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25. Mai 2021

KV-Reform darf Übertritt an weiterführende Schulen nicht gefährden

Es ist essenziell, dass Ausbildungen mit der Zeit gehen und deshalb immer wieder überarbeitet werden. Die KV-Lehre ist einer der grössten Bereiche der Berufsbildung – und eine der wichtigsten Zubringerinnen der Fachhochschulen. Eine Reform ist nötig, darf den Übertritt an weiterführende Schulen jedoch nicht gefährden; das wäre eine enorme Qualitätseinbusse und würde der Berufsbildung schaden.

Die KV-Reform darf nicht zur Sackgasse werden, NZZ, 25.5. von Andri Silberschmidt

24. Mai 2021

Die Banken ziehen die Notbremse bei der KV-Reform

Der heftige Protest der Bankenvereinigungen gegen die Reform der KV-Ausbildung lässt aufhorchen. Offenbar haben die Banken gerade noch rechtzeitig bemerkt, welch verheerende Auswirkungen das geplante Ausbildungsmodell für ihre Auszubildenden hätte. Die Taktik der Reformer, das Grundkonzept in Kabinettsmanier möglichst weit voranzutreiben und erst dann in die Vernehmlassung zu schicken, wenn nur noch Retuschen angebracht werden können, scheint diesmal zu scheitern.

Die Banken ziehen die Notbremse bei der KV-Reform, 21.5. von Hanspeter Amstutz

19. Mai 2021

Aufschrei der Banken zur KV-Reform

Wer gehört werden will, muss laut schreien. An diesen Grundsatz halten sich schon Kleinkinder instinktiv. Dies gilt nicht selten auch für politische Lobbyisten. So sah der Zürcher Bankenverband diese Woche die Zeit für einen öffentlichen Alarmschrei gekommen. «Steht die Banklehre vor dem Aus?», fragt der Verband provokativ im Titel seiner Medienmitteilung vom Montag. Stein des Anstosses ist die geplante Reform der kaufmännischen Lehre unter dem Titel «Kaufleute 2022». Bankenvertreter befürchten eine Senkung des Leistungsniveaus und die Infragestellung des Anschlusses an die Berufsmaturität. Wenn die Reform die Befürchtungen bestätige, werde der Einstieg in die Finanzbranchen über kurz oder lang «nur noch über die Mittel- und Hochschulen möglich sein».

Stresstest für die KV-Lehre, NZZ, 19.5. von Hansueli Schöchli

Widerstand gegen KV-Reform nun auch von Bankenseite

Nicht alles, was neu ist, ist auch gut. Diese Meinung vertreten die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) und der Zürcher Bankenverband bezüglich der Reformierung der kaufmännischen Grundbildung «Kaufleute 2022». Die Reform gefährde die Qualität der Ausbildung - wenn nicht sogar die Banklehre.

Bankverbände sehen Banklehre durch KV-Revision in Gefahr, Nau, 17.5.

19. April 2021

KV-Reform sorgt für Unverständnis

13'000 Jugendliche entscheiden sich in der Schweiz jedes Jahr für eine Lehre zur Kauffrau oder Kaufmann. Sie lernen die Grundlagen des Berufs in Banken, bei Versicherungen oder bei Reisebüros. Das «KV» ist beliebt – und mit Abstand die am meisten gewählte Berufslehre in der Schweiz.

2022 soll die Lehre komplett umgekrempelt werden. Folgend einige Auszüge aus der Reform:

  • Aus Fächern werden Handlungskompetenzen. Anstatt Deutsch und Mathematik steht dann auf dem Stundenplan «Interagieren in einem vernetzten Arbeitsumfeld» oder «Gestalten von Kunden- und Lieferantenbeziehungen».
  • Neu ist nur noch eine Fremdsprache obligatorisch*. Eine weitere kann als Wahlpflichtfach belegt werden. Welche Sprache obligatorisch ist, soll der jeweilige Kanton festlegen.
  • Andere bisherige Pflichtfächer wie Finanz- und Rechnungswesen werden neu zur Option.
  • Bisher konnten die KV-Lernenden zwischen drei verschiedenen Profilen wählen: der Basisbildung (B-Profil), der erweiterten Grundausbildung (E-Profil) und der Berufsmatura (M-Profil). Das B- und E-Profil sollen gestrichen und mit «flexibleren Möglichkeiten ersetzt werden».

Schülerinnen und Schüler sollen nach Handlungskompetenzen beurteilt werden. Ein Beispiel des Handlungskompetenzbereich «Gestalten von Kunden- und Lieferantenbeziehungen». bild: zvg

13. April 2021

KV wird fachlich ausgehöhlt

Der radikale Umbau der KV-Ausbildung mit dem Projekt «Kaufleute 2022» könnte ein chwerer Schlag für die bisher weltweit erfolgreiche Schweizer Berufsausbildung werden, wenn die sogenannte «Kompetenzorientierung» mit dem «selbstgesteuerten Lernen» (SOL), wie wir sie  vom umstrittenen Lehrplan 21 kennen, auch in anderen Berufen «Schule machen» sollte.

KV-Reform 2022 - Berufsausbildung wird fachlich ausgehöhlt, 12.4. von Peter Aebersold

7. März 2021

Die Krippe als verklärter Ort der Chancengerechtigkeit

Der Gewerkschaftsbund jubelt – Corona hin oder her. Ein Ziel, das er seit langem anvisiert, erscheint trotz Krise und Rekordverschuldung greifbarer denn je: mehr Bundesgelder für die familienexterne Kinderbetreuung! Die Bildungskommission (WBK) des Nationalrats will das ursprünglich als befristet deklarierte, aber immer wieder verlängerte Impulsprogramm zur Krippenförderung in eine Dauerinstitution überführen und hat eine entsprechende Initiative eingereicht.

Erziehung: Bitte nicht als Service public! NZZ, 2.3. von Claudia Wirz

23. Dezember 2020

Frühere Lehrstellensuche: ein weiterer Flop

Neu sollen Firmen ihre Lehrstellen anderthalb Jahre vor Lehrbeginn publizieren dürfen. Die Lehrkräfte schütteln den Kopf, die Bildungsbürokratie schweigt vielsagend. Alain Pichard analysiert – wieder einmal eine unüberlegte Adhoc-Massnahme und zeigt auf, wo der eigentliche Fehler begangen wurde.

Lehrstellensuche bereits ab 8. Schuljahr? Oder: Die Folgen eines weiteren Reformflops, condorcet.ch, 23.12. von Alain Pichard

27. August 2020

Umstrittener Multicheck

Seit dem Schulstart Mitte August gilt es für die Oberstufenschüler der dritten Klasse ernst: Wer nicht an eine weiterführende Schule geht, muss eine Lehrstelle suchen. Ein Leichtes, könnte man meinen, angesichts der Zigtausend Lehrstellen, die jährlich nicht besetzt werden können. Tatsächlich steht den Schulabgängern bei vielen Lehrbetrieben aber eine tückische Hürde bevor: der Multicheck.

Fragwürdiger Eignungstest zerstört Berufsträume von Jugendlichen, Blick, 27.8. von Flavio Razzino

6. Juni 2020

Bedürfnisse der Lernenden gehen vor

Die Covid-19-Pandemie und Schulschließungen führen seit März 2020 notgedrungen zu Fernunterricht und dem verstärkten Einsatz digitaler Techniken. Dass IT-Verbände diese Entwicklung freudig begrüßen und fordern, den Einsatz von IT in Schulen zu verstetigen, war zu erwarten. Erstaunlich ist, dass auch Lehrerverbände für Fernunterricht und digitales Beschulen plädieren. Ist allen Beteiligten klar, was das bedeutet?

Die zweite Welle: Das Digital-Mentalvirus breitet sich aus, 5.6. von Jochen Krautz / Gesellschaft für Bildung und Wissen e.V.

24. Mai 2020

Droht nun eine Lehrstellenkrise?

«Die Folgen der Rezession werden auch auf dem Lehrstellenmarkt zu spüren sein.» Das sagte kürzlich ein Vizedirektor im Departement von Wirtschaftsminister Guy Parmelin an einer Medienkonferenz. «Wir rechnen für mehrere Jahre mit einer schwierigeren Entwicklung, als wir sie in den letzten Jahren gesehen haben.»

Hilfe kommt, sagte Guy Parmelin - doch der Jugend lässt er nun ausrichten: Vergesst euren Traum, CH Media, 23.5. von Niklaus Vontobel

29. März 2020

Ersatz des Klassenunterrichts nur als Notbehelf


Wie in der Tagespresse zu lesen war, preist das WEF die Zwangspause für die Schüler als Chance für eine «längst fällige Modernisierung im Bildungsbereich». Dazu ist zu sagen, dass viele Nicht-Pädagogen nicht wissen, was es braucht, damit Kinder und Jugendliche wirklich lernen können. Sicher funktionieren die heute hoch entwickelten Systeme technisch gut, aber der entscheidende Faktor, damit Kinder beim Lernen vorankommen, ist die persönliche Vertrauensbeziehung zur Lehrerin oder zum Lehrer. Zahlreiche Lehrkräfte im ganzen Land arbeiten zurzeit daran, wie sie nicht nur den digitalen Kontakt, sondern den persönlichen Draht zu jedem ihrer Schüler aufrechterhalten können. Den «klassischen Frontalunterricht», den das WEF erwähnt, gibt es schon längst nicht mehr. Wohl aber wird sich gerade in der heutigen Lage zeigen, dass der Klassenunterricht dringend wieder aufgewertet werden muss: Als Ort, in dem der Lernstoff durch die Lehrerin und die Schüler gemeinsam entwickelt und erarbeitet wird, damit diese das Gelernte dann in Einzel- oder Gruppenarbeit üben und vertiefen können. Zum Glück können heute Videokonferenzen und Ähnliches als vorübergehender Ersatz für den Klassenunterricht eingesetzt werden, bis die Jugend sich wieder in ihren Klassenzimmern zusammenfinden wird.
Der Zürcher Bote, 27.3. Leserbrief von Marianne Wüthrich

14. Februar 2020

Puppen des Zeitgeists


Alles redet über Bildung. Vom Kampf um Bildungsressourcen ist die Rede, von Bildungsreserven, von Bildungsmanagement, von Bildungsexpansion, gar von Bildungsoffensive. Die Sprache zeigt sich militant. 
Auch wenn bildungspolitische Postulate und Parolen anderes verkünden, ist die Tendenz eindeutig: Die Wissens- und Informationsgesellschaft reduziert Bildung auf Ausbildung. Spätestens seit PISA und Bologna dominiert das Kriterium der Effizienz. Gefragt sind direkt anwendbare Kompetenzen. Sie gehorchen dem Diktat der aktuellen Verwertbarkeit – und machen Kinder und Jugendliche, pointiert und als These formuliert, zu Puppen des Zeitgeistes.

12. Februar 2020

Schlechte Karten für Basler Schüler auf dem Lehrstellenmarkt


Basler Lehrlinge, das lässt sich schon lange nicht mehr leugnen, geniessen einen miserablen Ruf. Gebessert hat sich in den letzten Jahren aber nichts, das Grummeln der Lehrmeister und Wirtschaftsverbände wird immer lauter. Die 600 Jugendlichen aus dem Stadtkanton, die sich am Mittwoch an der Lehrstellenbörse des Gewerbeverbands mögliche Jobs bei 50 Unternehmen ansehen können, dürften nicht den besten Stand haben.
Ins Zentrum der Kritik rücken die Volksschulen. Es muss ein Alarmsignal für diese sein, wenn der Basler Bankenverband auf Anfrage sagt: «Wir stellen fest, dass viele Banken weniger und qualitativ schlechtere Bewerbungen aus dem Kanton Basel-Stadt erhalten. Entsprechend werden mehr Dossiers von Schülern aus den benachbarten Kantonen ­berücksichtigt.» Das liegt hauptsächlich daran, dass viel zu viele Jugendliche heute das Gymnasium oder eine weiterführende Schule besuchen. Letztes Jahr sind 37,2 Prozent aller Schüler ins Gymi übergetreten – eine viel zu hohe Zahl und Deutschschweizer Spitzenwert, natürlich.
Kritik an Schulen: Viele Basler zu schlecht für Lehre, Basler Zeitung, 12.2. von Sebastian Briellmann

2. Februar 2020

Neuer Schulunterricht mit künstlicher Intelligenz


Mark Zuckerberg, Bill Gates und Reed Hastings haben ein gemeinsames Hobby. Es könnte die gesamte heranwachsende Generation prägen und lässt sich nur mit dem Kontostand eines Tech-Milliardärs ausüben. Der CEO von Facebook, der Gründer von Microsoft und der Netflix-Chef machen sich in ihrer Freizeit daran, den Unterricht an amerikanischen Schulen umzubauen.
Wie Tech-Unternehmer um Mark Zuckerberg den Schulunterricht weltweit umbauen wollen - und Daten von Schülern sammeln, NZZaS, 2.2. von Ursina Haller

Was geschieht mit den Schülerdaten?


Intelligente Lernsysteme gibt es auch in der Schweiz. Plattformen wie Summit Learning, die ganze Lehrpläne in verschiedenen Fächern abdecken, sind zwar noch nicht in deutscher Sprache vorhanden. Doch Lehrmittelverlage und andere Firmen bieten zunehmend Online-Systeme zur Analyse des Wissensstands der Schüler an, die auf intelligenten Technologien basieren.

Vertragsabschlüsse in den nächsten Tagen, Bild: NZZaS
Google und Co. sammeln auch in der Schweiz Schülerdaten, NZZaS, 2.2. von Ursina Haller und Michael Furger

19. Januar 2020

Schüler auf die Pisten


Die Skination Schweiz ist zurück an der Weltspitze: Nach den Erfolgen von Daniel Yule, Corinne Suter, Beat Feuz und Co. führt das Land seit kurzem wieder die Weltcup-Nationenwertung an. Weniger rosig sind hingegen die Zukunftsaussichten im Breitensport. Zwar blicken die Schweizer Skigebiete auf ein sehr gutes Weihnachtsgeschäft und eine erfreuliche Saison 2018/2019 zurück, doch der langjährige Trend zeigt eindeutig: Immer weniger Leute hierzulande fahren Ski.

Wallis will Skifahren zum Schulfach machen, um mehr Schüler auf die Piste zu holen, NZZaS, 19.1. von Andrea Kucera

5. Januar 2020

Inflation der Erwartungen


Ob Antisemitismus, unzureichende Inklusion, Islamismus, mangelndes Demokratiebewusstsein, Ernährungsmängel, Bewegungsdefizite, Betreuungsprobleme von Familien, Benachteiligung von Jungen, Benachteiligung von Mädchen, Unkenntnis in ökonomischen Fragen, falsches Zähneputzen – praktisch jede Woche kommt eine neue Forderung auf den Tisch, welches gesellschaftliche Problem die Schule zusätzlich zu lösen hat. Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, schlägt angesichts der Inflation solcher Erwartungen jetzt Alarm. Und er hat Recht – eine Analyse von News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek.
Schulen werden mit Erwartungen überfrachtet - und müssen daran scheitern. Deshalb: Lasst Lehrer endlich mal in Ruhe arbeiten! News4teachers, 4.1. von Andrej Priboschek

16. Dezember 2019

Berufswahl ist schwieriger geworden


Die Berufswahl ist für Sekundarschüler mit Unsicherheit, Leistungstests und Notenstress verbunden. Laut Experten hat der Druck auf die Teenager in den letzten Jahren zugenommen – und er dürfte weiter steigen.
Wie ein "Marathon": Jugendliche auf Lehrstellensuche gehen durch harte Zeiten, NZZ, 16.12. von Nils Pfändler

8. Dezember 2019

"Gut gemeinte Vorschläge auf die Schnelle"


Unter dem Titel «SOS: Wie bringen wir unsere Kids zum Lesen?» klagt Rudolf Minsch, Bildungsverantwortlicher der Economiesuisse, über das «niederschmetternde» Resultat der Pisa-Deutschttests und gibt den Eltern einpaar Tipps, wie sie ihre Kinder zum Lesen bewegen könnten.
Pisa-Desaster: Alles zudecken mit ein paar banalen Rezepten? 8.12. von Marianne Wüthrich