In Stammheim im Zürcher Weinland ist normalerweise wenig los. Höhepunkte im Jahreskalender der Riegelhaus-Gemeinde sind das Fasnachtsfeuer, der Jahrmarkt und der Tag der offenen Weinkeller. Normalerweise. Doch im Moment läuft nichts. Und so kommt es, dass ein paar bunte Luftballons hohe Wellen werfen. Dabei meinte es die junge Mutter und Naturheilpraktikerin nur gut. Sie hatte einen Marsch zum Schulhaus organisiert. «Ein Zeichen» wollte sie setzen, «dass damit eine rote Linie überschritten wurde». «Damit» heisst mit der Maskenpflicht für Kinder ab der 4. Klasse, die im Kanton Zürich gilt. Das sei eine «extreme Belastung» und ein «erhebliches Gesundheitsrisiko» für das Kind. Also marschierten dreissig Mütter und Väter mit Luftballons los, daran hingen bunte Zettel, auf denen sie unter anderem «Luft für unsere Kinder» forderten. Oder «Freiheit und Liebe». Der Marsch war von der Gemeinde bewilligt worden. «Wir wollten deeskalieren», sagt Schulpräsidentin Anita Fleury.
Aufstand der Eltern, NZZaS, 7.2. von René Donzé
