Kaum sind die Resultate
der neusten Pisa-Studie publik, schon hängt der Bildungsturm schief – ein
Ritual, das sich seit 2000 alle drei Jahre wiederholt. Ein Ächzen und Stöhnen
geht durch die Lande ob unserer unfähigen Schülerinnen und Schüler; alle melden
sich zu Wort: Bildungsexperten, echte und selbst ernannte, Lehrer,
Politikerinnen, Bäcker, Taxifahrerinnen, Chemiker und Kaminfegerinnen. Alle
sind ja mal zur Schule gegangen, werden so automatisch zu Experten, wissen,
dass dringend reformiert werden muss, dass früher eh alles besser war, dass
iPhones Teufelswerkzeuge sind, dass das halt davon kommt, dass die heutige
Jugend freitags für das Klima streikt, statt die Hauptstädte von Burkina Faso
und Französisch-Guyana auswendig zu lernen.
"Weshalb die Pisa-Studie nicht funktioniert", Basler Zeitung, 11.12. ohne Nennung des Autors