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12. Januar 2021

Linke Ansätze für bessere Berufsperspektiven

Der Kommentar vom 6. Januar 2021 zur Basler Schulsituation suggeriert, dass der Kanton das Platzproblem an der FMS am besten dadurch lösen sollte, dass mehr SchülerInnen nach der obligatorischen Schulzeit eine Lehre machen. Zu viele SchülerInnen würden heute auf der Sek-II-Ebene eine weiterführende Schule besuchen.

Der Basler SP-Nationalrat Mustafa Atici fürchtet eine Verdrängung der Leistungsschwächeren, Bild: Nicole Pont
Stark in der Schule, stark in der Lehre, BaZ, 12.1. von Mustafa Atici

7. Januar 2021

Zu viele Mittelschüler senken das Niveau

Im Kanton Basel-Stadt, in dem die Realitätsverweigerung schon als Kunstform durchgeht, würde man sich nie in solchen Worten ausdrücken, weil man sich gern ziert und lieber herumdruckst, als ein Problem als solches zu benennen – so muss es halt das Baselbiet sagen: Die Stadt hat dem Land einen «akuten Notfall» in der Fachmaturitätsschule (FMS) gemeldet, da diese aus allen Nähten platzt. 

Viele wären in einer Lehre besser aufgehoben, Basler Zeitung, 7.1. von Sebastian Briellmann

3. Oktober 2020

Ohne Aufnahmeprüfung dauert der Stress jahrelang

Während Wochen ist in dem durch die Covid-19-Krise bedingten Lockdown der Schulen darüber gestritten worden, ob ein Maturitätszeugnis ohne Prüfung überhaupt ein Maturitätszeugnis sei. Politiker, Hochschulrektoren, Wissenschafter befürchteten, dass die Aussagekraft eines solchen Zeugnisses eingeschränkt sei, beklagten den föderalen Flickenteppich bei dieser Frage und äusserten sich mehrheitlich ablehnend zur Möglichkeit, dass man ein Diplom ohne vorgängige Prüfung erhalte.

Wird an den Gymnasien alles besser ohne Prüfung? NZZ, 1.10. von Maria A. Cattaneo und Stefan C. Wolter

5. Juli 2020

Bloss 17 Prozent der Basler beginnen nach der Volksschule eine Lehre

Der Basler Lehrstellenbericht lässt die kantonalen Bildungspolitiker Jahr für Jahr ratloser zurück. Heuer gingen sie bei der Grossratsdebatte mit dem hiesigen Bildungssystem härter ins Gericht als je zuvor. Joël Thüring (SVP) kam zum Schluss, dass das städtische Schulsystem «miserabel» sei, was sich in den Zahlen derjenigen niederschlage, die direkt nach der Schule eine Lehre anfangen. Erziehungsdirektor Conradin Cramer (LDP) war bei der letzten Sitzung vor den Sommerferien abwesend und kam so drum herum, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Im Lehrstellenbericht musste er jedoch einräumen, dass die neu konzipierte berufliche Orientierung, welche 2018 eingeführt worden war, nicht den erhofften Erfolg nach sich gezogen habe. «Die Quote der Direktübertritte von der Volksschule in die Berufsschule ist mit 17 Prozent immer noch deutlich zu tief», heisst es.

Sind Jugendliche aus Basel zu faul? Lehrbetriebe stellen jedenfalls lieber Lernende aus dem Baselbiet ein, BZ Basel, 4.7. von Leif Simonsen

19. Februar 2020

Abschaffung der Aufnahmeprüfung löst keine Probleme

GrossratRemo Cavegn (CVP) möchte die Aufnahmeprüfung ans Gymnasium abschaffen und damit die «Chancengleichheit» der Schüler erhöhen. Diese werde durch den Besuch von Kursen, die auf die Aufnahmeprüfung vorbereiten, eingeschränkt.  Graubünden hat die höchste Gymnasialquote der Ostschweiz. Eine Abschaffung der Prüfung führt dazu, dass die Zahl der Gymnasiasten noch ansteigen wird, denn Lehrpersonen erteilen Schülern eher gute Noten, um nicht in Konflikt mit ehrgeizigen Eltern zu geraten. Das ist das Gegenteil von Chancengerechtigkeit. Lehrerurteile und Erfahrungsnoten sind immer auch subjektiv, Prüfungen sind demgegenüber gerechter. Weiter ist anzufügen, dass höhere Gymnasialquoten auch mit sinkenden Ansprüchen einhergehen. Wollen wir das wirklich? Bereits jetzt gehen Wissenschaftler davon aus, dass mindestens 30 Prozent der Schüler nicht die nötige Intelligenz für ein Gymnasium mitbringen. Wieso also den Weg für noch mehr frustrierte Studenten ebnen? Sinnvoller erscheint es mir, darüber nachzudenken, wie die Geschlechterquote zwischen Mädchen und Buben ausgeglichen werden könnte. Hier fehlt offenbar der politische Wille, die seit Jahren benachteiligten Buben zu fördern. Ausserdem könnte man, statt die Aufnahmeprüfung abzuschaffen, diese so gestalten, dass sie auf dem Stoff basiert, der in der Schule auch durchgenommen wird.
Urs Kalberer, 19.2.

12. Februar 2020

Schlechte Karten für Basler Schüler auf dem Lehrstellenmarkt


Basler Lehrlinge, das lässt sich schon lange nicht mehr leugnen, geniessen einen miserablen Ruf. Gebessert hat sich in den letzten Jahren aber nichts, das Grummeln der Lehrmeister und Wirtschaftsverbände wird immer lauter. Die 600 Jugendlichen aus dem Stadtkanton, die sich am Mittwoch an der Lehrstellenbörse des Gewerbeverbands mögliche Jobs bei 50 Unternehmen ansehen können, dürften nicht den besten Stand haben.
Ins Zentrum der Kritik rücken die Volksschulen. Es muss ein Alarmsignal für diese sein, wenn der Basler Bankenverband auf Anfrage sagt: «Wir stellen fest, dass viele Banken weniger und qualitativ schlechtere Bewerbungen aus dem Kanton Basel-Stadt erhalten. Entsprechend werden mehr Dossiers von Schülern aus den benachbarten Kantonen ­berücksichtigt.» Das liegt hauptsächlich daran, dass viel zu viele Jugendliche heute das Gymnasium oder eine weiterführende Schule besuchen. Letztes Jahr sind 37,2 Prozent aller Schüler ins Gymi übergetreten – eine viel zu hohe Zahl und Deutschschweizer Spitzenwert, natürlich.
Kritik an Schulen: Viele Basler zu schlecht für Lehre, Basler Zeitung, 12.2. von Sebastian Briellmann

7. November 2019

"Kinderpsychiatrische Dienste auf Monate hinaus ausgebucht"


Schülerinnen und Schüler von gutsituierten Eltern haben in der Schule Vorteile – unabhängig von ihren Fähigkeiten. Die Erziehungs- und Bildungsforscherin Margrit Stamm plädiert für die gezielte Frühförderung: «Bei Kindern, die kein oder kaum Deutsch können, müssen wir viel rascher aktiv werden.»
Stamm: Deutsche Sprache ist das Tor zur Bildung. Bild: Annick Ramp
"Push-Eltern beeinflussen die Lehrpersonen. Wir müssen ihr Mitspracherecht beschneiden", NZZ, 7.11. von Daniel Gerny und Erich Aschwanden

26. September 2019

Gehen die Richtigen an die Mittelschulen?


Die Zahlen an Gymnasien explodieren. In Basel schafften 2018 rund 45 Prozent den Zugang. Das erinnert an französische und deutsche Verhältnisse.
„Rekord bei Übertritten ins (Luzerner) Gymi“, „Die Goldküste im gymnasialen Rausch“, „Zuger Gymnasien boomen wie noch nie“, „Ins Gymnasium – auf Biegen und Brechen“. Dies einige der Schlagzeilen der letzten Monate. Die Titel mögen plakativ sein, doch sie verweisen auf einen Trend, der den Bildungsverantwortlichen nicht gleichgültig sein darf: den Hype ums Gymnasium – und die Frage: Gehen die Richtigen an die Mittelschulen?

9. September 2019

Wolter findet momentane Gymi-Quote richtig


Manche Ausländer verlassen wegen dem hiesigen Schulsystem die Schweiz. Für hoch qualifizierte Expats sind die niedrige Maturaquote, der hohe Selektionsdruck unattraktiv. 
Stefan Wolter: Oft wird übersehen:Deutschland hat zwar eine hohe sogenannte Studienberechtigtenquote. Schulabgänger mit Abitur und Fachhochschulreife: etwa 50 Prozent. Die Frage ist aber: Was machen diese Studienberechtigten dann damit? Schweizweit erreichen pro Jahrgang durchschnittlich nur 20 Prozent eine gymnasiale Matur. Aber am Ende besitzt in der Schweiz ein höherer Anteil der 25­ bis 34-­jährigen einen tertiären Abschluss als in Deutschland.
"Gymi-Quote von 20 Prozent ist richtig", Basler Zeitung, 9.9. von Alexandra Kedves

30. Mai 2019

Anzahl der Basler Gymnasiasten muss drastisch sinken


Letzte Woche hat sich die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) doch noch durchgerungen, die Ergebnisse des ersten nationalen Schulvergleichs zu veröffentlichen. In diesem Test wurden die Grundkompetenzen in Mathematik (Neuntklässler) und Sprache (Sechstklässler) von über 20000 Schülern untersucht.
Der Überfluss an Basler Gymnasiasten, Basler Zeitung, 27.5. von Sebastian Briellmann

22. Mai 2019

Förderprogramm für Schüler mit Migrationshintergrund


Wer heute im Kanton Aargau eine Matura oder Berufsmatura absolviert, ist mit grosser Wahrscheinlichkeit Schweizer und kommt aus eher gut situierten Verhältnissen. Ein Programm soll mehr Chancengerechtigkeit bringen.
Kanti Baden und drei Oberstufen fördern gezielt begabte Schüler mit Migrationshintergrund, Badener Tagblatt, 17.5. von Martin Rupf

7. Mai 2019

Feminisierung der Bildung


Sind junge Männer unreifer als junge Frauen? Zieht man die gymnasiale Maturitätsquote, Inbegriff des Reifebeweises, als Beurteilungsgrösse heran, scheint der Fall klar. – Beginnen wir aber am Anfang: Jedes Jahr hoffen Tausende Schüler – und mit ihnen deren Eltern –, den Sprung ins Gymnasium zu schaffen. Mehr als die Hälfte aller Kantone kennen im Regelfall keine Aufnahmeprüfung. Im Kanton Zug beispielsweise genügen Empfehlungen, die von Klassenlehrpersonen und Eltern gemeinsam getroffen werden. Und nicht in allen Kantonen sind die Chancen gleich gross, einen allgemeinbildenden Abschluss zu erlangen. Im Tessin, in Genf oder Basel-Stadt liegt die Quote bei über 30 Prozent, in den Kantonen Ob- und Nidwalden oder Glarus hingegen bei nur 16 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, eine allgemeinbildende Ausbildung zu absolvieren, ist bei den erstgenannten Kantonen damit beinahe doppelt so hoch.
Maturitätsquote: Mädchen verdrängen Knaben, NZZ, 7.5. von Matthias Ammann

1. Februar 2019

Arbeitsmarkt fordert mehr Akademiker


Die Schweiz entwickelt sich zu einem Land der Hochgebildeten. Bereits nächstes Jahr werden mehr Personen über einen Tertiärabschluss verfügen als über einen Abschluss der Sekundarstufe II. Und ab 2030 wird rund jeder Zweite 25- bis 64-Jährige eine Hochschule oder eine höhere Berufsbildung absolviert haben. 2017 waren es noch 43 Prozent.
Demgegenüber sinkt der Anteil Personen, die höchstens über eine Berufslehre oder eine gymnasiale Maturität verfügen, in den nächsten 20 Jahren von 45 auf 40 Prozent. Immer häufiger schliessen sie danach noch eine Tertiärausbildung an. Stabil bei rund 11 Prozent bleibt auch künftig der Anteil jener, die nach der obligatorischen Schule keine weiterführende Ausbildung machen.

Bald hat jeder Zweite studiert, Basler Zeitung, 31.1. von Raphaela Birrer

18. Dezember 2018

Schein-Akademisierung


Das Akademische liegt im Trend. Kaum ein anderer Begriff erfreut sich einer solch grossen Verbreitung in der öffentlichen Debatte. Ein Blick in die Tageszeitungen verrät beispielsweise, dass 42 Prozent der Erwerbstätigen in der Schweiz über einen Hochschulabschluss verfügen (CH Media) oder dass die Schweiz «ein Volk von Akademikern» sei («Blick»). Nach Meinung von alt Bundesrat Blocher sind die in den Städten dominierenden Hochschulabsolventen schuld am Scheitern der SVP-SelbstbestimmungsInitiative. Hinsichtlich der Bundesratswahlen stellt Peter V. Kunz, Kolumnist der CH Media und Wirtschaftsrechtler, fest, dass bei einer Wahl von Karin Keller-Sutter die Mehrheit des Bundesrates «erstmals aus Nichtakademikern» besteht. Das alles ist Grund genug, sich grundsätzlich mit dem Begriff des Akademischen auseinanderzusetzen.
Zu viele "Gschtudierti", Basellandschaftliche Zeitung, 18.12. von Georg Berger

7. Dezember 2018

Grosse kantonale Unterschiede bei Gymnasien


«Die Schüler aus dem Aargau sind um einiges besser vorbereitet auf das Gymnasium als diejenigen aus Baselland», sagt Florian, der im nächsten Frühjahr in Muttenz (BL) die Matur macht.
Seine Beobachtung hat einen Grund: Wenn Jugendliche im Aargau aufs Gymnasium wollen, müssen sie im Vergleich zu den Schülerinnen und Schülern aus Baselland und Basel-Stadt bessere Noten vorweisen.
Kantone setzen unterschiedliche Hürden fürs Gymnasium, SRF, 6.12. von Sabine Bitter

24. Oktober 2018

Largo hält nicht viel vom heutigen Schulsystem


Rund ein Viertel aller Schülerinnen und Schüler leidet unter dem Druck der Leistungsgesellschaft und entwickelt körperliche und psychische Symptome. Burn-outs gibt es mittlerweile bereits in der Primarschule. Remo Largo, der wohl bekannteste Kinderarzt der Schweiz, kämpft seit Jahrzehnten dafür, dass den Kindern nicht ihre gesamte Freiheit und Individualität geraubt wird. Seine Bücher (z. B. «Kinderjahre», «Schülerjahre») sind Standardwerke, in denen der Entwicklungsspezialist Verständnis für die enorm unterschiedliche Entwicklung jedes einzelnen Kindes wecken will.
"Die Kinder werden zu überangepassten Wesen", Basler Zeitung, 24.10. von Dina Sambar

9. August 2018

Hohe Maturitätsquote lässt Studenten auflaufen

Politische Debatten über Schulreformen sind heute häufig Debatten über das Gymnasium. Sie konzentrieren sich auf die Frage, ob die Maturitätsquote zu hoch oder zu niedrig ist. Das unlängst von den Akademien der Wissenschaft Schweiz herausgegebene Weissbuch «Zukunft Bildung Schweiz» ist da nur das letzte Beispiel.
Das Gymnasium wird überbewertet, Luzerner Zeitung, 2.8. von Mario Andreotti

5. August 2018

Ungleiche Bildungschancen

Ein Fall aus dem Kanton Obwalden hat die Diskussion über die Chancengleichheit im Schweizer Bildungssystem neu entfacht. Bildungsökonom Stefan Wolter sagt im Interview, warum die schlechtesten Schüler häufig Akademiker-Kinder sind.

© Grafik: watson / Daten: Institut für Bildungsevaluation Zürich, 2013
Warum die schlechtesten Schüler häufig Akademikerkinder sind, Watson, 30.7. von Jacqueline Büchi

21. Juli 2018

Steiner propagiert vermehrte Investitionen in höhere Berufsbildung

Silvia Steiner, braucht es für Sie als Präsidentin der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) eine Erhöhung der Maturitätsquote, um den Akademikernachwuchs zu sichern? 
Es braucht meines Erachtens keine generelle Erhöhung der gymnasialen Maturitätsquote. Aber es braucht längerfristig mehr Leute, die eine Berufsmaturität oder eine Fachmaturität gemacht haben.
Nachgefragt bei EDK-Präsidentin Silvia Steiner, Thurgauer Zeitung, 12.7. von Balz Bruder