Überlastung und Anpassungsdruck war das Thema der
2. Tagung «Time for Change?» in Wuppertal, die durch ihre ungeschminkten Analysen
Mut machte für einen Kurswechsel im deutschsprachigen Bildungswesen.
Pisa und seine Ergebnisse entscheiden darüber, wie künftige Generationen gebildet werden. Ein Mass soll die Fähigkeiten und Fertigkeiten, neudeutsch: Kompetenzen, von Schülern in über 30 Ländern vergleichen und bewerten. Dabei bekannte bereits Pisa 2000 offen, dass sich dieses Mass nicht an den Bildungstraditionen, Verfassungen und Richtlinien der vermessenen Länder orientiere. Vielmehr liege den Testungen ein eigenes Konzept mit normativer Wirkung zugrunde: Lehrer, Schulen und ganze Bildungssysteme sehen sich weltweit in ein einziges Schema gezwungen, nach dessen Kriterien sie allein Exzellenz erlangen sollen. So ist nach der Veröffentlichung von Pisa zu fragen: Was sind eigentlich die Kritierien dieser Messungen? Und wer hat Macht, über deren "Richtigkeit" zu bestimmen? Quelle: Anpassung an eine Scheinwelt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6.12. von Silja Graupe und Jochen Krautz