Wie viel musste er bis anhin über sich
ergehen lassen? Kritik von allen Seiten. Man mag ihn nicht, zumindest
mehrheitlich nicht. Als Hauptargument hört man in Bildungskreisen gegenwärtig
die Kritik, der Lehrplan sei «unrealistisch», demnach nicht umsetzbar. Die
Mehrheit der Schüler würden diesen Berg an Lernzielen nicht erreichen.
Diese Kritik ist falsch, denn auf diese Weise suggerieren die
Kritiker, dass es richtig sei, überhaupt einen solchen kataloghaften Lehrplan
zu haben, der sämtliche Lernziele - seien sie kognitiver, emotionaler oder
sozialer Natur - umfasst, welche sich Schülerinnen und Schüler während der
Volksschulzeit aneignen müssen. Ein Lehrplan ist ein bürokratisches Planungs-
und Orientierungsinstrument, keine technische Anleitung durch die Schulzeit,
kein Katalog von Lernzielen, keine Bedienungsanleitung für noch ungebildete
menschliche Wesen.
Der Lehrplan ist bildungsfern, NZZ, 25.11. Gastkommentar von Laura Saia