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29. November 2015

Linke Streitschrift gegen Lehrplan 21

Nach der Kritik aus konservativen Kreisen kommt jetzt die Kampfansage der Linken: Für sie ist der Lehrplan 21 praxisfern, viel zu teuer und politisch nicht legitimiert.










Jetzt wird der Lehrplan 21 auch von links unter Beschuss genommen, Bild: Armin Müller
Diese Rechnung geht nicht auf, Sonntagszeitung, 29.11. von Nadia Pastega

8. Oktober 2015

Berner wollen Lehrplan 21 verhindern

Das Ziel ist klar: Der Lehrplan 21 soll verhindert werden. Doch über den Weg dahin, ist man sich nicht überall einig. Ausserdem steht die Frage im Raum: Kommt die Initiative zu spät?

















Schlecht recherchiert: Die Berner Zeitung blendet den Widerstand in St. Gallen und Graubünden einfach aus, Bild: db
Angriff auf Lehrplan 21, Berner Zeitung, 8.10. von Marius Aschwanden

16. August 2015

"Der Lehrplan muss vors Volk"

Jetzt formiert sich auch in Bern, Zug und Schaffhausen der Protest gegen den Lehrplan 21. In 13 von 21 Deutschschweizer Kantonen werden Volksinitiativen vorbereitet.
Grafik: Sonntagszeitung
Hyperaktive Reformer, zornige Widerstandsgruppen, Sonntagszeitung, 16.8. von Nadja Pastega

19. Dezember 2014

Übersteuertes Bildungssystem

Alain Pichard in einem Interview zum übersteuerten Bildungssystem.

Gescheit, gescheiter, gescheitert, Tele Thun.

7. Dezember 2014

550 gegen 550 fordert Diskussion

1. Das Memorandum 550gegen550 war eine Basisbewegung, welche sich als die Stimme der Praxis in der laufenden Diskussion um den LP 21 verstand. Sie wollte den LP nicht beerdigen, sondern ihn mit einem substantiellen Beitrag zähmen bzw. verbessern. Sie war überparteilich konzipiert und wird nicht als Organisation in den künftigen bildungspolitischen Auseinandersetzungen agieren.
2. Die Mem550 anerkennt, dass es bei der Überarbeitung des Lehrplanentwurfs einige markante Verbesserungen gegeben hat. Namentlich wurden die Sprache vereinfacht, die Inhalte aufgewertet, Kompetenzen zusammengefasst und allzu ideologische Wunschprosa weggelassen. Damit stellt das Mem550 fest, dass seine Kritik nicht unbegründet und wichtig war.
Pressemitteilung, 550 gegen 550, 7.12.

4. Dezember 2014

"Ein teures Projekt, das nichts bringt"

«Man muss etwas machen, aber doch nicht so!» Diesen Satz verwendete Alain Pichard in seinem Referat bei der Staatsbürgerlichen Gesellschaft Thun zum Thema «Die heutige Bildungspolitik aus der Sicht eines Praktikers» mehr als nur einmal. Der Bieler, der seit 34 Jahren als Lehrer tätig ist, kritisierte den Lehrplan 21, da dieser viel mehr sei als nur eine Reform des alten Lehrplans. «Dieser Lehrplan führt in eine völlig andere Schule. Es ist ein gross angelegter Steuerungsversuch der Volksschule», meinte der streitbare Pädagoge und Kolumnist.
"Ein teures Projekt, das nichts bringt", Thuner Tagblatt, 4.12. von Damaris Oesch

9. November 2014

Von 557 auf 470 Seiten

Die Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz hat den überarbeiteten Lehrplan 21 freigegeben. Der Schaffhauser Regierungspräsident Christian Amsler bezeichnete an der Medienkonferenz gestern in Zürich das Werk als «Meilenstein». Gegenüber dem Entwurf wurde der Lehrplan gekürzt, vereinfacht und von Ideologien befreit. Die Grundansprüche und die Höhe der Anforderungen wurden in einzelnen Bereichen gesenkt, und bei den Naturwissenschaften wurde auch auf Wissen und Inhalte abgestellt.




Die Kantone entscheiden über die Einführung des LP21, Bild: Keystone


Von 557 auf 470 Seiten gekürzt, Basler Zeitung, 8.11. von Thomas Dähler

6. November 2014

Morgen kommt der Weihnachtsmann ...

Zu früh für den Weihnachtsmann zwar, doch morgen könnte der Samichlaus und der Schmutzli Arbeit bekommen. Der überarbeitete Lehrplan 21-Entwurf wird nämlich vorgestellt und seine vielen Kritiker stehen bereit. Ich wage die Prognose, dass die Überarbeitung ebenso durchfallen wird wie die ursprüngliche Version. Zu stark wurde die Konsultation gegängelt, zu selektiv wurden die Rückmeldungen entgegengenommen, zu knapp ist die Zeit für eine wirkliche Überarbeitung. Alles andere als Kosmetik würde mich überraschen. Wer weiss, vielleicht nimmt ihn der Samichlaus wieder mit in den tiefen und dunklen Tannenwald. Und für die Verantwortlichen hat der Schmutzli sicher noch die eine oder andere Rute auf Lager. (uk)

Morgen kommt der Weihnachtsmann,
Kommt mit seinen Gaben.
Fahn und Säbel und noch mehr,
Ja ein ganzes Kriegesheer,
Möcht’ ich gerne haben.

Hoffmann von Fallersleben (1798–1874) 

Die Kritik am Lehrplan 21 wird lauter, Basler Zeitung, 6.11. von Thomas Dähler

27. Juli 2014

Ein Lehrer wechselt die Seite

Andreas Aebi, Lehrer aus Langnau BE, gehörte mit der Lehrergruppe «550 gegen 550» zu den ersten Kritikern des Lehrplans 21. Nun wechselt er auf Einladung des Berner Bildungsdirektors Bernhard Pulver die Seite und hilft in Bern «als kritischer Begleiter» mit, das Werk umzusetzen. Er musste aufgrund seiner Aktivitäten für «550 gegen 550» unter anderem von seiner eigenen Schulkommission Kritik einstecken. Für ihn sei mittlerweile klar, dass er «innerhalb des Systems» mehr erreichen könne als mit der aufreibenden Fortsetzung des Widerstands. «Schliesslich habe ich immer gesagt, dass ich den Lehrplan 21 nicht vernichten, sondern verbessern will.» Natürlich werde er die beschriebenen Mängel allein nicht korrigieren können – aber er bilde sich ein, «einige Berner Kompetenz-Gurus vom fliegenden Teppich auf den Boden der Realitäten zurückholen zu können», sagt Aebi. Er hat vor rund zehn Jahren im Kanton Bern entscheidend mitgeholfen, das Reformprojekt «SchüBE», das ein neues Beurteilungssystem einführen sollte, zu stoppen.




Von Bernhard Pulver gekauft? Was bedeutet der plötzliche Seitenwechsel von Andreas Aebi? 


Informationen zu Andreas Aebi von Anja Burri, Tages Anzeiger, 26.7.




"Es droht ein Controlling im Sinne der Wirtschaft"

Der Lehrer Andreas Aebi gehört zu den ersten Kritikern des Lehrplans 21. Nun hilft er seinem Bildungsdirektor Bernhard Pulver, das Werk umzusetzen. Aebi erklärt, was man verbessern müsste.
"Es droht ein Controlling im Sinne der Wirtschaft", Tages Anzeiger, 26.7. Interview von Anja Burri mit Andreas Aebi

14. Juli 2014

Können und Wissen im Lehrplan 21

Der Lehrplan 21, der die Bildungsziele der Deutschschweiz vereinheitlichen soll, bringt den kompetenzorientierten Unterricht. Doch was genau sind eigentlich Kompetenzen, und wie verändern sie den Schulalltag?
Auf der Suche nach der Kompetenz, NZZ, 14.7. von Claudia Wirz

4. Juli 2014

"Wer Therapie sät, wird Fälle ernten"

Dunkel türmen sich die Wolken über dem Bielersee, Donner grollt, der Leuchtturm blinkt. «In meinem Herzen bin ich immer noch ein Linker», sagt Alain Pichard, Sohn eines Hochseekapitäns und Enfant terrible der Linken. Er beugt sich über ein Stück Papier und klopft mit dem Finger darauf: «Herr Präsident», steht darauf, und «Sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen». Es ist ein Referat, in dem der Lehrer der Sekundarstufe 1 den Finger auf Wunden im Bildungssystem legt und mit eleganten Formulierungen und ­träfen Anekdoten die Probleme beim Namen nennt. «In der Bildungspolitik haben die Schaltzentralen der Bildungsbürokratie das Zepter übernommen», sagt Pichard. «Die Bildungsbürokratie schätzt die Lehrer zwar als Erfüllungsgehilfen. Gleichzeitig spricht man uns aber jede Kompetenz ab, uns zu schulpolitischen Fragen zu äussern.»






Alain Pichard. "Wenn etwas falsch läuft, so muss man es benennen", Bild: Franziska Laur


"Wer Therapie sät, wird Fälle ernten", Basler Zeitung, 4.7. von Franziska Laur


13. Juni 2014

Memorandum 550 gegen 550 sorgt in Luzern für Fragen

Die Luzerner Kantonsrätin Barbara Lang fragte die Regierung an, ob es Weisungen der Regierung gibt, wie mit dem Memorandum 550 gegen 550 umzugehen sei. Die Regierung stellt nun fest, dass es "weder Vorgaben noch Hinweise des Bildungs- und Kulturdepartementes an die Schulleitungen zu dieser Initiative" gegeben habe.
Anfrage Lang und Antwort der Regierung, Kanton Luzern, 6.5.

1. Mai 2014

Amsler im Gegenwind

Das Interview des Lehrplan-Chefs Christian Amsler sorgt für Besorgnis. Der umtriebige Schaffhauser spricht von Transparenz und Einbezug der Lehrkräfte, wohl wissend, dass rund um die Erarbeitung des Lehrplans 21 ein Klima von geheimbündlerischer Verschwiegenheit herrschte. Diese Fakten wurden nicht erst von der Gruppe 550 gegen 550 erkannt, sondern bereits früher von Journalisten festgestellt und entsprechend kritisiert.
Die nachfolgende Reaktion auf die Äusserungen Amslers stammt von einer Mitinitiantin der Aktion 550 gegen 550.


Amsler: "Schlecht wäre gewesen, wenn es kein Echo gegeben hätte". Bild: Bockonline.ch


Leserbrief von Eliane Gautschi, Sonderpädagogin, Kindhausen


30. April 2014

Zu viel des Lobs

In einem Leserbrief reagiert Alain Pichard, Mitinitiant der Aktion '550 gegen 550', auf das Interview mit Christian Amsler. 
In seinem BT-Interview dichtet Herr Amsler meiner Person etwas viel Allmacht zu. Wenn er das Gefühl hat, dass ich alleine wegen meiner "pointierten Aussagen" 1000 Lehrkräfte um mich scharen könnte, überschätzt der oberste Lehrplanverantwortliche die Bedeutung meiner Person immens. Als ob sich Professoren wie Walter Herzog oder Roland Reichenbach, beides prononcierte Kritiker des Lehrplans, oder Dutzende von Schulleiter/innen im Kanton Bern von meinen Aussagen hätten zu einer Unterschrift überreden lassen. Gleichzeitig verkennt der gute Mann die Bedeutung des Widerstands 550 gegen 550. Sie entstand zwar im Raume Biel, aber gleichzeitig auch im Emmental und es handelte sich nicht um eine Petition, sondern um eine Eingabe. 16 Lehrkräfte formulierten zusammen eine sachliche Kritik an diesem Regelmonsterwerk und suchten 550 Lehrkräfte, welche unsere Argumente teilten. Diese 550 Lehrkräfte orientierten sich an 550 Seiten des Lehrplanmonsters und waren bereits nach zwei Wochen zusammen.

Quelle: Bieler Tagblatt, 30.4. von Alain Pichard

28. April 2014

Lehrer sind matchentscheidend

Christian Amsler (FDP) ist verantwortlich für den Lehrplan 21 und freut sich über die vielen Rückmeldungen dazu. Auch kritische Stimmen findet er okay. 
Angesprochen auf die Gruppe "550 gegen 550" meint Amsler, er finde es speziell, dass Lehrer die eigenen Kollegen als Bürokraten abstempeln. Der Lehrplan sei zur Hälfte aus Lehrern und zur anderen Hälfte aus Fachpersonen der PH erarbeitet worden.




Amsler: "Der Lehrplan wurde von Lehrern für Lehrer geschrieben", Bild: Flurin Bertschinger

"Was ein Lehrplan ist, wird gegenwärtig etwas hinaufstilisiert", Berner Zeitung, 28.4. von Christoph Aebischer

14. April 2014

Lehrplan 21: Auf Einbezug der Kritiker pochen

Stellt sich das Baselbiet wieder schön brav hinter den Lehrplan 21 und die Schulreformen? «Druck des Kantons Basel-Landschaft zeigt Wirkung» ist das Communiqué der Baselbieter ­Bildungs-, Kultur und Sportdirektion überschrieben. Forderungen enthält es keine mehr. Das Communiqué ist die offizielle Reaktion des Kantons auf die angekündigte Überarbeitung des Lehrplans 21, den das Baselbiet als einziger Kanton abgelehnt hatte. Bildungsdirektor Urs Wüthrich, dem die Kritikerrolle ohnehin nie wirklich behagt hat, will aufatmen. Entsprechend enthält sein Communiqué auch gleich noch den Hinweis, dass die Einführung des Lehrplans 21 auf das Schuljahr 2015/2016 damit «möglich bleibt». Das allerdings dürfte Wunschtraum bleiben. 


Dem Kanton Baselland würde es gut anstehen, bei den Deutschschweizer Erziehungsdirektoren auf den Einbezug der Kritiker bei der Überarbeitung des Lehrplans zu pochen, Bild: Keystone

Vorschnelle Entwarnung, Basler Zeitung, 14.4. Kommentar von Thomas Dähler


13. April 2014

Wer laut schreit, wird belohnt

Die Erziehungsdirektoren wollen die Kritiker am Lehrplan 21 mit knallig tönenden Massnahmen besänftigen. Doch die Strategie ist falsch. Ein Kommentar von Anja Burri, 12.4. im Tages Anzeiger

3. April 2014

Kostentransparenz beim Lehrplan 21 gefordert

Eine Gruppe von Lehrern will Einfluss auf die Überarbeitung des Lehrplans 21 nehmen. Die Anführer haben schon einmal eine Reform zu Fall gebracht.





Alle sprechen vom Lehrplan 21, doch niemand weiss, wie teuer er wird.

1000-mal gegen Lehrplan 21, Tages Anzeiger, 3.4. von Anja Burri

Stopp der Geheimhaltung

Alain Pichard, Erstunterzeichner der Aktion «550 gegen 550» hielt gestern in Bern bei der Pressekonferenz zum Lehrplan 21 eine kleine Anekdote bereit: «Ein Schulleiter hat sich die Mühe gemacht, in den drei kurzen Monaten der Vernehmlassung zum Lehrplan 21 die Kritik seiner Kollegen zu sammeln. Er bekam einen Code, um die Voten den Lehrplanverantwortlichen zuzusenden. Die Antwort folgte auf dem Fuss: Er wurde gerüffelt, weil er das Schreiben nicht über die Kantone laufen gelassen hatte. So viel zur gnadenlos praktizierten Bürokratie rund um den Lehrplan 21.»
Stopp der Geheimhaltung, Basler Zeitung, 3.4. von Franziska Laur