Belegt
wurde dieser Ruf jüngst mit einer Nationalfonds-Studie, die bizarrerweise
gleichzeitig davon sprach, dass 87,2 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer der
Beruf Spass macht. Wir haben uns ein wenig umgehört. Was macht den guten Lehrer
aus? Es sind nicht Faktoren wie kompetenzorientiert, Teamfähigkeit oder Bachelor-Abschluss,
die einen guten Lehrer beschreiben, und wie sie heute in jedem
Bewerbungsdossier stehen müssen. Vielmehr waren diese Lehrerinnen und Lehrer
autarke Monolithen in der Bildungslandschaft, zuweilen auch etwas schräge
Vögel.
Meinen
Respekt hatte Lehrer Bruggmann, der mich in Mathe und Geo unterrichtete. Er
öffnete seine Wohnung für die schwachen Matheschüler mittwochnachmittags. Nicht
weil er ein Kumpel für die Schüler sein wollte, sondern weil er eines
verinnerlicht hatte: Wissen vermittelt sich am besten über persönliche
Beziehungen. Vorbild Bruggmann – seine Heilandsandalen, die Strahlensonne als
Anti-Atom-Aufkleber auf seiner Rostlaube und stets jene Manchester-Jeans
tragend, die den Menschen zusätzlich dick erscheinen lassen – prägte früher
noch lange mein Bild, das ich mir über die SP-Genossen machte: etwas
antiquiert, dafür menschlich und für die Umwelt.
Eine Ode an die guten Lehrer, Basler Zeitung, 30.12. von Daniel Wahl
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