Für die einen ist er ein Jahrhundertwerk, für die anderen ein
untaugliches Machwerk übereifriger Fachleute: Der Lehrplan 21, der die
Bildungsziele in der Deutschschweiz harmonisieren soll. Die Gegner des knapp
500-seitigen Werks machen in mehreren Kantonen mobil. So haben sie in Baselland
und im Aargau Volksinitiativen lanciert, die ein Mitspracherecht des Souveräns
verlangen. Auch in Zürich wollen Lehrplan-Kritiker die Option einer
Volksabstimmung erzwingen. Ein Komitee unter der Federführung von Kantonsrätin
Anita Borer (svp., Uster) wird demnächst eine Volksinitiative mit dem Titel
«Zürcher Lehrplan vors Volk» zur Vorprüfung einreichen. Deren Ziel: Nicht der
Bildungsrat soll wie im Volksschulgesetz vorgesehen über die Einführung des
Lehrplans entscheiden, sondern der Kantonsrat. Und was das Parlament
beschliesst, soll referendumsfähig sein. «Wir möchten, dass die Mitsprache
erhöht wird», sagt Borer. Gerade die Vernehmlassung zum Lehrplan 21 habe
gezeigt, dass derart wichtige Projekte nicht im dunklen Kämmerchen beschlossen
werden dürften.
Lehrplan soll vors Volk, NZZ, 13.2.