In frühkapitalistischer Zeit hatten die Beschäftigten Lebensmittel und
Heizmaterial gefälligst selbst in die Fabrik mitzunehmen, wie sie auch selbst
fürs Alter vorzusorgen und Ärzte zu bezahlen hatten. Erst lange
gewerkschaftliche Kämpfe nahmen die Betriebe nach und nach für angemessene
Ausstattung des Arbeitsplatzes, für Beteiligung an Alters- und
Krankenversorgung, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie Fortbildung in die
Pflicht.
All diese Verantwortlichkeiten stehen wieder zur Disposition, seit es jene
kleinen Universalmaschinen gibt, die heutzutage nahezu jeder in der Akten- oder
Hosentasche mit sich führen kann. Sie lassen sich in einem Firmengebäude
genauso bedienen wie in einer Privatwohnung. Wohn- und Arbeitsraum, Freizeit
und Arbeitszeit gehen wieder ineinander über. Warum soll man für Arbeiten, die
feste kollektive Arbeitsräume gar nicht mehr erfordern, feste Jobs vergeben?
Warum nicht jeden Computerbesitzer als Selbständigen erachten, den man als
Lieferanten von Arbeitsleistungen bezahlt, statt ihn dauerhaft einzustellen?
Der hübsch selbst für seine Infrastruktur und Versicherungen aufkommt, dafür
aber auch seine Arbeits- und Freizeit völlig frei und selbständig organisieren
darf – wenn er seine Leistungen nur vertragsgemäss erbringt.
Lernen ohne Lehrer, Zeit-Fragen, 31.1. von Christoph Türcke