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28. März 2020
8. Dezember 2019
Pisa-Teilnahme abbrechen
Da waren sie wieder, die Kulturpessimisten und Bildungsnostalgiker, die
schon immer gewusst haben, was falsch läuft in der Schule: zu viele Reformen,
zu viel Integration und Kuschelpädagogik, zu wenig Drill.
Die neusten Resultate der Pisa-Studie bewiesen es diese Woche
schliesslich schwarz auf weiss: Die Schweizer Jugendlichen können schlecht
lesen, und in der Mathematik und den Naturwissenschaften waren die Zahlen auch
schon besser. Das einst stolze Schweizer Bildungswesen sei nur noch Mittelmass
- heisst es in den Medien. Eine Schmach, ein Alarmsignal, der Lehrerverband
sieht Handlungsbedarf.
Die Pisa-Resultate sind nicht das Problem. Der Test ist es. NZZaS, 8.12. von Michael Furger
30. November 2019
Folgt am Dienstag der nächste PISA-Schock?
Es begann
mit einem Schock, ging weiter mit endlosen Debatten und mündete in einem
Dauerstreit: Seit knapp zwei Jahrzehnten – immer wenn die Pisa-Resultate
erscheinen – gerät die Schweizer Bildungswelt in Aufruhr. Kommenden Dienstag
erfahren hiesige Schüler wieder, wie gut sie im Vergleich zu Jugendlichen aus
aller Welt sind. Bis dahin werden die Resultate gehütet wie ein
Staatsgeheimnis. Doch schon jetzt ist klar: Es wird erneut zu Diskussionen
kommen.
Wie schief steht der Turm von Pisa? Südostschweiz, 30.11. von Yannick Nock
12. Juli 2019
Schulen ohne Männer sind Talentverschwendung
Das Schuljahr ist bald vorbei. Die Noten sind verteilt. Jungs werden
reihum schlechtere Zeugnisse nach Hause tragen als Mädchen. Weltweit
hinken Jungen beim Lesen und Schreiben immer weiter hinterher.
Jungs ohne Vorbilder, Blick, 10.7. von Patrizia Laeri
26. Januar 2019
PISA-Schleicher ortet Nachholbedarf bei Digitalisierung
Eine Gruppe von WEF-Teilnehmern besuchte diese Woche eine Primarschule
in Davos. Das Ziel der Stippvisite: Die Kinder sollten Gelegenheit erhalten,
den Managerinnen und Managern Fragen zu ihren Jobs zu stellen. Man wollte sich
aber auch einen Eindruck darüber verschaffen, ob die vierte industrielle
Revolution, welche die Arbeitswelt radikal verändern wird, bereits in
irgendeiner Form im Klassenzimmer angekommen ist.
24. Oktober 2018
Von Schweden lernen
Im Zusammenhang mit der Volksabstimmung zur Doppelinitiative «Gute
Schule Graubünden» ist die schwedische Professorin Inger Enkvist zu Gast in
Chur gewesen. Sie setzte das Publikum über die schwedische Volksschule ins Bild
– besser gesagt über 50 Jahre Reformen und deren Folgen.
Was Graubünden von Schweden lernen kann, Bündner Tagblatt, 24.10. von Enrico Söllmann
23. Oktober 2018
OECD fordert mehr Disziplin
Eine Pisa-Auswertung zeigt Schritte auf, um die Lücke zwischen
privilegierten und sozial benachteiligten Schülern zu schließen. Einige davon
sind denkbar einfach: Schüler bräuchten mehr Motivation – und mehr Disziplin.
OECD fordert mehr Disziplin in Schulen, Welt, 23.10. von Inga Michler
20. September 2018
Filiale der OECD
An den
kontroversen Leistungschecks lassen sich drei schulspezifische Problematiken
ablesen. 1. Innerhalb des Schonraums der öffentlichen Schule findet kein Wettbewerb
statt. Folglich überleben in der Praxis nicht umsetzbare Totgeburten wie der
Lehrplan 21 als Grundlage der kantonalen Checks.
Alle vier Bildungsdirektoren verteidigen einheitliche Checks; Basler Zeitung 18.9. Leserbrief von Felix Hoffmann
1. September 2018
Vom pädagogischen Establishment, neoliberalen Bildungsreformen und Big Business
Es ist ein eher unscheinbarer Mann, der kurz vor den Sommerferien in der
Aula der Universität Zürich ans Mikrofon tritt. Richard Münch, 73, emeritierter
Professor für Soziologie an der Universität Bamberg, ist kein grosser Redner,
doch was er am Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung
zu sagen hat, das hat es in sich. Es geht um den bildungsindustriellen Komplex,
wie Münch ihn nennt, angelehnt an den berüchtigten militärisch-industriellen
Komplex, vor dessen zersetzendem Einfluss auf die Demokratie der damalige
US-Präsident Eisenhower in seiner berühmten Abschiedsrede im Jahr 1961 gewarnt
hatte. Und als Warnung will auch Münch verstanden wissen, was er in Zürich wie
in seinem neuen Buch mit dem gleichnamigen Titel präsentiert.
Der bildungsindustrielle Komplex, NZZ, 31.8. von Martin Beglinger
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16. April 2018
Buchtipp: Richard Münch
Schon bei Erscheinen des Buches 'Globale Eliten, lokale Autoritäten. Bildung und Wissenschaft unter dem Regime von PISA, McKinsey&Co.' im Jahr 2009 bestimmt Richard Münch das Spielfeld, auf dem der Kampf um die Bildung von heute ausgetragen wird.
Das Buch gliedert sich in zwei Teile:
1. Bildung unter dem Regime der Humankapital-Produktion
2. Wissenschaft unter dem Regime des akademischen Kapitalismus
Das Buch spiegelt die Zustände in Deutschland, lohnt sich aber auch aus Schweizer Perspektive zu lesen. (uk)
"Die Bildung wird den nationalen Eliten (also den Lehrerverbänden, den Bildungspolitkern der Parteien und den Ministerialbeamten) von einer transnationalen Koalition aus Forschern, Managern und Unternehmensberatern aus der Hand gerissen." Richard Münch
"Den nationalen politischen Akteuren erscheinen die Spielregeln, nach denen die Macht verteilt und nach denen Entscheidungen mit kollektiv verbindlicher bzw. faktisch unausweichlicher Wirkung getroffen werden, als natürlich gegeben und deshalb als legitim." Richard Münch
Das Buch gliedert sich in zwei Teile:
1. Bildung unter dem Regime der Humankapital-Produktion
2. Wissenschaft unter dem Regime des akademischen Kapitalismus
Das Buch spiegelt die Zustände in Deutschland, lohnt sich aber auch aus Schweizer Perspektive zu lesen. (uk)
"Die Bildung wird den nationalen Eliten (also den Lehrerverbänden, den Bildungspolitkern der Parteien und den Ministerialbeamten) von einer transnationalen Koalition aus Forschern, Managern und Unternehmensberatern aus der Hand gerissen." Richard Münch
"Den nationalen politischen Akteuren erscheinen die Spielregeln, nach denen die Macht verteilt und nach denen Entscheidungen mit kollektiv verbindlicher bzw. faktisch unausweichlicher Wirkung getroffen werden, als natürlich gegeben und deshalb als legitim." Richard Münch
15. April 2018
Lehrplan 21 und Schuldesaster in Amerika
Während uns Hiobsbotschaften vom US-Schuldesaster und landesweiten
Lehrerstreiks erreichen (NZZ vom 15.4.2018), wird bei uns der Lehrplan 21 nach
amerikanischem Vorbild bedenkenlos weiter eingeführt.
Lehrplan 21 und Schuldesaster in Amerika, 15.4. von Peter Aebersold
15. Februar 2018
Primarschule sollte bildschirmfrei sein
Es ist ein Elend mit der Schule. Auch im 21. Jahrhundert setzt sie auf
Bücher, Stift und Papier, ja auf Wandtafel und Kreide. Dabei ist die Zukunft, natürlich, digital. Wie sollen die Kinder morgen
vermittelbar sein, wenn sie sich heute mit Zirkel und Schönschrift plagen
müssen? Wie den Anforderungen der Wirtschaft genügen, wenn sie ihr Deutsch wie
weiland Schiller und Goethe aus Büchern lernen?
Ja, jetzt herunterfahren, Tages Anzeiger, 15.2. von David Hesse
14. Februar 2018
Digital first! Pädagogische Reflexion second
Der Dachverband Economiesuisse will auf derBasis von Lehrplan 21 die Schule umgestalten. Er ruft zur Digitaloffensive auf. Doch der Mehrwert ist nicht erwiesen. Auch von Bildung steht kein Wort.
Die deutsche Bertelsmann Stiftung und internationale Technologiekonzerne
drängen in die Bildung. Von ihrer „Googlifizierung“ ist gar die Rede. [1] Gute
Geschäfte mit milliardenschwerem Gewinn locken. Das Ziel ist klar: mehr
Digitalisierung. Je früher, desto besser. Dass die OECD dabei ist, versteht sich.
Eines verdrängt man in den kantonalen Bildungsdirektionen allzu gerne: Die OECD
ist kein Klub zur Kontinuität Humboldt’scher Bildungstradition, sondern die
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Digital first! Pädagogische Reflexion second. Journal 21, 14.2. von Carl Bossard
8. Februar 2018
Falscher Umgang mit PISA-Daten
Der
Bildungswissenschaftler Eckhard Klieme wirft der OECD in der ZEIT einen
falschen Umgang mit ihren Pisa-Daten vor. Diese würden überinterpretiert.
Weiter versuche die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung, mit ihren Daten Politik zu machen.
Klieme war Leiter des deutschen Teils der Pisa-Studie im Jahr 2009 und gilt als
einer der renommiertesten deutschen Bildungsforscher. Der Forscher kritisiert,
dass man aus Pisa keinen Maßnahmenkatalog dafür ableiten könne, wie das
Kompetenzniveau an einer Schule "nachhaltig zu befördern" sei, sagte
Klieme. Genau das aber versuche die OECD. "Auch an anderen Stellen
versucht sie, Einfluss auf die Schulpolitik der Pisa-Teilnehmerstaaten zu
nehmen." In der Vergangenheit gehe etwa der Ausbau der Ganztagsschulenauf eine solche
Überinterpretation seitens der OECD zurück.
16. Januar 2018
„Hände weg von meinen Kindern!“
Unter dem Motto „Hände weg von meinen Kindern!“ (siehe Twitter
#ConMisHijosNoTeMetas) sind in Peru landesweit über 1,5 Millionen Eltern,
Lehrer und besorgte Bürger im Jahr 2017 gegen den neuen Lehrplan mit der
Genderideologie („Kinder sollen ihr Geschlecht selber wählen können“) auf die
Strasse gegangen. Im August entschied der Oberste Gerichtshof, dass der
neue Lehrplan ein Versuch sei, Schulkinder zu indoktrinieren. Im November 2017
zog Perus Erziehungsministerium den neuen Lehrplan zurück und setzte den alten
Lehrplan von 2009 wieder ein.
„Hände weg von meinen Kindern!“ 16.1. von Peter Aebersold
7. Januar 2018
Gezielt angestrebter Paradigmenwechsel
Der Regierungsrat des
Kantons Zürich will also nach wie vor den Lehrplan 21, der über Jahre mit
strengster Geheimhaltung unter Verschluss gehalten wurde, auf den nächsten
Sommer hin verbindlich für alle Schulen einführen. Die Tatsache, dass der
Lehrplan 21 zwar eine besonders happige und grundlegend umwälzende, aber
keineswegs die erste Reform – die ursprünglich in wesentlichen Punkten aus der
Küche der OECD stammt – im Bildungswesen ist, können selbst namhafte Schweizer
Bildungspolitiker nicht mehr länger bestreiten, seitdem die NZZ diese
Zusammenhänge dargestellt hat (NZZ 1. 12. 17). Damit ist endlich klar belegt, dass
tatsächlich viele der im grossen Stil in diversen Ländern teils geplanten,
teils bereits umgesetzten Umwälzungen im Bildungsbereich nicht einfach logische
Fortsetzungen sind von historisch gewachsenen Entwicklungen, sondern gezielt
angestrebte Paradigmenwechsel von einseitigen und mächtigen wirtschaftlichen
Interessengruppierungen. Warum nur möchte denn der Regierungsrat und mit ihm
die Bildungsbehörden die längst fällige öffentliche Diskussion und
demokratische Volksbefragung zu grundlegenden Fragen des öffentlichen
Bildungswesens verhindern? Das Volk soll am 4. März an die Urne und mit der
Annahme der Mitsprache- und Mitbestimmungsinitiative in Bildungsfragen seinen
Anspruch auf die verbrieften Bürgerrechte unterstreichen und einfordern.
NZZ, 5.1. Leserbrief von Kurt Scherrer
Aus den Fehlern anderer lernen
Nicht
nur Schweizer Lehrpersonen sind auf allen Bildungsstufen mit dem
Kompetenzbegriff konfrontiert und überlegen, was er an Neuerungen,
Verbesserungen oder Einbussen mit sich bringen könnte. In Deutschland und
Österreich ist die Kompetenzorientierung schon lange an den Hochschulen
angekommen, wo sie herbe Kritik provoziert. Dass diese Neuorientierung dort den
gesamten Bildungsbereich durcheinander und eben auch aufgebracht hat, zeigte
eine anderthalbtägige Konferenz prominenter Vertreter/-innen aus Hochschule und
Politik, die Anfang Juli in Frankfurt stattgefunden hat. Auf der 1. (In-)
Kompetenzkonferenz hielten Hochschullehrer/-innen aus sieben Fakultäten,
darunter der Präsident des deutschen Hochschullehrerverbandes, sowie ein
bundesdeutscher Minister Vorträge zur Kompetenzorientierung in der Bildung und
diskutierten ihre Erkenntnisse mit ca. 250 Teilnehmern aus allen
deutschsprachigen Ländern.
Bilder: Gymnasium Helveticum
Kompetenzorientierung als Sündenfall in der Pädagogik? Gymnasium Helveticum 5/2017 von Gabriela Trutmann und Yasemin Kanele
10. Dezember 2017
Falsche Dogmen und Steuerungsphantasien
Werden Lehrer irgendwann überflüssig sein? Verliert die
Berufslehre an Stellenwert? Wird Bildung privatisiert? Drei grosse
Entwicklungen prägen die Zukunft der Bildung. Doch nicht alle sind
begrüssenswert, schreibt Claudia Wirz.
Schöne neue Bildungswelt, NZZaS, 26.11. von Claudia Wirz
5. Dezember 2017
Der Lehrer zeigt dem Schüler nicht mehr die Welt
«Lehrplan 21 – Sind die Würfel gefallen? Neue
Lerntechnik oder Paradigmawechsel?» Unter diesem Titel veranstaltete der Verein OstschweizerKinderärzte am 22. November 2017 eine Podiumsdiskussion mit Michael Furger, NZZ
am Sonntag, als Diskussionsleiter. Im bis auf den letzten Platz besetzten
grossen Plenarsaal der Fachhochschule St.Gallen referierten der Pädagoge
Matthias Burchardt aus Köln und der Bieler Oberstufenlehrer Alain Pichard. In
der Diskussion wirkten Alexander Kummer, Leiter Amt für Volksschule St.Gallen,
und Prof. Thomas Burri von der Pädagogischen Hochschule St.Gallen mit. Einige
Schwerpunkte aus dem Referat von Matthias Burchardt seien hier herausgegriffen.
Der Lehrer zeigt dem Schüler nicht mehr die Welt, St. Galler Tagblatt, 5.12. Leserbrief von Marianne Wüthrich
1. Dezember 2017
Fremdgesteuerter Lehrplan 21
Es ist erfreulich, dass die NZZ klar darauf hinweist („Den OECD-Experten
verdanken wir zum Beispiel das Konzept der Kompetenzorientierung in der Volksschule
im Rahmen des Lehrplans 21“), dass der Lehrplan 21 von der OECD fremdgesteuert
ist, was die D-EDK bisher immer vehement abgestritten hat: So derehemalige
Präsident der D-EDK Christian Amsler auf Schloss Marbach noch 2017: „So legte
man von Beginn weg Wert auf die Möglichkeit zur finalen Umsetzung in jedem
einzelnen Kanton. Just zum selben Zeitpunkt, als die Kritik zum Lehrplan 21 und
das Gespenst der Gleichmacherei und gar der OECD Steuerung über die Kantone
hereinbrach“.
Nicht dem Beispiel Finnlands folgen, 30.11. von Peter Aebersold
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