Posts mit dem Label Deutschland werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Deutschland werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

20. Mai 2021

Euphorisch gefeierte Vorzeigeschulen - nur die Ideologie zählt

Schöne neue Schülerwelt: Lernwerkstatt, Logbuch, Lernbüro, Lerntheke, Förderband – mit solchen erfinderischen Lernmethoden werben die sieben Schulen, die am 10. Mai 2021 mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet worden sind. Er wird alljährlich von der Robert Bosch Stiftung, der Heidehof Stiftung, der ARD und der ZEIT-Verlagsgruppe verliehen. Schirmherr ist der Bundespräsident. Wenn es darum geht, ihre Pädagogik griffig zu beschreiben, sind die preisgekrönten Schulen um Superlative nicht verlegen: Ihre Schulkultur sei demokratisch und vielfältig; ihre Pädagogik achtsam und kooperativ; ihr Anspruch antirassistisch, gewaltpräventiv und nachhaltig. Nach einer Information jedoch sucht man auf der Website der Schulen allerdings vergeblich: nach den von den Schülern erbrachten Leistungen. Keine der mit dem Schulpreis ausgezeichneten Schulen hat auf ihrer Website die Schulleistungsdaten der vergangenen Jahre veröffentlicht.

Haltungsnoten statt Leistungsmessung, Cicero.de, 20.5. von Rainer Werner

 

11. März 2021

Tessin such Deutschlehrer im Ausland

Der Tessiner Bildungsdirektor Manuele Bertoli macht sich Sorgen. Denn im Südkanton herrscht schon länger ein akuter Mangel an Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern. Für das nächste Schuljahr etwa fehlen rund 15 solcher Lehrpersonen. Zudem stehen zahlreiche Pensionierungen an. Das dürfte das Problem weiter verschärfen.

Dem Tessin gehen die Lehrpersonen für Deutsch aus, SRF, 9.3. von Karoline Thürkauf

Deutschlehrermangel im Tessin, SRF, 9.3.

19. Februar 2021

Drohende Bildungskatastrophe

Seit mehreren Monaten hält die Corona-Pandemie die Welt in Atem. Die ergriffenen Massnahmen wirken nicht immer wie erhofft und ziehen Kollateralschäden nach sich, die nicht unbeachtet bleiben dürfen. Denn bei aller Dringlichkeit, die Gesundheit der Menschen zu schützen: Gesundheit umfasst neben der körperlichen Unversehrtheit auch eine psychische und soziale Komponente, und alle drei hängen voneinander ab. Gleiches gilt im übertragenen Sinn für Systeme wie die Familie, die Wirtschaft oder die Schulen. Blickt man auf die zuletzt Genannten, so mehren sich die Hinweise, dass eine Bildungskatastrophe droht.

Der schulische Corona-Stotterbetrieb erzeugt viel Leerlauf und soziale Ungerechtigkeit. Die Hinweise auf eine Bildungskatastrophe mehren sich, NZZ, 19.2. von Klaus Zierer

31. Dezember 2020

Lernbegleiter sind Arbeitsverweigerer

Im Interview mit dem Magazin “Realist” äussert sich der promovierte Pädagoge und Medienexperte Prof. Dr. phil. Ralf Lankau zum Thema “Digitale Transformation von Schule?” Für ihn ist der Einsatz von Medientechnik kein Qualitätsmerkmal von gutem Unterricht, er warnt gar vor den übersteigerten Versprechungen digitaler Zukunftsvisionen, hinter denen sich Interessen verbergen, die in der Schule definitiv nichts zu suchen haben. Ralf Merkle, Landesgeschäftsführer Realschullehrerverband Baden-Württemberg RLV, hat das hier gekürzt wiedergegeben Gespräch geführt, das wir hier mit freundlicher Genehmigung von Ralf Lankau veröffentlichen.


Ralf Lankau, Bild: www.lehrerfreund.de

"Der Begriff Lernbegleiter ist für mich das Synonym für pädagogische Arbeitsverweigerung", Condorcet.ch, 30.12. von Ralf Lankau

4. Oktober 2020

Keine digitale Transformation von Unterricht

Das Flugblatt von Jochen Krautz beschreibt die Problematik der momentanen Versuche, die Volksschule digital aufzurüsten. Es handelt sich um einen klaren Positionsbezug: informativ, sachlich und klärend. Zwangslektüre für alle Bildungsinteressierten.



Digitalisierung als Gegenstand und Medium von Unterricht, Gesellschaft für Bildung und Wissen, Oktober 2020, von Jochen Krautz

6. Juni 2020

Bedürfnisse der Lernenden gehen vor

Die Covid-19-Pandemie und Schulschließungen führen seit März 2020 notgedrungen zu Fernunterricht und dem verstärkten Einsatz digitaler Techniken. Dass IT-Verbände diese Entwicklung freudig begrüßen und fordern, den Einsatz von IT in Schulen zu verstetigen, war zu erwarten. Erstaunlich ist, dass auch Lehrerverbände für Fernunterricht und digitales Beschulen plädieren. Ist allen Beteiligten klar, was das bedeutet?

Die zweite Welle: Das Digital-Mentalvirus breitet sich aus, 5.6. von Jochen Krautz / Gesellschaft für Bildung und Wissen e.V.

5. Mai 2020

Weder Apps noch Masken helfen

Der deutsche SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach ist Kritiker schneller Lockerungen und skizziert auf Twitter folgendes Szenario:
Quelle: Twitter, 4.5.

30. April 2020

Schulstart an einer Berliner Schule


Gegen 11 Uhr geht die Tür auf. Frau Ottow steht im Klassenzimmer. Sie habe etwas Wichtiges mitzuteilen. Das komme direkt von Herrn Zimmerschied, dem Schulleiter. Ab sofort werde jeder, der sich in den Pausen nicht an die Abstandsregeln halte, «suspendiert» und dürfe vorerst nicht mehr in die Schule kommen. Man habe heute Morgen schon mehrere Schüler ermahnen müssen. «So geht das nicht.» Stille. In normalen Zeiten wäre die Aussicht, nicht in die Schule gehen zu müssen, für viele Schüler wohl ein Grund zur Freude. Nun sitzen sieben Zehntklässler enttäuscht an ihren Tischen und sagen nichts. Schulverbot klingt neuerdings wie eine Drohung.
Wie eine Berliner Schule nach dem Lockdown den Unterricht startet - und ihn am selben Tag wieder abbrechen muss, NZZ, 30.4. von Anja Stehle

26. April 2020

Schulöffnungen - ein Blick ins Ausland


Schülerinnen und Schüler sollen bald wieder zum Unterricht. Seit Wochen unterrichtet die Schweiz wegen Coronavirus von zu Hause aus, was für Kinder, Jugendliche und Eltern eine riesige Herausforderung bedeutet.
Geht es nach dem Bundesrat, so soll ab dem 11. Mai die Rückkehr zur Normalität beginnen. Die Öffnung soll zunächst nur die obligatorischen Schulen betreffen. Für Berufsschulen und Gymnasien wird der 8. Juni angepeilt. Das sind bislang auch die einzigen Details, die bekannt sind.
Das stört Schülerinnen, Lehrer und Eltern gleichermassen. Gymnasiasten sammeln tausende Unterschriften für Petitionen und fordern Klarheit. Diese wird voraussichtlich erst Ende April vorliegen, wenn der Bundesrat die definitiven Beschlüsse fasst.
Zeit für einen Blick ins Ausland: watson zeigt auf, wie die Öffnung der Schulen in Dänemark sowie den beiden Nachbarländern Deutschland und Österreich diskutiert und beschlossen wird.

28. März 2020

Das abstürzende Klassenzimmer


Deutsche Schulen sollen im Eiltempo digitalisiert werden. Ob das wirklich eine gute Idee ist? Der Blick in die USA zeigt, dass die Schulen dort deutlich weiter- und recht ernüchtert sind.

Das abstürzende Klassenzimmer, Technology Review, April 2020, von Nike Heinen und Natalie Wexler 

7. Januar 2020

Mythos Latein


Lateinunterricht – das heißt Vokabeln, Ablativ und Vokativ pauken, irgendwann dann Caesar und Cicero übersetzen. Nicht nur die Schülerinnen und Schüler, die den Praxisbezug des Stoffs vielleicht nicht auf den ersten Blick erkennen können, fragen sich: Wozu bitte braucht man das noch? Zweifellos gilt für Latein wie für alle andere Fächer: Es trägt zur Allgemeinbildung bei. Aber gibt es einen Nutzen darüber hinaus?
Klüger dank Latein, Zeit, 7.1. von Parvin Sadigh

5. Januar 2020

Inflation der Erwartungen


Ob Antisemitismus, unzureichende Inklusion, Islamismus, mangelndes Demokratiebewusstsein, Ernährungsmängel, Bewegungsdefizite, Betreuungsprobleme von Familien, Benachteiligung von Jungen, Benachteiligung von Mädchen, Unkenntnis in ökonomischen Fragen, falsches Zähneputzen – praktisch jede Woche kommt eine neue Forderung auf den Tisch, welches gesellschaftliche Problem die Schule zusätzlich zu lösen hat. Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, schlägt angesichts der Inflation solcher Erwartungen jetzt Alarm. Und er hat Recht – eine Analyse von News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek.
Schulen werden mit Erwartungen überfrachtet - und müssen daran scheitern. Deshalb: Lasst Lehrer endlich mal in Ruhe arbeiten! News4teachers, 4.1. von Andrej Priboschek

Alltagskompetenz


Lesen, Schreiben und Rechnen sollen Kinder in der Schule lernen, dazu eine ordentliche Allgemeinbildung. Auf dass Mädchen und Buben zu mündigen, demokratischen Bürgern werden. Dazu kommt die im bayerischen Schulgesetz verankerte Bildung von "Herz und Charakter". Klingt vernünftig? So einfach ist es längst nicht mehr. Schule soll heute vieles übernehmen, was früher in den meisten Familien vermittelt wurde. Und diese Erwartungshaltung ist ein Problem.
Die überforderte Schule, Süddeutsche Zeitung, 2.1. von Anna Günther

16. Dezember 2019

Satire oder schon Wirklichkeit?

Wenn ein Kabarettist über Bildung redet, beklagt er meistens, wie dumm die anderen sind. Das liegt Dieter Nuhr fern. Er weiß, dass er nichts weiß. Oder nur ein bisschen. Oder vielleicht hier und da doch so manches.
Nuhr Wissenswertes, 14.11. ARD

14. Dezember 2019

Wir brauchen kritische Leser


Wird die Leseförderung durch die zunehmende Digitalisierung nicht obsolet? Genügt es nicht, wenn die Schülerinnen und Schüler digitale Medien bedienen können? Meine Antwort ist hier ein ganz klares Nein. Kinder und Jugendliche lesen heute nicht unbedingt weniger, sondern primär anders. Vor noch nicht allzu langer Zeit haben sich die Lesemedien massiv um die digitalen Endgeräte erweitert. Das Smartphone etwa ist für die überwiegende Zahl der Menschen und auch für unsere Jugendlichen zum nicht mehr wegzudenkenden Begleiter im Alltag geworden. Welche Konsequenzen haben diese einschneidenden Veränderungen für die schulische Bildung?
Digitale Bildung ersetzt keine Leseförderung, NZZ, 13.12. von Michael Piazolo

14. November 2019

Winterhoff und Kaube: Buchbesprechung


Das Bildungswesen gehe den Bach hinunter – das ist immer wieder zu hören. Zwei ganz unterschiedliche Autoren untersuchen die Trends der letzten Jahre und üben scharfe Kritik an den permanenten Reformen. 

  

Verblöden unsere Schulen? NZZ, 14.11. von Martin Beglinger

5. November 2019

Permanente Reizüberflutung


Der Verband der deutschen Kinder-und Jugendärzte (BVKJ) hat eine klare Haltung zur Smartphone Nutzung von Kindern und warnt eindringlich vor einer verfrühten und zu häufigen Mediennutzung. Kein Handy für Kinder, die jünger sind als elf, lautet der medizinische Rat, wie Verbandspräsident Thomas Fischbach im Namen seiner Ärztekollegen und -kolleginnen vortrug.
Ärzteverband rät davon ab, Kindern Handys zu geben, NZZ, 1.11. von Jochen Siegle 

25. Oktober 2019

Soll noch mit der Hand geschrieben werden?


Gelernt wird es noch in der Schule, das Schreiben mit der Hand. Aber das digitale Schreiben ist in vielen Berufen unverzichtbar geworden. Skeptiker sehen dadurch die Handschrift in Gefahr. Sie fürchten um das kulturelle Gut, aber auch um die motorischen Fähigkeiten, die beim Schreiben mit der Hand erlernt und gefördert werden. Deutsche Grundschullehrer stellten bei mehr als einem Drittel ihrer Schüler Probleme fest, eine flüssige und lesbare Handschrift zu entwickeln. Die meisten sind sich einig: Ein spezielles Training und mehr Übung zu Hause und in der Schule würden helfen. Dafür bleibt aber im hektischen Schulalltag oft keine Zeit.
Der Kampf Handschrift versus Tippen, BZ Basel, 24.10.

9. September 2019

Schweiz spannt Deutschland die Lehrer aus


Noch nie musste er den Pass zücken. Wenn Heiko Vollmer zu Hause im deutschen Weil am Rhein losradelt und 30 Minuten später vor dem Basler Schulhaus steht, in dem erarbeitet, nimmt er die Landesgrenze gar nicht wahr.Vorbei amTöggelikasten– das Wort musste er erst lernen–, und schon ist er Herr Vollmer, der Lehrer. «Guten Morgen!» 
Herr Vollmer will nicht zurück, Basler Zeitung, 9.9. von Tim Wirth

20. August 2019

Schweiz wirbt deutsche Lehrer ab


Die nördlichen Nachbarn beschweren sich, die Schweiz werbe ihre Lehrer ab. Auch der Schweizer Lehrerverband findet: Das darf nicht sein.
Deutschland leidet unter Attraktivität der Schweiz, SRF, 20.8. von Andrea Jaggi