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1. September 2018

Vom pädagogischen Establishment, neoliberalen Bildungsreformen und Big Business

Es ist ein eher unscheinbarer Mann, der kurz vor den Sommerferien in der Aula der Universität Zürich ans Mikrofon tritt. Richard Münch, 73, emeritierter Professor für Soziologie an der Universität Bamberg, ist kein grosser Redner, doch was er am Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung zu sagen hat, das hat es in sich. Es geht um den bildungsindustriellen Komplex, wie Münch ihn nennt, angelehnt an den berüchtigten militärisch-industriellen Komplex, vor dessen zersetzendem Einfluss auf die Demokratie der damalige US-Präsident Eisenhower in seiner berühmten Abschiedsrede im Jahr 1961 gewarnt hatte. Und als Warnung will auch Münch verstanden wissen, was er in Zürich wie in seinem neuen Buch mit dem gleichnamigen Titel präsentiert.
Der bildungsindustrielle Komplex, NZZ, 31.8. von Martin Beglinger

16. April 2018

Buchtipp: Richard Münch

Schon bei Erscheinen des Buches 'Globale Eliten, lokale Autoritäten. Bildung und Wissenschaft unter dem Regime von PISA, McKinsey&Co.' im Jahr 2009 bestimmt Richard Münch das Spielfeld, auf dem der Kampf um die Bildung von heute ausgetragen wird. 
Das Buch gliedert sich in zwei Teile: 
1. Bildung unter dem Regime der Humankapital-Produktion 
2. Wissenschaft unter dem Regime des akademischen Kapitalismus
Das Buch spiegelt die Zustände in Deutschland, lohnt sich aber auch aus Schweizer Perspektive zu lesen. (uk)
"Die Bildung wird den nationalen Eliten (also den Lehrerverbänden, den Bildungspolitkern der Parteien und den Ministerialbeamten) von einer transnationalen Koalition aus Forschern, Managern und Unternehmensberatern aus der Hand gerissen." Richard Münch

"Den nationalen politischen Akteuren erscheinen die Spielregeln, nach denen die Macht verteilt und nach denen Entscheidungen mit kollektiv verbindlicher bzw. faktisch unausweichlicher Wirkung getroffen werden, als natürlich gegeben und deshalb als legitim." Richard Münch