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9. Dezember 2020

Verdreifachung autistischer Kinder in Basel

Seit der Bildungsreform und der Abschaffung der Kleinklassen vor zehn Jahren sind die Basler Schulen angehalten, möglichst viele Kinder in die Regelklassen zu integrieren. Viele Lehrer ächzen über die Zusatzbelastung. Vor allem die verhaltensauffälligen Kinder machen ihnen zu schaffen. In jüngster Zeit bereitet ihnen aber eine andere Entwicklung Sorgen: Die Zahl derjenigen Schülerinnen und Schüler mit einer Autismus-Diagnose ist markant gestiegen.Waren es im Schuljahr 2014/15 noch 21 Kinder, registrierte der Kanton im vergangenen Jahr bereits 63 Fälle. 

Die Zahl autistischer Schüler steigt rasant, BZ Basel, 9.12. von Leif Simonsen

28. Februar 2020

Wenn Ideologie mit der Wirklichkeit kollidiert


An der Zürcher Volksschule zeigt sich, was passiert, wenn egalitäre Ideologie mit der Wirklichkeit kollidiert. Seit zehn Jahren versucht der Kanton krampfhaft, die Wunschvorstellung einer Schule, an der alle Schülerinnen und Schüler – auch solche mit besonderen Bedürfnissen – Platz haben, in die Realität umzusetzen. Doch der Traum der integrativen Schule hat sich bis heute nicht erfüllt.
Zehn Jahre integrative Schule: Statt Förderung herrscht vielerorts Überforderung - das muss sich ändern, NZZ, 28.2. von Daniel Fritzsche

19. Januar 2020

Zeit für etwas Lockerheit


Machen Sie folgendes Experiment: Gehen Sie auf eine wildfremde Person zu, in einer Bar, an einer Vernissage, im Wartezimmer des Zahnarztes, wo auch immer, und fragen Sie sie, was sie von unserem Schulsystem hält. Erst Stunden später werden Sie beide sich trennen und einander erschöpft, aber glücklich in den Armen liegen, im Wissen, einen weiteren Gefährten gefunden zu haben in der Klage über den desolaten Zustand der Schweizer Volksschule.
Regt euch mal ab, ihr Schwarzmaler! Eine Abrechnung mit den Schulpessimisten, NZZaS, 19.1. von Thomas Grüninger

14. Januar 2020

Selbstorganisiertes Lernen produziert Chancenungleichheit


Vor ein paar Wochen konnte man in verschiedenen Zeitungen lesen, Tausende Schülerinnen und Schüler würden wegen des enormen Schuldrucks in der Psychiatrie landen. Der Leistungsdruck in unseren Schulen sei absolut besorgniserregend, wie Psychiater, aber auch Franziska Peterhans, Zentralsekretärin des Dachverbandes der Lehrerinnen und Lehrer der Schweiz, meinen. Der Druck habe in den letzten Jahren stark zugenommen. Der Schüler müsse überall Topleistungen bringen. Wenn nicht, werde er abgeklärt und in die Nachhilfe geschickt. Die Folgen seien grosse Unsicherheit, Angst und Orientierungslosigkeit. Funktioniere alles nicht mehr, komme es oft zum Zusammenbruch.
Wenn die Schule überfordert, BZ Basel, 14.1. von Mario Andreotti

5. Januar 2020

Inflation der Erwartungen


Ob Antisemitismus, unzureichende Inklusion, Islamismus, mangelndes Demokratiebewusstsein, Ernährungsmängel, Bewegungsdefizite, Betreuungsprobleme von Familien, Benachteiligung von Jungen, Benachteiligung von Mädchen, Unkenntnis in ökonomischen Fragen, falsches Zähneputzen – praktisch jede Woche kommt eine neue Forderung auf den Tisch, welches gesellschaftliche Problem die Schule zusätzlich zu lösen hat. Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, schlägt angesichts der Inflation solcher Erwartungen jetzt Alarm. Und er hat Recht – eine Analyse von News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek.
Schulen werden mit Erwartungen überfrachtet - und müssen daran scheitern. Deshalb: Lasst Lehrer endlich mal in Ruhe arbeiten! News4teachers, 4.1. von Andrej Priboschek

Alltagskompetenz


Lesen, Schreiben und Rechnen sollen Kinder in der Schule lernen, dazu eine ordentliche Allgemeinbildung. Auf dass Mädchen und Buben zu mündigen, demokratischen Bürgern werden. Dazu kommt die im bayerischen Schulgesetz verankerte Bildung von "Herz und Charakter". Klingt vernünftig? So einfach ist es längst nicht mehr. Schule soll heute vieles übernehmen, was früher in den meisten Familien vermittelt wurde. Und diese Erwartungshaltung ist ein Problem.
Die überforderte Schule, Süddeutsche Zeitung, 2.1. von Anna Günther

28. Oktober 2019

Zeit für ein Lob


Zu streng, zu wenig autoritär, zu viele Hausaufgaben, zu wenig Lernkontrollen: Lehrer und Lehrerinnen werden von uns Eltern gern kritisiert. Und zugegeben: Manchmal ist diese Kritik durchaus gerechtfertigt. Es gibt aber auch Lehrer, die ihren herausfordernden Job grossartig machen und sich mit ihrer ganzen Energie Tag für Tag für unsere Kinder einsetzen. Ihnen soll heute an dieser Stelle einmal ein grosses Lob ausgesprochen werden. Denn sie vermitteln unseren Kindern nicht nur Wissen, sondern sind der Grund, warum das Kind sich jeden Morgen auf die Schule freut:

10. Oktober 2019

Überforderung im Umgang mit der sogenannten Integration

Vermehrt war in den vergangenen Wochen zu lesen, dass die schulische Integration von behinderten Schülern vermutlich so nicht wird weitergeführt werden können. Als Grund dafür werden nun vor allem die verhaltensauffälligen Kinder und Jugendlichen genannt, die die Lehrkräfte an den Rand ihrer Belastbarkeit (oder darüber hinaus) führen würden. Dies ist, aus meiner Sicht, eine fatale Argumentation, weil der schwarze Peter hier einer Gruppe von Kindern zugewiesen wird, die nichts dafür können. Bei dieser Argumentation wird ausgeblendet, dass die schulische Integration behinderter Kinder, und dies betrifft sowohl lern- wie auch geistig behinderte Kinder, in der praktizierten Form nicht durchführbar ist.
Die schulische Integration ist auf dem Rückzug, NZZ, 10.10. von Riccardo Bonfranchi

11. August 2019

Immer mehr "Assistenzlehrer"


Im aktuellen Bildungsbericht sind sie nicht vermerkt. Auch die Konferenz der Erziehungsdirektoren oder der Lehrerverband wissen nicht, wie viele es sind. Es heisst einzig, ihre Zahl nehme stetig zu: An Schulen in der ganzen Schweiz arbeitet immer öfter freiwilliges oder bezahltes Assistenzpersonal. Es sind keine Spezialisten wie Heilpädagogen, sondern Senioren, Eltern oder Zivildienstleistende, welche die Lehrer im Klassenzimmer unterstützen sollen. 
Lehrer, die keine sind, erobern die Klassenzimmer, Schweiz am Wochenende, 10.8. von Yannick Nock

31. Juli 2019

Nidwalden klärt 6,6 Prozent der Schüler durch den schulpsychologischen Dienst ab


Der Regierungsrat will die Stellenprozente des Schulpsychologischen Dienstes aufstocken. Alle Probleme löst das aber nicht.
Nidwaldens Schulpsychologen haben alle Hände voll zu tun, Luzerner Zeitung, 26.7. von Simon Mathis

10. Juli 2019

Stress vor den Ferien


Die Telefone in den psychiatrischen Ambulatorien laufen seit Wochen heiss, wie «20 Minuten» unlängst berichtete: Vor den Sommerferien suchen verzweifelte Eltern Hilfe, weil ihre Kinder Schwierigkeiten beim Lernen haben, weil sie wegen ihres Verhaltens in der Schule kaum mehr tragbar sind, weil sie in eine Sonderschule sollen. Recherchen des «Tages-Anzeigers» bestätigen das. Allein das kinder- und jugendpsychiatrische Ambulatorium Zürich Nord der Psychiatrischen Uniklinik verzeichnete im Mai 38 Anmeldungen, im März waren es noch 28. Noch deutlicher war der Anstieg letztes Jahr: 12 Anmeldungen im März, 32 im Mai.
Vor den Ferien noch zum Psychiater, Tages Anzeiger, 29.6. von Liliane Minor

20. Juni 2019

Überforderte Schüler landen in der Familienberatung


Die Leistungsgesellschaft fordert ihre Opfer, und viele landen bei der Basler Familien-, Paar- und Erziehungsberatung (Fabe). Dem Geschäftsbericht des Jahres 2018 ist zu entnehmen, dass die Zahl derjenigen mit Problemen in der Schule oder in der Ausbildung zugenommen hat. 2017 waren es 191 junge Menschen, die in diesem Bereich Hilfe suchten, vergangenes Jahr waren es bereits 223. Fabe-Geschäftsführer Renato Meier bestätigt, dass die Schulprobleme immer mehr zum Thema werden. Dabei seien alle Schulstufen betroffen – auch vermeintlich starke Schülerinnen und Schüler des Progymnasiums würden vermehrt unter dem Druck leiden, der im Schulsystem aufgebaut werde. 
Den ganzen Stress in der Schule lassen, Basellandschaftliche Zeitung, 20.6. von Leif Simonsen

19. Juni 2019

Freiburg stellt Senioren vor die Tür


Wie wäre es, wenn Schüler von Lehrern unterrichtet würden, zusätzlich aber noch von einem rüstigen Senior betreut? Die Pro Senectute Freiburg hat im Jahr 2009 genau das in mehreren Gemeinden ausprobiert und bemerkt: In den Schulen entsteht eine Win-win-Situation.
Behörden werfen Senioren aus dem Klassenzimmer, Blick, 19.6. von Flavio Razzino

10. Mai 2019

Alarmierende Befunde zur Arbeitsbelastung


«Lehrer haben am Vormittag recht und am Nachmittag frei.» Es ist zwar nur ein Witz,aber er steht sinnbildlich für die weit verbreitete Meinung, wonach Lehrpersonen zu viel Freizeit und Ferien haben. Heute möge er nicht mehr darüber lachen – zu gross seien die Belastungen im Schulzimmer, sagt Beat W.Zemp, der langjährige Präsident des Lehrerverbands LCH. Dieser hat gestern die grösste Arbeitszeiterhebung für den Berufsstand präsentiert, die in der Schweiz je durchgeführt wurde. Fast 11000 Deutschschweizer Teilnehmende haben während einer Woche ihre Arbeitszeit genau protokolliert sowie generelle Angaben zu ihrer Frei- und Ferienzeit gemacht. Die Befunde sind aus Sicht des LCH alarmierend: Lehrerinnen aller Stufen leisten in der Deutschschweiz durchschnittlich 13 Prozent unbezahlte Überzeit,ohne sie kompensieren zu können.

Lehrer arbeiten weniger und doch zu viel, Basler Zeitung, 9.5. von Raphaela Birrer

Steigende Anforderungen im Lehrerberuf


Die Anforderungen an die Lehrerinnen und Lehrer haben in den vergangenen zehn Jahren weiter zugenommen. Der Trend, in die Teilzeitarbeit auszuweichen, hält weiter an. Doch ausgerechnet bei Teilzeitpensen ist die zeitliche Arbeitsbelastung überproportional hoch. Dies zeigt die repräsentative Arbeitszeiterhebung 2019 des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) und des Syndicat des Enseignants Romands (SER). Es ist die dritte Arbeitszeiterhebung des LCH innert 20 Jahren. Erstmals wurde sie nicht nur in der Deutschschweiz, sondern auch in der Romandie durchgeführt.
Lehrpersonen leisten viel unbezahlte Überzeit - insbesondere Teilzeitarbeitende, LCH, 8.5.

3. März 2019

Ganzkörperzebra


Er tut es jedes Jahr. Er tut es, weil die Umstände es erfordern. Immer am Schmutzigen Donnerstag steigt er nach dem Mittagessen in den Keller und holt das mottendicht verpackte Kostüm aus dem Fasnachtsschrank. Er zieht es an, schaut in den Spiegel und betrachtet das Ganzkörperzebra. Seine Frau schweigt, weil sie aus jahrelanger Erfahrung weiss, dass jetzt jedes Wort falsch wäre. Er stöhnt und tut trotzdem, was er jedes Jahr am Schmutzigen Donnerstag tut: Er schleicht aus dem Haus, hofft, dass ihn die Nachbarn nicht sehen, fährt dann als Zebra zum Schulhaus, wo er schon von der Guggenmusik und vielen verkleideten Kindern erwartet wird.
Das aufrechte Ganzkörperzebra, Aargauer Zeitung, 27.2. von Jörg Meier

2. März 2019

Träume und Wünsche einer Primarlehrerin


Dass ich Lehrerin werden will, wusste ich, noch bevor ich wusste, wie ich eine gute Schülerin werde. Da war ich etwa zehn. Mir gefiel die Vorstellung, eine Horde Kinder auf einem Abschnitt ihres Lebens zu begleiten. Ihnen Wissen zu vermitteln, das sie zu selbstständigen, kritisch denkenden und toleranten Mitmenschen macht. Anders gesagt: Ich wollte die Welt ein bisschen besser machen.
Eine Primarlehrerin erzählt, wie es ist, zu unterrichten. Und warum sie es trotz allem
liebt. Das Magazin, 2.3. von Alma Pfeifer

7. Februar 2019

Lehrer fordern Verbesserungen beim Berufsauftrag


Die Zürcher Schulleiterinnen und Schulleiter sind unzufrieden mit dem neuen Berufsauftrag. Vor einem Jahr wurde für die Lehrerinnen und Lehrer die Jahresarbeitszeit eingeführt, um sie vor Überlastung zu schützen. Doch eine Umfrage des Zürcher Verbandes Schulleiterinnen und Schulleiter (VSLZH) zeigt nun: 45 Prozent der Befragten wollen den Berufsauftrag komplett abschaffen, 48 Prozent sagen, er müsse klar nachgebessert werden, wie der VSLZH gestern mitteilte. 
Schulleiter fordern Nachbesserungen bei Berufsauftrag, Tages Anzeiger, 7.2.

3. Februar 2019

Aus der Lernfabrik


Große Klassen und eine neue Kultur des Lernens industrialisieren den Lehrerberuf. Fließbandarbeit am Schreibtisch bestimmt den Berufsalltag vieler Kolleginnen und Kollegen.
Arbeiter einer Bildungsindustrie, Frankfurter Rundschau, 13.1. von Nils B. Schulz

27. Januar 2019

Leidenschaft als Triebfeder und Energietank


Unterricht lebt von humaner Energie. Das Digitale hat darum in Schulen seine Grenzen, so wichtig die neuen Medien sind. Pädagogik sollte vor Technik stehen.
Wenn es im Klassenzimmer knistert, Journal21.ch, 15.1. von Carl Bossard