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2. Februar 2020

Kochen muss gelernt sein


Die gute alte Kochschule wird ­umgekrempelt. Stand im Fach Hauswirtschaft bislang das gemeinsame Kochen im Mittelpunkt, wird der Fokus mit dem Lehrplan 21 hauptsächlich auf gesellschaftlichen ­Themen wie Nachhaltigkeit, Foodwaste oder Wirtschaft liegen. Für das eigentliche Kochen muss künftig halb so viel Unterrichtszeit reichen.
Hauswirtschaft und Lehrplan 21: Nicht auf Kosten des Kochens, Aargauer Zeitung, 31.1. von Katja Schlegel

Keine "Kochschule" mehr

Ab nächstem Schuljahr hat Claudia Casarramona einen neuen Job. Ohne, dass sie sich dafür beworben hätte. Doch der Lehrplan 21 krempelt ihr Fach völlig um und damit auch ihren Berufsalltag. Claudia Casarramona ist seit 1991 Hauswirtschaftslehrerin an der Oberstufe in Lenzburg. In den Sportferien führt sie jeweils die Projektwoche «Res(s)taurant» durch: Schülerinnen und Schüler zaubern und servieren den auswärtigen Gästen ein viergängiges Menu. Zwei Schülerinnen sind für die Verpflegung der Küchencrew zuständig. Claudia Casarramona hat ihnen Anfang Woche 400 Franken gegeben. Svenja und Mirela, beide 14, sind Köchinnen mit Erfahrung. Sie bestimmen das Menu und teilen das Geld ein. Mal schauen, wie weit es reicht. «Vielleicht gibt es Ende Woche kein Fleisch mehr», sagt Casarramona.

Hauswirtschaft ist kein Auslaufmodell, Bild: Alex Spichale
Hat die klassische Kochschule im Aargau ausgedient? Der Lehrplan 21 krempelt das Fach völlig um, Aargauer Zeitung, 31.1. von Janine Gloor

26. Mai 2019

Lern-Häppchen in der Fastenzeit


Die Zeit des Ramadans ist für viele Lehrerinnen und Lehrer an Schweizer Schulen mit Migrantenkindern eine teils grosse Herausforderung. Flexibilität der Lehrpersonen sei in diesen Perioden besonders stark gefragt, meint ein Gesprächspartner gegenüber Radio SRF. Doch es gebe «immer Lösungen, aber man muss gut kommunizieren.»
Ramadan an Schweizer Schulen, SRF, 24.5. von Rafael von Matt
Leitfaden Ramadan, Universität Luzern

22. März 2019

Neuorientierung in der Hauswirtschaft


Es war das Schulfach, in dem Gemüse geschnitten und Fleisch gebraten wurde: Hauswirtschaft gehörte lange zu den praktischen Fächern der Sekundarschulzeit. Theorie gab es am Rande. Beispielsweise thematisierten Lehrpersonen Ernährungspyramide oder Nahrungsmittelketten.
Jetzt steht das Fach vor einer grossen Veränderung: Viele Kantonen führen auf der Sekundarstufe den Lehrplan 21 ein. Dieser will den Jugendlichen nicht mehr nur praktische Fähigkeiten für die Haushaltsführung vermitteln, sondern sie umfassender auf den Alltag eines Erwachsenen vorbereiten.

10. Februar 2019

Welttag der Hauswirtschaft


«Hauswirtschaft ist mehr als Kochen und Putzen», sagt Colette Basler, SP-Grossrätin und Co-Geschäftsführerin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbands (SBLV). Die Hauswirtschaft sei ein wichtiges Thema im Verband und habe sich für einen Aktionstag daher angeboten. Unter anderem deshalb ist Basler der Welttag der Hauswirtschaft ein wichtiges Anliegen. Dieser Tag findet seit 1982 jeweils am 21. März statt und steht jedes Jahr unter einem anderen Motto – dieses Jahr ist es «Hauswirtschaft: kreativ und Ideenreich für nachhaltige Entwicklung».
"Hauswirtschaft ist mehr als Kochen und Putzen", Aargauer Zeitung, 7.2. von Kelly Spielmann

12. Dezember 2017

Luzern führt Hauswirtschaft wieder ein

Kaum eingeführt, rüttelt der Kantonsrat bereits am Lehrplan 21: Mit einer grossen Mehrheit führen die Kantonsräte in der 9. Klasse das Wahlpflichtfach Hauswirtschaftsunterricht wieder ein – trotz Mehrkosten.
Trotz Mehrkosten: Kantonsrat führt Hauswirtschaft wieder ein, Luzerner Zeitung, 11.12. von Evelyne Fischer

4. Juli 2017

"Tiptopf" wird fleischlos

Der «Tiptopf» wurde über zwei Millionen Mal verkauft. Damit ist das Kochbuch das erfolgreichste Lehrmittel der Schweiz. Viele der Rezepte im über 400 Seiten dicken Wälzer enthalten eine fleischliche Komponente. Das sei nicht mehr zeitgemäss, findet der Schulverlag Plus, der Herausgeber des «Tiptopf», und lanciert ein ergänzendes Lehrmittel. Den «Greentopf». 
Der Kochbuchklassiker "Tiptopf" wird fleischlos, Basellandschaftliche Zeitung, 4.7. von Fabio Vonarburg

11. April 2017

Landfrauen mischen sich in Lehrplan-Diskussion ein

Es sind die Landfrauen, welche die öffentliche Diskussion über den neuen Aargauer Lehrplan wieder in Gang bringen. Sie kritisieren fehlendes praktisches Arbeiten und zu viel Theorie.
Kochen wird im Lehrplan 21 marginalisiert. Bild: Keystone
Landfrauen schlagen Alarm: Fertigprodukte im Kochunterricht und zu viel Theorie statt Praxis, Aargauer Zeitung, 11.4. von Jörg Meier

30. März 2017

Hauswirtschaft: Mehr Inhalte bei weniger Lektionen

War im Kanton Baselland das Fach Hauswirtschaft einst Teil der sogenannten «Mädchenschule», so ist es nach der Aufhebung des geschlechtsspezifischen Unterrichts längst zu einem Pflichtfach für Sekundarschülerinnen und Sekundarschüler Niveaus A und E aufgestiegen und dort auch promotionsrelevant. Niveau-P-Schülerinnen und -Schüler können das Fach derzeit allerdings nur als Freifach wählen.
Heute eine Lebensschule, Basler Zeitung, 30.3. vpm Esther Schmid und Barbara Wenziker

28. Februar 2017

Symbolische Schulfächer

Für die Quizsendung Wer wird Millionär? hätte ich eine prächtige 16.000-Euro-Frage: Heißt der Bundesernährungsminister mit Nachnamen Müller, Meier, Schulz oder Schmidt? Richtige Antwort: Christian Schmidt, CSU. Heiner Müller und Martin Schulz sind nur zwei Beweise dafür, dass jemand trotz eines weitverbreiteten Nachnamens recht bekannt werden kann, aber dafür muss man halt auch was tun. Der Minister Schmidt hat jetzt gefordert, ein neues Schulfach "Ernährung" einzuführen, gemeint ist: gesunde Ernährung. Den gleichen Vorschlag hat auch schon Renate Künast gemacht, grün, eine seiner Vorgängerinnen. Wenn es eine schwarz-grüne Koalition gibt, käme demnach vermutlich das Fach "Ernährung". Die Einführung dieses Schulfaches dürfte den endgültigen Untergang des deutschen Bildungssystems bedeuten, dieser Tropfen bringt das Fass zum Überlaufen.

Über symbolische Schulfächer, Zeit, 28.2. von Harald Martenstein

6. Oktober 2016

Lohnungleichheit bald beendigt

Thurgauer Handarbeits- und Hauswirtschaftslehrerinnen, die noch an einem Seminar ausgebildet wurden, verdienen weniger als ihre jüngeren Kolleginnen mit PH-Ausbildung. Doch damit ist bald Schluss.
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, St. Galler Tagblatt, 5.10. von Larissa Flammer

8. Mai 2016

Keine Ausnahmen für muslimische Kinder

Wenn am 6. Juni der Ramadan beginnt, ist die Ʈhurgauer Erziehungsdirektorin Monika Knill (SVP) gerüstet. Ihr Volksschulamt hat klare Direktiven für den muslimischen Fastenmonat erlassen: An den Ʈhurgauer Schulen wird es keine Islam-Sonderregelungen geben.



















Monika Knill geht weiter als andere Kantone, Bild: Reto Martin
Koch- und Turnunterricht auch während des Ramadan, Sonntagszeitung, 8.5. von Nadja Pastega

25. Februar 2016

Kompetenz 4.4a: Nahrung zubereiten

Ein wehmütiger Blick weit zurück ins letzte Jahrtausend. Pädagogische Steinzeit. Ort der Geschichte: Holzbaracke Tagesschule Niederholz Riehen der längst entsorgten Kleinklassen. Ein ­kleines Team qualifizierter Heilpädagogen, verstärkt durch ­engagierte Hauswirtschafts- und Handarbeitslehrkräfte, unterrichtet eine schwierige Gruppe ­verhaltensauffälliger und lernschwacher Kinder an einer Ganztagesschule. Das Mittagessen wird gemeinsam mit den Kindern in der winzigen, im Vergleich zum Luxus im ­Lehrerzimmer, schäbigen Nische gekocht. Zum Programm gehören selbstverständlich einkaufen, Tisch decken, abräumen und abwaschen. Nebenbei lernen sie auch den Unterschied zwischen einer Schöpfkelle und einer Schneeschaufel kennen.
Kompetenz 4.4a: Nahrung zubereiten, Basler Zeitung, 25.2. von Roland Stark

18. Februar 2016

Das erfolgreichste Lehrmittel wird 30

Im besten Fall ist Kochen ein Gefühl, in meinem Fall ist es vor allem Erinnerung. An Frau Ehrenbold, die Hauswirtschaftslehrerin, die uns immer Pouletbrüstli mit Kräuterrahmsauce kochen liess. An die Devise «E guets Mise en place isch halbe kochet», den Refrain dieser Schulstunden. Und an den Tiptopf, natürlich.
Revolutionäres Lehrmittel, Bild: Florian Bärtschiger
Tiptop, Basler Zeitung, 18.2. von Samuel Tanner

15. Februar 2016

Umsetzung Wirtschaft, Arbeit, Haushalt

Der Kanton Basel-Stadt hat ein Dokument erarbeitet, das die Umsetzung des Lehrplans 21 im Fachbereich "Wirtschaft, Arbeit, Haushalt" (WAH) aufzeichnet. In der Einleitung ist unter Bildungs- und Fachverständnis zu lesen:
In Wirtschaft, Arbeit, Haushalt entwickeln Schülerinnen und Schüler Kmpetenzen zur Gestaltung und Bewältigung der alltäglichen Lebensführung. Sie betrachten konkrete Alltagssituationen aus gesundheitlicher, kultureller, ökologischer und ökonomischer Perspektive, erweitern dadurch ihr Wissen und Können, reflektieren ihre Erfahrungen, Gewohnheiten und Einstellungen. Weiter setzen sie sich mit Entscheidungen und der möglichen Folgen für den einzelnen Menschen sowie für die Gesellschaft auseinander. Die Orientierung an der alltäglichen Lebensführung des Menschen ergibt für den Unterricht konkrete und lebensnahe Lernsituationen, die den Schülerinnen und Schülern anschauliche, erkenntnis- und handlungsorientierte sowie reflexive Lernprozesse ermöglichen. In der Sekundarschule ist WAH ein eigenständiger Fachbereich mit insgesamt 5 Lektionen.















Wirtschaft, Arbeit, Haushalt WAH, Einführung Lehrplan 21 in Basel-Stadt, von Regula Fischer, Anneliese Obholzer, Corinne Senn, Liselotte Weller, Dezember 2015

Molekularpädagogik

Letzte Woche war unser Bildungsdirektor, Herr Bernhard Pulver, in Biel zu Gast. Er wolle in Sachen Lehrplan 21» informieren und Ängste abbauen». Da tut er sicher gut daran, denn die neue Glücksbotschaft der Allianz zwischen Wissenschaft, Politik und Verwaltung sorgt immer wieder für neue Überraschungen. Zurzeit sind es die Hauwirtschaftlehrerinnen, die soeben realisiert haben, dass ihr Fach in seiner Praxisausrichtung halbiert werden wird. 
Willkommen im Reich der Molekularpädagogik, Bieler Tagblatt, 15.2. Kolumne von Alain Pichard

18. Dezember 2015

Die Molekularpädagogen

Es müsse nicht immer Kochen sein, findet Ute Bender im «Tages-Anzeiger» vom 3.Mai 2015, man könne Schüler ja auch Waren testen lassen à la «Kassensturz». Frau Bender muss es wissen, denn sie ist Professorin für Gesundheit und Hauswirtschaft an der Pädagogischen Hochschule der Nordwestschweiz FHNW. Und weil aufgemotzte Titel eine Kaskadenwirkung haben, heisst es im «Lehrplan 21» auch nicht mehr «Hauswirtschaft», sondern grossspurig «Wirtschaft, Arbeit, Haushalt».
Schluss mit Basis! forum. Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zürich, 7.6. von Thomas Binotto

30. November 2015

Beispiele aus dem Lehrplan 21

Der Lehrplan 21 listet die Kompetenzen auf, die in der Schule erworben werden sollen. Einige sind hochambitioniert, andere äusserst banal.

Deutsch: Leseverhalten
«Die Schülerinnen und Schüler können sich mithilfe gezielter Fragen darüber austauschen, welche Leserinteressen sie haben, und können so ihre Lektüreauswahl in der Bibliothek, in der Leseecke reflektieren.»

Deutsch: Literarische Texte 
«... können ein Buch auswählen, indem sie in verschiedenen Büchern schnuppern (z.B. durchblättern, Anfang oder Schluss lesen).»

«... können sich darauf einlassen, immer wieder neue Bilderbücher, Hörbücher, Hörspiele, Filme anzuschauen, zu lesen, zu hören und darüber zu sprechen.»

Banal bis ambitioniert: Das müssen die Schüler beherrschen, Sonntagszeitung, 29.11.

26. August 2015

Landfrauen kritisieren Lehrplan 21 und wenden sich an Erziehungsdirektoren

An die Vorsteherinnen und Vorsteher der kantonalen Bildungsdepartemente der deutschen Schweiz 

Brugg, 25. August 2015


Offener Brief zum Lehrplan 21

Sehr geehrte Damen und Herren

Der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband sieht der Umsetzung des Lehrplans 21 - vorab dem Fach Wirtschaft, Arbeit, Hauswirtschaft - nach wie vor sehr besorgt entgegen.