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28. März 2020

Das abstürzende Klassenzimmer


Deutsche Schulen sollen im Eiltempo digitalisiert werden. Ob das wirklich eine gute Idee ist? Der Blick in die USA zeigt, dass die Schulen dort deutlich weiter- und recht ernüchtert sind.

Das abstürzende Klassenzimmer, Technology Review, April 2020, von Nike Heinen und Natalie Wexler 

8. Dezember 2019

Pisa-Teilnahme abbrechen


Da waren sie wieder, die Kulturpessimisten und Bildungsnostalgiker, die schon immer gewusst haben, was falsch läuft in der Schule: zu viele Reformen, zu viel Integration und Kuschelpädagogik, zu wenig Drill.
Die neusten Resultate der Pisa-Studie bewiesen es diese Woche schliesslich schwarz auf weiss: Die Schweizer Jugendlichen können schlecht lesen, und in der Mathematik und den Naturwissenschaften waren die Zahlen auch schon besser. Das einst stolze Schweizer Bildungswesen sei nur noch Mittelmass - heisst es in den Medien. Eine Schmach, ein Alarmsignal, der Lehrerverband sieht Handlungsbedarf.
Die Pisa-Resultate sind nicht das Problem. Der Test ist es. NZZaS, 8.12. von Michael Furger

30. November 2019

Folgt am Dienstag der nächste PISA-Schock?


Es begann mit einem Schock, ging weiter mit endlosen Debatten und mündete in einem Dauerstreit: Seit knapp zwei Jahrzehnten – immer wenn die Pisa-Resultate erscheinen – gerät die Schweizer Bildungswelt in Aufruhr. Kommenden Dienstag erfahren hiesige Schüler wieder, wie gut sie im Vergleich zu Jugendlichen aus aller Welt sind. Bis dahin werden die Resultate gehütet wie ein Staatsgeheimnis. Doch schon jetzt ist klar: Es wird erneut zu Diskussionen kommen. 
Wie schief steht der Turm von Pisa? Südostschweiz, 30.11. von Yannick Nock

12. Juli 2019

Schulen ohne Männer sind Talentverschwendung


Das Schuljahr ist bald vorbei. Die Noten sind verteilt. Jungs werden reihum schlechtere Zeugnisse nach Hause tragen als Mädchen. Weltweit hinken Jungen beim Lesen und Schreiben immer weiter hinterher.
Jungs ohne Vorbilder, Blick, 10.7. von Patrizia Laeri

26. Januar 2019

PISA-Schleicher ortet Nachholbedarf bei Digitalisierung


Eine Gruppe von WEF-Teilnehmern besuchte diese Woche eine Primarschule in Davos. Das Ziel der Stippvisite: Die Kinder sollten Gelegenheit erhalten, den Managerinnen und Managern Fragen zu ihren Jobs zu stellen. Man wollte sich aber auch einen Eindruck darüber verschaffen, ob die vierte industrielle Revolution, welche die Arbeitswelt radikal verändern wird, bereits in irgendeiner Form im Klassenzimmer angekommen ist.

24. Oktober 2018

Von Schweden lernen


Im Zusammenhang mit der Volksabstimmung zur Doppelinitiative «Gute Schule Graubünden» ist die schwedische Professorin Inger Enkvist zu Gast in Chur gewesen. Sie setzte das Publikum über die schwedische Volksschule ins Bild – besser gesagt über 50 Jahre Reformen und deren Folgen.
Was Graubünden von Schweden lernen kann, Bündner Tagblatt, 24.10. von Enrico Söllmann

23. Oktober 2018

OECD fordert mehr Disziplin


Eine Pisa-Auswertung zeigt Schritte auf, um die Lücke zwischen privilegierten und sozial benachteiligten Schülern zu schließen. Einige davon sind denkbar einfach: Schüler bräuchten mehr Motivation – und mehr Disziplin.

OECD fordert mehr Disziplin in Schulen, Welt, 23.10. von Inga Michler

20. September 2018

Filiale der OECD


An den kontroversen Leistungschecks lassen sich drei schulspezifische Problematiken ablesen. 1. Innerhalb des Schonraums der öffentlichen Schule findet kein Wettbewerb statt. Folglich überleben in der Praxis nicht umsetzbare Totgeburten wie der Lehrplan 21 als Grundlage der kantonalen Checks.
Alle vier Bildungsdirektoren verteidigen einheitliche Checks; Basler Zeitung 18.9. Leserbrief von Felix Hoffmann

1. September 2018

Vom pädagogischen Establishment, neoliberalen Bildungsreformen und Big Business

Es ist ein eher unscheinbarer Mann, der kurz vor den Sommerferien in der Aula der Universität Zürich ans Mikrofon tritt. Richard Münch, 73, emeritierter Professor für Soziologie an der Universität Bamberg, ist kein grosser Redner, doch was er am Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung zu sagen hat, das hat es in sich. Es geht um den bildungsindustriellen Komplex, wie Münch ihn nennt, angelehnt an den berüchtigten militärisch-industriellen Komplex, vor dessen zersetzendem Einfluss auf die Demokratie der damalige US-Präsident Eisenhower in seiner berühmten Abschiedsrede im Jahr 1961 gewarnt hatte. Und als Warnung will auch Münch verstanden wissen, was er in Zürich wie in seinem neuen Buch mit dem gleichnamigen Titel präsentiert.
Der bildungsindustrielle Komplex, NZZ, 31.8. von Martin Beglinger

16. April 2018

Buchtipp: Richard Münch

Schon bei Erscheinen des Buches 'Globale Eliten, lokale Autoritäten. Bildung und Wissenschaft unter dem Regime von PISA, McKinsey&Co.' im Jahr 2009 bestimmt Richard Münch das Spielfeld, auf dem der Kampf um die Bildung von heute ausgetragen wird. 
Das Buch gliedert sich in zwei Teile: 
1. Bildung unter dem Regime der Humankapital-Produktion 
2. Wissenschaft unter dem Regime des akademischen Kapitalismus
Das Buch spiegelt die Zustände in Deutschland, lohnt sich aber auch aus Schweizer Perspektive zu lesen. (uk)
"Die Bildung wird den nationalen Eliten (also den Lehrerverbänden, den Bildungspolitkern der Parteien und den Ministerialbeamten) von einer transnationalen Koalition aus Forschern, Managern und Unternehmensberatern aus der Hand gerissen." Richard Münch

"Den nationalen politischen Akteuren erscheinen die Spielregeln, nach denen die Macht verteilt und nach denen Entscheidungen mit kollektiv verbindlicher bzw. faktisch unausweichlicher Wirkung getroffen werden, als natürlich gegeben und deshalb als legitim." Richard Münch

15. April 2018

Lehrplan 21 und Schuldesaster in Amerika

Während uns Hiobsbotschaften vom US-Schuldesaster und landesweiten Lehrerstreiks erreichen (NZZ vom 15.4.2018), wird bei uns der Lehrplan 21 nach amerikanischem Vorbild bedenkenlos weiter eingeführt.
Lehrplan 21 und Schuldesaster in Amerika, 15.4. von Peter Aebersold

15. Februar 2018

Primarschule sollte bildschirmfrei sein

Es ist ein Elend mit der Schule. Auch im 21. Jahrhundert setzt sie auf Bücher, Stift und Papier, ja auf Wandtafel und Kreide. Dabei ist die Zukunft, natürlich, digital. Wie sollen die Kinder morgen vermittelbar sein, wenn sie sich heute mit Zirkel und Schönschrift plagen müssen? Wie den Anforderungen der Wirtschaft genügen, wenn sie ihr Deutsch wie weiland Schiller und Goethe aus Büchern lernen?
Ja, jetzt herunterfahren, Tages Anzeiger, 15.2. von David Hesse

14. Februar 2018

Digital first! Pädagogische Reflexion second

Der Dachverband Economiesuisse will auf derBasis von Lehrplan 21 die Schule umgestalten. Er ruft zur Digitaloffensive auf. Doch der Mehrwert ist nicht erwiesen. Auch von Bildung steht kein Wort.

Die deutsche Bertelsmann Stiftung und internationale Technologiekonzerne drängen in die Bildung. Von ihrer „Googlifizierung“ ist gar die Rede. [1] Gute Geschäfte mit milliardenschwerem Gewinn locken. Das Ziel ist klar: mehr Digitalisierung. Je früher, desto besser. Dass die OECD dabei ist, versteht sich. Eines verdrängt man in den kantonalen Bildungsdirektionen allzu gerne: Die OECD ist kein Klub zur Kontinuität Humboldt’scher Bildungstradition, sondern die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Digital first! Pädagogische Reflexion second. Journal 21, 14.2. von Carl Bossard

8. Februar 2018

Falscher Umgang mit PISA-Daten

Der Bildungswissenschaftler Eckhard Klieme wirft der OECD in der ZEIT einen falschen Umgang mit ihren Pisa-Daten vor. Diese würden überinterpretiert. Weiter versuche die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, mit ihren Daten Politik zu machen.  

Klieme war Leiter des deutschen Teils der Pisa-Studie im Jahr 2009 und gilt als einer der renommiertesten deutschen Bildungsforscher. Der Forscher kritisiert, dass man aus Pisa keinen Maßnahmenkatalog dafür ableiten könne, wie das Kompetenzniveau an einer Schule "nachhaltig zu befördern" sei, sagte Klieme. Genau das aber versuche die OECD. "Auch an anderen Stellen versucht sie, Einfluss auf die Schulpolitik der Pisa-Teilnehmerstaaten zu nehmen." In der Vergangenheit gehe etwa der Ausbau der Ganztagsschulenauf eine solche Überinterpretation seitens der OECD zurück.


16. Januar 2018

„Hände weg von meinen Kindern!“

Unter dem Motto „Hände weg von meinen Kindern!“ (siehe Twitter #ConMisHijosNoTeMetas) sind in Peru landesweit über 1,5 Millionen Eltern, Lehrer und besorgte Bürger im Jahr 2017 gegen den neuen Lehrplan mit der Genderideologie („Kinder sollen ihr Geschlecht selber wählen können“) auf die Strasse gegangen. Im August entschied der Oberste Gerichtshof, dass der neue Lehrplan ein Versuch sei, Schulkinder zu indoktrinieren. Im November 2017 zog Perus Erziehungsministerium den neuen Lehrplan zurück und setzte den alten Lehrplan von 2009 wieder ein.
„Hände weg von meinen Kindern!“ 16.1. von Peter Aebersold

7. Januar 2018

Gezielt angestrebter Paradigmenwechsel

Der Regierungsrat des Kantons Zürich will also nach wie vor den Lehrplan 21, der über Jahre mit strengster Geheimhaltung unter Verschluss gehalten wurde, auf den nächsten Sommer hin verbindlich für alle Schulen einführen. Die Tatsache, dass der Lehrplan 21 zwar eine besonders happige und grundlegend umwälzende, aber keineswegs die erste Reform – die ursprünglich in wesentlichen Punkten aus der Küche der OECD stammt – im Bildungswesen ist, können selbst namhafte Schweizer Bildungspolitiker nicht mehr länger bestreiten, seitdem die NZZ diese Zusammenhänge dargestellt hat (NZZ 1. 12. 17). Damit ist endlich klar belegt, dass tatsächlich viele der im grossen Stil in diversen Ländern teils geplanten, teils bereits umgesetzten Umwälzungen im Bildungsbereich nicht einfach logische Fortsetzungen sind von historisch gewachsenen Entwicklungen, sondern gezielt angestrebte Paradigmenwechsel von einseitigen und mächtigen wirtschaftlichen Interessengruppierungen. Warum nur möchte denn der Regierungsrat und mit ihm die Bildungsbehörden die längst fällige öffentliche Diskussion und demokratische Volksbefragung zu grundlegenden Fragen des öffentlichen Bildungswesens verhindern? Das Volk soll am 4. März an die Urne und mit der Annahme der Mitsprache- und Mitbestimmungsinitiative in Bildungsfragen seinen Anspruch auf die verbrieften Bürgerrechte unterstreichen und einfordern.
NZZ, 5.1. Leserbrief von Kurt Scherrer

Aus den Fehlern anderer lernen

Nicht nur Schweizer Lehrpersonen sind auf allen Bildungsstufen mit dem Kompetenzbegriff konfrontiert und überlegen, was er an Neuerungen, Verbesserungen oder Einbussen mit sich bringen könnte. In Deutschland und Österreich ist die Kompetenzorientierung schon lange an den Hochschulen angekommen, wo sie herbe Kritik provoziert. Dass diese Neuorientierung dort den gesamten Bildungsbereich durcheinander und eben auch aufgebracht hat, zeigte eine anderthalbtägige Konferenz prominenter Vertreter/-innen aus Hochschule und Politik, die Anfang Juli in Frankfurt stattgefunden hat. Auf der 1. (In-) Kompetenzkonferenz hielten Hochschullehrer/-innen aus sieben Fakultäten, darunter der Präsident des deutschen Hochschullehrerverbandes, sowie ein bundesdeutscher Minister Vorträge zur Kompetenzorientierung in der Bildung und diskutierten ihre Erkenntnisse mit ca. 250 Teilnehmern aus allen deutschsprachigen Ländern.

Bilder: Gymnasium Helveticum
Kompetenzorientierung als Sündenfall in der Pädagogik? Gymnasium Helveticum 5/2017 von Gabriela Trutmann und Yasemin Kanele

10. Dezember 2017

Falsche Dogmen und Steuerungsphantasien

Werden Lehrer irgendwann überflüssig sein? Verliert die Berufslehre an Stellenwert? Wird Bildung privatisiert? Drei grosse Entwicklungen prägen die Zukunft der Bildung. Doch nicht alle sind begrüssenswert, schreibt Claudia Wirz.
Schöne neue Bildungswelt, NZZaS, 26.11. von Claudia Wirz

5. Dezember 2017

Der Lehrer zeigt dem Schüler nicht mehr die Welt

«Lehrplan 21 – Sind die Würfel gefallen? Neue Lerntechnik oder Paradigmawechsel?» Unter diesem Titel veranstaltete der Verein OstschweizerKinderärzte am 22. November 2017 eine Podiumsdiskussion mit Michael Furger, NZZ am Sonntag, als Diskussionsleiter. Im bis auf den letzten Platz besetzten grossen Plenarsaal der Fachhochschule St.Gallen referierten der Pädagoge Matthias Burchardt aus Köln und der Bieler Oberstufenlehrer Alain Pichard. In der Diskussion wirkten Alexander Kummer, Leiter Amt für Volksschule St.Gallen, und Prof. Thomas Burri von der Pädagogischen Hochschule St.Gallen mit. Einige Schwerpunkte aus dem Referat von Matthias Burchardt seien hier herausgegriffen. 
Der Lehrer zeigt dem Schüler nicht mehr die Welt, St. Galler Tagblatt, 5.12. Leserbrief von Marianne Wüthrich

1. Dezember 2017

Fremdgesteuerter Lehrplan 21

Es ist erfreulich, dass die NZZ klar darauf hinweist („Den OECD-Experten verdanken wir zum Beispiel das Konzept der Kompetenzorientierung in der Volksschule im Rahmen des Lehrplans 21“), dass der Lehrplan 21 von der OECD fremdgesteuert ist, was die D-EDK bisher immer vehement abgestritten hat: So derehemalige Präsident der D-EDK Christian Amsler auf Schloss Marbach noch 2017: „So legte man von Beginn weg Wert auf die Möglichkeit zur finalen Umsetzung in jedem einzelnen Kanton. Just zum selben Zeitpunkt, als die Kritik zum Lehrplan 21 und das Gespenst der Gleichmacherei und gar der OECD Steuerung über die Kantone hereinbrach“. 
Nicht dem Beispiel Finnlands folgen, 30.11. von Peter Aebersold