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10. Januar 2016

Solothurn schafft Vergleichsprüfung ab

Das Verfahren des Übertritts in die Sekundarstufe I wird komplett umgekrempelt: Die Vergleichsprüfung in der sechsten Klasse wird abgeschafft. Was halten die Lehrer von diesem Schritt?









Der Empfehlung der Lehrperson kommt mehr Bedeutung zu, Bild: Chris Iseli
Keine kantonsweite Prüfung mehr - was halten die Lehrpersonen davon? Solothurner Zeitung, 9.1.

22. März 2015

34 Prozent zwischen 11 und 15 besuchen Nachhilfeunterricht

Stefan Wolter, Leiter der Forschungsstelle für Bildungsökonomie an der Universität Bern, hat Ausmass und Wirkung der bezahlten Nachhilfe untersucht. Er warnt vor zu hohen Erwartungen.




Wolter: Fraglich, ob sich Erfolg einstellt, Bild: Keystone


"Vielleicht überschätzen Eltern den Effekt", NZZaS, 22.3. von Sibylle Stillhard


Doping für die Schulkarriere

Nachhilfestunden, Prüfungsvorbereitungen, Privatschulen: Vermehrt leisten sich Eltern sogenanntes Bildungsdoping, um den Nachwuchs zu schulischen Höchstleistungen zu bringen. Ob das zusätzliche Büffeln tatsächlich etwas bringt, ist umstritten. Es könnte sich auch als Nachteil erweisen.
Doping für die Schulkarriere, NZZaS, 22.3. von Sibylle Stillhart

Weil sie es mir wert sind

René Donzé bekennt, dass er seinen Söhnen Privatkurse zur Gymi-Vorbereitung bezahlte und warum er es wieder tun würde.
Weil sie es mir wert sind ... NZZaS, 22.3. von René Donzé

3. März 2015

Neue Lektionentafel bringt mehr Mathe und Deutsch

Die neue Berner Lektionentafel bringt für die Schüler mehr Mathe- und Deutschlektionen. Ausserdem wird die Mittelschulvorbereitung zu einem festen Bestandteil der Lektionentafel.
Lehrplan 21 bringt bis zu vier zusätzliche Mathestunden, Berner Zeitung, 3.3.

3. Januar 2015

Prüfungsstress fürs Gymnasium

Schüler, die den Übertritt ans Gymnasium schaffen wollen, büffeln teilweise seit den Sommerferien für die Aufnahmeprüfung. Kurse privater Anbieter boomen und gefährden die Erfolgschancen von Kindern wenig privilegierter Eltern.




47 Prozent der Geprüften schaffen den Übertritt ins Kurzgymnasium, Bild: livenet.de

Ohne Hilfe ins Gymi zu kommen wird schwieriger, NZZ, 3.1. von Natalie Avanzino


28. April 2013

Gedanken zur Chancengleichheit

Michael Furger stellt fest, dass die Schweiz ein Problem mit den Eliten hat. Das wirkt sich aus bis ins Bildungssystem. Der Begriff "Chancengleichheit" sei "wie ein buntes Abziehbild auf jedem Reformpaket".

Die meisten von uns hatten nie die Chance, ins Kader des FC Bayern München berufen zu werden. Der Kosovo-Schweizer Xherdan Shaqiri hatte diese Chance. Ein Fall von krasser Chancenungleichheit. Man sollte etwas dagegen unternehmen. Am besten mit Fussballkursen in der Schule. Denn warum sollte nicht jeder die gleiche Chance haben, den Beruf des Fussballprofis zu ergreifen?
Im Ernst: Wenn Politiker und Beamte über Bildungsfragen brüten, folgen sie dieser Logik. Man lässt sich von der Frage leiten, wie man möglichst vielen zu einer Laufbahn verhelfen kann, für die sich nur wenige eignen. In der Sprache der Politik heisst das Chancengleichheit. Die Pisa-Studie hat einst ergeben, dass die Schweizer Volksschule soziale Unterschiede nicht genügend ausgleichen kann. Seitdem klebt der Begriff Chancengleichheit wie ein buntes Abziehbild auf jedem Reformpaket. Im Kanton Zürich etwa schicken einige Eltern ihre Kinder in private Vorbereitungskurse für die Gymi-Prüfung. Was die Kurse effektiv bringen, weiss niemand. Dennoch wollte die Regierung die Kurse jüngst für alle gratis anbieten, aus Gründen der Chancengleichheit. Weil das Parlament Nein sagte, wollen Linke die Prüfung nun ganz abschaffen. Andere Kreise fordern seit Jahren, den Zugang zu den Gymnasien und damit auch zu den Universitäten zu lockern.
Wenn wir ehrlich sind, geht es dabei um etwas anderes: um die diffuse Abneigung gegen die sogenannte Elite, gegen jene, die es - vermeintlich - weiter bringen. Man könnte annehmen, die Schweiz mit ihrem exzellenten Bildungswesen, ihrer weltweit führenden Innovationskraft und ihrem Reichtum habe ein unverkrampftes Verhältnis zum Begriff «Elite». Leider nicht. Er wird grossräumig umfahren. Es ist nicht lange her, da sass der damalige FDP-Präsident Fulvio Pelli an der ETH Zürich auf einem Podium über Eliteförderung und sagte: «Ich bin für die Eliteförderung, aber ohne <Elite> und ohne <Förderung>.» Die Universität St. Gallen, eine der international besten Wirtschaftsschulen, möchte lieber etwas anderes sein als eine Elite-Uni. Eine Erhebung ergab zwar, dass ihre Studenten aus privilegierten Elternhäusern stammen. Die Absolventen sitzen in Chefbüros grosser Firmen und tauschen sich über ein exklusives Netzwerk aus. Man sei aber nicht elitär, schreibt die Schule im Erhebungsbericht, sondern «gutbürgerlich». Ein Begriff, der eher an einen Landgasthof erinnert als an eine Universität. Im Tiefstapeln sind wir Schweizer wirklich gross.
Hören wir auf damit. Die Elite ist gut, es braucht sie, nur schon deshalb, weil sie einer Gesellschaft Triebkraft und dem Individuum den Ehrgeiz verleiht, den es braucht, um erfolgreich zu sein. Denn, und das ist entscheidend, die Schweizer Elite ist eine Leistungselite. Der ererbte Status zählt hier wenig, Anstrengung viel. Daher ist unsere Elite nicht exklusiv. Jeder kann es schaffen, ganz ohne Chancengleichheitsprogramme. Der Bundespräsident stammt aus einer Bauernfamilie und absolvierte eine KV-Lehre. Der Rektor der ETH Zürich ist der Sohn eines aus Italien eingewanderten Rangierarbeiters. Vermutlich hat er keine privaten Gymi-Prüfungs-Kurse besucht - und es trotzdem geschafft.
Wieso? Weil die Leistung zählte und weil das Schweizer Bildungssystem - allen Bedenkenträgern zum Trotz - schon heute so viel Chancengleichheit garantiert wie kaum ein anderes. Erstens ist exzellente Bildung hier für alle entweder gratis oder billig. Teure Privatschulen gibt es zwar, aber es gibt keinen Hinweis darauf, dass sie besser ausbilden als die staatlichen Schulen. Das ist in einigen Nachbarländern anders. Zweitens erlaubt die Durchlässigkeit jeden noch so queren Karriereweg. Auch wer eine Lehre absolviert hat, kann über die Berufsmatura und die Fachhochschule zu einem Uni-Abschluss kommen. Drittens gibt es immer wieder eine neue Chance. Ob man falsch einspurt oder spät zündet, man kann dennoch Wirtschaftsführer oder Biochemiker werden. Wer eine Bildungschance will, der bekommt sie. Das gilt für alle und zu jedem Zeitpunkt des Lebens. Das Theater um die Gymi-Prüfung ist angesichts dieser Möglichkeiten völlig unverständlich.
Gewiss, die Bildungsforschung lehrt uns, dass Kinder mit gebildeten Eltern häufiger höhere Schulen besuchen als solche aus bildungsfernen Haushalten. Aber heisst das auch, dass begabte Kinder aus tiefen Schichten vom System benachteiligt werden? Das System unterscheidet nicht nach Herkunft. Dass einige Kinder von ihren Eltern - und allenfalls von Lehrkräften - besser gefördert werden als andere, ist zwar erwiesen, ist aber kein Konstruktionsfehler des Bildungssystems. Es ist daher auch kein Grund, die Triebkraft eines auf Leistung ausgerichteten Bildungswesens zu gefährden.
Quelle: NZZaS, 28.4. von Michael Furger

19. August 2012

Abschaffung der Bezirksabschlussprüfung gefordert

Aargauer Bezirksschulleiter und auch Kantonsschulrektoren sehen in der Bezirksschulabschlussprüfung (BAP) keine Zukunft mehr und wollen sie abschaffen. Die Prüfung wird nur in drei Fächern durchgeführt: Deutsch, Mathematik und Französisch. Für das Abschlussattest zählt die BAP deshalb gerade noch zu 3/11. Der Rest stammt aus der Langzeit-Beurteilung. 
Soll die Bezirksschulabschlussprüfung 2016 abgeschafft werden? Aargauer Zeitung, 19.8. von Hans Fahrländer

18. August 2012

Spicken mit dem Smartphone

Ein neues Schuljahr beginnt und auf die Schüler warten wieder Prüfungen. Doch mit ihrem Smartphone haben sie einen diskreten Helfer. Die Lehrer sind meist völlig ahnungslos. 
Ein Gerät für alles – auch für die externe Unterstützung bei Aufgaben, die eigentlich ohne solche gelöst werden sollten: Smartphone im Schulzimmer eines Gymnasiums.
Ein Gerät für alles, das Smartphone als wichtige Unterstützung bei Tests, Bild: Christoph Ruckstuhl
Schöner spicken mit dem Smartphone, NZZ, 18.8. von Matthias Böhni

15. Juni 2012

Zwei Wochenlektionen Prüfungsvorbereitung

Die Zürcher Schulgemeinden sollen Vorbereitungskurse für Aufnahmeprüfungen anbieten. Damit reagiert die Regierung auf den Missstand, dass sich die Prüfungen nicht am effektiv durchgenommenen Stoff orientieren. Wer die Prüfung bestehen will, schafft dies deshalb ohne spezielle Vorbereitung nicht. Deshalb ist die Forderung verständlich.

Quelle: NZZ, 15.6. von Walter Bernet
Mehr Chancengleichheit bei der Vorbereitung für die Gymi-Aufnahmeprüfung, Kanton Zürich, 14.6.

2. März 2012

Neues Aufnahmereglement an Zürcher Gymnasien

Der Übertritt an die Zürcher Gymnasien wird in einigen Punkten neu geregelt. Die wichtigsten Änderungen sind:
  • Keine mündliche Prüfung mehr beim Langgymnasium.
  • Im Langgymnasium wird der Teil "Textverständnis und Sprachbetrachtung" im Verhältnis zum Teil "Verfassen eines Textes" aufgewertet.
  • Neu sind auch Schüler der Sek B zur Prüfung zugelassen. Das bedeutet, dass auf die Erfahrungsnote verzichtet wird.
  • Die Probezeit wird in beiden Gymnasialtypen auf ein Semester verlängert.
Ausserdem empfiehlt die Bildungsdirektion, spezielle Vorbereitungskurse für die Aufnahmeprüfung anzubieten. Es ist geplant, die Gemeinden dazu zu verpflichten. 
Im Langgymnasium werden Deutsch und Mathematik geprüft. Im Kurzgymnasium zählen Deutsch und Mathematik je 40% und Französisch 20%. 
Die mündliche Prüfung war für viele Schüler eine zweite Chance, ins Gymnasium einzutreten. (Bild: Imago)
Künftig keine mündliche Prüfung mehr ins Langgymnasium, Bild: Imago
Gymi-Prüfung ohne zweite Chance, NZZ, 2.3. von Walter Bernet
Sek-B-Schüler an der Gymi-Prüfung, Tages Anzeiger, 1.3.
Nur noch schriftlich ins Zürcher Langzeitgymi, Regionaljournal DRS, 1.3. von Simona Caminada

5. Januar 2012

Weiterhin prüfungsfreier Übertritt in Uri

Der Übertritt von der 6. Primar ins Gymnasium bleibt in Uri prüfungsfrei.  Die Sachkompetenz allein sei nicht ausschlaggebend für eine erfolgreiche Laufbahn im Gymnasium. Aspekte wie Ausdauer und Belastbarkeit liessen sich in einem Übertrittsgespräch besser erfassen.
Wer ins Kollegi eintreten will, soll dies weiterhin ohne Übertrittsprüfung tun können.
Wer ins Kollegi eintreten will, soll dies weiterhin ohne Übertrittsprüfung tun können. Bild: Urs Hanhart/Neue UZ
Uri will nicht mehr Bürokratie, Neue Luzerner Zeitung, 5.1.

4. September 2011

Prüfungsvorbereitung im Kanton Zürich wird geregelt

Bereits seit Beginn dieses Schuljahres erhalten die Kinder der Stadt Zürich ein kostenloses Angebot zur Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung ins Gymnasium. Jetzt zieht der Kanton Zürich nach. Bis zum Beginn des nächsten Schuljahres soll eine verbindliche Regelung für den ganzen Kanton stehen.
Der Bildungsrat schlägt in einer Vernehmlassung zwei Möglichkeiten vor: Freiwillige Kurse oder ein Freifach, das neu in den Lehrplan aufgenommen würde. Die Vernehmlassungsfrist läuft bis Dezember.
Chancengleichheit bei Gymnasiumsprüfung, Regionaljournal DRS, 2.9.

2. September 2011

Bern: Sekprüfung kommt wieder

Der Kanton Bern führt ab Schuljahr 2013/14 eine Übertrittsprüfung in die Sekundarschule ein. Sie wird automatisch dann angesetzt, wenn die Eltern nicht mit dem Zuweisungsentscheid der Primarschule einverstanden sind. Heute findet in einem solchen Fall ein "Einigungsgespräch" statt. Durch die neue Regelung werden die Lehrkräfte stark entlastet, denn faktisch wird ihnen der heikle Entscheid durch eine Prüfung abgenommen. 
Es gilt allerdings zu bedenken, dass Prüfungen auch nachteilig wirken können. Reiche Eltern können sich Vorbereitungskurse leisten. Und es ist voraussehbar, dass nicht alle der Sek zugewiesenen Schüler auch der Kontrollprüfung gewachsen sein werden.
Die jetzt vorgeschlagene Lösung ist in jedem Fall nur eine Teillösung. Wie lange wird es dauern, bis die alte Aufnahmeprüfung für alle Schüler wieder aufersteht?
Neue Sekprüfung kommt ab dem Schuljahr 2013/14, Berner Zeitung, 2.9.
Regionaljournal DRS, 2.9.

29. August 2011

Bernhard Bueb: Individualisiertes Lernen ersetzt Prüfungsvorbereitung

Bernhard Bueb urteilt hart über die Prüfungsvorbereitungskurse, die neu in Zürich erteilt werden. Dies seien Massnahmen, die erfunden wurden, um das System zu retten, das in der Anpassung an die Inhalte der Prüfungen das einzige Heil sehe. Bueb spricht sich im weiteren für Ganztagesschulen aus, weil diese der Vielfalt der Begabungen gerechter werden könnten. 
Kinder wollen das Glück der Anstrengung erfahren, NZZ, 29.8. Interview von Beat Grossrieder mit Bernhard Bueb .

Bernhard Bueb, Bild: dpa

63% der Eltern bezahlen für Nachhilfeunterricht

In der Schweiz herrscht Panik: Die Eltern wollen ihre Kinder unbedingt ans Gymnasium bringen. Dafür sind sie bereit, tief in die Tasche zu greifen. Bei zwei Wochenlektionen Nachhilfe führt dies rasch zu Ausgaben von 500 Franken pro Monat. 
Der Kanton Glarus ist nicht bereit bei diesem Wettlauf mitzumachen. Er hat die tiefste Maturaquote der Schweiz mit 12,3 %. Dafür führen die Glarner die Tabelle bei der Eignungsprüfung für das Medizinstudium an - Numerus Glarus! Lohnt es sich also, eine möglichst hohe Maturaquote anzustreben? In Deutschland liegt diese bei 40%, in Frankreich bei 51% und in Italien sind es sogar 76%.
In der Schweiz sind die Unterschiede in der Maturaquote zwischen den Kantonen frappant. Aber auch innerhalb der Kantone oder gar der Gemeinden gibt es je nach Quartier markante Unterschiede.
Das grosse Geschäft mit den Nachhilfestunden, NZZ, 29.8. von Beat Grossrieder

10. Juni 2011

Urs Moser fordert Vereinheitlichung der Prüfungsvorbereitung

Im Zusammenhang mit der Studie aus dem Kanton Zürich fordert der Bildungsforscher Urs Moser eine Vereinheitlichung der Prüfungsvorbereitung auf die Angebote der Sek I. 
Im Interview mit Radio DRS 1 führt Moser aus, warum Lehrkräfte gleiche Leistungen unterschiedlich beurteilen.


Interview hören

1. Juni 2011

Vorbereitungskurse für Gymnasien? Es besteht Handlungsbedarf

Ist ein Platz am Gymnasium käuflich? Das fragt sich Walter Bernet in der NZZ (31.5.2011). Es geht um die Frage der Vorbereitungs-Kurse für Aufnahmeprüfungen an die Gymnasien. Sind sie überhaupt notwendig? Verzerren teure Kurse die Chancengerechtigkeit?

Ohne gezieltes Training geht es nicht
Immer wieder beteuern Schulämter und sogar Lehrkräfte, dass eine spezielle Vorbereitung auf eine Aufnahmeprüfung nicht notwendig sei. Welch ein Blödsinn! Wer sich nicht seriös vorbereitet, hat bei den speziellen Prüfungsformaten keine Chance – unabhängig, ob man den Stoff kann oder nicht. Es geht dabei vor allem darum, die Art der Aufgabenstellungen zu kennen und zu wissen, wie man sich „prüfungsschlau“ verhält. Auch das Zeitmanagement ist ein wichtiger Faktor. All dies kommt im Unterricht normalerweise zu kurz.


Vorbereitung ja, aber welche?
Es hat sich bei den Eltern also herumgesprochen, dass ein Vorbereitungskurs sehr wichtig für den Prüfungserfolg ist. In der Regel besucht ein Grossteil der Kinder und Jugendlichen solche Kurse, die somit zu einem wichtigen wirtschaftlichen Standbein von privaten Anbietern geworden sind. Doch es ist auch an öffentlichen Schulen immer häufiger möglich, spezielle Prüfungsvorbereitungskurse zu besuchen. Allerdings nur gegen Bezahlung und ausserhalb der Schulzeit. Nun könnte man sich mit Recht fragen, ob es nicht Aufgabe der Volksschule ist, die interessierten Schüler während der Schulzeit kostenlos auf den Übertritt an eine Mittelschule vorzubereiten. Es sollte doch im Interesse aller sein, dass die guten Schüler, unabhängig vom Einkommen der Eltern, den Weg an ein Gymnasium schaffen. Wenn man zum Vergleich das Angebot von Stützkursen für spezifische Schulschwächen beachtet, erstaunt es doch, wie man die besten Schüler bei dieser wichtigen Weichenstellung einfach hängen lässt.

Stadt Zürich macht vorwärts
In Zürich hat man die Brisanz des Themas offenbar entdeckt: Ab kommendem Schuljahr erhalten alle Schüler die Möglichkeit sich zwei Lektionen pro Woche dafür vorzubereiten. Und zwar von Beginn des Schuljahrs bis zur Aufnahmeprüfung. Kostenlos für die Eltern – kostenneutral (!) für die Schule. Von dieser Massnahme verspricht man sich in Zürich mehr Chancengerechtigkeit.

Es ist störend, wenn das Geld der Eltern über den Schulerfolg entscheidet. Der Bodenpreis des Wohnortes ist noch immer der aussagekräftigste Wert zur Zuteilung von Jugendlichen an die Gymnasien. Gerade im Bereich der Mittelschulen ist das Missverhältnis zwischen den verschiedenen Schichten eklatant. Und falls man durchfällt, gibt es noch immer die Privatschulen, welche zahlungskräftige Sprösslinge mit offenen Armen empfangen. Die wichtigste Ressource unseres Landes sei die Bildung. Es tut weh zu sehen, wie viel Potential dabei ungenutzt bleibt. Die Frage ist, wie lange wir uns in Zeiten der Globalisierung eine solche Selektion noch leisten können.