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20. Mai 2021

Euphorisch gefeierte Vorzeigeschulen - nur die Ideologie zählt

Schöne neue Schülerwelt: Lernwerkstatt, Logbuch, Lernbüro, Lerntheke, Förderband – mit solchen erfinderischen Lernmethoden werben die sieben Schulen, die am 10. Mai 2021 mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet worden sind. Er wird alljährlich von der Robert Bosch Stiftung, der Heidehof Stiftung, der ARD und der ZEIT-Verlagsgruppe verliehen. Schirmherr ist der Bundespräsident. Wenn es darum geht, ihre Pädagogik griffig zu beschreiben, sind die preisgekrönten Schulen um Superlative nicht verlegen: Ihre Schulkultur sei demokratisch und vielfältig; ihre Pädagogik achtsam und kooperativ; ihr Anspruch antirassistisch, gewaltpräventiv und nachhaltig. Nach einer Information jedoch sucht man auf der Website der Schulen allerdings vergeblich: nach den von den Schülern erbrachten Leistungen. Keine der mit dem Schulpreis ausgezeichneten Schulen hat auf ihrer Website die Schulleistungsdaten der vergangenen Jahre veröffentlicht.

Haltungsnoten statt Leistungsmessung, Cicero.de, 20.5. von Rainer Werner

 

16. Dezember 2020

Lehrer sehen deutliches Sinken der Leistungen

Die Starke Schule beider Basel (SSbB) führte in den vergangenen zwei Wochen eine breit angelegte Umfrage zum Thema «Leistungsniveau der Schüler/-innen heute im Vergleich zu vor 5 Jahren» bei den Lehrpersonen der Schulstufen Primar, Sek 1 und Sek 2 durch. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Eine deutliche Mehrheit der Lehrpersonen stuft die Leistungen der Schüler/-innen heute schlechter oder deutlich schlechter ein als früher.

Umfrage: Schüler/-innen zeigen immer schlechtere Leistungen, Starke Schule beider Basel, 16.12. von Michael Pedrazzi

6. November 2017

"Knaben mit guten Noten haben ein schwieriges Leben"

Vorwurf Streber: Super Noten, Geschlecht und Unbeliebtheit haben sehr wohl miteinander zu tun.
Aargauer Zeitung, 6.11. von Margrit Stamm

25. September 2016

Westliche Bequemlichkeit vs. asiatische Lernbereitschaft

Mit der westlichen Lernbereitschaft ist es nicht weit her: fernöstliche Lektionen für überzeugte Eurozentriker.
Alle wissen, was sie der Familie und der Gemeinschaft schulden, Bild: Toru Hanai
Ansprüche? Pflichten! NZZ, 24.9. von Urs Schoettli

25. Oktober 2015

Immer weniger Schüler bleiben sitzen

Was früher üblich war, ist heute die Ausnahme: Überforderte, schwache und langsame Schüler müssen kaum mehr eine Klasse repetieren. «Die Erkenntnis hat sich durchgesetzt, dass eine Repetition mittelfristig meistens nichts bringt», sagt Sybille Bayard von der Bildungsdirektion des Kantons Zürich. Sie hat die Repetitionsquote in der Zürcher Volksschule vom Kindergarten bis zur Oberstufe seit 2001 untersucht und festgestellt, dass sich diese mehr als halbiert hat: von 2,8 Prozent auf 1,3 Prozent pro Jahr. Nimmt man nur die Regelschule ohne die besonderen Klassen, sank die Quote von 1,6 auf 1,1 Prozent.








Die Klasse wiederholen war einmal, NZZaS, 25.10. von René Donzé

15. September 2015

Berner Grosser Rat will mehr Leistung

Motionär Hans-Peter Kohler (FDP/Spiegel bei Bern) verlangte, «dass wieder ein verstärkt leistungsorientierter Schulunterricht an den kantonalbernischen Volksschulen etabliert wird». Heute stellten die Schulen die Integration zu stark in den Mittelpunkt.




Förderung der Besten statt übermässige Betreuung der Schlechtesten, Bild: Markus Hubacher

Mehr Leistungsdenken an Volksschulen, Berner Zeitung, 15.9. 

9. November 2012

Keine Kantonsvergleiche mit PISA mehr

Die EDK teilt mit, dass sie weiterhin an den PISA-Erhebungen teilnehmen wird. Allerdings wird sich die Schweiz dabei auf eine nationale Stichprobe beschränken. Vergleiche innerhalb der Schweiz werden künftig die nationalen Bildungsstandards ermöglichen. Dabei soll aber gemäss der Präsidentin Isabelle Chassot gelten: "Keine Testitis und keine Rankings".


Quelle: NZZ, 9.11. von Michael Schoenenberger

9. Oktober 2012

Ist mehr besser?

Bringen mehr Lektionen auch bessere Leistungen? Am Beispiel des Kantons Schaffhausen, der die Schülerlektionen um eine Lektion pro Woche kürzt, entzündet sich eine interessante Diskussion. Einerseits fehlen wissenschaftliche Daten, die Hinweise geben könnten über die Effizienz des Unterrichts. Andererseits ist unbestritten, dass eine bestimmte Unterschwelle an Lektionen nicht ohne Leistungsabfall unterschritten werden darf. Hier öffnet sich eine neue, vielversprechende Perspektive auf die Qualität des Unterrichts. Aus Immersionsstudien aus dem Fremdsprachenunterricht ist beispielsweise bekannt, dass die Leistung nicht von der reinen Lektionszahl abhängig ist. Hier gibt es beträchtliche Unterschiede, die neben dem Alter der Kinder (jüngere brauchen mehr Zeit) auch auf die Effizienz des Unterrichts (time on task) zurückzuführen sind.
Führen weniger Schulstunden zu schlechteren Leistungen? Tages Anzeiger, 8.10. von Simone Rau

29. Juli 2012

"Zu weit weg von meinem Kompetenzbereich"

Der designierte ETH-Rektor Lino Guzzella findet, das Niveau an den Schulen sei gesunken. Einen Grund dafür ortet er in den Erziehungsaufgaben, die die Schulen übernehmen. "Wenn die Schule erziehen muss, werden die talentierten Schüler zu wenig gefördert". Diese wohlbekannte Phrase wird abgerundet durch die Hilflosigkeit, mit der Guzzella auf die Frage antwortet, wie man denn reagieren soll, wenn die Eltern ihre Kinder nicht erziehen würden. "Jetzt sind wir zu weit weg von meinem Kompetenzbereich".
Der neue ETH-Rektor, Lino Guzzella.
Neuer ETH-Rektor will mehr Leistung, Bild: PD
Das Niveau an den Schulen ist gesunken, NZZaS, 29.7. von Michael Furger

1. Juli 2012

Konzentrationsstörungen als Spiegel unserer Gesellschaft

Die Zahl der Kinder mit Konzentrationsstörungen nimmt zu. Könnte es sein, dass diese Kinder gar nicht gestört, sondern bloss überangepasst sind. In unserer Zeit gilt es als verdächtig, einmal nichts zu tun. Ständige Aktivität gilt als erstrebenswert, Multitasking kann man lernen. Kinder verinnerlichen diese Haltung und können sich nicht mehr während längerer Zeit auf eine Sache konzentrieren.
Ein Artikel zum Nachdenken von David Signer, Quelle: NZZaS, 1.7.
Text zum Lesen bitte anklicken.

30. Mai 2012

Schulleistungstests zu teuer

Harmos sieht vor, dass die Schulleistungen regelmässig evaluiert werden (Monitoring). Auch der neue Lehrplan 21 setzt regelmässige Leistungserhebungen voraus, denn die gesetzten Ziele müssen auch kontrolliert werden. Neben den bereits bestehenden Schulvergleichen (PISA), Aufnahmeprüfungen und Leistungsmessungen (Basic Check, Multi Check) kommt also eine Testlawine auf unser Schulsystem zu. Diese Entwicklung wird zu einer weiteren Aufblähung des Verwaltungsapparates führen. 
Walter Herzog, Professor für Erziehungswissenschaften an der Universität Bern, setzt sich kritisch mit den Tests auseinander. Er findet, die Tests seien die Kosten nicht wert, die sie verursachen.

Walter Herzog: "Keine gesamtschweizerischen Tests möglich", Bild: standard.at
Tests sind die Kosten nicht wert, die sie verursachen, PH akzente, 2/2012

6. April 2012

Entlastung für Zürcher Lehrer

Zürcher Lehrer sollen weniger Zeugnisse schreiben und weniger Elterngespräche führen müssen. 

Fürs Zeugnis gibt es neue Regelungen.
Zeugnis als Entlastungsmassnahme für Lehrer, Bild: imago
Das Schulzeugnis erhält Seltenheitswert, NZZ, 31.3. von Walter Bernet

25. März 2012

Französisch unter Druck

Zürich will sich auf die Kernkompetenzen konzentrieren und will Schüler, welche in Mathematik oder Deutsch ungenügend sind, vom Französischen dispensieren.
Hier der entsprechende Artikel aus der NZZaS, 25.3. von René Donzé. 


Text zum Lesen anklicken.
Nicht mehr alle müssen ins Schulfranzösisch, 20 Minuten, 25.3.
Zürcher Angriff aufs Schulfranzösisch, NZZ, 22.1. von René Donzé

7. Februar 2012

Hinkende Schulvergleiche


Die Opposition gegen die standardisierte Testerei wächst. Ein Artikel in der NZZ hat ein beträchtliches Echo ausgelöst. Der Leserbriefschreiber weist auf die Schwierigkeiten hin, die oft unter den Tisch gewischt werden. 

Die Lehrerschaft hat recht, wenn sie flächendeckende Tests und Rankings ablehnt (NZZ 1. 2. 12). Es stimmt: Derartige Vergleiche können nie gerecht und objektiv erfolgen, denn zu viele Faktoren spielen eine Rolle, und zu unterschiedlich sind die Verhältnisse. Ferner kommen auch bei der Durchführung von Tests erhebliche Differenzen in der Handhabung vor. So stellten sich vor einiger Zeit in einer Gemeinde bei einer Klassen vergleichenden Arbeit unerklärliche Unterschiede bei den Resultaten heraus, und erst eine genaue Analyse zeigte, warum. Einzelne Lehrpersonen hatten sehr schwache oder sonstwie problematische Kinder gar nicht in den Test einbezogen, weil ihnen dieser nicht zuzumuten sei; in anderen Klassen wurden aber keinerlei Ausnahmen gewährt. Solches wirkte sich natürlich spürbar auf den jeweiligen Klassendurchschnitt aus, und nur schon dieses kleine Beispiel zeigt, dass auch hier der Teufel im Detail hockt.
Gerade die Integration aller Kinder in Normalklassen lässt objektive Vergleiche zwischen Schülergruppen oder Abteilungen immer weniger zu und manifestiert zugleich die widersprüchlichen Strömungen der Bildungspolitik. Jedenfalls ist es für die Lehrerschaft vor allem frustrierend, dass von oben versichert wird, das Problem der Belastung mit zu vielen Reformen sei erkannt und man wolle dem abhelfen, aber gemacht wird genau das Gegenteil. Solche Neuerungen sind stets eine willkommene Arbeitsbeschaffung für die Bildungsdirektionen, aber eine absolut unnötige Mehrbelastung für die Lehrerinnen und Lehrer.
Hans-Peter Köhli, Zürich
Quelle: NZZ, 7.2.
Illusion der Statistiker, NZZ, 1.2.

11. Dezember 2011

PISA: Zürcher auch ohne Ausländer am Schluss

Die Rechtfertigung von Regine Aeppli (SP), der Bildungsdirektorin Zürichs, wonach der hohe Ausländeranteil schuld sei an den schwachen Leistungen im PISA-Kantonsvergleich, greift zu kurz. Der Anteil der leistungsschwachen einheimischen, deutschsprachigen Schüler ist in Zürich so hoch wie in keinem anderen Deutschschweizer Kanton.

Nur die halbe Wahrheit: Martin Wendelspiess und Regine Aeppli, Bild: peterlienhard.ch
Pisa: Zürcher Schüler sind auch ohne Ausländer das Schlusslicht, Der Sonntag, 11.12. von Yannick Nock

6. November 2011

"Erlöst die Schüler von unnötigen Diagnosen"

In der Schweiz werden immer mehr Kinder wegen Schulproblemen therapiert. Jetzt reicht's, finden zwei Kinderärzte. Sie rufen Mediziner und Psychologen dazu auf, nicht gleich bei jedem Kind einen Defekt zu suchen
Erlöst die Schüler von unnötigen Diagnosen, NZZaS, 6.11. Interview: Simone Schmid
Romedius Alber (48) ist Kinderarzt und Jugendpsychiater, er praktiziert in Baar und lehrt in den Bereichen Entwicklungspädiatrie und systemische Therapie. Zusammen haben sie das Buch «Schulschwierigkeiten: Störungsgerechte Abklärung in der pädiatrischen Praxis» geschrieben. Es richtet sich an Fachleute und soll Leitlinien setzen, wie Kinderärzte ihre Patienten bei Schulschwierigkeiten vernünftig und lösungsorientiert abklären können.
Thomas Baumann (60) praktiziert seit 1986 als Kinderarzt. Er leitet das Entwicklungspädiatrische Zentrum in Solothurn und ist Autor diverser Fachbücher. 
 Romedius Alber    Thomas Baumann

16. September 2011

Niveaufächer in St. Gallen

Ab Beginn des Schuljahres 2012/13 haben Oberstufenschulen die Möglichkeit, den Unterricht in den Fächern Mathematik und Englisch in Niveaugruppen zu erteilen. Der Erziehungsrat hat Vorschläge für die Regelung des Verfahrens zur Zuweisung zu den Niveaugruppen und zum Wechsel zwischen diesen diskutiert und in eine Vernehmlassung gegeben. Die definitive Regelung soll Ende dieses Jahres erlassen werden.
Quelle: Erziehungsrat St. Gallen

5. August 2011

Grosse Differenzen beim Übertritt in die Sekundarschule im Kanton Bern

Drei Dinge fallen auf:
1. Grosse regionale Unterschiede. Im französischsprachigen Berner Jura gehen 69% in die Sekundarschule - im Obersimmental bloss 45%.
2. Der Unterschied zwischen Knaben und Mädchen ist frappant. Er beträgt im Berner Jura 13% - zugunsten der Mädchen. Im nahen Seeland ist der Unterschied mit 7% am geringsten.
3. Noch grössere Unterschiede zeigen sich im Vergleich Schweizer und Ausländer. Im Emmental schaffen es bloss 29% der Ausländer an die Sek - im Berner Jura 52%.
Über die Probleme der Beurteilung wurde hier schon verschiedentlich berichtet (Urs Moser fordert Vereinheitlichung). Was mit dem Eintritt an die Sekundarschule beginnt, setzt sich am Ende mit der Lehrlingsselektion fort (Kritischer Blick auf Multicheck). Die Zahlen aus dem Kanton Bern schockieren trotzdem. Das in der Schule gerne hochgehaltene Motto "Ohne Fleiss keinen Preis" wird hier als glatte Lüge entlarvt. Unser Beurteilungssystem ist ungerecht, denn nicht Leistung, sondern Wohnort, Geschlecht und Nationalität entscheiden über den Schulerfolg. Und zum Schluss: Angesichts der Berner Zustände stelle man sich mal das Ausmass der Unterschiede schweizweit vor!



Grafik: Berner Zeitung, anklicken zum Vergrössern

10. Juni 2011

Ab 2014 wieder Aufnahmeprüfungen in die Sekundarstufe I?

Die Leistungsunterschiede zwischen den sehr guten und sehr schwachen Zürcher Primarschülern nehmen zu! Trotz Fördermassnahmen und individualisiertem Unterricht öffnet sich die Schere schulischer Leistungen immer mehr. Projektleiter Urs Moser stellt eine "markante Zunahme der Leistungsunterschiede gegenüber den früheren Erhebungen" fest. Ausserdem sagt Moser:"Je privilegierter die Herkunft, desto grösser sei der Leistungszuwachs".


Im Artikel von Walter Bernet (NZZ, 10. Juni) sticht mir der folgende Satz besonders ins Auge: "Bei gleicher Testleistung in Deutsch und Mathematik werden Benachteiligte und Fremdsprachige deutlich schlechter benotet. " Es gibt also ein Beurteilungsproblem an unseren Schulen. Das könnte ein Grund sein, dass ab 2014 an den Zürcher Primarschulen wieder ein standardisierter Test durchgeführt wird. Dieser soll den Übertritt wieder transparenter machen. Dabei bleibt offen, ob dieser Test den Stellenwert der ehemaligen Aufnahmeprüfung besitzt. 


Hier geht's zur Berichterstattung der NZZ