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31. Mai 2021

Politische Bildung bleibt unverbindlich

In Österreich, Malta oder Schottland gehen schon die 16-Jährigen wählen. Dagegen dürfen in der Schweiz erst Volljährige an die Urne. Doch auch in Bundesbern wird über eine Senkung des Alters diskutiert: Anfang Jahr hat sich die Staatspolitische Kommission des Ständerats knapp für die Ausarbeitung einer Verfassungsänderung zur Einführung des Stimm- und Wahlrechts für 16-Jährige ausgesprochen.

Céline Huber stellt Kompetenzen des Erziehungsrats in Frage, Luzerner Zeitung, 27.5. von Anian Heierli

21. Februar 2021

Glück als Schulfach

Individuell empfundenes Glück, das wir als langanhaltende Zufriedenheit empfinden, wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus: Die Forschung zeigt, dass glückliche Menschen produktiver und kreativer sind, sie werden seltener krank und haben eine höhere Lebenserwartung.

«Es geht aber nicht darum, nur positive Emotionen zu haben und alle negativen Emotionen wegzudrücken, es geht vielmehr um einen Gleichklang. Die positive Psychologie will ganzheitliches Wohlbefinden fördern» sagt Psychologe Tobias Rahn vom Institut für pädagogische Psychologie an der Universität Braunschweig.

Wie man Glück lernt, am besten schon als Kind, Schweizer Illustrierte, 20.2. 

5. Dezember 2020

Baselland ändert Stundentafel für bessere Testergebnisse

Es waren klare Worte, die Regierungsrätin Monica Gschwind an der gestrigen Video-Medienkonferenz zur Zukunft der Baselbieter Volksschule wählte: «Die Resultate haben den Anspruch, den ich als Bildungsdirektorin habe, nicht erfüllt.» Die Rede ist von den Ergebnissen der Überprüfung der Grundkompetenzen (ÜGK), bei der Schülerinnen und Schüler der ganzen Schweiz in verschiedenen Fächern getestet werden. Im Mai 2019 wurden die Ergebnisse präsentiert – in den Fächern Mathematik, Deutsch und Französisch waren sie im Baselbiet unbefriedigend. «Bei den Bildungskompetenzen streben wir nicht das Mittelfeld an», meint Gschwind, «sondern Ergebnisse, die deutlich darüberliegen.» 

Das Mittelfeld reicht ihr nicht, BZ Basel, 3.12. von Kelly Spielmann

29. Oktober 2020

Der Kanton Uri erhöht die Lektionsanzahl für den Französischunterricht

Der Erziehungsrat des Kantons Uri arbeitet seit geraumer Zeit daran, die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler in Französisch zu verbessern. Im Juni 2019 hat der Erziehungsrat dazu Massnahmen vorgelegt, die nun in Kraft treten. Zwei betreffen die Stundentafel, und zwar wie folgt:

  • Erhöhung der Wochenlektionen für Französisch in der 2. Oberstufe von vier auf fünf (unter Aufnahme einer zusätzlichen Lektion in die Stundentafel) per 1. August 2021
  • Einführung eines Französisch-Obligatoriums für alle A-Schülerinnen und -Schüler in der 3. Oberstufe per 1. August 2021

Die erforderlichen Anpassungen in der Stundentafel hat der Erziehungsrat am 23. September 2020 beschlossen. Die neue Stundentafel gilt ab 1. August 2021.

Uri erhöht die Lektionsanzahl für den Französischunterricht, zebis.ch, 22.10.

3. Juni 2020

Stärkung der politischen Bildung

Die politische Bildung in der Urner Volksschule soll in Zukunft gestärkt werden. Dies fordert die Altdorfer CVP-Landrätin Céline Huber mit einer parlamentarischen Empfehlung, die sie am Mittwoch im Landrat eingereicht hat. Mit der parlamentarischen Empfehlung ersucht Huber den Regierungsrat, die Stundentafel auf der Sekundarstufe 1 so anzupassen, dass den Lernzielen rund um die politische Bildung genügend Rechnung getragen wird. Mit ihrem Postulat mit ähnlicher Stossrichtung war Huber im vergangenen Monat gescheitert: Ein eigenes Schulfach «Politische Bildung» lehnte der Regierungsrat nämlich ab.

Politische Bildung im Urner Schulunterricht: Landrätin Céline Huber lässt nicht locker, Luzerner Zeitung, 3.6. von Remo Infanger

25. Mai 2020

Ethik und Religion in St. Gallen vor Veränderung

In einem parteiübergreifend eingereichten Vorstoss aus dem St. Galler Kantonsrat wird eine neue Lösung für das Fach «Ethik, Religionen, Gemeinschaft» verlangt. Es soll nur noch von der Schule und ohne Beteiligung der Kirchen unterrichtet werden.

Neue Lösung für Fach "Ethik, Religionen, Gemeinschaft" verlangt, sda, 25.5.

30. April 2020

Volksschule ohne Demokratie?


Warum braucht die Demokratie die Volksschule und die Volksschule die Demokratie? Welche Folgen hat es, wenn die Volksschule als Unternehmen den Investor aus dem Aufsichtsrat verdrängt? Ein Blick zurück zeigt, wo wir heute stehen. Der Mensch kann die Zukunft nur so denken, wie er die Vergangenheit verstanden hat.
Volksschule ohne Demokratie? 30.4., von Peter Aebersold

2. Februar 2020

Keine "Kochschule" mehr

Ab nächstem Schuljahr hat Claudia Casarramona einen neuen Job. Ohne, dass sie sich dafür beworben hätte. Doch der Lehrplan 21 krempelt ihr Fach völlig um und damit auch ihren Berufsalltag. Claudia Casarramona ist seit 1991 Hauswirtschaftslehrerin an der Oberstufe in Lenzburg. In den Sportferien führt sie jeweils die Projektwoche «Res(s)taurant» durch: Schülerinnen und Schüler zaubern und servieren den auswärtigen Gästen ein viergängiges Menu. Zwei Schülerinnen sind für die Verpflegung der Küchencrew zuständig. Claudia Casarramona hat ihnen Anfang Woche 400 Franken gegeben. Svenja und Mirela, beide 14, sind Köchinnen mit Erfahrung. Sie bestimmen das Menu und teilen das Geld ein. Mal schauen, wie weit es reicht. «Vielleicht gibt es Ende Woche kein Fleisch mehr», sagt Casarramona.

Hauswirtschaft ist kein Auslaufmodell, Bild: Alex Spichale
Hat die klassische Kochschule im Aargau ausgedient? Der Lehrplan 21 krempelt das Fach völlig um, Aargauer Zeitung, 31.1. von Janine Gloor

26. Januar 2020

Sportlehrer beklagen ineffizienten Unterricht


Eine Stunde Bewegung pro Tag empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Kinder und Jugendliche. Das erreichen längst nicht alle. Vor allem Smartphones, Computerspiele und Fernseher gelten laut Fachleuten als Ursachen für die träge Jugend. Das können die drei Stunden Schulsport pro Woche, die in der Schweiz an der Volksschule bundesgesetzlich vorgeschrieben sind, nicht ausgleichen. «Diese drei Stunden sind das absolute Minimum», sagt Ruedi Schmid, Sportlehrer und Präsident des Verbands für Sport in der Schule (SVSS): «Besser wären vier Stunden. Aber das ist illusorisch.»
Vokabeln büffeln und dabei balancieren, Sonntagszeitung, 26.1. von Fabienne Riklin und Nadja Pastega

5. Januar 2020

Alltagskompetenz


Lesen, Schreiben und Rechnen sollen Kinder in der Schule lernen, dazu eine ordentliche Allgemeinbildung. Auf dass Mädchen und Buben zu mündigen, demokratischen Bürgern werden. Dazu kommt die im bayerischen Schulgesetz verankerte Bildung von "Herz und Charakter". Klingt vernünftig? So einfach ist es längst nicht mehr. Schule soll heute vieles übernehmen, was früher in den meisten Familien vermittelt wurde. Und diese Erwartungshaltung ist ein Problem.
Die überforderte Schule, Süddeutsche Zeitung, 2.1. von Anna Günther

10. Dezember 2019

Mehr Lektionen für Geschichte


Zuerst meinen Dank an Alain Lamassoure und den Europarat für die Initiative für eine Beobachtungsstelle des Geschichtsunterrichts in Europa (NZZ 27.11. 19). Es ist in der Tat an der Zeit, der gesellschaftswissenschaftlichen Bildung – in Ergänzung zur naturwissenschaftlichen Bildung – mehr Aufmerksamkeit zu schenken.Vielversprechend ist, dass die Politik wieder ihreVerantwortungerkenntundgewilltist,denGeschichtsunterricht in den Blick zu nehmen,international zu vergleichen –und dann entsprechend zu handeln. Bis anhin ist es leider so,dass in der Schweizdasumfangreichewissenschaftliche Wissen der Geschichtsdidaktik über Geschichtsunterricht und gesellschaftswissenschaftliche Bildung wenig Auswirkungen gehabt hat auf politische Strukturentscheide.So ist bekannt,dass erstens die gesellschaftswissenschaftliche Bildung auf der Primarstufe dringend verbessert werden müsste. 
NZZ, 10.12. Leserbrief von Peter Gautschi

4. Dezember 2019

Stern plädiert für Physik ab der 3. Primar


Auf einer IQ-Weltkarte fallen die Chinesen mit sehr hohen Werten auf.Sind sie intelligenter als die Europäer? 
Es gibt keine Belege für ethnische Unterschiede in den biologischen Grundlagen der Intelligenz. Menschen aus dem ostasiatischen Raum haben kein anderes Gehirn als wir und können Informationen auch nicht per se effizienter verarbeiten. In manchen Intelligenztests schneiden Chinesen jedoch sehr gut ab, insbesondere
in solchen zur Visualisierung von Information. Das kann auf die sehr ausgiebige Übung der Chinesen mit ihrem Symbolschriftsystem zu tun haben.
"Bereits in der Primarschule mit Physik beginnen", Basler Zeitung, 4.12. von Barbara Reye

23. November 2019

Aargau macht politische Bildung zum Schulfach


Wir alle können in der Politik mitreden und mitbestimmen, sofern man natürlich den Schweizer Pass hat. Die Demokratie gehört zum Selbstverständnis der Schweiz. Allerdings ist sie nicht selbstverständlich. In verschiedenen Ländern in Osteuropa etwa, gerät die Demokratie unter Druck und auch hierzulande steht sie vor Herausforderungen, seien es Populismus, Fake-News oder die zunehmende Polarisierung.
Mündige Bürger und stärkere Demokratie dank neuem Schulfach, SRF Regional, 21.11. von Stefan Brand

11. Oktober 2019

Französisch verliert an Bedeutung


Wenn Sie eine Liste der unbeliebtesten Schulfächer erstellen müssten, Französisch würde sicher auf dem unrühmlichen ersten Platz landen. Auch als Lehrer muss ich gestehen: Mein eigener Franzunterricht in den 80er-Jahren glich einer Kakofonie aus debilen Dialogen («Allô, allô, c’est toi, Simone?»), die ich zwar brav auswendig lernte, aber nur ansatzweise verstand. Dafür kann ich (wie die ganze «On y va»-Generation auch) diese vermeintlichen Alltagsdialoge heute noch aufsagen, als wäre es das Vaterunser. Ja, René, Simone und François waren trotz allem unsere heimlichen Stars aus dem «Welschland». Am Ende der Schulzeit konnte ich aber bloss ein paar Worte auf Französisch stottern, die nur für einen lausigen Party-Gag taugten.
Au revoir, Franzlektionen?!?, Tages Anzeiger Mamablog, 11.10. von Patrick Hersicky

8. September 2019

Schülern fehlt Zeit für Instrumentalunterricht


Das Schuljahr in Bern ist gerade mal zwei Wochen jung, an einem Freitagmittag nippt der Klavierlehrer Felix Holler (52) an seinem Espresso. Er hat es nicht pressant. Und das ist das Problem: «Oft kann ich erst um 15.30 Uhr mit dem Unterricht beginnen.»
Grund für Hollers frustrierende Lage: Am Nachmittag fehlen ihm die Schüler. Nicht, weil es dem Nachwuchs seit ein paar Jahren an Musikbegeisterung mangelt – nein: seine Kundschaft drückt um diese Zeit einfach noch die Schulbank: «Der Lehrplan 21 führte für uns Musiklehrer zu einer Verschlechterung.» Holler selbst erfuhr in diesem Jahr eine ungewollte Pensenreduktion von rund 7,5 Prozent, nun fehlt ihm fast ein Monatslohn – mehr als 7000 Franken: «Die Schmerzgrenze ist erreicht.»
Musiklehrer bangen um ihre Existenz, Blick, 7.9. von Tobias Marti

13. August 2019

Mehr Französisch in Uri


Die Urner Schülerinnen und Schüler sollen ab 2021 besser französisch lernen. Der Erziehungsrat hat zu diesem Zweck beschlossen, eine zusätzliche Lektion, ein Obligatorium und ein neues Lehrmittel einzuführen. Die Kosten dafür lassen sich noch nicht genau beziffern.
Kanton Uri fördert Französischkenntnisse an der Schule stärker, sda, 13.8.

9. Juni 2019

Neue Fächer für die Zukunft


Kreativität, Glück, Empathie, Spieleentwicklung - überall ploppen neue Schulfächer auf, über deren Sinn und Unsinn man herrlich diskutieren kann. Über was man nicht diskutieren kann, ist die Ursache für all diese Pop-up-Fächer: die radikal neuen Anforderungen an unsere Kinder in der sehr nahen Zukunft.
Sechs neue Superfächer für Schweizer Superkinder, NZZaS, 1.6. von Dennis Lück

30. Mai 2019

Werden wir bewusst dumm gehalten?


Ein Land ohne Rohstoffe sollte bei der Bildung nicht sparen. Dies tun wir auch nicht. Unsere Lehrpersonen sind wohl die bestbezahlten des ganzen europäischen Kontinents.
Und doch ist unser Schulsystem, gelinde gesagt, marode. Seit Jahren geht es mit der Schweizer Schulbildung den Berg runter.
Das neuste und viel zitierte Beispiel in Sachen Mathematik: Nur 62 Prozent der Schweizer Schüler erreichen am Ende der obligatorischen Schulzeit die mathematischen Grundlernziele.
Im Zeitalter, in dem STEM Kenntnisse (Science, Technology, Engineering, Mathematics) in der breiten Bevölkerung von strategischer Bedeutung für ein Land sind, erlauben wir uns, funktionelle Halbanalphabeten en masse zu produzieren.

Nur 23 Prozent der Nidwaldner Niveau B Schüler erreichen Grundanforderungen

Die Nachricht hat wohl den einen oder anderen Lehrer aufgeschreckt. Am vergangenen Freitag veröffentlichte die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) die Ergebnisse zu den Grundkompetenzen der Schweizer Schüler. Zum ersten Mal überhaupt wurden die Kompetenzen in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch in einer solchen Studie überprüft (Ausgabe vom vergangenen Samstag). Dass die Schüler im eigenen Kanton bei dieser Erhebung doch nicht ganz so gut wegkommen wie erhofft, kann durchaus wachrütteln.

Der Nidwaldner Bildungsdirektor Res Schmid erwartet dank mehr Mathematik in der Stundentafel bessere Resultate, Bild: resschmid.ch
Mathetests in Ob- und Nidwalden: "Das bereitet mir grosse Sorgen", Luzerner Zeitung, 27.5. von Matthias Stadler

12. Mai 2019

Individualisierung an der Oberstufe

Ab nächstem Schuljahr werden die Bündner 3. Oberstufenklassen neu fünf Wochenlektionen "Individualisierung" im Stundenplan vorfinden. Deshalb hat das Amt für Volksschule die Lehrer zu einer ganztägigen, obligatorischen Weiterbildung an einem Samstag im Mai aufgeboten. Ziel der Veranstaltung war es , "Hintergrundinformationen, sowie didaktische und methodische Hilfestellungen" zu liefern. Ein Tagungsbericht.
Individualisierung auf der Oberstufe, Urs Kalberer, 12.5.