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3. April 2019

Protest geht vor Schule

Seit Monaten demonstrieren weltweit Jugendliche und Studenten freitags für den Klimaschutz – und machen viele Erwachsene stutzig. Ist es nur ein Zwergenaufstand verirrter Schulschwänzer? Wie viel Aufmüpfigkeit steckt noch hinter Protesten, wenn diese selbst viele Politiker gutheissen? Klimatechnisch mögen sie wenig bewirken, doch ein Signal setzen sie bereits jetzt: Protest geht vor Schule. Dies zu unterschätzen, wäre ein Fehler.
Klimaproteste: Platzt gerade die Diplomblase? NZZ, 2.4. von Milosz Matuschek

2. Juli 2012

Aargauer Lehrerverband zieht Initiative zurück

Der Aargauische Lehrerinnen- und Lehrerverband (alv) zieht seine vor zwei Jahren eingereichte Volksinitiative "für eine Schule mit Lehrpersonen" zurück. Der Kanton habe inzwischen wichtige Forderungen des Begehrens umgesetzt. 
Aargauer Lehrer ziehen Initiative gegen Lehrermangel zurück (Archiv)
"Lehrer nur mit Lehrdiplom", die Lage habe sich verbessert, Bild: Keystone
Aargauer Lehrerverband zieht Initiative gegen Lehrermangel zurück, Aargauer Zeitung, 2.7.

29. Januar 2012

PH abschaffen?

Die Weltwoche veröffentlicht in ihrer jüngsten Ausgabe einen noch geheimen Vorschlag aus der SVP-Bildungsecke. Die Partei möchte die Pädagogischen Hochschulen abschaffen und die Lehrer - wie andere Berufe - in einer Lehre ausbilden. Das theoretische Rüstzeug würden die Lehrlinge an der Universität bekommen, die praktische Ausbildung erfolgte in Schulhäusern unter Leitung von erfahrenen Praktikern. Der brisante Vorschlag hat mich zu einer kurzen Stellungnahme bewogen.

Angesichts des verbreiteten Unbehagens über den Leistungsausweis der Pädagogischen Hochschulen (PH) ist eine Diskussion über die zukünftige Gestaltung der Lehrerausbildung legitim. Die PH sind aus den bestehenden Lehrerseminaren hervorgegangen. Vielfach wurde in denselben Gebäuden, mit demselben Personal jedoch unter neuem Namen weitergearbeitet. Den Anspruch einer qualitativ verbesserten Ausbildung blieb man weitgehend schuldig. Es wurde zwar munter verakademisiert, aus biederen Lizentiaten wurden über Nacht Dozenten. Doch der für die Ausbildung erhoffte Schub aus den  Forschungsabteilungen blieb aus. Zu stark waren diese damit beschäftigt, die vorgegebene Bildungspolitik durch Auftragsgutachten zu rechtfertigen.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den Bezug zur Schulrealität, der vermittelt wird. Die tradierten Lerninhalte orientieren sich an den Bedürfnissen der Dozenten. Diese können sich weiterhin ohne erfolgreiche Praxiserfahrung in der Lehrerausbildung durchmogeln.
Trotz aller berechtigten Kritik ist der (geheime) Vorschlag der SVP zur Abschaffung der PH unausgegoren. Entscheidend für eine erfolgreiche Lehrerbildung ist die Verbindung von Theorie mit dem praktischen Schulhandwerk. Ob dabei unsere Universitäten besser abschneiden, muss bezweifelt werden. Die Zukunft der Ausbildung liegt in einer gestrafften Grundausbildung, die mit einer obligatorischen Weiterbildung während den ersten Schuljahren verknüpft ist.
Meister und Lehrling in der Ausbildung? Bild: atrena.ch
Quelle: Die Weltwoche, Nr. 4/2012 von Philipp Gut

26. Januar 2012

PH Bern erleichtert Zugang für Berufsmaturanden

Wer eine Berufsmatura hat, soll künftig ohne Aufnahmeprüfung an der PH Bern studieren dürfen. Dies sei klüger, als nach "Schnellbleichen" Quereinsteiger in die Schulzimmer zu schicken. Der Vorstoss wurde von Personen aus mehreren Parteien lanciert.
Der Grosse Rat möchte, dass mehr Männer den Lehrerberuf ausüben.
Wieder mehr Männer als Lehrer durch prüfungsfreien Zugang für Berufsmaturanden? Bild: Colourbox
Grosser Rat will Berufsmaturanden Zugang zur PH Bern erleichtern, Berner Zeitung, 25.1.

21. September 2011

Noch leichter zum Lehrerberuf an der PHZ

Die Spirale der Angebote für Quer- und Umsteiger in der Lehrerberuf dreht sich munter weiter. Dabei werden laufend die Hürden gesenkt. Das jüngste Beispiel stammt aus der PH Zentralschweiz. Wann sinken die Studienzeiten für reguläre Absolventen?
Hier ein paar Beispiele aus der heute veröffentlichten Mitteilung:

  • Der Besuch eines Vorbereitungskurses ist nicht mehr obligatorisch.
  • Vorleistungen werden vermehrt berücksichtigt: Gute Noten in der Berufsmaturität, führen zu einer Dispensation in den entsprechenden Fächern.
  • Die verlangte Anzahl Jahre Berufs- und Arbeitserfahrung wurde von drei auf zwei Jahre gesenkt. Familienarbeit wird weiterhin zu 50% angerechnet.
Diese Änderungen treten per 1. Oktober in Kraft.

6. September 2011

90 Quereinsteiger neu an der PH Zürich

90 Personen - 41 Männer und 49 Frauen - haben diese Woche als Quereinsteiger eine Sekundarlehrerausbildung begonnen, wie die Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH) am Montag mitgeteilt hat. Schon im kommenden Sommer treten die Neuen ihre erste Teilzeitstelle an. Angemeldet hatten sich 249 Interessierte, davon wurden 211 zum Aufnahmeverfahren zugelassen. 27 zogen ihre Bewerbung im Laufe des Verfahrens zurück, 57 wurden nicht zugelassen. Von den 127 aufgenommenen Personen meldeten sich laut Mitteilung nochmals 10 ab, und 27 wollen erst im Herbst 2012 mit dem Studium anfangen. Mit dem Lehrdiplom dürfen die Quereinsteiger in den Kantonen Zürich, Bern, Aargau, Basel-Stadt und -Landschaft und Solothurn unterrichten.
Kommentar: Die verschiedenen Angebote zur Überbrückung des Lehrermangels haben zur Folge, dass die Normalausbildung zusehends unter Druck gerät. 
Quelle: sda

5. September 2011

Luzern: Diplomierte Heilpädagogen und Sekundarlehrer gesucht

Nur 44% der Lehrkräfte in der Integrativen Förderung sind stufengerecht qualifiziert, bei den Heilpädagogen sind es 49%. Diese Zahlen teilt die Staatskanzlei Luzern heute mit. 
Wie sehen die entsprechenden Werte der Volksschule aus? Während im Kindergarten und in der Primarschule praktisch alle Lehrkräfte genügend qualifiziert sind, zeigt sich an der Oberstufe ebenfalls ein Mangel an voll ausgebildeten Leuten. Bloss 76% verfügen dort über ein entsprechendes Diplom. 
Dem Kanton fehlen Heilpädagogen, Neue Luzerner Zeitung, 5.9.

19. August 2011

PHZH plant erleichterte Ausbildung Sekundarstufe für Primarlehrpersonen

Der Lehrermangel bleibt auf der Traktandenliste der Bildungsadministration. Dies wegen der personalintensiven Reformen und dem ungebremsten Drang nach Teilpensen. Dazu kommt in einzelnen Kantonen noch ein prognostiziertes Wachstum der Schülerzahlen. Am deutlichsten zeigt sich der Mangel an der Sekundarstufe I. In dieser Situation lassen sich die PH einiges einfallen, um den Output an ausgebildeten Lehrkräften zu steigern.
  • Quereinsteiger-Ausbildung mit verkürzten Ausbildungsgängen für Leute mit Studienabschluss und Berufserfahrung.
  • Erleichterte Unterrichtsberechtigung für weitere Fächer an der Sekundarstufe I (PHZH)
  • Erleichterte Ausbildung für Primarlehrer zum Sekundarlehrer (PHZH geplant)
Es stellen sich dabei Fragen zur Qualität dieser neuen Ausbildungsgänge. Eine heikle Frage, denn ist die Qualität im Vergleich zur Standardausbildung gut, dann fragt man sich, weshalb man noch die Mühen eines Vollzeit-Studiums für Sekundarlehrkräfte auf sich nehmen soll. Es zeichnet sich ab, dass diese Normalvariante in Zukunft unter Druck gerät und ebenfalls verkürzt werden muss.
Nachdem bereits der Zugang zum Primarlehrerstudium entscheidend vereinfacht worden ist (Diplommittelschule plus Brückenangebot reicht aus), stellt sich die Qualitätsfrage umso dringender. Offensichtlich fährt man die Strategie: Mehr Lehrkräfte anlocken durch Vereinfachung und Verkürzung des Studiums. Die Alternative dazu scheint unter den noch immer weitgehend von Konkurrenz abgeschirmten PH nicht so beliebt zu sein: Strenge Selektion bei Antritt und während des Studiums verbunden mit einer hohen Ausbildungsqualität. Die Absolventen würden dann die gleichen Privilegien geniessen wie Spitzenleute anderer Studienrichtungen, d.h. stark verbesserte Arbeitsbedingungen und damit verbunden markant steigendes Berufs-Prestige. Die Botschaft müsste lauten: Lehrberufe sind nur etwas für die Besten! Diese Strategie wäre letzlich billiger und erfolgreicher als die seit Jahren hilflosen Werbe-Aktionen der EDK. Ein Beispiel dazu aus dem Kanton Bern.

14. August 2011

Umsetzung des neuen Bildungsgesetzes in Glarus

In Glarus beginnt morgen ein neues Schuljahr und damit die Umsetzung des neuen Bildungsgesetzes. Die Schulleitungen mussten dafür im letzten Halbjahr neue Reglemente, Formulare und Arbeitsabläufe erarbeiten. Konkret heisst dies Angebote in: Blockzeiten, Sonderpädagogik, Logopädie, Psychomotorik und Schulsozialarbeit. "Je nachdem, wo man wohnt, wird das neue Schuljahr für die Schüler und Lehrer mehr oder weniger Neuigkeiten bereithalten", fasst Martin Bilder, Leiter der Hauptabteilung Bildung in Glarus, zusammen.
In den Gemeinden mussten wegen der neuen Auflagen auch neue Stellen geschaffen werden. Angesichts des anhaltenden Lehrer- und Heilpädagogenmangels keine einfache Sache. "Der Aufwand für die Suche nach geeigneten Pädagogen war unverhältnismässig gross", berichtet Martin Staub, Leiter der Hauptabteilung Schule und Familie in Glarus Süd. In einigen Fällen mussten deshalb auch Personen ohne klassische Lehrerausbildung eingestellt werden. Auch Marie-Helene Stäger, Rektorin von Glarus Nord, bestätigt:"Wir spüren den Lehrermangel stark". 
Quelle: Südostschweiz, Regionalausgabe Glarus, 13.8.   

23. Juli 2011

Quereinsteiger-Ausbildung ärgert Lehrer

Nach den Schlagzeilen in Zürich (Schnellbleiche-Lehrer sind gefragt, Wird Ausbildung zur Nebensache) sorgt die geplante Quereinsteiger-Ausbildung in Basel nun ebenfalls für Gesprächsstoff. Schweizer Lehrer mit regulärer Ausbildung ärgern sich darüber, dass sie gegenüber den Deutschen und den Quereinsteigern nun bloss noch dritte Wahl seien. Die neue Ausbildung erlaubt es den Studierenden, von Beginn an 50% als Lehrkraft zu arbeiten. Ausserdem dauert das Studium nur gerade zwei Jahre gegenüber den vier bis fünf Jahren im normalen Ausbildungsgang. Ein Haken hat die Ausbildung für Quereinsteiger allerdings: Sie dürfen nur im Bildungsraum Nordwestschweiz arbeiten (BS, BL, AG, SO).
Lehrer ärgern sich über Konkurrenten, Basler Zeitung online 23.7. von Franziska Laur

17. Juli 2011

Wird Ausbildung zur Nebensache?

Eine beträchtliche Zahl von Lehrkräften unterrichtet ohne passende Ausbildung. Hier sind die Ausbildungsstätten gefordert: Wenn es möglich ist, dass man auch ohne stufengerechte Qualifikation zur Zufriedenheit von Schulleitung, Eltern und Jugendlichen unterrichten kann, dann stimmt etwas nicht. Allzu oft wird die Ausbildung nämlich als notwendiges Übel angesehen - fehlender Praxisbezug der Inhalte ist ein oft gehörtes Urteil.
Eine Ausbildung muss sich lohnen: für die Absolventen und für die Gesellschaft. Bei fehlenden Stufen-Diplomen reagiert man mit Lohnkürzungen oder der Verpflichtung zu einer Nachqualifikation. Nachqualifikationen, die bloss als Schikane empfunden werden, bringen uns aber nicht weiter.
Katharina Bracher hat das Thema kommentiert.

Die Volksschule braucht wieder mehr Alleskönner
Weil die pädagogischen Hochschulen Fachexperten statt Wissensvermittler ausbilden, fehlt es auf einigen Schulstufen an geeignet ausgebildeten Lehrern. Mit ihrer Ausbildung können Lehrkräfte zwar mit Expertenwissen auftrumpfen, sind aber nicht ohne weiteres für alle Schulstufen einsetzbar. Dies verursacht unter anderem in der Sekundarschule Probleme. Im Kanton Solothurn unterrichtet ein Drittel aller Lehrkräfte auf der Sekundarstufe ohne entsprechendes Diplom. Diesem Missstand könnten die Ausbildungsstätten begegnen, indem sie ihre Lehrer zu Allroundern ausbilden, die für den Schulalltag gerüstet sind. Jugendliche, die nach der Primarschule vor allem eine Vertiefung bisher erworbenen Wissens und eine praxisbezogene Vorbereitung auf die Berufslehre brauchen, müssen von Pädagogen mit didaktischem Geschick und Einfühlungsvermögen unterrichtet werden. Für Fortkommen und Erfolg dieser Schüler sind weder Expertenwissen noch wissenschaftliche Bildung des Lehrers entscheidend. Ohne die Flexibilität von Lehrern, die trotz fehlender Ausbildung auf anderen Stufen unterrichten, müssten viele Schulen den Betrieb schliessen. Diesen Einsatz müssen Schulen anerkennen, indem sie zeitliche Entlastung und finanzielle Unterstützung garantieren, damit Lehrpersonen ohne passendes Diplom die nötige Ausbildung nachholen können. Vorausgesetzt, die pädagogischen Hochschulen bilden wieder mehr Lehrer aus, die in guter Wissensvermittlung brillieren - und darin, jungen Leuten ihre Perspektiven aufzuzeigen.
Katharina Bracher, NZZaS, 17.7.
Hörbeitrag von DRS Regionaljournal Zentralschweiz, 12.7. (verantwortlich: Karin Portmann)