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31. Januar 2021

Abschaffung der Hausaufgaben bringt keine Chancengerechtigkeit

Es geht auch ohne „Ufzgi“! Unter diesem Titel berichtet die NZZ über die Zürcher Schulgemeinde Männedorf; sie startet ein Pilotprojekt und schafft für die Erst- bis Drittklässler die obligatorischen Hausaufgaben ab. [1] Ersetzt werden sie mit Schulaufgaben. Die Gemeinde ist nicht allein. Verschiedene kommunale Schulen haben die „Ufzgi“-Pflicht aufgehoben, so beispielsweise Köniz, Kriens oder Arbon. Sie werden wohl nicht die Einzigen bleiben und Nachahmer finden.

Selektive Sicht auf den Unterricht, Journal21.ch, 30.1. von Carl Bossard

28. November 2020

Wir Bildungsvollzugsbeamten

„Franz, du schaffst das!“ Mit dieser Erwartungshaltung hätten ihn die Lehrer gestärkt. So erinnert sich der Unternehmer Franz Käppeli an seine Schulzeit. (1) Der Gründer der Labor medica AG wird in eine arme Bauernfamilie geboren. Als elftes von zwölf Kindern wächst er in Muri im Freiamt auf. Sein Studium an der ETH Zürich berappt er selber. Der promovierte Biochemiker Käppeli baut eines der führenden medizinischen Laboratorien der Schweiz auf, verdient ein Vermögen und stiftet gegen 15 Millionen Franken als Beitrag an die Renovation des Klosters Muri – dies mit der einzigen Begründung, seine Lehrer hätten ihm viel zugetraut und ihn ermutigt.

Setzt sich für besseren Unterricht ein: Carl Bossard, Bild: meinbezirk.at 
"Franz, du schaffst das!", Journal21.ch, 27.11. von Carl Bossard

12. Dezember 2019

Sehenden Auges in eine dramatische Situation geraten

Lassen wir bei der Debatte um die jüngsten Pisa-Ergebnisse das Länder-Ranglisten-Brimborium ruhig beiseite; solch Vergleichen von Ungleichem bringt nicht viel. Dies allerdings steht fest: Die Leseleistung der Volksschulabgänger in der Schweiz hat sich nochmals verschlechtert. In vielen Elternhäusern wird kaum mehr gelesen und vorgelesen. In der Freizeit der jungen Menschen verdrängt digitales Kurzfutter zunehmend Bücher und Zeitungen. Man kann also nicht alles der Schule in die Schuhe schieben.Trotzdem steht diese nun wieder im Kreuzfeuer, vor allem aus reformkritischen Kreisen, welche den früheren Lesedrill vermissen. Zu beachten ist allerdings: Noch schlechter als bisher schnitten vor allem die schwächsten Jugendlichen ab.Es sind häufig solche mit Migrationshintergrund, die, als sie in die Schweiz kamen, kein Wort Deutsch sprachen. Um hier Abhilfe zu schaffen, braucht es intensive Förderung durch geschultes Personal.
Der Bidlungserfolg ist in Gefahr, Aargauer Zeitung, 12.12. von Hans Fahrländer

21. November 2019

Auf die Wirkung kommt es an


„Know thy impact!“ – Wisse, was du bewirken kannst! Der Satz geht auf William Shakespeare zurück. „Kenne deinen Einfluss!“ Auf diese einprägsame Kurzformel bringt der neuseeländische Bildungsforscher John Hattie die Kernbotschaft seiner grossen empirischen Unterrichtsstudie. Konkret: Lehrerinnen und Lehrer können nicht nicht wirken; sie müssen darum die Wirkung ihres Tuns auf die Kinder und Jugendlichen kennen und erkennen.

20. Oktober 2019

Von Freiheit und Schule


Die Freiheit der Lehrpersonen stärken, die Bürokratie reduzieren: Das wäre zwingend notwendig. Statt mehr Vorschriften bräuchte es gemeinsame pädagogische Prinzipien; sie haben eine hohe Wirkkraft.
Freiheit ist in der pädagogischen Provinz ein seltenes Wort geworden. Es kommt kaum mehr vor. Der Lehrplan 21 mit seinen 470 Seiten erwähnt es überhaupt nicht, auch als Synonym „Autonomie“ nicht. [1] Dabei wäre Freiheit der Kern des Lernens, ja des ganzen pädagogischen Wirkens – dies im Sinne der europäischen Aufklärung.

8. September 2019

Lehrererwartungen wirken


Sechste Klasse, strenge Zeit! Der Übertritt steht bevor. Doch die Welt hält noch anderes bereit als nur Unterricht. Da ist beispielsweise das Mädchen in der Parallelklasse. Schule wird zur Nebensache; Kraft und Konzentration kanalisieren sich neu. Ich weiss noch, wie ich in dieser Zeit einen schluderig formulierten Text abgegeben habe. Unser Lehrer hat jeden Aufsatz eigenhändig korrigiert – elf in der fünften, elf in der sechsten Klasse – und ihn mit jedem Einzelnen besprochen. Kurz. Klar. Konzentriert. Ich stand vor ihm am Pult. Hinter seiner Strenge leuchtete etwas. Er zeigte mir die Korrektur und sagte lediglich den einen Satz: „Karl, das kannst du!“ Mehr nicht.

16. Mai 2019

Ende der Kreidezeit


Obwohl immer mehr Untersuchungen zutage fördern, dass digitale Hilfsmittel das Lernen eher behindern als befördern, hält der Trend zur Computerisierung des Klassenzimmers an. Schulen sind Orte von Menschen und für Menschen, und Lernen braucht Zeit. Es digitaler Bequemlichkeit zu unterwerfen, ist ein Fehler.
Zierer:"Jedes Kind hat ein Recht auf eine humane Schule", Bild: Universität Augsburg

Wenn das Handy noch in der Schultasche stört – die digitale Bildungsrevolution zeitigt ernüchternde Resultate, NZZ, 16.5. von Klaus Zierer

12. April 2019

Klassenunterricht bietet viele Vorteile


Seit Jahren wird der Klassenunterricht systematisch schlechtgeredet. Frontalunterricht wird er genannt, das erinnert an Frontalangriff und andere Kriegsmanöver. Auch dessen Umschreibung weckt schlechte Gefühle: «Vorne an der Wandtafel steht der Lehrer und redet. Und er redet und redet.» Von stundenlangem Monologisieren ist die Rede. Richtigerweise aber müsste er dialogisch-entwickelnder Klassenunterricht heissen. Von einem Lehr- und Lern-Pingpong müsste man sprechen. Denn gemeinsam wächst man mit dem Lerninhalt an einer klar definierten Ziellatte empor. Es wird einander vorgetragen und zugehört, überlegt, es wird erfragt, angewendet und überprüft. Damit wird Lernen zudem zum einzigartigen Gemeinschaftserlebnis.
Zu Unrecht schlechtgeredet, Luzerner Zeitung, 11.4. Leserbrief von Claudia Meier-Preuschoff

3. März 2019

Plädoyer für gründlichen Unterricht


Seit zehn Jahren liegt John Hatties Studie „Visible Learning“ vor. Die Ergebnisse sind eindeutig: Gründlicher Unterricht ist zielführender als pädagogische Experimente. Zeit, daraus Konsequenzen zu ziehen, meint Pädagoge Michael Felten.
Die Bildungsvisionen halten der Wirklichkeit nicht stand, Deutschlandfunk, 19.2. von Michael Felten

3. Februar 2019

Aus der Lernfabrik


Große Klassen und eine neue Kultur des Lernens industrialisieren den Lehrerberuf. Fließbandarbeit am Schreibtisch bestimmt den Berufsalltag vieler Kolleginnen und Kollegen.
Arbeiter einer Bildungsindustrie, Frankfurter Rundschau, 13.1. von Nils B. Schulz

29. Januar 2019

Blinder Glaube an Strukturen


Unterrichtsqualität wollen alle. Darum wurden in den letzten Jahren die Schulstrukturen gründlich umgebaut. Reform folgte auf Reform. Eine ganze Kaskade. Doch was diese Reformwelle bewirkt und an schulischem Qualitätszuwachs gebracht hat, lässt sich wissenschaftlich nicht genau belegen. Im Gegenteil. Man kennt viele Effekte nicht oder nur zum Teil. Das sei „vernichtend, aber es ist so“, sagt der Leiter der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung, Stefan C. Wolter. 
Schulqualität resultiert aus dem Unsichtbaren, Journal21.ch, 29.1. von Carl Bossard

2. Januar 2019

Blüht uns schon die nächste Schulreform?


Weise Ratgeber in Sachen Bildungspolitik haben sich kurz vor Jahresende nochmals zu Wort gemeldet, wie die NZZ berichtet (NZZ, 28.12.2018). Eine neue Bildungsrevolution steht an, noch bevor Harmos mit dem Lehrplan 21 überall richtig gegriffen hat. Zumindest schlagen dies Rolf Becker und Jürg Schoch in ihrem Expertenbericht Soziale Selektivität vor, den sie im Auftrag des Schweizer Wissenschaftsrates vorlegen. Ihrer Meinung nach ist das Hauptproblem unseres Bildungssystems mit den bisherigen Reformen nicht gelöst: Noch immer lasse die Chancengleichheit zu wünschen übrig, monieren sie, und belegen dies mit Statistiken (Becker/Schoch, 2018).
Blüht uns schon die nächste Schulreform? Felix Schmutz, 2.1.

11. Mai 2018

LCH justiert am falschen Ort

Lernen ist nur möglich, wo Leben ist. Leben erzeugt Resonanzen. Mit Lärm haben sie nichts zu tun. Und doch steigt der Lärm in Klassenzimmern. Der Schweizer Lehrerverband LCH klagt und ortet das Problem an falscher Quelle.
Wenn Lärm Lernen verhindert, www.journal21.ch, 8.5. von Carl Bossard

7. Mai 2018

Selbstlerneuphorie geht zulasten schwächerer Schüler

Die Digitalisierung der Schulen wird von übertriebenen Hoffnungen begleitet. Sie ersetzt weder gute Lehrer noch gute Schüler.
Smartphone-Pädagogik, Süddeutsche Zeitung, 6.5. von Michael Felten

1. Mai 2018

"Es geht letztlich darum, Freude am Lernen zu vermitteln"

Für die britische «Times» ist er der einflussreichste Bildungsforscher der Welt. John Hattie (68) hat Studien über Millionen Lehrer und Schüler rund um den Globus analysiert, um eines herauszufinden: Was ist guter Unterricht? Hier gibt er die Antwort – und er glaubt, dass die Schweiz einen grossen Fehler begeht.
Was ist guter Unterricht? Star-Bildungsforscher John Hattie erklärt, wie Kinder am besten lernen, Schweiz am Wochenende, 28.4. von Yannick Nock

21. März 2018

Kennen Majestät das Alte schon?

Innovatives, Neues, Anderes – das ist in der Schule die Devise. Doch es gibt auch klassische Erkenntnisse mit alterungsresistentem Gehalt. Sie gelten heute und immer. Ein Erinnerungsversuch.
Der deutsche Kaiser Wilhelm II. besuchte die Potsdamer Sternwarte. Zum wissenschaftlichen Leiter gewandt, meinte er: „Na, Herr Professor, was gibt’s denn Neues am Sternenhimmel?“ Worauf der Angesprochene ganz bescheiden fragte: „Kennen Majestät denn das Alte schon?“
"Kennen Majestät das Alte schon?" www.journal21.ch, 21.3. von Carl Bossard

3. Januar 2018

Kritischer Zwischenruf zu den Schulpreisen

Schulen werden prämiert. Kriterien sind methodengeleitete Merkmale wie selbstorientiertes und computerbasiertes Arbeiten. Von lernwirksamem Unterricht ist wenig zu hören. Ein kritischer Zwischenruf.
Schulpreise für schöne Äusserlichkeiten, Journal21.ch, 2.1. von Carl Bossard

25. Oktober 2017

Remo Largo zum Basler Schulsystem

In Basel-Stadt erhalten Kindergarten-Kinder Lernberichte mit Beurteilungen nach Fachbereichen. Die Lehrpersonen bewerten Kriterien wie: «– verfügt über einen differenzierten Wortschatz», oder: «– kann kulturelle und religiöse Grunderfahrungen erleben, reflektieren und mit gestalten». Was halten Sie davon, Herr Largo?
Das macht mich nicht nur sprachlos, sondern auch traurig. Dahinter steckt ein Leistungsdenken, das leider nun auch den Kindergarten erfasst hat. Es setzt die Eltern und Kinder gewaltig unter Druck, was offenbar beabsichtigt ist. Wir alle, nicht nur die Verantwortlichen im Bildungssystem, müssen uns wirklich fragen: Was haben wir für ein Menschenbild? Was ist die Aufgabe des Bildungssystems? Das Kind ist doch keine Knetmasse, die wir nach unserem Gutdünken formen können. Eine sehr wichtige Frage wäre beispielsweise: Bekommt ein Kind die notwendige Geborgenheit und Zuwendung? Denn nur dann kann es gut lernen. Viele Fragen sollten wir nicht an die Kinder, sondern an uns Erwachsene stellen!
"Das Kind ist doch keine Knetmasse" - Remo Largo zum Basler Schulsystem, Tageswoche, 24.10. von Jeremias Schulthess

14. Mai 2017

Hattie und die gute Schule

Was hilft der guten Schule und was hilft ihr nicht? Und was heisst das für die Führung einer Schule? Auf seinen Forschungsergebnissen basierend hat John Hattie dazu zwei zugängliche Beiträge verfasst. Einige Anregungen und Erkenntnisse daraus sind Gegenstand der folgenden Zeilen. 
Schule und Führung: Hattie und die gute Schule, Schulinfo Zug, 4.5. von Lukas Fürrer