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5. Mai 2021

Durchschnittlich 35/h/Woche im Netz und trotzdem schwache Leser

Teenager informieren sich heute vor allem online. Gerade dort ist es aber besonders wichtig, «Fake News» von zuverlässigen Nachrichten unterscheiden zu können. Auch das Erkennen von betrügerischen Phishing-Mails ist dringend notwendig, um im Internet nicht irgendwann zum Opfer von Betrügern zu werden.

Laut Pisa-Studie sind Schweizer Teenager bei der Lesekompetenz nur Durchschnitt, NZZ, 5.5. 

28. April 2021

Postulat fordert Analyse zu den Grundkenntnissen der Schulabgänger

In der Mathematik sind die Schweizer Jugendlichen Spitze, beim Lesen befinden sie sich im internatinalen Durchschnitt: So lauteten die Ergebnisse der letzten PISA-Studie, die vor drei Jahren stattfand. Die nächste Studie wurde wegen Corona verschoben. Im Kanton St. Gallen kommen währenddessen Befürchtungen auf, dass es mit den Grundfähigkeiten der Schülerinnen und Schüler am Ende der Volksschulzeit immer mehr hapert. 

Häufige Klagen über Schulabgänger, St. Galler Tagblatt, 26.4. von Adrian Vögele

7. März 2021

Von Südkorea lernen

Roland Reichenbach ist Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Zürich. Er findet, wer grundsätzlich Mühe mit dem Auswendiglernen habe, solle lieber nicht als Lehrperson tätig sein. Auch zu anderen Themen äussert sich Reichenbach erfrischend undiplomatisch. Ein Text zum Aufhängen im Lehrerzimmer.

Roland Reichenbach entlarvt "pädagogische Phraseologie und Sloganistik", Bild: savoir-suisse.ch 
"Warum sollte man die Namen der Hauptstädte nicht auswendig lernen?", NZZ, 6.3. von Alain Pichard

9. November 2020

Schulischer Handlungsbedarf

Der ehemalige AZ-Chefredaktor Hans Fahrländer hat am 23.Oktober fünf Thesen zu unserem Bildungssystem formuliert. Ich stimme diesen grosso modo zu, möchte sie aber ergänzen. Als einer, der zeitlebens im Bildungssystem Schweiz, zuletzt im Aargau, tätig war, sehe ich folgenden Handlungsbedarf, der sich aus den Thesen ergibt:

Wo liegt der Handlungsbedarf im Bildungswesen? Aargauer Zeitung, 5.11. von Martin Straumann

25. Oktober 2020

Fünf Thesen zur Bildung in der Schweiz

Seit und 40 Jahren beschäftige ich mich als Journalist mit Schule und Bildung. Politisch hat dieses Gebiet in dieser Zeit an Bedeutung gewonnen, häufig wird mit Schlagworten operiert. Doch was sind die grossen Linien? Nachfolgend fünf Thesen abseits der Tagespolitik. 

These 1:Die Digitalisierung ist ebenso eine Chance wie eine Gefahr. 

Die Sache ist zweischneidig. Einerseits: Die Digitalisierung, die durch Corona zusätzlichen Schub erhalten hat, sorgt für Demokratisierung der Bildung, für niederschwelligen Zugang zu Wissen, für Vermehrung der Wissensquellen; wir lernen nicht mehr bloss in der Schule oder dem Erwachsenenbildungskurs, sondern auch im Internet und in den sozialen Medien. Anderseits droht da auch eine Gefahr: Es ist die potenzielle Vertiefung des Bildungsgrabens. Das Knacken der digitalen Welt ist nicht für alle gleich einfach und selbsterklärend. Das gilt nicht nur für uns Alte, auch schwächer begabte junge Menschen stossen bisweilen auf unüberwindliche Hürden. Der Graben zwischen ihnen und den normal Begabten könnte weiter wachsen, die Schwächeren könnten noch mehr abgehängt werden. 

Fünf Thesen zum Bildungsland Schweiz, BZ Basel, 23.10. von Hans Fahrländer

29. September 2020

Schweiz liegt bei digitaler Infrastruktur zurück

Das «Programme for International Student Assessment» (Pisa) hat eine neue Studie veröffentlicht.Dabei wurde der Fokus auf die digitalen Infrastrukturen und Ausrüstungen der Schulen gelegt.

Die Schweiz schneidet beim Thema Online-Learning-Plattformen unter dem OECD-Durchschnitt ab. Weniger als 50 Prozent der Schulen gaben an, gute Infrastrukturen anbieten zu können.

Die Zahlen wurden für das Jahr 2018 erhoben. Die neusten Entwicklungen durch die Coronakrise sind also noch nicht abgebildet.

Quelle: srf.ch, 29.9.

1. Juni 2020

Kurswechsel beim Leseunterricht dringend nötig: Strategietraining reicht nicht

Seit 2012 geht es mit den Lesefähigkeiten signifikant bergab. Mittlerweile liegt die Schweiz sogar unterhalb des OECD-Durchschnitts von 75 Ländern. Das zeigen die Resultate des Leseverstehens, die von PISA 2018 in Abschlussklassen ermittelt wurden (1). Die dabei gemessenen Fähigkeiten stimmen grösstenteils mit den im Lehrplan 21 gestellten Kompetenzanforderungen überein und dienen daher als wichtige Rückmeldung zum Leseunterricht an Schweizer Schulen. Die Leistungen lassen sehr zu wünschen übrig. Konkret erreichen 24 Prozent der Schulabgänger bloss die unterste von sechs Kompetenzstufen – sie verstehen die wörtliche Bedeutung von Sätzen oder die Hauptaussage von Texten nicht. Wenn wir dazu noch die Schüler im zweittiefsten Niveau addieren, dann liegen wir knapp bei der Hälfte der Schüler.

Kurswechsel beim Leseunterricht dringend nötig: Strategietraining reicht nicht, Urs Kalberer, 26.5. 

12. Mai 2020

Volksschule in China

China hat eine der ältesten und längsten Traditionen im Bildungswesen, die allerdings immer wieder durch schwere Rückschläge unterbrochen wurden. Das gegenwärtige Schulsystem mit dem Pisa-Spitzenplätze erreicht werden, wurde ab Mitte der 1980er Jahre aufgebaut.

Volksschule in China, Peter Aebersold, 12.5.

14. März 2020

«Deutsche Sprache als Grundlage allen Lernens»


Den ersten Anlass in diesem Jahr widmete der Verein «Starke Volksschule Zürich» dem wichtigsten Bildungsthema – dem Erlernen der deutschen Sprache. Das essentielle Werkzeug dabei sei das Lesen. Denn nur so können Texte verstanden, im grösseren Zusammenhang eingeordnet und richtig interpretiert werden. Dass die Schweizer Schulen hier ein eklatantes Defizit aufweisen, belegen die Testergebnisse der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) und der PISA-Studie von Neuem.
«Deutsche Sprache als Grundlage allen Lernens», Starke Volksschule Zürich, 12.3., von Timotheus Bruderer

16. Februar 2020

Weichen für Schulerfolg sind mit 4 schon gestellt


Auch in der jüngsten Pisastudie zum weltweiten Schulvergleich sind die Werte der Schweiz gesunken, besonders im Lesen und vor allem in der Gruppe der schulschwachen 15-Jährigen. Dieser Trend wird aber noch viel ­problematischer, wenn man eine Sonderauswertung von Pisa berücksichtigt: Während in Deutschland der Anteil von Schulkindern mit guten Leistungen trotz sozial benach­teiligtem Elternhaus von 25 auf 32 Prozent erfreulich gestiegen ist, hat sich dieser Anteil in der Schweiz von 30 auf 27 Prozent verringert.
Förderung der Kinder kann gar nicht früh genug beginnen, NZZaS, 16.2. von Andrea Lanfranchi

14. Februar 2020

Puppen des Zeitgeists


Alles redet über Bildung. Vom Kampf um Bildungsressourcen ist die Rede, von Bildungsreserven, von Bildungsmanagement, von Bildungsexpansion, gar von Bildungsoffensive. Die Sprache zeigt sich militant. 
Auch wenn bildungspolitische Postulate und Parolen anderes verkünden, ist die Tendenz eindeutig: Die Wissens- und Informationsgesellschaft reduziert Bildung auf Ausbildung. Spätestens seit PISA und Bologna dominiert das Kriterium der Effizienz. Gefragt sind direkt anwendbare Kompetenzen. Sie gehorchen dem Diktat der aktuellen Verwertbarkeit – und machen Kinder und Jugendliche, pointiert und als These formuliert, zu Puppen des Zeitgeistes.

6. Januar 2020

PISA-Wunderkind Finnland


Vor zwanzig Jahren katapultierte die erste Pisa-Studie Finnland als Klassenprimus ins internationale Rampenlicht. Man fragte sich, was dieses kleine Volk im Norden bei seinem Bildungswesen besser mache als andere. Die Antworten fallen überraschend einfach aus. 
Das finnische Bildungssystem - ein Wunder? NZZ, 6.1. von Rudolf Hermann

29. Dezember 2019

PISA kann nicht überprüft werden


Die Erhebungen, die die Kompetenzen von 15-jährigen Jugendlichen beim Lesen, in der Mathematik und den Naturwissenschaften evaluieren, fanden offensichtlich 2018 statt. Allerdings weiß man nicht, was genau untersucht wurde. Nach wie vor werden die Testaufgaben nicht publiziert. Wie beim religiösen Fundamentalismus muss man als Leser darauf vertrauen, dass die Forscher unter sich alles richtig machen. Man bekommt nur das Ergebnis mitgeteilt, nicht die Untersuchung.
PISA will prüfen - wer aber prüft PISA? Condorcet.ch, 29.12. von Volker Ladenthin

15. Dezember 2019

Bitte nicht nach Estland pilgern


Jeder vierte Schulabsolvent in der Schweiz kann nach neun Schuljahren nicht richtig und verständig lesen, diagnostiziert die Pisa-Studie. Und dies im Land mit den höchsten Kosten pro Schüler! Von einer Schmach spricht der „Tages-Anzeiger“. Ein Viertel der 15-Jährigen ist hierzulande nicht imstande, einem einfachen Text alltagsrelevante Informationen zu entnehmen. Konkret: Sie können das Geschriebene entziffern, verstehen aber das Gelesene nicht.

12. Dezember 2019

Gemecker über PISA


Kaum sind die Resultate der neusten Pisa-Studie publik, schon hängt der Bildungsturm schief – ein Ritual, das sich seit 2000 alle drei Jahre wiederholt. Ein Ächzen und Stöhnen geht durch die Lande ob unserer unfähigen Schülerinnen und Schüler; alle melden sich zu Wort: Bildungsexperten, echte und selbst ernannte, Lehrer, Politikerinnen, Bäcker, Taxifahrerinnen, Chemiker und Kaminfegerinnen. Alle sind ja mal zur Schule gegangen, werden so automatisch zu Experten, wissen, dass dringend reformiert werden muss, dass früher eh alles besser war, dass iPhones Teufelswerkzeuge sind, dass das halt davon kommt, dass die heutige Jugend freitags für das Klima streikt, statt die Hauptstädte von Burkina Faso und Französisch-Guyana auswendig zu lernen.
"Weshalb die Pisa-Studie nicht funktioniert", Basler Zeitung, 11.12. ohne Nennung des Autors

Sehenden Auges in eine dramatische Situation geraten

Lassen wir bei der Debatte um die jüngsten Pisa-Ergebnisse das Länder-Ranglisten-Brimborium ruhig beiseite; solch Vergleichen von Ungleichem bringt nicht viel. Dies allerdings steht fest: Die Leseleistung der Volksschulabgänger in der Schweiz hat sich nochmals verschlechtert. In vielen Elternhäusern wird kaum mehr gelesen und vorgelesen. In der Freizeit der jungen Menschen verdrängt digitales Kurzfutter zunehmend Bücher und Zeitungen. Man kann also nicht alles der Schule in die Schuhe schieben.Trotzdem steht diese nun wieder im Kreuzfeuer, vor allem aus reformkritischen Kreisen, welche den früheren Lesedrill vermissen. Zu beachten ist allerdings: Noch schlechter als bisher schnitten vor allem die schwächsten Jugendlichen ab.Es sind häufig solche mit Migrationshintergrund, die, als sie in die Schweiz kamen, kein Wort Deutsch sprachen. Um hier Abhilfe zu schaffen, braucht es intensive Förderung durch geschultes Personal.
Der Bidlungserfolg ist in Gefahr, Aargauer Zeitung, 12.12. von Hans Fahrländer

11. Dezember 2019

Besserer Leseunterricht

Die grundsätzliche Kritik von Michael Furger (NZZaS, 8.12.) an PISA ist sicher gerechtfertigt, denn PISA misst nur das, was man messen kann und zwar normiert und vereinheitlicht für alle Teilnehmer. Dabei nimmt PISA keine Rücksicht auf nationale Lehrpläne, wichtig ist nur, was auch gemessen und getestet werden kann.
Lesen und das Leseverständnis bildet zusammen mit dem Schreiben und Rechnen einen der Grundpfeiler der schulischen Bildung. Lesen ist also nicht irgendeine Kompetenz wie Hunderte anderer, wir erwarten, dass die Schüler bei Schulaustritt lesen können. Die Fähigkeit, Geschriebenes zu verstehen, ist zentral für die persönliche Entwicklung der Menschen, für die wirtschaftliche Potenz unseres Landes und für das Funktionieren unseres politischen Systems. 
Besserer Leseunterricht, 11.12. von Urs Kalberer

8. Dezember 2019

Deutsch lernen – ein unterschätzter Grundauftrag der Volksschule


Liegt es primär am veränderten Freizeitverhalten oder trägt die Schule massgebend zum  Lesedebakel der Schweizer Schüler bei der PISA-Studie bei? Bildungsfachleute rätseln, wo die Ursachen liegen könnten. Sicher hat der Trend hin zum oberflächlichen schnellen Lesen mit der Flut der Informationen zugenommen. Wer Unmengen von Kurzfutter-Botschaften auf dem Smartphone konsumiert und sich dabei nicht gross darum kümmert, was auf der Welt geschieht, wird sich kaum in eine längere Lektüre vertiefen.
Deutsch lernen – ein unterschätzter Grundauftrag der Volksschule, 8.12. von Hanspeter Amstutz

Buch vor Computer


«Ein Buch zu lesen, gehört für viele Kinder nicht mehr zur normalen Freizeitbeschäftigung», wird die Zürcher Erziehungsdirektorin Silvia Steiner zitiert (NZZ 4. 12. 19). Als Massnahme gegen den durch die Pisa-Studie aufgedeckten Missstand aber fordert auch diese Zeitung eine verstärkte Förderung der «Medienkompetenz», sprich eine bessere Schulung im Umgang mit Tablets und Smartphones. Dabei ist es längst erwiesen, dass das Lesen von Büchern, das man mit dem Umsetzen einer Partitur mit der eigenen Phantasie und Intelligenz vergleichen könnte, während die elektronischen Geräte gerade diese beiden Bereiche weniger beanspruchen und benötigen, der Entwicklung einer selbständigen Denk- und Entscheidungsfähigkeit sehr viel förderlicher ist als jede noch so faszinierende Hingabe an die digitalen Wunderwerke. Der frühe und lebenslange Umgang mit dem gedruckten Buch kann und darf durch die Elektronik nicht abgelöst, sondern nur ergänzt werden. Nichts leistet einer Entwicklung, in der eine total vernetzte und kontrollierte Gesellschaft am Ende zum willfährigen Spielball wirtschaftlicher oder politischer Mächte wird, mehr Widerstand als das einfache, seit einem halben Jahrtausend für unsere kulturelle Identität zentrale Phänomen «gedrucktes Buch». Die Förderung der Kinder- und Jugendliteratur in gedruckter Form muss deshalb allem elektronischen Fortschritt zum Trotz ein zentrales Anliegen von Schule, Gesellschaft und Politik bleiben. Für das Vorschul- und Erstlesealter zum Beispiel sollte in dieser Hinsicht das Schweizerische Jugendschriftenwerk (SJW), das unter Mitwirkung von Autorinnen und Autoren der ganzen Schweiz Jahr für Jahr eine ganze Reihe von Leseheften in allen Landessprachen und in attraktiver Aufmachung zum Preis eines Znünibrots vorlegt, wieder vermehrt Beachtung finden. Die vom Verlag zur Verfügung gestellten gelben Boxen, mit denen Lehrerinnen und Lehrer ihren Klassen die jeweils neuen Hefte präsentieren können, müssten eigentlich ebenso zwingend zum Schulalltag gehören wie die Anschaffung von Tablets und Laptops, ohne die offenbar für viele ein erfolgreiches Unterrichten nicht mehr denkbar ist. 
NZZ, 6.12. Leserbrief von Charles Linsmayer

Pisa: Aufregung produzieren oder Konsequenzen ziehen?


Erstaunlich, zu welch weisen Erkenntnissen die neuesten Pisa-Tests führen. Worauf zahlreiche Reformkritiker seit Jahren warnend hinweisen, findet «dank» der erneut ungenügenden Resultate im Leseverstehen plötzlich Widerhall in den Medien. Jeder vierte 15- Jährige verstehe deutsche Texte zu schlecht, um später als eigenständiger Erwachsener im Alltag, im Berufsleben und als mündiger Bürger bestehen zu können. Etwa die Hälfte hat zudem wenig Freude am Lesen: «Ich lese nicht zum Vergnügen». Und was fällt der Zürcher Bildungsdirektorin und EDK-Präsidentin Silvia Steiner dazu ein? «Wir müssen uns fragen, wie es uns gelingt, dass Jugendliche wieder mehr Lust am Lesen bekommen.» In den Kantonen seien bereits Projekte und Konzepte am Laufen, gibt sie laut Tages-Anzeiger zum Besten («Schweizer sind nur Mittelmass»). So, so… Wir Lehrer könnten Ihnen schon sagen, welche Projekte und Konzepte es bräuchte: Freude am Lesen bekommen die Kinder nämlich vor allem beim gemeinsamen Lesen im Klassenverband, zusammen mit einer begeisterten und begeisternden Lehrerin, die über nicht verstandene Ausdrücke oder Sätze nicht hinweggeht, sondern mit ihren Schülern zusammen deren Sinn so erschliesst, dass möglichst alle folgen und ihr Textverständnis damit aufbauen und vertiefen können. 
Pisa: Aufregung produzieren oder Konsequenzen ziehen? 8.12. von Marianne Wüthrich