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15. Juni 2019

Pseudowissenschaftlichkeit gepaart mit Eigenmächtigkeit


Ein Aufschrei geht durch die Bildungspolitik der Schweiz. Am 24. Mai wurden die Ergebnisse der nationalen Leistungstests publiziert. Die Eidgenössische Erziehungsdirektoren Konferenz (EDK), die ohne demokratische Legitimation das bisher erfolgreiche Bildungssystem unseres Landes zur sogenannten "Kompetenzorientierung" zwingt, zögerte die Veröffentlichung seit 2016/17 lange hinaus. Die schlechten Ergebnisse der landesweiten Leistungserhebung stellen der EDK und ihrer "Kompetenzorientierung" ein schlechtes Zeugnis aus. Letztere scheint offenbar keine allzu grossen Kompetenzen hervorzubringen.

9. Juni 2019

Die verkehrte Welt der EDK


Während die PISA-Studien mit grosser Regelmässigkeit belegen, dass unsere Schülerinnen und Schüler in Mathematik zur Weltspitze gehören, jedoch im Lesen nur Mittelmass bilden, verkündet die EDK als Hauptergebnis ihrer ersten nationalen Überprüfung der Grundkompetenzen das schiere Gegenteil. Kann man sich einen Reim darauf machen? Walter Herzog weist in seiner Analyse auf brisante Tatsachen hin, welche der EDK ein denkbar schlechtes Zeugnis ausstellen. 
Walter Herzog: "Eine fragwürdige Strategie der EDK", Bild: Condorcet-Bildungsperspektiven

7. Juni 2019

Messen, was sich messen lässt


Während die PISA-Studien mit grosser Regelmässigkeit belegen, dass unsere Schülerinnen und Schüler in Mathematik zur Weltspitze gehören, jedoch im Lesen nur Mittelmass bilden, verkündet die EDK als Hauptergebnis ihrer ersten nationalen Überprüfung der Grundkompetenzen das schiere Gegenteil. Kann man sich einen Reim darauf machen? Condorcet-Autor Walter Herzog weist in seiner Analyse auf brisante Tatsachen hin, welche der EDK ein denkbar schlechtes Zeugnis ausstellen. 

26. Mai 2019

Die rhetorischen Nebelpetarden der EDK


Schüler schnitten im Schweizer «Pisa»-Test in Mathematik schlecht ab, weil die Aufgaben zu schwierig waren. Nur drei von fünf Schülern können gut rechnen. Das zumindest ist das Resultat des ersten landesweit durchgeführten Schülertests. Die Ergebnisse wurden am Freitag veröffentlicht. Der ernüchternde Befund im Fach Mathematik steht im Widerspruch zum Abschneiden der Schweizer Schüler beim Pisa-Test der OECD: Dort erzielten sie 2015 einen Spitzenplatz.
Beim Mathe-Test versagten die Prüfer, Sonntagszeitung, 26.5. von Nadja Pastega

14. April 2019

Zweierlei Gerechtigkeit


Es erstaunt schon, dass selbst der schweizerische Wissenschaftsrat aus dem arg strapazierten Begriff der Chancengleichheit die Forderung ableitet, man müsste die Kinder möglichst früh schon darauf vorbereiten, dass sie bei Schuleintritt alle die gleichen Startchancen hätten. Mit Recht stellt sich Walter Herzog dieFrage, ob Gleichheit überhaupt ein relevantes Kriterium für Gerechtigkeit sei(NZZ 29. 3. 19). Es gibt sehr wohl das Gerechtigkeitsprinzip «jedem das Gleiche». Die Kinder achten sehr darauf, ob zum Beispiel eine Torte in gleich grosse Stücke geteilt wird. Sie haben ein feines Gespür, ob ein Lehrer allen Schülern gleich viel Aufmerksamkeit schenkt und niemanden bevorzugt. Wird dieses Prinzip aber derart umgesetzt, dass möglichst früh auf Förderung und Beschulung gesetzt wird, was dann bald einmal einer Abrichtung entspricht, dann ist dieses Prinzip verfehlt. Gerechtigkeit auf höherer Stufe – und das müssen Kinder und zuweilen auch noch Erwachsene erst lernen – bedeutet nämlich: jedem das Seine. Weil die individuellen Unterschiede hinsichtlich Begabung, Entwicklungsstand und milieubedingter Voraussetzungen bei Kindern gross sind, ist es gerechter, wenn nicht alle über den gleichen Kamm geschert werden, sondern auf ihre besondere Situation eingegangen wird. Wohin das Prinzip «jedem das Gleiche» führt und schon geführt hat, können wir unschwer erkennen, seit Kinder allzu früh eingeschult werden oder massiv überforderte Schüler zu spät oder überhaupt nicht einen ihren Voraussetzungen gemässen, differenzierten Unterricht erhalten.
NZZ, 10.4. Leserbrief von Peter Schmid

7. April 2019

EDK verschob Veröffentlichung der Resultate des nationalen Vergleichstests


Wie gut lernen die Kinder hierzulande lesen, schreiben und rechnen? Die Kantone sind dieser Frage erstmals in einem gemeinsamen nationalen Test nachgegangen. Die Ergebnisse liegen schon lange vor, publiziert sind sie immer noch nicht.
Was lernen unsere Kinder? Der grosse Schultest der Kantone hat Verspätung. Schweiz am Wochenende, 7.4. von Kari Kälin

31. März 2019

Pragmatisches Verständnis von Bildungsgerechtigkeit


Unter dem Titel «Soziale Selektivität» hat der Schweizerische Wissenschaftsrat (SWR) Empfehlungen zur Verbesserung der Chancengleichheit im Bildungswesen vorgelegt. Das als Beratungsorgan des Bundesrates tätige Gremium kritisiert, dass für den Erfolg im schweizerischen Bildungssystem leistungsfremde Kriterien wie ökonomische Ressourcen und das Bildungsniveau der Eltern von unverhältnismässig grossem Einfluss seien. Den Analysen des SWR liegt die Auffassung zugrunde, dass Unterschiede im Bildungserfolg dann gerecht sind, wenn sie auf Unterschieden in der persönlichen Leistung beruhen. Chancengleichheit sei dann gegeben, wenn für alle Schülerinnen und Schüler «gleiche Lernvoraussetzungen bei der Einschulung wie bei den einzelnen Übergängen im Bildungssystem» bestünden.
Chancengleichheit ist ein zweischneidiges Schwert, NZZ, 29.3. von Walter Herzog

8. November 2018

Lehrplan Mathematik irritiert


Stellungnahme zum Mathematik-LP 21          FAZIT

von Dr. sc. Math. ETH Albert Fässler, Evilard

Version vom 1.11.2018

Der Mathematik-LP 21 ist dilettantisch und chaotisch. Mathematik hat wenig mit Basteln zu tun. Theorie und Anwendungen gehören zusammen und nicht in verschiedene Kompetenzschubladen. Es gibt nur eine Mathematik. Abgesehen davon ist die Ausbeute an motivierenden Anwendungen mager. Er vermittelt den fundamental falschen Eindruck, dass Mathematik aus einer unüberblickbaren Menge von eher zusammenhanglosen Kompetenzen besteht. Klare Anweisungen in der Sprache der Mathematik sind rar (Sind beispielsweise lineare und Exponentialfunktionen analytisch herzuleiten oder nicht?).
Stellungnahme zum Mathematik-Lehrplan 21, 1.11. von Albert Fässler

24. April 2018

Herzog bringt die Fakten auf den Punkt

Ein grosses Bravo an Professor Walter Herzog (NZZ 18. 4. 18). Endlichspricht jemand das aus, was die Kritiker an derzeitigen Schulmodellen, amLehrplan 21 und an der Bildungsentwicklung generell schon lange auszusetzenhaben. Nur hätte dieser Artikel vor den Abstimmungen erscheinen sollen. Denn er bringt genau die Fakten auf den Punkt, die weder EDK-Leute noch flammende Lehrplan-21-Befürworter und Bildungstechnokraten gerne wahrhaben wollen. Leider aber entsprechen Herzogs Ausführungen der Realität. Als langjähriger Nachhilfelehrer beobachte ich diese Fehlentwicklung an der öffentlichen Schule schon seit Jahren. 
Leserbrief NZZ, 23.4. von Thomas Baer

18. April 2018

Haben wir noch eine öffentliche Schule?

Die Gründungsväter der liberalen Schweiz sahen in der Schule eine wesentliche Voraussetzung für das Funktionieren einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft. Um an der politischen Öffentlichkeit teilzunehmen, ist eine gute schulische Bildung unerlässlich. Insofern die Schule ihrerseits eine dieser gemeinsamen Angelegenheiten darstellt, ist es nicht der Staat, sondern die Öffentlichkeit, die über die Einrichtung und den Auftrag von Schulen befindet. Auch wenn wir zwischen staatlicher und öffentlicher Schule oft nicht unterscheiden, kommt der Unterscheidung für das politische System der Schweiz zentrale Bedeutung zu.
Aus dem zirkulären Begründungszusammenhang schulischer Bildung ergibt sich, dass deren Kern nicht in der Entfaltung einer privaten Innerlichkeit liegt, sondern in der Vorbereitung auf ein öffentliches Leben. Zwar ist schulische Bildung immer auch von persönlichem Nutzen, wozu auch der Erwerb von Kompetenzen für die Arbeitswelt gehört, in einer demokratischen Gesellschaft stellt sie jedoch in erster Linie ein öffentliches Gut dar. Daraus leitet sich die Legitimation eines liberalen Staates ab, den Erwerb eines Minimums an schulischer Bildung für verbindlich zu erklären.
Haben wir noch eine öffentliche Schule? NZZ, 18.4. von Walter Herzog

31. Januar 2017

Bildungsmonitoring auf wackliger Basis

Die Ergebnisse der jüngsten Pisa-Studie haben ein geringes Medienecho ausgelöst (NZZ 7. 12. 16). Dafür mitverantwortlich sind die in der Schweiz für Pisa zuständigen Personen der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) und des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), die eine Stellungnahme verweigerten, da die Qualität der Daten ungenügend sei. Ob es wirklich um die Datenqualität geht oder nicht eher um die im Vergleich zu 2012 unerwartet schlechten Ergebnisse in allen getesteten Bereichen, ist unklar. Das eigentliche Problem liegt aber sowieso anderswo, nämlich bei der Fehleinschätzung der Leistungsfähigkeit von schulischen Leistungstests.
Falsche Erwartungen an schulische Leistungstests, NZZ, 31.1. Gastkommentar von Walter Herzog

19. November 2016

Chemie, Physik und Biologie im Aargau weiterhin möglich

Verstösst der Lehrplan 21 gegen die Verfassung? Es war eine der Fragen, die an der kantonalen Lehrerkonferenz in Windisch debattiert wurde. Eine engagierte Runde tauschte sich über Chancen und Gefahren des Lehrplans 21 aus. Mittendrin: Bildungsdirektor Alex Hürzeler - und der zeigte sich genervt.
Lehrplan-21-Gegner planen juristische Schritte und der Bildungsdirektor Hürzeler zeigt sich genervt, Aargauer Zeitung, 18.11. von Jörg Meier

25. September 2016

Wissenschaft unterwirft sich politischem Diktat

Der Streit um das Frühfranzösisch ist symptomatisch für das Verhältnis von Bildungspolitik und Bildungsforschung hierzulande. Auf der einen Seite beschränkt sich das Interesse der EDK seit Jahren darauf, von der Wissenschaft Zustimmung für die eigenen Reformprojekte zu erhalten. Kritische Stimmen werden totgeschwiegen, jadiffamiert. Gleichzeitig wird überschätzt, was eine einzelne Studie über die komplexe Wirklichkeit in Schule und Unterricht auszusagen vermag. Die Bemerkung des EDK-Präsidenten, wonach es im Bildungsbereich derzeit «zu viele Studien» gebe, ist angesichts des Forschungsbedarfs im schweizerischen Bildungswesen schlicht unverständlich.
Leserbrief, NZZaS, 25.9. von Walter Herzog

7. Mai 2016

Keine fundierten Informationen für die Öffentlichkeit

Das beharrliche Schweigen der Offiziellen nennt sich in der Sprache des Lehrplans 21 (LP21) «Kompetenzkompensationskompetenz». Diese hat sich anscheinend zur wichtigsten Basiskompetenz in der heutigen Bildungspolitik gemausert. Sie gilt als unverzichtbar. Und in der Tat: Für die breite Öffentlichkeit ist der Lehrplan 21 ein grosses Fragezeichen geblieben. Vor allem die Eltern schulpflichtiger Kinder warten auf überzeugende Antworten.
Informiert die Bevölkerung über den Lehrplan 21! Schulblog Südostschweiz, 4.5. von Fritz Tschudi

4. April 2016

Neue Vision von Bildung

"Indem die pädagogische Aufmerksamkeit durch eine nationale und internationale Bildungspolitik von den konkreten Umständen von Schule und Unterricht auf deren Resultate verschoben wird, werden Erwartungen gegenüber Schulreformen erzeugt, die sich absehbar nicht einlösen werden."
Die zweckrationale Verengung von Unterricht - am Beispiel der Agenda 2030, Walter Herzog, Referat vom 16. März

19. Januar 2016

"Politische Diskussion schadet nicht"

Am 21. Januar beginnt im Kanton Bern die Unterschriftensammlung für die Initiative "Für demokratische Mitsprache - Lehrpläne vors Volk". 













Markus Dähler und Rahel Gafner vom Initiativkomitee, Bild: Adrian Moser
Last-Minute-Initiative gegen den Lehrplan 21, Bund, 19.1. von Adrian Moser

3. Januar 2016

Management-Regime der Schule

Technokratische Reformen gefährden die hohe Qualität des Schweizer Bildungssystems.
Management-Regime der Schule, Reform. vpod Bildungspolitik 194, von Beat Kissling und Alain Pichard

12. Dezember 2015

Die Maschinenstürmer

Die Propagandamaschine zum Lehrplan 21 läuft auf Hochtouren. In ihrem Artikel vergleicht die Journalistin Sarah Jäggi die Kritiker des Lehrplans 21 mit den Maschinenstürmern zu Beginn der Industrialisierung. Ein vielsagender Vergleich, der den neuen Lehrplan als unausweichlich und alternativlos erscheinen lässt. Anstatt sich den Argumenten der Kritikergruppe rund um Alain Pichard zu stellen, lässt sich die Autorin zum Satz hinreissen: "Standen die 13 Herren und die drei Damen je selber in einem Schulzimmer?" Wenn man sich weitere Arbeiten von Frau Jäggi zu Gemüte führt, stellt sich die Frage, wer der wahre Arbeitgeber dieser Journalistin sein mag. Fehlen den Befürwortern  die Argumente, dass sie sich auf diesem Niveau bewegen? (uk)











"Endlich können Familien problemlos von einem Kanton in den anderen ziehen". Bild: Jean-Christophe Verhaegen
Als wäre die Schule eine Maschine, Zeit, 3.12. von Sarah Jäggi

11. Dezember 2015

Verarmte Aussensicht der pädagogischen Realität

In einer seiner letzten Abhandlungen nannte Sigmund Freud das Erziehen einen jener «unmöglichen» Berufe, in denen man sich «des ungenügenden Erfolgs von vornherein sicher sein kann». Die Äusserung steht in einem Kontext, in dem sich Freud mit der Persönlichkeit des Analytikers auseinandersetzt. Diese kann sich als Hindernis einer erfolgreichen Therapie erweisen, lässt sich aber nie so weit aufdecken, dass sie als therapeutischer Wirkfaktor genutzt werden könnte. Kein Mensch wird jemals die Vollkommenheit erreichen, deren es bedürfte, um die eigene Person als Mittel zum Zweck einzusetzen.














Lehrplan 21 stärkt den Lehrerberuf nicht, Bild: Gut
Politik der pädagogischen Aufmerksamkeits-Verschiebung, NZZ, 7.12. von Walter Herzog

29. November 2015

Linke Streitschrift gegen Lehrplan 21

Nach der Kritik aus konservativen Kreisen kommt jetzt die Kampfansage der Linken: Für sie ist der Lehrplan 21 praxisfern, viel zu teuer und politisch nicht legitimiert.










Jetzt wird der Lehrplan 21 auch von links unter Beschuss genommen, Bild: Armin Müller
Diese Rechnung geht nicht auf, Sonntagszeitung, 29.11. von Nadia Pastega