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18. Februar 2021

Hausaufgaben sind lernwirksam

Gegenwärtig wird wieder häufiger über den Sinn von Hausaufgaben gestritten. Bedauerlich ist, dass oft ohne Bezug auf die wissenschaftliche Forschung diskutiert wird. Eine neuseeländische Gruppe hat in einer umfassenden Studie eine kaum bestrittene Auswertung und Interpretation über die Wirksamkeit von Hausaufgaben vorge­legt. Ausgegangen sind die Forscher von 138 Kriterien guten Unterrichts und haben diese in eine Rangliste gebracht. Die Hausaufgaben liegen im Rang 88 der Kriterien, d. h. Hausaufga­ben sind – wenn auch nicht besonders stark – lern­wirksam. Dieser Rang stellt einen Mittelwert dar, der infolge der verschiedenen Untersuchungsan­sätze auf lernwirksamen, weniger lernwirksamen und unwirksamen Ergebnissen beruht, was zur schlechten Rangierung beiträgt. Trotzdem liegt ein Ergebnis vor, das die Lernwirksamkeit bestä­tigt. Bedeutsam für den Schulalltag ist, welche Faktoren dafür wichtig sind. Folgende seien hier erwähnt: Hausaufgaben müssen vielgestaltig und dürfen nicht nur Routineaufgaben sein; sie sollen schwergewichtig auf dem Unterricht aufbauen und vor allem Grundfertigkeiten und Grundfä­higkeiten stärken; der jeweilige Sinn muss be­gründet werden; sie sollen nie benotet werden; sie müssen so lange kontrolliert werden, bis eine Selbstverantwortung der Schüler wahrgenom­men wird; das Wochenende soll frei von Hausauf­gaben sein; sie sollen zeitlich nicht überfordern (Faustregel: pro Schuljahr 10 Minuten).

Hausaufgaben sind lernwirksam, Eine Replik auf den Kommentar: «Ufzgi haben ausgedient», St. Galler Tagblatt, 16.2. von Rolf Dubs

26. August 2019

Baselbieter Schulleiter opponieren gegen geplantes lohnwirksames Beurteilungssystem


Regierungsrat und Landrat des Kantons Basel-Landschaft haben im Frühjahr 2019 entschieden, dass alle Lehrpersonen durch die Schulleitungen lohnwirksam zu qualifizieren sind. Diese Umstellung auf das neue Lohnsystem soll per 2021 erfolgen – gegen den Widerstand sämtlicher betroffener Schulleitungen aller Schulstufen.
Die Schulleitungen des Kantons BL wehren sich gegen die Lohnrevision, Medienmitteilung Verband Schulleiterinnen und Schulleiter Basel-Landschaft, 26.8.

16. Dezember 2018

Informatik in der Volksschule: Primat der Pädagogik

Euphorie und Verunsicherung charakterisieren auch für die Schule das Spannungsfeld der Informatik. Einerseits glauben viele Leute, die Informatik schaffe bessere Voraussetzungen für das Lernen als der traditionelle Unterricht mit lehrenden Lehrpersonen – eine Aussage, die wissenschaftlich widerlegt ist. Anderseits wird befürchtet, die Informatik bedrohe vor allem auf unteren Schulstufen die Förderung der Grundfertigkeiten und der kulturellen Werte. Wegzudenken ist die Informatik auf allen Schulstufen nicht mehr. Ihr Einsatz muss sich aber an drei Voraussetzungen orientieren. Die Lehrpläne und der Unterricht dürfen erstens nicht technologiegeleitet ausgerichtet werden, sondern sie müssen primär pädagogisch orientiert sein. Zweitens ist bei allen Massnahmen zu überprüfen, welchen pädagogischen Mehrwert der Einsatz der Informatik bringt. Und drittens muss überlegt werden, auf welcher Schulstufe welcher Einsatz der Informatik zu sinnvollen Verbesserungen der Schule führt. 
Die Pädagogik muss an erster Stelle stehen, St. Galler Tagblatt, 5.12. von Rolf Dubs

1. Oktober 2018

Schreiben nach Gehör verschlechtert die Rechtschreibung


An Schulen tobt ein Glaubensstreit: Wie sollen Kinder Rechtschreibung lernen? Eine neue Studie zerpflückt eine verbreitete Methode – und stellt den Unterricht vor grosse Probleme.
Die Anxt vor Fehlern, Südostschweiz, 29.9. von Yannick Nock

12. August 2018

70 Prozent arbeiten Teilzeit

Am Montag beginnt in mehreren Kantonen das neue Schuljahr. Tausende Kinder werden erstmals im Klassenzimmer sitzen und erwartungsfroh auf ihren Lehrer oder ihre Lehrerin blicken. Was sie nicht wissen: Die Schulen stehen an einem Wendepunkt. Die neue Generation wird unter anderen Bedingungen unterrichtet als ihre älteren Geschwister. Grund dafür sind die steigenden Schülerzahlen. Sie werden historische Höchstwerte erreichen. Die Folge: Die durchschnittliche Klassengrösse von 19 Kindern steigt. Darin sind sich Bund, Lehrer und Experten einig.
Schulen in der Teilzeitfalle, Schweiz am Wochenende, 11.8. von Yannick Nock

24. November 2016

Alt ist schlecht - neu ist gut

Der Lehrplan 21 sei nichts weniger als ein Paradigmenwechsel, sagen die einen. Die anderen wiegeln ab: Es ändere sich nichts. Was gilt nun? Eine Aussensicht.
Humboldt oder McKinsey? Journal 21, 24.11. von Carl Bossard

20. August 2016

Es braucht guten Frontalunterricht

Immer öfter orientieren einzelne Schulbehörden und Schulen die Eltern, dass sie die Schüler mit selbstgesteuertem Lernen zu einer grösseren Selbständigkeit führen und damit besser auf das lebenslange Lernen vorbereiten wollen. Gelingen kann dies ihrer Meinung nach nur, wenn die Lehrpersonen ihre Aufgabe neu verstehen: Aus «Belehrenden» sollen «Lernberater» oder «Lerncoaches» werden. Dies macht auch Veränderungen im Umfeld der Schule nötig. Die Schulhäuser sind mit mehr Gruppenräumen und Arbeitsecken auszugestalten, moderne Medien müssen bereitgestellt werden und auf das selbständige Lernen ausgerichtete Lehrmittel entwickelt werden. All dies führt vielerorts zu Kontroversen bei Eltern wie auch Lehrpersonen. Was ist davon zu halten?
Vielgestaltigkeit ist gefragt, NZZ, 19.8. von Rolf Dubs

1. Juni 2016

Notenstreit als Nebenkriegsschauplatz

Das vom Erziehungsrat des Kantons St. Gallen zur Konsultation vorgelegte Beurteilungskonzept «Fördern oder Fordern» polarisiert in der Öffentlichkeit. Wenig erfreulich ist dabei, dass meistens nur über die Notenskala 6–1 oder 6–3 debattiert wird und alle weiteren Massnahmen, welche im Beurteilungskonzept vorgeschlagen sind, kaum oder gar nicht angesprochen werden. Viele von ihnen sind positiv zu werten, auch wenn sie für gute Lehrpersonen über weite Teile selbstverständlich sind.
Kontroverse um die Notenskala, St. Galler Tagblatt, 31.5. von Rolf Dubs

8. Mai 2016

Lehrplan 21 bringt neue Notenskala

Künftig soll die Notenskala in St. Gallen nur noch von 3 bis 6 reichen. Andere Kantone könnten nachziehen. 












Bald keine Noten unter 3 mehr, Bild: Keystone
Neuer Lehrplan: Die Noten 1 und 2 sollen fallen, Schweiz am Sonntag, 8.5. von Yannick Nock

17. April 2016

Chancengerechtigkeit bleibt auf der Stecke

Die Chancengerechtigkeit bleibt an der Volksschule nach wie vor eine Illusion. Während jedes zweite Kind aus reichem Haus die Gymiprüfung schafft, sind es bei Eltern aus Portugal oder Mazedonien nur jedes 50. Kind.




























Chancengleichheit in der Schule? Fehlanzeige! Beobachter, 15.4. von Susanne Loacker

3. Februar 2015

Dubs kritisiert 'Top down' - Konzept des Lehrplans 21

Rolf Dubs konstatiert, dass der Lehrplan 21 ein von oben nach unten dirigiertes Projekt sei. Deshalb fehle ihm die notwendige Abstützung bei der Basis der Lehrkräfte.




Rolf Dubs verfolgt auch mit 80 Jahren das Bildungssystem noch genau, Bild: Benjamin Manser

"Manches ist nicht richtig ausgereift", Thurgauer Zeitung, 2.2. von Rolf App