- Anaïs Sägesser
- Christoph Wittmer
- Judith Hollenweger
- Maximilian Janisch
- Pius Knüsel
- Jana Bütschi-Schuster
- Monika Wicki
- Sadou Bah
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9. Februar 2020
Acht Perspektiven zur Bildung
Die folgenden Personen erhielten je sieben Minuten Zeit, um ihre Ideen zum Thema Bildung zu äussern.
3. September 2017
Jetzt fängt der Ernst des Lebens an
Humor haben heisst heiter bleiben, wenn es ernst wird. Und mit dem
Schulbeginn wird es wieder ernst. Erinnerung an ein wichtiges Bildungsziel:
Humor und Heiterkeit.
„Die schönsten Tage des Jahres“, wie sie ein Neckermann-Ferienkatalog
euphorisch nennt, gehen zu Ende. An vielen Orten der Schweiz beginnt das neue
Schuljahr. Es ist die Rückkehr aus freien Tagen in die geregelte
Unterrichtswelt. Jetzt werde es wieder ernst, sagt man und fügt bei: Mit der
Schule fängt ja der Ernst des Lebens an.
Heiter sein als Bildungsziel, Journal21.ch, 20.8. von Carl Bossard
3. März 2015
Wankelmütiger bildungspolitischer Zeitgeist
Der Staatssekretär für Bildung, Forschung und Innovation, Mauro Dell'Ambogio, zeigt sich skeptisch gegenüber Interventionen des Bundes in unser Bildungssystem. Hinter jeder nationalen Strategie stehe unvermeidlich eine planwirtschaftliche Versuchung.
Bildungsverfassung 2006 als Produkt des Zeitgeistes, Bild: ETH Zürich
Und sie bewegt sich doch, die Schweizer Bildungspolitik, NZZ, 3.3. von Mauro Dell'Ambrogio
Bildungsverfassung 2006 als Produkt des Zeitgeistes, Bild: ETH Zürich
Und sie bewegt sich doch, die Schweizer Bildungspolitik, NZZ, 3.3. von Mauro Dell'Ambrogio
30. November 2014
Schweizer Schule - quo vadis?
Beat Kissling macht sich Gedanken zur Schweizer Schule und zum Lehrplan 21. Dabei interessiert ihn die Vorgeschichte mit den von Hans Zbinden und Ernst Buschor eingeleiteten Veränderungen wie auch die zu erwartenden Auswirkungen von PISA und den Schulrankings.
Lehrplan 21 und die Frage: Schweizer Schule - quo vadis? lvb inform, 2014/15-02 von Beat Kissling
Lehrplan 21 und die Frage: Schweizer Schule - quo vadis? lvb inform, 2014/15-02 von Beat Kissling
6. November 2014
Bildungssteuerung in Uri
Das heutige Bildungssystem im Kanton Uri funktioniert gut bis
sehr gut. Das zeigt ein Bericht unter Einbezug des Erziehungsrats, des
Mittelschulrats, der Berufsbildungskommission und der Schulkommission. Der
Regierungsrat hatte die Bildungsdirektion beauftragt, eine umfassende
Lagebeurteilung der bestehenden politischen Steuerung des Urner Bildungswesens
vorzunehmen.
So will Uri die Bildung künftig steuern, Neue Luzerner Zeitung, 6.11.
3. Mai 2014
Nationale Bildungsstrategie gefordert
Die Akademien der Wissenschaften fordern eine nationale Bildungsstrategie von der Frühförderung über den gezielten Einbezug von Migrantenkindern bis zur Weiterbildung und zu Tagesschulen. Das Bildungssystem sei unübersichtlich geworden, es gebe Probleme an den Schnittstellen. Kritik erfährt insbesondere auch die wechselseitige Abschottung von Gymnasium und Berufslehre.
Hanna Muralt Müller: "Das Potenzial aller besser ausschöpfen".
Für eine nationale Bildungsstrategie, NZZ, 3.5. von Michael Schoenenberger
Hanna Muralt Müller: "Das Potenzial aller besser ausschöpfen".
Für eine nationale Bildungsstrategie, NZZ, 3.5. von Michael Schoenenberger
12. Dezember 2013
Bildung als Wettbewerb der Ideen
Robert Nef unterscheidet in seinem Aufsatz drei Ansätze von Bildung: der liberale, konservative und emanzipatorische. Für Nef ist Bildung heute kein Lernprogramm für die Jugend, sondern ein lebenslänglicher Prozess der Anpassung an neue Situationen. Dieser Prozess dürfe nicht durch staatlichen Zwang zur Vereinheitlichung beherrscht werden.
Bildung als staatlich normiertes Angebot, Bild: www.kirchenbund.ch
Unterwegs zur Bildung, NZZ, 12.12. von Robert Nef
Bildung als staatlich normiertes Angebot, Bild: www.kirchenbund.ch
Unterwegs zur Bildung, NZZ, 12.12. von Robert Nef
5. Dezember 2013
Fragwürdiger Schulpreis
Der Schweizer Schulpreis, finanziert unter anderem durch die Müller-Möhl Foundation, ist der falsche Weg um Anreize zur Qualitätssteigerung zu machen. Das haben offenbar viele gemerkt: Von den Tausenden von Schulen in der Schweiz bewarben sich gut 100. Deshalb wird die Siegerin mit ziemlicher Sicherheit nicht die beste Schule der Schweiz sein.
Besonders innovative Schulen stellen sich der Auswahl, Bild: Adrian Moser
Nicht die beste Schule wird den Preis erhalten, Der Bund, 4.12. von Adrian Moser
Besonders innovative Schulen stellen sich der Auswahl, Bild: Adrian Moser
Nicht die beste Schule wird den Preis erhalten, Der Bund, 4.12. von Adrian Moser
20. November 2013
Buchtipp "Bildungsstandards"
Von Walter Herzog, Initiant des Memorandums gegen Reformhektik, ist in diesen Tagen das Buch "Bildungsstandards" auf dem Markt erschienen. Wenig überraschend kritisiert Herzog dabei die Orientierung an einer von "Bildungsstandards" dominierten Output-Steuerung unserer Schulen. Er zeigt die problematische Vieldeutigkeit und Unschärfe der Begriffe "Kompetenzen" und "Standards" und weist auf deren historische Wurzeln hin. Herzog ist es zu verdanken, die Auswirkungen von Bildungsstandards auf den Lehrerberuf zu verdeutlichen. Die Lehrer werden zu Ausführungsgehilfen einer überbordenden Bildungsadministration. Ihre Autonomie wird eingeschränkt. Ausserdem sei es eine Illusion zu glauben, durch die Erhebung von Testdaten und deren Rückmeldung an die Schulen sei auch eine Qualitätssteigerung verbunden.
Das Buch eignet sich bestens um sich auf die kommende Auseinandersetzung mit dem Lehrplan 21 zu wappnen und sei darum dem bildungspolitisch interessierten Leser wärmstens empfohlen.
Herzog: "... aus pädagogischen Gründen sind wir verpflichtet, auf die Grenzen einer technokratischen Schulreform hinzuweisen".
Das Buch eignet sich bestens um sich auf die kommende Auseinandersetzung mit dem Lehrplan 21 zu wappnen und sei darum dem bildungspolitisch interessierten Leser wärmstens empfohlen.
Herzog: "... aus pädagogischen Gründen sind wir verpflichtet, auf die Grenzen einer technokratischen Schulreform hinzuweisen".
14. Oktober 2013
"Gegen den Mainstream zu schwimmen braucht Mut"
Die Journalistin Franziska Laur ist bekannt dafür, dass sie immer wieder auf Missstände im Bildungswesen hinweist. So verdanken wir ihr die vielbeachtete Analyse zum Therapiewahn an unseren Schulen. Dies geschah lange vor der nun bekannt werden Pathologisierung der Schulkinder im Interesse eines schnell wachsenden therapeutischen Speckgürtels. Im folgenden Kommentar zeigt sie mit ihrem Finger auf die Umverteilung von unten nach oben im Basler Schulsystem. Doch dies ist nicht nur ein Basler Problem, schweizweit sind hier die Bildungspolitiker gefordert.
Lehren
statt erziehen
Basler
Lehrerinnen und Lehrer haben es nicht einfach: Schulanfänger, die noch Windeln
brauchen, vernachlässigte Kinder, die täglich zu spät kommen, Medien-Junkies,
die am Montagmorgen Entzug schieben. Eine Stadt generiert alle Arten von
Schüler. Doch anstatt das Bildungsdepartement die Leute an der Basis stärkt,
investiert es Geld in Hochglanzbroschüren und in alltagsferne Theoretiker, die
ausgeklügelte Konzepte erarbeiten. Und selbstverständlich werden die Lehrer dann
aufgefordert, diese Ideen umzusetzen und dazu Weiterbildungen zu besuchen. Geht
es jedoch um die Qualitätskontrolle dieser Projekte, werden die Theoretiker
zurückhaltend. Sie haben wohl Angst vor der Wahrheit. Denn diese könnte ja
lauten, dass an ihrer Politik etwas falsch läuft.
Die
Schule scheint sich von ihrem Kernthema, dem Unterrichten und fachbezogenen
Erleben im Schulzimmer, immer mehr zu entfernen. Vielmehr sind erziehen und
verändern angesagt. Die Schule hat sich in die Idee verliebt, Kinder beliebig
formen zu können: zu umweltbewussten, tugendhaften, friedfertigen Menschen. Das
führt nicht nur zu einer Überlastung der Lehrerschaft. Mit einer solch
unrealistischen Zielsetzung begibt sich die Bildungsdirektion auf
ideologisches Glatteis und verschreibt sich einem Auftrag, der eigentlich
Aufgabe der Eltern ist. Ganz abgesehen davon, dass wohl noch nie jemand die
Kinder gefragt hat, ob sie das wirklich wollen. Gut möglich, dass ein solch
hektischer Übereifer sie eher lähmt statt fördert und ihnen die Chance nimmt,
herauszufinden, was sie wirklich möchten und was sie brauchen.
Es wäre
eine Erleichterung, wenn die Schule wieder zu ihrer Kernaufgabe zurückkehren
würde: ihren Bildungsauftrag schlicht und schnörkellos zu erfüllen. Auch wenn
die Gesellschaft zunehmend komplexer geworden ist, heisst das nicht, dass sie
dieses Karussell der Vielfältigkeit und Verzettelung mitmachen muss. Sie kann
sich gelassen und dezidiert darauf berufen, dass ihr Kernauftrag das
Unterrichten ist. Doch gerade dafür bleibt den Lehrkräften immer weniger Zeit.
Zu häufig müssen sie sich mit fachfremden Themen herumschlagen: Umwelterziehung
praktizieren, Evaluationen mitmachen, Absprachen mit Förderpersonen
treffen …
So
braucht es in erster Linie Bildungspolitiker, die sich getrauen, wieder auf ein
einfaches, entschlacktes Bildungssystem zu setzen. Nicht mit dem Mainstream zu
schwimmen und jeden fachfremden Bildungskäse mitzumachen, braucht Mut. Doch
unsere Lehrer müssen sich dringend wieder auf das konzentrieren können, wofür
sie ausgebildet sind – das Vermitteln von Fachwissen.
Quelle: Basler Zeitung, 14.10. von Franziska Laur
3. September 2013
Unwirksamkeit von Bildungsstandards
Österreichs Bildungsministerium lässt sich die Unwirksamkeit von Bildungsstandards und Tests durch ein Gutachten attestieren. In der Schweiz läuft gleichzeitig die grosse Verniedlichungsaktion zum Thema 'Kompetenzorientierung'.
Krautz: Bildungspolitik Deutschlands, Österreichs und der Schweiz grundlegend in Frage gestellt, Bild: wiki.jugendsymposion.de
Auf dem Niveau eines Heizungsthermostaten, Frankfurter Allgemeine, 30.8. von Jochen Krautz
Krautz: Bildungspolitik Deutschlands, Österreichs und der Schweiz grundlegend in Frage gestellt, Bild: wiki.jugendsymposion.de
Auf dem Niveau eines Heizungsthermostaten, Frankfurter Allgemeine, 30.8. von Jochen Krautz
15. Juli 2013
Überprüfung der nationalen Bildungsziele 2016
Die Plenarversammlung der EDK hat am 20. Juni 2013 beschlossen, wie in den Jahren 2014-2017 die Erreichung der nationalen Bildungsziele für die obligatorische Schule überprüft werden soll. In diesem Zeitraum werden zwei stichprobenbasierte Erhebungen durchgeführt. Die erste Erhebung wird im Frühjahr 2016 stattfinden. Sie wird den Fachbereich Mathematik betreffen und die Überprüfung wird auf einer Stichprobe von Schülern am Ende der obligatorischen Schulzeit basieren.
Erreichung der nationalen Bildungsziele, EDK, 2.7. (Seite 4)
Erreichung der nationalen Bildungsziele, EDK, 2.7. (Seite 4)
17. Januar 2013
Was ist guter Unterricht?
"Meinungen gibt es genug, was zählt ist messbare Evidenz", sagt der neuseeländische Bildungsforscher John Hattie. Und Hattie hat keine Mühen gescheut und die zentrale Frage gestellt: Was ist guter Unterricht?
Im deutschsprachigen Raum hat Hattie die Podien der Bildungsdiskussion erobert, seine Analysen werden den aktuellen Reformen gegenüber gestellt. Dabei zeigt sich, dass vieles nichts oder nur wenig zu einer Verbesserung der Unterrichtsqualität beiträgt.
Der verlinkte Artikel ist absolut lesenswert - Hatties Folgerungen dürften die Bildungsdiskussion langfristig dominieren.
Hattie analysierte 50'000 Einzeluntersuchungen mit 250 Millionen beteiligten Schülern, Bild: vimeo.com
Ich bin superwichtig! Die Zeit, 3.1. von Martin Spiewak
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16. Dezember 2012
Vorsicht vor der Zentralisierung der Schulbildung
Die kritischen Stimmen gegenüber dem Lehrplan 21 mehren sich. Nun mahnt auch Gottlieb Höpli vor den Auswüchsen einer zu stark reglementierenden Administration.
Höpli: "Geradezu störrische Verweigerungshaltung"
Quelle: NZZaS, 16.12.
In einer Buchhandlung der Pariser Rive gauche bin ich vor einiger Zeit auf einen interessanten Band gestossen, 543 Seiten stark: «Direction d'école», ein Handbuch für den Leiter einer französischen Grundschule. Anschauungsunterricht für eine detailversessene, ausschliesslich von oben nach unten ausgerichtete Organisation. Wie es im Staate Frankreich eben üblich ist.
Von Brest bis Ajaccio hat der französische Schuldirektor laut diesem «Bordbuch» beispielsweise dreimal jährlich zum landesweit exakt gleichen Zeitpunkt eine Brandschutzübung durchzuführen. Er wird angeleitet, wie die Traktandenlisten von Lehrerkonferenzen und Elternversammlungen auszusehen haben, wie der Weihnachtsbaum im Schulhof aufgestellt und dekoriert werden und wie man sich gegenüber von Eltern mitgebrachten Kuchen verhalten soll: Die seien nur zu akzeptieren, wenn sie gleichentags gebacken wurden und auf keinen Fall Crème Chantilly enthielten.
In der Schweiz sind wir von solchen Verhältnissen noch weit entfernt. Aber: Nähern wir uns ihnen seit geraumer Zeit nicht allmählich, auf leisen Sohlen? Nicht nur, aber auch in der Schule: Von Harmos bis Bologna, von der Installierung professioneller Schulleiter bis zum Fremdsprachenunterricht bewegt sich das helvetische Bildungswesen unter dem Titel «Harmonisierung» auf eine Vereinheitlichung zu.
Harmonisierung von 21 Deutschschweizer Schulsystemen ist gewiss nicht von vornherein von Übel. Nur darf sie nicht zum getarnten Vehikel einer nicht deklarierten, viel tiefgreifenderen Schulreform werden. Einer Reform, in den Augen vieler Kritiker oft bloss blinde Reformitis, die in
den letzten zwei Jahrzehnten für viel böses Blut gesorgt hat - bei den Lehrkräften ebenso wie beim Stimmvolk, das gegenüber Bildungsreformen zurzeit eine geradezu störrische Verweigerungshaltung an den Tag legt. Jüngstes Beispiel: das massive Zürcher Volksnein (über 71 Prozent) vom vergangenen 25. November zur Grundstufe, gegen die Parolen von Regierung, Parlament, staatstragenden Parteien (mit Ausnahme der SVP) und Medien. Auch ein Kompromissvorschlag, der vieles beim Alten belassen hätte, fand keine Gnade.
den letzten zwei Jahrzehnten für viel böses Blut gesorgt hat - bei den Lehrkräften ebenso wie beim Stimmvolk, das gegenüber Bildungsreformen zurzeit eine geradezu störrische Verweigerungshaltung an den Tag legt. Jüngstes Beispiel: das massive Zürcher Volksnein (über 71 Prozent) vom vergangenen 25. November zur Grundstufe, gegen die Parolen von Regierung, Parlament, staatstragenden Parteien (mit Ausnahme der SVP) und Medien. Auch ein Kompromissvorschlag, der vieles beim Alten belassen hätte, fand keine Gnade.
Haben unsere Bildungsbürokraten und -politiker aus dieser Skepsis gelernt? Halten sie sich zurück mit allzu forschen Reformvorschlägen? Es macht nicht den Anschein, ganz im Gegenteil. Der grosse Schritt in eine lichte, zentralisierte Bildungszukunft steht uns erst noch bevor. Er heisst «Lehrplan 21» und soll im kommenden Jahr in eine grosse Konsultation geschickt werden.
Beim Lehrplan 21 handelt es sich nicht nur, wie es offiziell heisst, um eine Harmonisierung von 21 kantonalen Lehrplänen. Sondern um eine Reform aller Lehrinhalte, die an Zentralisierung und Detaillierungsgrad alles Bisherige in den Schatten stellt. Die den Lehrkräften nicht mehr, sondern weniger Bewegungsspielraum zugesteht - Frankreich lässt grüssen.
Das beginnt bei der Einführung eines neuen zentralen Oberbegriffs: den Kompetenzen. Er wird den bisherigen Begriffen wie Fähigkeiten, Kenntnissen und Fertigkeiten übergestülpt. Das ist nicht einfach eine neue Terminologie. Kompetenzen müssen laut deutschen Bildungsexperten unter einen «handlungszentrierten Betrachtungsfocus» gestellt werden (Erpenbeck und Rosenstiel). Dadurch werden sie schwieriger messbar - die Folgen sind wohl klar: Auf Schulnoten wird man verzichten müssen. Auch darum, weil klassische Fächer - von Hauswirtschaft über Geschichte bis zur Religion - in einem schwammigen Fachbereich «Natur, Mensch, Gesellschaft» aufgehen sollen. Hinzu kommen überfachliche Themen, in denen viel Zündstoff enthalten ist: Gender und Gleichstellung, globale Entwicklung und Frieden, kulturelle Identitäten und interkulturelle Verständigung.
Man muss nicht Hellseher zu sein, um für 2013 einen gewaltigen Streit um diese Schulreform unter dem Mantel der Harmonisierung vorauszusehen.
Quelle: NZZaS, 16.12.
14. November 2012
Wohin führt der Kurs der EDK?
Die EDK beruhigt besorgte Gemüter, die angesichts der Einführung der nationalen Bildungsstandards und des Lehrplans 21 eine Testwelle befürchten.
Es werde keine "Testitis" und keine Rankings geben, versichert deren Präsidentin, Isabelle Chassot. So ganz glauben mag man ihr nicht. Schliesslich verkündete die EDK kürzlich, man werde bei PISA nur noch reduziert mitmachen und auf Kantonsvergleiche verzichten. In Zukunft werde voll auf die Erhebung von Daten im Zusammenhang mit den Bildungsstandards gesetzt. Was will die EDK genau? In einem Leserbrief kommt zum Ausdruck, dass über die Ziele der EDK keine Klarheit herrscht.
Sie wolle keine «Testitis» und keine Rankings, versichert uns die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) (NZZ 9. 11. 12). Regelmässig werden zwei Ziele verkündet, welche mit der Einführung einer «Testkultur» (was für ein scheussliches Wort) an unseren Schulen erreicht werden sollen, nämlich einerseits die Überwachung (Monitoring) des Bildungssystems und andererseits die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler. Tests, die im Rahmen von Stichprobenerhebungen schweizweit eingesetzt werden, um zu überprüfen, «ob die in den Bildungsstandards definierten Grundkompetenzen . . . erlangt werden», lassen sich auf aggregierter Ebene statistisch auswerten. Ihre Messqualität kann vergleichsweise gering sein; jedenfalls eignen sie sich nicht, um «auch der individuellen Standortbestimmung von Schülern» zu dienen. Letzteres kann nur mittels Tests erreicht werden, die eine hohe Qualität aufweisen, eine langwierige Entwicklungsarbeit voraussetzen und ein breites Spektrum an Leistungen (und nicht nur «Grundkompetenzen») abzudecken vermögen.
Entweder werden die von der EDK in Aussicht gestellten Tests für das System-Monitoring entwickelt, dann lassen sie sich nicht für Individualdiagnosen nutzen (jedenfalls nicht in einem ethisch vertretbaren Sinn). Oder sie lassen sich für Individualdiagnosen nutzen, dann ist nicht zu sehen, wie man vermeiden will, dass sie (angesichts der enormen Entwicklungskosten) nicht auch für Schul- und Lehrer-Rankings eingesetzt werden. Selbst wenn sich die EDK gegen Letzteres ausspricht, wird es auf kantonaler oder eidgenössischer Ebene genügend Stimmen geben, die genau dies fordern werden, falls die Tests einmal verfügbar sein sollten.
Es ist bedauerlich, dass die EDK einmal mehr die Chance verpasst, über ihre bildungspolitischen Ziele offen, klar und glaubwürdig zu informieren. Dass die Lehrerinnen und Lehrer einer Reformpolitik, die unsere Schulen ins Ungewisse führt, zunehmend skeptischer gegenüberstehen, kann ihnen niemand übelnehmen.
Walter Herzog, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Bern
Quelle: NZZ, 14.11.
9. August 2012
"Es wird sehr viel Talent verschwendet"
Peter Mott, der langjährige Direktor der Zurich International School (ZIS), findet, dass sich die öffentliche Schule zu stark an einem Fabrikmodell der Schule orientiere. "Alles, was hinten rauskommt, muss gleich aussehen. Unterwegs wird die schlechte Ware von der guten getrennt, aber die Prozesse sind für alle gleich". Grosse Hoffnung setzt Mott in die neuen Technologien. Diese ermöglichen ein viel indivuduelleres Lernen und Lehren. "Wenn die Schulen diese Entwicklung nicht mitmachen, könnte es sein, dass sie früher oder später irrelevant werden".
Das heute praktizierte Schulmodell ist ein Fabrikmodell, Bild: NZZ
"Das Fabrikmodell der Schule gehört abgelöst", Interview von Walter Bernet mit Peter Moll, NZZ, 6.8.
Das heute praktizierte Schulmodell ist ein Fabrikmodell, Bild: NZZ
"Das Fabrikmodell der Schule gehört abgelöst", Interview von Walter Bernet mit Peter Moll, NZZ, 6.8.
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29. Juli 2012
"Zu weit weg von meinem Kompetenzbereich"
Der designierte ETH-Rektor Lino Guzzella findet, das Niveau an den Schulen sei gesunken. Einen Grund dafür ortet er in den Erziehungsaufgaben, die die Schulen übernehmen. "Wenn die Schule erziehen muss, werden die talentierten Schüler zu wenig gefördert". Diese wohlbekannte Phrase wird abgerundet durch die Hilflosigkeit, mit der Guzzella auf die Frage antwortet, wie man denn reagieren soll, wenn die Eltern ihre Kinder nicht erziehen würden. "Jetzt sind wir zu weit weg von meinem Kompetenzbereich".
Neuer ETH-Rektor will mehr Leistung, Bild: PD
Das Niveau an den Schulen ist gesunken, NZZaS, 29.7. von Michael Furger
Neuer ETH-Rektor will mehr Leistung, Bild: PD
Das Niveau an den Schulen ist gesunken, NZZaS, 29.7. von Michael Furger
30. Mai 2012
Schulleistungstests zu teuer
Harmos sieht vor, dass die Schulleistungen regelmässig evaluiert werden (Monitoring). Auch der neue Lehrplan 21 setzt regelmässige Leistungserhebungen voraus, denn die gesetzten Ziele müssen auch kontrolliert werden. Neben den bereits bestehenden Schulvergleichen (PISA), Aufnahmeprüfungen und Leistungsmessungen (Basic Check, Multi Check) kommt also eine Testlawine auf unser Schulsystem zu. Diese Entwicklung wird zu einer weiteren Aufblähung des Verwaltungsapparates führen.
Walter Herzog, Professor für Erziehungswissenschaften an der Universität Bern, setzt sich kritisch mit den Tests auseinander. Er findet, die Tests seien die Kosten nicht wert, die sie verursachen.
Walter Herzog: "Keine gesamtschweizerischen Tests möglich", Bild: standard.at
Tests sind die Kosten nicht wert, die sie verursachen, PH akzente, 2/2012
Walter Herzog, Professor für Erziehungswissenschaften an der Universität Bern, setzt sich kritisch mit den Tests auseinander. Er findet, die Tests seien die Kosten nicht wert, die sie verursachen.
Walter Herzog: "Keine gesamtschweizerischen Tests möglich", Bild: standard.at
Tests sind die Kosten nicht wert, die sie verursachen, PH akzente, 2/2012
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20. Mai 2012
"Freie Schulwahl bringt Veränderung zum Guten"
Remo Largo mischt sich in die Diskussion über die freie Schulwahl im Kanton Zürich ein. Er unterstützt die Initiative, weil er nicht mehr an Reformen von oben glaubt. "Für mich sind die Reformen von oben endgültig gescheitert, Harmos, Frühenglisch, Sexualkunde". Largo kritisiert auch die Bildungspolitiker, denen es an Sachverstand mangelt, um Bildungskonzepte zu entwickeln. "Ich wünsche mir ein neu zu schaffendes Gremium aus Bildungsweisen. Kompetente Leute, die sich unabhängig von Eigeninteressen und politischen Sachzwängen Gedanken machen über Verbesserungen im Bildungssystem".
Largo: Bildungspolitikern fehlt der Sachverstand, Bild: kindgerechte-schule.ch
Es geht nicht um eine Eltern-Elite, Tages Anzeiger, 19.5. von Daniel Schneebeli
Largo: Bildungspolitikern fehlt der Sachverstand, Bild: kindgerechte-schule.ch
Es geht nicht um eine Eltern-Elite, Tages Anzeiger, 19.5. von Daniel Schneebeli
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25. April 2012
Thurgauer diskutieren Bildungswesen
Das Thurgauer Parlament diskutierte während einer Stunde über den Bericht zum Bildungswesen. Dabei wurden folgende Themen angesprochen:
- Wunsch nach Konsolidierung mit einer Reduktion der Projekte
- Hohe Fluktuationsrate bei Schulleitungen
- Tiefe Maturitätsquote im Kanton
- Schulkosten pro Schüler
- Schulabgänger ohne Berufsaussichten
Für den Sekundarlehrer Josef Brägger (Grüne) ist der Bericht "einseitig und geschönt", er habe nichts mit der Schulrealität zu tun und sei in der Amtsstube geschrieben worden.
Kritik am Thurgauer Bildungsbericht, Regionaljournal DRS, 25.4.
Parlament diskutiert Bericht zum Bildungswesen, St. Galler Tagblatt, 25.4.
Bildung bleibt eine Baustelle, St. Galler Tagblatt, 26.4.
Der Bericht zum Bildungswesen des Kantons Thurgau (2011) kann hier abgerufen werden.
Kritik am Thurgauer Bildungsbericht, Regionaljournal DRS, 25.4.
Parlament diskutiert Bericht zum Bildungswesen, St. Galler Tagblatt, 25.4.
Bildung bleibt eine Baustelle, St. Galler Tagblatt, 26.4.
Der Bericht zum Bildungswesen des Kantons Thurgau (2011) kann hier abgerufen werden.
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