder wegen Schulproblemen therapiert. Jetzt reicht's, finden zwei Kinderärzte. Sie rufen Mediziner und Psychologen dazu auf, nicht gleich bei jedem Kind einen Defekt zu suchen
Erlöst die Schüler von unnötigen Diagnosen, NZZaS, 6.11. Interview: Simone Schmid
Romedius Alber (48) ist Kinderarzt und Jugendpsychiater, er praktiziert in Baar und lehrt in den Bereichen Entwicklungspädiatrie und systemische Therapie. Zusammen haben sie das Buch «Schulschwierigkeiten: Störungsgerechte Abklärung in der pädiatrischen Praxis» geschrieben. Es richtet sich an Fachleute und soll Leitlinien setzen, wie Kinderärzte ihre Patienten bei Schulschwierigkeiten vernünftig und lösungsorientiert abklären können.
Thomas Baumann (60) praktiziert seit 1986 als Kinderarzt. Er leitet das Entwicklungspädiatrische Zentrum in Solothurn und ist Autor diverser Fachbücher. 
 Romedius Alber    Thomas Baumann