Gibt es
visuelle und auditive Lerntypen? Bringt «Bulimie-Lernen» etwas? Und fördern
Schlafpausen das Memorieren? Wir haben verbreitetes Lernwissen getestet. ETH-Lernforscherin Elsbeth Stern erklärt.
1. Es gibt verschiedene Lerntypen. Stimmt
nicht
«Ich
bin beim Lernen eher der visuelle Typ», sagen manche – es ist eine
weitverbreitete Vorstellung, dass jeder Mensch seine eigene Art hat, wie er am
besten lernt. «Stimmt nicht!», sagt Lernforscherin Elsbeth Stern, «Lerntypen
sind der grösste Mythos, den es gibt.» Die Theorie der verschiedenen Lerntypen
habe «die Aussagekraft von Astrologie».
Wenn
Menschen unterschiedlich gut lernten, liege das vor allem an Unterschieden in
der Intelligenz. «Aber man hört eben lieber, dass man die Differenzialrechnung
nicht beherrscht, weil man einem anderen Lerntyp entspricht. Das ist auch für
die Eltern leichter zu akzeptieren – und wohl der Grund, warum sich dieser
Unsinn so lange hält.»
Sieben Lernthesen im Check,Tages-Anzeiger, 5.5. von Tina Huber